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Sonntag, August 12

Danijel Zambo - Bliss



Kurzinfo:

Es kommt einen so vor, als würde der Augsburger Singer/Songrwiter, Multiinstrumentalist und Produzent Danijel Zambo doch tatsächlich versuchen dem Release-Marathon von Omar Rodriguez-Lopez Paroli bieten zu wollen. Allein innerhalb des letzten Jahres veröffentlichte er drei Alben und zwei EP's, darunter das Hip-Hop-Beat-Fundament "Playground", das post-rockige "This World Is Too Fast", der Chillout-Trance-Monolith "Transcendence" und das Piano-balladeske "Childhood Dreams". Und da sind die Arbeiten seiner Neofolk- und Black Metal-Projekte Walden und Skognatt noch nicht mal mit reingerechnet. 
"Bliss", sein bis dato 12. Album, lässt sich entgegen den vorstehenden Releases nicht so leicht auf den Punkt beschreiben, da es sich als ein schizophrenes wie episches Stück Experimentalmusik entpuppt, in dem bedächtige und ambiente Post-Rock-Sphären, akustische Folk-Spielereien und balladeskes wie progressives Geplänkel immer wieder durch metallische Eruptionen zerrüttelt werden. "Split" wäre wohl der treffendere Album-Titel gewesen....


Band: Danijel Zambo

Titel/Release: Bliss/Album (Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2017

Genre: Instrumental, Experimental, Post-Metal, Progressive Rock, Post-Rock, Acoustic

FFO: Ares One, Norio, Maeth

Links: Bandpage\\//Bandcamp\\//Facebook\\//Soundcloud\\//Twitter\\//Youtube




Stream & Buy Digitally "Bliss"

Donnerstag, September 14

The Black Gay Jews - Bubblegum EP



Band: The Black Gay Jews

Titel/Release: Bubblegum/EP (Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2016

Genre: Akustik, Reggae, Singer/Songwriter, Punk

FFO: Tenacious D, Bird Berlin, Splandit

Links: Bandpage\\//Facebook\\//Bandcamp\\//Soundcloud\\//Reverbnation\\//Instagram\\//Youtube



Kurzinfo:

Je nach Betrachtungsweise sind sie entweder provozierend oder ironisch. Ich für meinen Teil tendiere natürlich zu Letzterem und würde dem Berliner Duo The Black Gay Jews außerdem noch einen gehörigen Schuss an der Waffel attestieren. Oder wer würde einer eingängigen Melodie wie der von "Rhythm Of The Night" ausgerechnet eine Textzeile wie "Intimate Haircut Of My Life" zuschustern? Genau! Dass Kostia und Darp aber wesentlich mehr sind, als nur eine reine Spaßkapelle, zeigen ihre zum Teil und mehr oder weniger anprangernden Songtexte. Mensch muss sich halt eben nur die Zeit nehmen, zwischen den ganzen spontanen Richtungswechseln und dadaistischen und überdrehten Gesangseskapaden zu hören. Dann nämlich offenbart sich ein akustisches Konzept, dass hier und wahrscheinlich auch überall sonst seines Gleichen sucht, denn was die beiden lediglich mit Gitarre, etwas Percussion, Beatbox und zwei äußerst akrobatischen wie talentierten Stimmbändern auf die Beine stellen, verdient höchsten Respekt und dürfte so manche Rockformation vor Neid erblassen lassen. Erinnert mich vom Zusammenspiel zwischen Ohrwurmqualität, Comedyfaktor, Willkür und redundante Performance her höchstens an Tenacious D. Habe aber neulich einen besseren Vergleich gefunden (vom Zitronenhund): "[...] wie eine zugedröhnte Akustik-Version von System Of A Down." Ganz genau!

DL "Bubblegum"

Buy Here & Here


Samstag, September 17

Kartenhauskörper - Wie konnten die Tage nur so sehr an Wert verlieren



Band: Kartenhauskörper

Titel/Release: Wie konnten die Tage nur so sehr an Wert verlieren/Album (Digital)

Label: OMAHA Records

Erscheinungsjahr: 2014

Genre: Akustischer Indie, Indie-Pop, Folk, Indie-Noise, Jazz, Chanson

FFO: Die ignorierte Art, Der Bürgermeister der Nacht, Das trojanische Pferd

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Soundcloud\\//Youtube\\//Last.fm



Kurzinfo:

"Wie konnten die Tage nur so sehr an Wert verlieren" - eine Frage, die mensch sicherlich auch auf die moderne Pop-Musik anwenden kann. Vielleicht ist ja Kartenhauskörper's Debüt-Album auch als Antithese auf die gegenwärtigen Umstände zu verstehen, in der Schönheit in jeglicher Hinsicht nunmal nicht Alles bedeuten muss. In diesem Sinne hat sich in den letzten Jahren im österreichischen Wien eine kulturell-freigeistliche, musikalische Szene gebildet, deren Anhänger bereits im Namen widerspenstig klingen und von Labels wie Schoenwetter und Problembär Records aufgefangen wurden.
Das Debüt des Wiener Duos Kartenhauskörper kann mensch mit seinem Namen aber tatsächlich so stehen lassen. "Wie konnten die Tage nur so sehr an Wert verlieren" kramt in einer verkorksten Beziehungkiste herum und offenbart dabei gegenläufige Interessen und Standpunkte der beiden Entliebten. Keine versteckte Botschaft oder hochtrabende Metapher, ganz schlicht. Eine Thematik, die sich natürlich dem ohrumschmeichelnden und -zuschmalzenden Indie-Pop geradezu anbiedert. Mit dem sentimental-triefenden "Freikopf" und "Schlau beide" finden sich zwei Songs auf dem Album ein, die dieses Klischee auch perfekt zu bedienen wissen. Dennoch beginnt der melancholische Reigen mit einem Song, der nicht nur mit einem Akustikriff startet, das sich auch hervorragend für einen Saufschlagerhit eignen würde, sondern mangt naiv-schmachtender Verse plötzlich eine Zeile wie "Fickt euch ihr miesen Schweine" unterbringt und zum Ende hin mit sämtlichen Gastinstrumenten eine frivole Schrammelorgie feiert. Der Opener "Rumliegen" soll aber kein Ausrutscher bleiben. Es ist vielmehr der Auftakt zu einer musikalischen Achterbahnfahrt durch Indie, Folk und Jazz, die sich fortan immer mehr in konturlosen Chanson und akustischen Singer/Songwriter-Rock auflösen. Doch neben kuriosen Höhepunkten wie dem psychotischem "Afraid of Taking Drugs" und dem kratzigem, free-jazzigem und etwas aus der Haut fahrendem "Du hast gesagt es ist Wahnsinn", bietet das Album mit dem fast schon Fun-Punk-tauglichen "Mein Name ist Dave" und dem poppigen, zwischen Rapbühne und Opernhaus pendelnden "Wo spielen die Kinder" allerdings auch einige eingängige Wohlfühlmomente.
"Wie konnten die Tage nur so sehr an Wert verlieren" hangelt sich an einem simplen Gerüst entlang und zeigt, wie effektiv der monotone, akustische Indie-Pop zerlegt werden kann. Wohlgemerkt von zwei Leuten, die mit Mathias Krispin Bucher (u. A, HALF//HALF), Günter Lenart (u. A. Kelag BIGband und Carinthia Saxophonquartett) und dem Chor der Junggebliebenen natürlich etwas freigeistliche Hilfe aus der regionalen Jazzszene bekamen.

DL Wie konnten die Tage nur so sehr an Wert verlieren


Sonntag, Mai 29

Triadé - Schümmerich



Band: Triadé

Titel/Release: Schümmerich/Album (Heimat Edition CD, Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2016

Genre: Acoustic, Singer/Songwriter, Spoken Word, Indie

FFO: Tim Kinsella, Victor Villarreal, Jon Kohen

Links: Bandinfo



Kurzinfo:

Er ist Schreiberling bei JMC, Hobby-Skater und Schlagzeuger der Rap'n'Roll-Kapelle Querfälltein und den Indie-Punks Skeletor. Und nun veröffentlicht er als Triadé ein Solo-Album, auf dem er sämtliche Instrumente quält, außer das Schlagzeug? Kurios.
Ich muss schon gestehen, dass das Schaffen des umtriebigen Kölners bislang spurlos an mir vorbeigezogen ist, dabei ist "Schümmerich" bereits sein viertes Album. Das Debüt "A Sundays Medication" liegt nun schon zehn Jahre zurück und wurde von unclesally*s noch nett als "bunte Stilmischung" und "Fingerübung" umschrieben, während das elektronische 2008er Folgewerk "tóng" mit seinen zahlreichen Gästen wesentlich besser abschnitt und "Die Beschissenheit der Dinge" schließlich den gereiften Singer/Songwriter erkennen ließ. Nun, bis auf dem ständigen Reifeprozess - Triadé hat sich nach dem Tod seiner Großväter und für sein neues Album auf die Suche nach seinen Wurzeln begeben - ist von den Einflüssen seiner Vorgängeralben nicht wirklich viel übrig geblieben. Als Gast ist lediglich sein Vater im Song "Das letzte Hemd hat keine Taschen" zu hören und nach einer Fingerübung klingt "Schümmerich" trotz seiner Verspieltheit auch nicht. Ebenso wenig entpuppt sich das Album als anbiedernder Selbstfindungstrip. Triadé hätte auf dieser Grundlage viel herumexperimentieren können, stattdessen ebnet er "Schümmerich" einen selbstbestimmten Weg, der natürlich von reichlich Melancholie überdeckt ist, aber auch durchaus seine aufgeregten und ernüchternden Momente offenbart. Nicht nur wegen seicht untermalten Spoken-Word- oder gesprachsampelten Songs wie "5253 Rubrum", "Sprandel", "Taxi" oder "Kein ferner Land" birgt "Schümmerich" fast schon einen Hörspielcharakter in sich. Und dann ist da noch diese vollkommen brüchige Stimme, die eben wie aus dem realen Leben gegriffen klingt und keinen künstlichen Kitsch erzeugen will.

DL & BUY "Schümmerich"

Dienstag, August 18

Gay Angel - Floral



Band: Gay Angel

Titel/Release: Floral/Album (4x Album auf jeweils einer CD oder komplett als Boxset, Digital)

Label: DIY/She Likes Me Drunk With Love

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Singer/Songwriter, Folk, Indie, Indie-Pop, Experimental, Chanson

FFO: Sufjan Stevens, Ariel Pink, Michael Cera, Jake Bellissimo

Links: Tumblr\\//Facebook\\//Bandcamp\\//Last.fm



Kurzinfo:

Gay Angel - kein homophober Scheiß oder fragwürde Ironie, sondern ein Quasi-Coming-Out für all Diejenigen, die den amerikanischen Singer/Songwriter noch nicht kennen - hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Gefühle, Erlebnisse, Beobachtungen und sonstige in seinem Kopf umherkreisende Gedanken einzufangen und in akustische Signale umzuwandeln. Auf eine dementsprechend gut bestückte Diskografie kann er seit seinem letztjährig angefangenen Treiben als Gay Angel nun schon zurückblicken. Ein Minialbum und ein Longplayer entstanden bis Mitte 2014, seitdem widmete sich Jake Bellissimo Stück für Stück seinem 100-Song-Album "Floral", das er im Juli dieses Jahres schließlich vollendete. Vier Parts mit je 25 Songs, die einzeln auf CD oder als komplettes Boxset ergattert werden können und über Bellissimo's Label She Likes Me Drunk With Love erscheinen. Es macht daher wenig Sinn, ein 100-Song-Album bis ins Detail zu sezieren, was den Rahmen eines Kurzreviews eindeutig sprengen würde. Ich halte mich daher kurz: "Floral" ist über einen Zeitraum von einem Jahr hinweg entstanden und spiegelt somit auch viele Eindrücke wieder. Vom klassischen Singer/Songwriter-Rock, bis hin zum liebevoll arangierten Folk, der in seinen schönsten Momenten tatsächlich an einen Sufjan Stevens erinnern kann, in seinen stoischen als auch wilden Experimentierphasen aber auch gerne an Greg Ashley oder Michael Ceras' Schlafzimmerproduktionen. Einige Songs scheinen in einer längst vergangenen Zeit gefangen zu sein, andere wiederum strotzen nur so von neoklassischer oder kabarettistischer Willkür und Leichtfertigkeit. Ein Wechselbad der Gefühle und somit kein Album für Zwischendurch. Schade nur, dass der zwischenzeitliche Wahl-Berliner mit seinem bis zu 55 Mann und Frau starken Ensemble keine größere Lobby hat. Mit seinen Vorbildern und den ganz großen des Genres kann er allemale mithalten.

DL Floral (complete 100-Song-Album)

Samstag, Januar 31

b.a.s.i.c. - ist der ruf erst ruiniert ep



Band: b.a.s.i.c. (Brothers and Sisters in Crime)

Titel/Release: ist der ruf erst ruiniert/EP

Label: Gossenstolz Records/DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2014

Genre: Akustik-Punk, Punk

FFO: Tiger Paws, Mike XVX, Me First and the Gimme Gimmes in Acoustic

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Bigcartel

Kurzinfo:

Ob das Berliner Akustik-Punk-Duo b.a.s.i.c. (kurz für: Brothers and Sisters in Crime) wohl Vegan Straight Edge ist ? So zumindest könnte die Quintessenz aus ihren bisherigen vier DIY-Releases - ausgenommen das "Pony Hütchen Tape", das sich zur Abwechslung auch mal den anderen wichtigen Dingen widmet - lauten. In diesem Sinne missbrauchen die beiden Hauptstädter_innen auf ihrer fünften EP "ist der ruf erst ruiniert" Songs der Toten Hosen, Jon Bon Jovi und Ton Steine Scherben. Ist das legal? Egal, ist doch Punk! Und Vegan Straight Edge, wie in jedem Song zumindest flüchtig erwähnt, noch dazu.


Sonntag, Dezember 14

Herr Schwerthelm - Aus der Not EP



Die Veröffentlichung seines ersten Albums hat der gute Herr Schwerthelm ins nächste Jahr verschoben. Vielleicht ganz gut so, denn seine tonnenschwere Melancholie eignet sich eher für den trüben und verregneten Herbst, denn die fröhliche Vorweihnachtszeit.
Wohl kein anderes Thema in der Musik widerfährt eine größere Resonanz, als der Verlust. Sei es in der Liebe oder eben im Leben an sich, jeder kennt den niederdrückenden Gefühlskleister aus Einsamkeit, Sehnsucht, Trauer und vielleicht sogar Wut. Früher verzierten sich die Emo-Kids nachhaltig ihre Unterarme mit Rasierklingen, um ihren - woher auch immer er kommen mochte - Weltschmerz verarbeiten zu können, heutzutage steh'n die hysterischen Kids schon Tage vor dem Konzert in der Schlange, um ihr niedliches Teenie-Idol über die mittlerweile zwanzigste gescheiterte "Erste große Liebe" quark-philosophieren zu hören. Und Metal- und Punkbands widmen ihren verstorbenen Mitgliedern sogar ganze Alben.
Eine ziemlich entgleitete Einleitung, die in erster Linie aber zeigen soll, in welche Richtungen dieses Thema so ausholen kann. Leider begegnen einen dabei nicht immer so authentische Persönlichkeiten wie beispielsweise ein Marcus Wiebusch, dem man wahrscheinlich auch eine Grindcoreband zuschustern könnte und die Songs trotzdem noch ehrlich und gefühlvoll klingen würden. Manche (wenige) haben es eben nicht nur im Blut, sondern vor allem in ihrer Stimme. Von einer Wiebusch'en Größenordnung ist der ansonsten hauptberuflich bei Enzym basspielende und singende Moritz Schwerthelm sicherlich noch meilenweit entfernt, dennoch funktionieren die sechs Songs seiner Solo-Debüt-EP "Aus der Not" in einer ähnlichen Weise. Sechs bezaubernde Kleinods, die vor allem wegen ihrer akustischen und lyrischen Schlichtheit im Ohr hängen bleiben. Kein theatralischer Übermut oder sentimentaler Schmalz, sondern geradewegs entblößte Gedanken aus der Beziehungskiste des ebenfalls aus Hamburg stammenden Singer/Songwriters, mit denen sich jeder irgendwie identifizieren kann. Klar bietet sich dafür kein besserer Ort als die Couch an, mit einem Glas Rotwein in der einen, die Fernbedienung zum Dauerzappen in der anderen Hand. Und etwas trüb-schleiernder Wolkenhang vor dem Fenster tut der Stimmung sicherlich auch keinen Abbruch.
Zusätzliche Sympathieskills sammelt Herr Schwerthelm mit einigen atonalen Ausbrüchen im herrlich knarzenden und zutiefst bewegenden "Dass es schwer wird" und mit dem schlussendlichen Falsett-Gejodel im Refrain des Openers "Geteiltes Leid", wo es tatsächlich recht schwer auseinanderzuhalten ist, ob das nun ernst oder selbstironisch gemeint sein soll.



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DL Aus der Not EP

Buy Limited CD via Mail to: info@herrschwerthelm.de

Sonntag, November 9

I Killed Andross - Demo 2014



Turbobart, Tigeryouth, Herr Schwerthelm, No Surprising News ... . Wer sich am akustischen Singer/Songwriter-(Emo-)Punk noch nicht satt gehört hat, kann ja mal diesen Hannoveraner hier antesten.
Der Jan.tenner-Sänger und -Gitarrist, der im Bandgefüge vor allem durch seinen leicht schrägen, sich teils überschlagenden Gesang aus der Masse herausragt, bleibt dem Motto seiner Hauptband treu, indem er für den Namen seines Soloprojektes I Killed Andross abermals einen fiktiven Charakter adaptiert (Andross = Hauptendgegner des Nintendo-64-Spiels Star Fox). Ansonsten - bis auf die persönlichen Texte, die eher dem Emo als Punk entspringen - versucht er hier sein extrovertiertes Organ etwas im Zaum zu halten und schraubt dafür die Oktaven und das Tempo der Songs deutlich herunter. Weg vom aufgeregten Emo-Post-Punk seiner Band und rauf auf die Couch. Verträumte Melodien, die wie der Opener "The Destroyer" und "Heavy Breathing" verdammt nah am Wasser gebaut sind oder mit vorsichtig forscheren Akustikriffs wie in "Beer Can" und dem tollen Closer "Relativistic Heavy Ion Collider" zumindest die Füße zum Mitwippen animieren. "I never thought off this melancholy is no sign of sadness but how happy i should feel", bringt die Grundstimmung der vier Songs auf den Punkt. Verständlich, dass I Killed Andross für seine Konzerte vorzugsweise Wohnzimmer statt Bühnen heimsucht.
Nach dem Remastering der Wohnzimmeraufnahmen war eigentlich eine Tape-Version seines Demos angedacht. Ob dieses bereits erhältlich ist könnt ihr über Facebook erfragen.



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DL Demo 2014

DL Proberaumshow Februar 2014

Montag, September 1

Danijel Zambo - Samsara



Auf seinem vierten Solo-Album "Samsara" widmet sich der Augsburger Gitarrist und Songschreiber Danijel Zambo dem immerwährenden und leidvollen Zyklus des Seins.
Ein Freund vieler Worte war er ja nie, dieser Danijel Zambo. Die instrumental konstruierten und improvisierten Stücke seiner bisherigen Veröffentlichungen sollten stattdessen lieber für sich selbst sprechen, ganz gleich, ob sich diese nun im abstrakten und cineastischen Electro-Soundtrack der ersten beiden Alben wiederfanden, im naturverbundenen Neo-Folk des Dritten und dem weiterführenden Gedanken seines spirituellen Nebenprojektes Walden, oder im atmosphärischen, melancholischen Doom Metal von derailed. Zambo selbst gibt mit den Album- und Songtiteln lediglich einen groben Rahmen vor, in dem sich die Hörer_innen gedanklich verlieren und fallen lassen können, vorausgesetzt, sie stehen derartiger Musik vorbehaltslos und mit der notwendigen Geduld gegenüber.
"Samsara" ist projektübergreifend nun sein neuntes Solo-Release innerhalb der letzten sechs Jahre, was statistisch gesehen eigentlich im Kontrast zum bescheidenen Lebensstil des Augsburgers steht. Eigentlich...ja, eigentlich wollte er sich mit der Veröffentlichung von "Samsara" auch noch Zeit lassen, bis Zambo schließlich auf die, mit einem iPhone aufgenommenen, Spenden-EP "Lost in Indigo" der Post-Rock/Metal-Ein-Mann-Band Černá aufmerksam wurde, mit der die Familie der im Oktober letzten Jahres ins Koma gefallenen Annika unterstützt werden soll. Und da Zambo die neuen Songs sowieso schon so gut wie fertig gestellt hatte, schließ er sich kurzerhand dem gutherzigen Vorhaben seines amerikanischen Kollegen an.
"Samsara" entpuppt sich deshalb keineswegs als Schnellschuss, stattdessen vielmehr als das experimentierfreudigste Album seiner Post-Electro-Ära. Der Opener "Soulshaker" knarzt sich beharrlich und mit Schulterblick in Richtung des Vorgängeralbums in die Herzen der DIY-Fraktion. Ein Song, der vielleicht auch am deutlichsten zeigt, dass Zambo mit seiner Musik nicht nach Perfektion streben will und sich für die Aufnahme und Nachbereitung noch immer viel lieber in die eigenen vier Wände zurückzieht, als diese in ein Tonstudio zu verlagern. Kleine Fehler bleiben somit Bestandteil eines warmen und insgesamt natürlichen Klangbildes. Auf dieser Basis zeigt sich "Samsara" nun etwas verspielter als seine Vorgänger. Gleich das darauffolgende und treffend betitelte "Feel Good" entführt mit einer sich immer weiter öffnenden E-Gitarre in akrophobische Höhen, der Schluszsong "Fragile" steht seinem Titel ebenso in Nichts nach und plänkelt nach einem morbiden Piano-Intro hauch-zart und zerbrechlich dem Ende entgegen. Generell lassen sich Songs wie der unwohlig verhallte Titeltrack, das neugierig pluckernde "Far Away" und das orientalische "Fire" gezielt herausfiltern. Während "The World is Too Loud" größtenteils von einer durchzogenen Grundstimmung lebte, sind die zehn Songs auf "Samsara" ein zwar ebenso ineinander greifender Reigen, der diesmal allerdings von der Wechselwirkung zwischen ihnen zusammen gehalten wird und somit einem vollkommen anderen Konzept unterliegen.







Samstag, August 30

Jan Frisch - Das ist keine Übung LP



Der Alin-Coen-Band- und Galakomplex-Gitarrist Jan Frisch veröffentlicht ein Solo-Album. Wer bereits mit beiden Bands vertraut ist, kann sich dennoch keinen Vorteil verschaffen. Auf "Das ist keine Übung" kommt alles anders, als man denkt.
Der Gitarrist, Sänger und Songschreiber aus Weimar werkelte bereits kurz nach der Jahrtausendwende an eigenen Songs herum, ehe er sich 2004 mit seinem späteren Galakomplex-Kollegen Boris Nielsen (u. A. Käptn Peng und Feindrehstar) und Vincent Hammel (u. A. Heiko Merz Trio, Joe B. Hard) als Jan Frisch & the Crazy Cranachs, später nur noch als Frisch, ins Bandleben stürzte.
Auf seinem Solo-Debüt "Das ist keine Übung" entpuppt sich Jan Frisch nun als Voyeur, in dem er alltägliche Situationen um sich herum in subtiler Art aufsaugt und sie geradewegs und ohne poetische Ausschweifungen in zehn akustischen Kleinods wieder ausspuckt. Dabei geht es ihm zunächst weniger um die Wertung dieser. Dennoch und vor allem aufgrund der schrulligen Symbiose aus der avantgardistischen Instrumentierung und dem chansonistischen Gesang, schwingt in den Beziehungskisten "Komm wir gehen uns noch die Scheißausstellung ansehen" und "Mir ist schlecht wann sind wir da ich will ein Eis", dem Hundesong "Hier mag er es gern", oder dem Beobachtungsmedley "Morgen soll es Minusgrade geben", stets ein leicht zynischer, wenngleich unaufgeregter Unterton mit. Es ist schon beeindruckend, wie sich Frisch den jeweiligen Situationen anpassen kann. So könnten die Songs "Keine Übung", "Heben wir uns das besser auf für später" und "Morgen soll es Minusgrade geben" den Hörer in einem melancholisch hypnotisierenden Strudel gefangen halten, würde sie Frisch nicht immer wieder mit gezielt platzierten Stolpersteine aus der Bahn werfen, wie das rumpelige Instrumentengeschreddere im Opener oder der atonale Bruch in letzt genanntem. Aber auch das melodiöse, mit Single-Charakter versehene "Wer nicht brennt" und das frivole, zum Ende hin freidrehende "Wovon ich nicht sterbe" verfehlen ihre Wirkung nicht.
Keine Frage, Jan Frisch "brennt", und darüber hinaus sprudelt die Freigeistlichkeit geradezu aus ihm heraus. Mit seinem Album legt er sich somit nicht nur einen soliden Grundstein, er reiht sich auch in die Riege der außergewöhnlichen Singer/Songwriter des von Christian Rottler mitbegründeten Labels Voodookind ein. 



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Montag, August 11

Jon Kohen - The Heart of the Machine EP



Ein Amerikaner, der auf seinem Debüt fernöstliche Rootsmusik und amerikanisches Singer/Songwritertum unter einen Hut zaubert.
Das klingt zunächst einmal nach einem großen Vorhaben und viel Selbstbewusstsein, schließlich kann man sein Debüt auch wesentlich einfacher gestalten, von dem Vergleich zu der vielleicht letzt verbliebenen Folk-Rock-Legende, seinem mit C geschriebenen Namensvetter, ganz abgesehen. Auf diesen Vergleich will es Jon Kohen aber auch gar nicht drauf ankommen lassen. Der junge Singer/Songwriter aus Lowell, MA fand seine Inspiration vielmehr in Elliot Smith, insbesondere im Song "Angeles", der mit seiner sanft dronigen Untermalung maßgeblichen Einfluss auf "The Heart of the Machine" ausüben sollte. Auf seiner EP führt Kohen die Grundidee zu Smith's mystisch angehauchten (Soundtrack)-Song nicht nur konsequent weiter fort, sondern verlagert diese mit geloopten Darbuka-, Tombak- und Tablarhythmen in andere Sphären. So verlieren sich das unwohlige "Melatonin", das zu Beginn einen dynamischen Kamelglockentakt vorlegt, und das immer tiefer versinkende "Your New Name (Phoenix)", trotz düsterer Synthesizer nicht vollkommen in vernebelter Melancholie. In "A Light" und "Dusk" wurde die Grundstimmung gar mit einer Tibetischen Klangschale aufgehellt. Viel Aufwand, der durch den Mix seines Speed-Trials-Kollegen Kevin Dwyer und dem professionellen Mastering von Grammy-Gewinner Toby Mountain (Northeastern Digital) in ein mehr als solides Gesamtpaket verpackt wurde. Dass "The Heart of the Machine" darüber hinaus nicht nur das musikalische Bindeglied dreier Kontinente darstellt, sondern auch der 2005 verstorbenen USIP-Mitarbeiterin Olympia Diniak gewidmet ist, spiegelt den vereinenden Grundgedanken der EP wider.
Für den kostenlosen EardrumsPop-Sampler "Between Two Waves - The Second Wave Vol. C" (Free Download Here) verschmolz Kohen für den Song "You Always Find a Way" mit der Psychedelic-Folk-Band Warped Forest



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Sonntag, Mai 25

Platte des Monats 05/2014: The Bear's Lair - s/t EP



Welche der vier Musiker zum tatsächlichen Line-Up von The Bear's Lair gehören, konnte ich leider nicht mehr in Erfahrung bringen, da die Zeit für die Vorstellung unserer Platte des Monats wieder einmal zu knapp bemessen war. Und nur noch mal als kleine Erinnerung. Ein wesentlicher Aspekt dafür stellt sicherlich auch das Außergewöhnliche einer Band dar. Natürlich nur, wenn sie sich auch im Rahmen der DIY-Statuten bewegt, versteht sich.
Die Besonderheit der Regensburger Band The Bear's Lair lässt sich bereits an der Vielseitigkeit ihrer Beteiligten erkennen. So tobt sich Sänger Tim Bleil nebenher bei der progressiven Stoner-Metal-Band KaLi aus, während sich Gitarrist Tobias Walter, wenn er sich nicht gerade die Füße im Himalaya vertritt, mit fire walk with me! und Lost my Gravity in sämtlichen Variationen des Post(core)-Rocks ausprobiert. Ob Jahmilia-Drummer Matthias Bodensteiner und Tausendsassa Johannes Molz - der sich vom Metal (SOYLVYBE) und Prog-Pop (Null) aus, über Indierock (Kellner), bis hin zur Hochzeitsband (Wolke7) in so ziemlich jede erdenklichen Richtung ausgedehnt hat - nun automatisch zur Stammelf gehören, bleibt wie eingangs erwähnt vorerst unklar. Klar dagegen ist, dass Nils Wittrock (The Hirsch Effekt, Weser Gitarrenduo) eine solch freigeistliche Sause selbst dann gewittert hätte, wäre sie in den eisigen Höhen des Himalaya gefeiert worden. Und wie bereits zuletzt bei der Sludge-Metal-Band Vulva, lässt er es sich auch diesmal nicht nehmen, ein bisschen auf dem Akkordeon herumzudrücken und -ziehen ("Bear Tales"). Das ist vielleicht schon wieder viel zu viel Credit- und Biokrams, aber es kann durchaus dem Verständnis auf die Sprünge helfen, warum The Bear's Lair klingen, wie sie letztendlich klingen. Warum sich die Band, trotz eindeutiger Singer/Songwriter- und Indiepop-Tendenzen, nicht vor die Füße des Hörers wirft und stattdessen immer wieder in andere Richtungen ausholt. So kommt das jazzige "Down to Earth" auch ohne cicero'schen Schmalz aus, während "Invisible" und "Bear Tales" schrullig den Fußspuren früherer Kaizers Orchestra folgen. Die melancholisch abgerichteten "Oldster" und "Pitfalls of Hope" verfolgen da schon klarere Ziele, werden von der Band allerdings nicht im Kitsch-Matsch versenkt, sondern gerne auch mal in frenetische Höhen abgelenkt. Klar, das hat man sicherlich alles schonmal irgendwo anders gehört, aber selten mit so einer ungenierten Intensität und Dichte. Auf einer EP, wo der Kontrast zwischen Eindringlichkeit und beschwipsten Wohlgefallen stets nachvollziehbar bleibt.



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DL s/t EP

Donnerstag, Mai 15

42 The Band - The Curse 12"



Für den Ottonormalverbraucher waren die musikalischen Auswüchse von Emmanuel Aldeguer wohl noch nie so wirklich erträglich, weder die seiner Grind-Noise-Hardcore-Band H.O.Z., noch die seines Electro-Classical-Soloprojektes AL°R. Um es vorweg zu nehmen, auch mit dem Debüt-Album seiner Nebenband 42 The Band wird er diese wohl nicht auf seine Seite ziehen können. Und das, obwohl er mit Vincent Haro einen äußerst vielseitigen und begnadeten Sänger für sich gewinnen konnte, der zudem mit seiner progressiven und durchaus poppigen Alternative-Band Platoon Playground (vergleiche Muse!!!) eher im Mainstream unterwegs ist.
Der Grund, warum "The Curse" ein mehr forderndes als verträgliches Album geworden ist, liegt also nicht im Unvermögen der beiden Franzosen, sondern in ihrer Intention, Musik bis an die Grenze des Erträglichen zu drängen, ohne sie als solche aus den Augen zu verlieren. So pendeln die elf Songs des Albums zwischen bedächtigem Schönklang, Ekstase und den Extremen hin und her. Der Opener "Montre á Gousset" grummelt mit verzerrter Gitarre und mürrischem Bass fast zwei Minuten vor sich hin, ehe Falsettgesang und hintergründiges Geschreie den Song zerbersten. Die beiden folgenden Tracks "The Sea Screams to the Crowd" und "Lighthouse" klammern sich minimalistisch an Akustikriffs fest und könnten, abgesehen von der Falsett-Duett-Stimme, auch als ernstgemeinte Folksongs durchgehen, würde fieses Gegrowle die beiden Songs zum Ende hin nicht noch aus den Bahnen schleudern. In "And the Title is..." erteilen sich die beiden Querköpfe dann endgültig die Lizenz zum Freidrehen, während der anschließende und bedingt eingängige Titeltrack (fast) ausschließlich ohne abnormale Wendung auskommt. Wer bis hierher gekommen ist, meistert auch die folgenden drei Songs problemlos und darf sich zum Ende hin noch über etwas Abwechslung mit den beschwipsten Rocker "Love Isn't It" und den zôl-Remix von "Folked Valse" freuen.
Wie sich der eigenwillige Death-Folk-Akustik-Mix anhört, erfahrt ihr auf Bandcamp, wo die Band ihr Album auch digital oder als Gatefold-LP inkl. Guitar Tabs anbietet.

+++Myspace+++

Stream & Buy "The Curse"

Freitag, April 11

Gesplittet, Teil 3


Leitkegel / I Like Ambulance Split 7"


Das Prinzip des ungleichen Paares findet für gewöhnlich eher Anwendung im filmischen Sektor. Mit dem Essener Quartett Leitkegel und dem Berliner Trio I Like Ambulance haben sich nun auch musikalisch zwei Gruppen gefunden, die auf dem ersten Blick in zwei vollkommen verschiedene Richtungen ausholen. I Like Ambulance gehen mit ihrem ersten Stück "Glück" gleich zu Beginn auf Schmusekurs und werfen einen eingängigen und äußerst poppigen Indie-Hit in den Topf. Den Titel des Songs darf man dabei ruhigen Gewissens für bare Münze nehmen. Hier wird romantische Clickclickdecker-Poesie direkt von der Feel Good Inc. verarbeitet. Uneingängiger und alternative-lastiger - und somit auch wieder etwas vertrauter - gehen die drei Hauptstädter  in ihrem zweiten Song "Via Negativa" zu Werke und stimmen so schonmal vorsichtig für die B-Seite ein. Leitkegel wildern mit ihrem post-punkigen Post-Hardcore natürlich in anderen Genres und offenbaren somit zumindest oberflächlich erst einmal keine Gemeinsamkeiten zu ihren Split-Partnern. Genauer betrachtet, entpuppen sich aber beide Bands als Wolf im Schafspelz, die sich einen hörbaren Spaß daraus machen, ihre Hörer mit überraschenden Wendungen bei Laune zu halten. Mit einer düsteren Bassline und einer psychedelisch verspulten Gitarre trudelt "Schall & Rauchen" gemächlich ein und bereitet den allseits erwarteten Ausbruch vor. Der kommt natürlich und reißt in Windeseile das a-seiten-besungene "Glück" mit viel Wut und Verzweiflung wieder ein. Übrigens erinnernt mich der Song zur Mitte stark an Always Wanted War's Video-Single "Derry". Euch vielleicht auch? Für den zweiten Song "Kein Schlaf bis List" lehne ich mich mal etwas weiter aus dem Fenster und behaupte einfach mal, dass es der beste Song ist, den Leitkegel bislang geschrieben haben. Verspielte Gitarren, treibende Hooks, progressiv, in seiner kreativ mäandernden Art auch irgendwie an bessere und unberechenbare Adolar erinnernd. Und vor allem ein Song, der sich das Beste für den Schluss aufhebt. Nicht nur ein krönender Abschluss sondern insgesamt ein mehr als empfehlenswertes Split-Release. 500 schwarze 7inches wurden gepresst.

Leitkegel Links: Facebook//Tumblr//Bigcartel//Last.fm//Bandcamp
I Like Ambulance Links: Facebook//Bandcamp//Gigmit

Stream Here & Here

Buy Here, Here, Here & Here


The Michael Character & Lawn Care Split-EP: Pinky Swear


Eigentlich sind Akustikgitarre spielende Singer/Songwriter die mutigsten aller Musiker, da sie sich in ihren Mitteln selbst stark einschränken und es sich somit auch schwerer machen hervorzustechen. Das akustischer Singer/Songwriter-Folk, im hier vorliegendem Falle mit dem Zusatztag Punk, aber auch durchaus variieren kann, zeigt die Split-EP "Pinky Swear", die sich die beiden Amerikaner James Ikeda und Cameron LaViere alias Lawn Care gerecht teilen. Erst genannter versammelt um seinen Künstlernamen The Michael Character sogar eine ganze Punkband, was man eigentlich aber nur dem Debüt-Album "So Punk Rock." so richtig anhört. Auf den folgenden drei Alben experimentierte sich Ikeda mehr oder weniger Solo durch immer minimalistischer werdenden Folk-Rock, ehe erst seine bis dato letzte EP "...And There Goes the Convoy." wieder nach einem Kollektiv klang. Die vier neuen Songs, die er der Split mit Lawn Care beisteuerte, bilden nun fast genau das Mittelmaß. Nach einem Gesang-auf-Glockenspiel-Intro, präsentieren uns The Michael Character lebhaften Folk-Punk, mal mit etwas hektischem Gesang und manchmal mit fast schon gospelartigen Chören wie im Song "The Spins".
Seinen Landsmann LaViere traf er Anfang 2013 auf einer gemeinsamen Show in Pittsburgh, wo er nach eigenen Angaben, sofort von dessen Art des Songschreibens begeistert war und zum Fan wurde. Es folgte ein gemeinsames Konzert, woraufhin die Veröffentlichung einer Split nur noch von den Leuten abhing, die sich um Aufnahme und Verpackung kümmern sollten. Im Gegensatz zu seinem Kollegen, packt Lawn Care den Folk-Rock etwas härter an, schlägt die Saiten zu antreibenden Akustikriffs und führt seine Songs mit energischem bis auf die Zähne beißenden Gesang in die Spelunke. Und um auf Ikedas Faszination für LaVieres Songwriting zurückzukommen: man hat das Gefühl, dass sich LaViere scheinbar von seiner Stimme tragen lässt. Zwar nicht ziellos, aber eben auch nicht zwangsweise einem solchen folgend. Nicht improvisiert, aber leichtfüßig und unbeschwert vor sich hin trabend. So wie einst das Genie Jeff Mangum.

The Michael Characters Links: Facebook////Bandcamp

Lawn Care Links: Bandcamp

DL The Michael Character & Lawn Care Split-EP HERE & HERE


Euglena & General Lee Split 10"/Tape

Unglaubliche zwölf Bandjahre haben die sechs (!) Franzosen von General Lee bereits auf dem Buckel, wobei sie sich durchschnittlich alle zwei Jahre mit einem neuen Release zurückmelden. Durchhaltevermögen kann man der Band aus Béthune somit also schonmal attestieren. Allerdings auch eine Zeitspanne, in der die Band vor einigen Veränderungen nicht gefeit war. Etliche Personalwechsel, andere Projekte wie The Gay Corporation, Jarod oder One Way Mirror, die General Lee immer wieder in die sporadische Nebentätigkeit steckten, und vielleicht auch die unterschiedlichen Einflüsse, die durch gemeinsame Auftritte mit den Szenegrößen Baroness, The Ocean, Cult of Luna und This Will Destroy You sicherlich auch irgendwie auf die eigene Musik drückten, führten dazu, dass sich der Sound der Band über die Jahre hinweg mehrfach änderte. Der anfängliche dynamsiche Post-Hardcore ("The Sinister Menace", "Split w/ As We Bleed" ->PWYW-Downloads) trat zwischenzeitlich beiseite und räumte dem Sludge- und Post-Metal die nötige Zeit zur atmosphärischen Entfaltung ein, ja sogar melodiefixierter waren die Songs, ehe sie sich mit ihrem bislang letztem Album "Raiders of the Evil Eyes" wieder auf die Anfangsjahre besannen. So auch die beiden Songs ihrer neuen Split, die sich wieder aggressiver und chaotischer gegen die Melodie auflehnen und mit wilden Stakkatorhythmen die Gitarrenwände dem Erdboden gleich machen, erzeugt durch drei konkurrierende Gitarren. Das ist ausgeklügelter Mathcore mit einem Schuss Wahnsinn.
Gegenüber ihren routinierten Split-Partnern, genießt das russische Quartett Euglena fast noch Welpenschutz. Den hat die um 2010 herum gegründete Band aus Sankt Petersburg aber eigentlich gar nicht mehr nötig. Nach ihrer beeindruckenden Debüt-EP "An Anxious Surface", suchten diese nämlich gleich mal den direkten Vergleich zu den Größeren, indem sie sich auf der 3-Way-Split mit der von "Underground-Hero-Produzent" Amaury Sauvé geführten Crust-Postcore-Band As We Draw und der zu dieser Zeit ebenfalls gerade aufstrebenden Black-Post-Metal-Combo Hexis beweisen mussten. Abschluss mit Bravour, will ich mal behaupten, denn Euglena stehen den ganz großen Namen in Nichts nach, wenngleich als Referenzen nicht nur die üblichen Spartenbands herhalten können. Im ersten Song "Дно" prügeln sich Euglena hemmungs- und schonungslos durch eine Art mathigen Post-Hardcore. "Желчь", der zweite und letzte Song, streckt das strukturierte Chaos auf fast acht Minuten und politiert die Übergänge mit atmosphärischen Post-Metal. Als "Gromi Kabak" bezeichnen die Russen ihren Stil selbst. Da sich meine Schulrussischkenntnisse leider nur auf meine persönlichen Daten und Hobbies begrenzen und selbst diese Fertigkeiten schon etwas angerostet sind, musste ich mich bei der Übersetzung auf das Resultat eines Suchmaschinenstools verlassen. Demnach bedeutet "Gromi Kabak" so viel wie "Donnernde Kneipe". Passt ja auch irgendwie, denn trinkfest ist dieses große Völkchen allemal und dass sie ein Donnerwetter entfachen können, haben sie nicht nur mit diesen zwei Songs hier bewiesen.
Меня зовут сериоус крусти. Я живу в Берлине. Я играю в футбол. Fertig!

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Chambers & The Death of Anna Karina "Dicotomia" Split LP


Wenn zwei Bands aus Italien auch vierzehn Jahre später noch das Millenium feiern und sich dazu entschließen, diese Party auf einer Split-LP zu veranstalten, dann kann das schonmal nostalgische Wehmut hervorrufen. Die mir bislang unbekannten Chambers aus Pisa klingen zunächst einmal herrlich unverkrampf altbacken und eröffnen die Split mit dem vergleichsweise flotten Song "La Sera Leoni,...", der sich in den Zwischenräumen von Raein, Yage und schwermütigen Alternative regelrecht austobt. Das folgende "Tutto é Bene..." schüttelt dazu noch ein paar rockige Gitarren aus dem Handgelenk, ehe Gastsänger Johnny Mox (Nurse!Nurse!Nurse!, Fonda Sisters) im dritten und letzten Chambers-Song "Le Facce..." mit einem Freshmaker-Rap die okkulten Fantomas-Gedächtnischöre aufmischt.
The Death of Anna Karina (vor 2002 noch unter dem Namen Inedia aktiv) darf man getrost noch als Originale bezeichnen, die sich ungeniert offenkundig am Sound ihrer Vorbilder orientieren. Die findet man allerdings erst ein ganzes Stück weiter Richtung Norden oder auf der anderen Seite des Großen Teiches. Den rohen und unverschönten Hardcore einstiger Fugazi, Refused und JR Ewing kann man genauso heraushören, wie La Quiete's oder Lady Tornado's Screamo(violence)-Einschlag. Mit beiden zuletzt genannten teilte man sich zeitweise auch einige Mitglieder. Aber auch an einer Band wie TDOAK zieht die Zeit nicht spurlos vorbei und so klingen die fünf Italiener im Jahr 2013 wesentlich aufgeräumter. Statt ihre Songs im Eiltempo herunter zu preschen, wirft die Band jeglichen Noisecore- und Powerviolence-Ballast über Bord, bis tatsächlich einfache Rockstrukturen erkennbar werden oder wie im ersten Song "Nero", der durch eine tolle Hookline besticht, plötzlich eingängige Melodien entstehen. "E Poi Niente" wirkt da eher wie ein letzter Versöhnungsversuch, was letztlich aber auch nicht mehr viel an der Tatsache ändern kann, dass TDOAK scheinbar genug von den wilden Eskapaden der Anfangszeit haben. Ein neues Gesicht, deren rockiges Antlitz sie vielleicht auch ihrem neuen Sänger Andrea zu verdanken haben, der in den vier Split-Songs erstmalig auf einem Release zu hören ist.
Die "Dicotomia"-Split erschien am letztjährigen Record Store Day in einer Auflage von 500 schwarzen LP's.

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Donnerstag, April 3

Miles Oliver - Demo EP



Hätte Thees Uhlmann schon mal etwas von Miles Oliver gehört, er hätte den französischen Singer/Songwriter wohl zur Johnny-Cash-"Gedächtniskirche" ernannt. Aber auch Dylan oder spätere Künstler wie Bonnie Billie schwingen im Sad-Folk des Parisers mit. Was trieb diesen nun also in einen solch melancholischen Engpass, ließ er doch zuvor seine Finger als Gitarrist diverser Hardcore- und Punk-Bands (u.A. ATELO/phobia, Le Dead Projet) messerscharf über die Saiten gleiten? Zunächst einmal das Bedürfnis, düstere Geschichten in eingängige, hinabziehende Melodien zu verpacken, die von seiner sonoren Stimme fast ins Delirium befördert werden. Das kann bisweilen eine schwelgerische Sogwirkung entfalten (z. B. "The Rat"), mit etwas willkürlichen Sprechgesang aufgepeppt werden ("Your Blue Screen") oder wie im Song "Going Nowhere Fast" durchaus auch flotter vonstattengehen, in dem Miles zum Ende hin in einen Beziehungsstreit mit der Sängerin Milkymee gerät.
Bis auf das ausgeschmückte "D.R.E.A.M.S.", für das Produzent Amaury Louvet seine magischen Finger einsetzte, zeichnete sich sein grungiger Singer/Songwriter-Kollege The Absolute Never für die Aufnahme und das Abmischen verantwortlich. Derzeit laufen die Vorbereitungen zu Miles Oliver's Debüt-Album.

+++Facebook////Last.fm+++

DL Demo EP

Buy Demo-CDr via Mail to: mrplus@hotmail.com


Samstag, Januar 11

Gerdas Tanzcafé Jahres-Sampler: Überm Tellerrand



Artwork by aexl

Endlich können wir euch das Projekt vorstellen, das uns knapp ein halbes Jahr auf Trab gehalten hat, unser Jahres-Sampler 2013. Wie wir bereits im Vornherein angekündigt haben, handelt es sich hierbei nicht nur um unsere zweite Compilation in diesem Rahmen, sondern durch die Zusammenarbeit mit Pinmusik auch um unser erstes offizielles Release, das wir mit einer nicht-kommerziellen Creative Commons -Lizenz auf dem Label-Bandcamp vertreiben. Zudem findet sich unser Sampler in den Katalogen aller bekannter Streaming-Portale wieder (Deezer, Spotify, Simfy, Rdio etc.), was es euch ermöglichen soll mit jedem Endgerät bequem in den Genuss kommen zu dürfen.

An dem Projekt haben in diesem Jahr besonders viele Bands und Musiker teilgenommen. Darunter befinden sich neben vielen Unbekannten vor allem auch Blog-Bekannte und Independent-Giganten. Ein besonderes Highlight bilden dabei Dungeon Elite [**]. Einer extrem starken Nintendocore-Gruppe aus Italien. Vielfalt wird also wie immer geboten. Das Teil könnt ihr euch kostenlos über Bandcamp beziehen oder gegen Spende, die wir voll und ganz den Künstlern zukommen lassen wollen. Wir freuen uns auch wenn ihr mal einen Künstler oder sogar den kompletten Sampler rezensieren würdet.

Wir haben schon mal den Anfang gemacht und den Künstlern, wie schon beim 2012er Sampler, Mini-Bandpages geschrieben, in der ihr ein Kurzreviews unseres Autors Serious Crusty und Verlinkungen zu ihren Homepages und Social Network Profilen findet. Klickt euch mal durch die Tracklist:

01. Dan Scary     –     Gerdas Tanzcafé
02. White Leaf     –     Some Trouble
03. Skeletor     –     Schöne neue Welt
04. I Like Ambulance     –     In den nächsten paar Jahren
05. Soma Nowaja     –     Weiße Nächte
06. Whitey Whiteboy     –     Accelerate
07. Phlegmatix     –     Stand Your Ground
08. Dv Hvnd     –     Psychiatrie
09. Magret     –     Heading for Trostlosigkeit
10. Leonid Freshnew     –     Don't mess with O-ren
11. Volkmer Bendix     –     Trip in die Tonne
12. Dungeon Elite [**]     –     Tyrael
13. 2:38     –     Vier Viertel Krach
14. JTZT     –     Aus den Trümmern eines Lebens
das mir einst Heimat bot
15. Kapytaen     –     Hoffnung
16. ...tot aus dem Wald     –     Null im schwarzen Quadrat
17. Danijel Zambo     –     Falling Apart
18. The Odd & Ugly     –     Of You and of Me
19. Däsdraction K     –     Klassenfahrtphobie
20. Ulle Kamelle     –     Bad Things
21. Day to Resist     –     Strike a Match
22. Mahlstrom     –     Zwingpfeil
23. Cosmonauts Train Trip     –     Farbdunst
24. Hansen     –     Heut am Tag
25. Herlathing     –     Nur ein Tropfen Blut
26. Kill Valmer     –     No One Else
27. Diametral     –     Arbeit ist Arbeit
28. SchlagerBernd     –     Amore Amore
29. Zuse lab     –     Herz von Stein
30. ZerZaust     –     Edelhuren
31. Mayak     –     Cut The Ropes
32. Mofabande     –     Hagen
33. Absolut Bastard     –     Mittelfingerpunk
34. Broe     –     Cracks
35. derZiemlich & herr.ungerade     –     Die wichtigste Frage
36. Cunt Eastwood     –     Dänemark
37. Continents.     –     Beneath Sheets of Dust
38. Reznik Syndrom     –     Jim, Johnny und _____
39. Nils Matzka     –     Alles was du siehst ist echt (incl. Outro)


PINMUSIK
BANDCAMP




Creative Commons Lizenzvertrag
Gerdas Tanzcafé Jahres-Sampler: Überm Tellerrand ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz.

Sonntag, Dezember 15

INDIErekt


Callow


Callow ist ein Kalifornisches Duo, das den Minimalismus als seine stärkste Waffe einsetzt, um Atmosphäre und ein dringliches Gefühl zu schaffen, das direkt unter die Haut geht und den Körper so schnell nicht wieder verlassen will. Ihr Debüt-Album "Orb Weaver", erschienen im Mai 2012, ist somit ein einziger Sinnesrausch, in dem man sich stundenlang verlieren kann. "Dead to Me" oder auch das um ein Cello bereicherte "Flowers" zeigen vielleicht am deutlichsten, wozu Sänger und Gitarrist Red Moses allein mit seiner eindringlichen Stimme in der Lage ist zu vollbringen. Von daher werden auch oft Vic Chesnutt und Ben Bridwell von Band of Horses im selben Atemzug mit seinem Namen erwähnt. An seiner Seite befindet sich Sami Knowles, die neben etwas Gesangsunterstützung auch die Keys und die Drums liefert. Gemeinsam veröffentlichten sie erst vor kurzem ihr zweites Album "Blue Spells", das den Dark-Psychedelic-Western-Indie-Mix des Vorgängeralbums in noch tiefere Abgründe führt.


DL Orb Weaver

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In Laudanum

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Neben seiner Anwendung als Schmerz- und Beruhigungsmittel, stieß Laudanum ab dem 15. Jahrhundert auch in Künstlerkreisen auf eine hohe Resonanz. Doch anstatt bei jenen die Muse zu wecken, rief es zumeist nur Suchterscheinungen hervor, die nicht selten einen tödlichen Ausgang nahmen. In Laudanum sind sicher kein Opium fürs Volk, denn von ihrem Gothik-Gewand lassen sich halt nur Diejenigen einwickeln, die derartiger Düstermusik offen gegenüberstehen. Allerdings wie auch schon bei oben genannten Callow, spinnen sich die zwei Hannoveraner ein psychedilisches Netz, in dem immer wieder Versatzstücke des Rock'n'Rolls, Punks und von Westernballaden hängen bleiben. "Down Baby Down" ihrer jüngst erschienenen EP "Short Cuts From Weird Places" könnte auch aus der Feder eines weniger isegrimmigen Tom Waits stammen, während "Ain't No Coke" gehörig das Tanzbein schwingt. Im Schlussstück "Ragged Friend" mimt Sängerin Ellis dann selber ihr liebliches Pendant zum düsteren Opener "Shelter From the Rain". Alles in allem ein sehr vielseitiges Vergnügen, das allerdings auch noch keinen roten Faden für's angekündigte Album erkennen lässt.
 

DL Short Cuts From Weird Places EP
DL ...and Jesus Left the Stage...EP


Jan.tenner

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Das Hannoveraner Quartett Jan.tenner entlieh sich ihren Namen von der gleichnamigen Science-Fiction-Hörspiel-Serie, die von 1980 bis 1989 von Kiddinx vertrieben wurde. Anstelle von Sci-Fi-Indie gibt's allerdings emotionalen Lo-fi-Indie, der das Hauptaugenmerk auf die Gitarrenarbeit legt und von einem extrem hoch oktavierten Sänger begleitet wird, der seine Klagelieder über Sehnsüchte und Fernweh gefühlter Maßen jenseits des achtgestrichenen C's vorträgt. Das muss man ganz und gar nicht mögen, hat aber wiederum den Vorteil, dass sich Jan.tenner mit ihrem brüchigen, teils schroffen und schiefen Sound aus der Masse herausfiltern lassen. Vor allem die 4-Way-Split mit Planke, Käfer K und Alia zeigt, dass sich die Herangehensweise der DIY-Bands an das Emo-Indie-Post-Punk-Genre oftmals sehr ähnelt. Das lässt sich der Split natürlich nur schwer vorwerfen, als dass es vielmehr zum Vorschein bringt, welch großes Potential im deutschen Untergrund schlummert, wo eine Vielzahl von unbekannten Bands mit viel Handarbeit, Herzblut und Eigeninitiative zu Werke gehen und damit die ureigensten Ideale der Rockmusik würdigen.

DL 4-Way-Split /w Planke, Käfer K & Alia (nur Jan.tenner-Songs)
DL Demo 09
DL Proberaummitschnitte Okt. 2012

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Kismet

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Und noch etwas Bostoner Indie-Folk zum Abschluss. Das Quartett Kismet stellt einen knarzenden Kontrabass einem sanften Cello gegenüber und deckt ihre Akustik-Folk-Songs mit harmonischen Mann-Frau-Duetten ein, geformt zu einem gefühlvollen Soundtrack für Liebende und gebrochene Herzen gleichermaßen. Melancholisch schwebende Melodien - manchmal gar etwas morbide - , genau das richtige, um Herbstdepressionen zu füttern, die aber auch Gelegenheit bieten, sich zu zweit zumindest zeitweilig von allen Problemen abzuschotten. Über den bandeigenen Shop gibt's eine Demo-CDr und ein Demotape im Pre-Order, letzteres soll bald auch über das kanadische DIY-Label You Look Like Shit Records erhältlich sein.

DL New Singles
DL Demos

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Jahres-Sampler