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Montag, November 5

Chambers - Depart\\Disappear



Kurzinfo:

Täglich erreichen uns neue schockierende Nachrichten über Hass, Angst, Tod und Elend aus aller Welt, während Patrioten, rechtsoffene und besorgte Büger zu verunglückten Flüchtlingsbooten applaudieren und sich gleichartige Politiker Abschiebungen zum Geburtstag schenken. Keine Frage also, dass der Black Metal dieser Tage gewiss nicht mehr auf satanische Kulte angewiesen ist, denn die Hölle auf Erden erreicht uns jeden Tag aufs Neue. 
Eben jene nihilistische Energie bündeln Chambers für ihren düsteren Sound, der sich verteilt auf sechs Songs auf ihrem Debüt-Album "Depart//Disappear" ausbreitet. Nicht menschenverachtend, aber vielleicht als mahnende Dystopie zu verstehen, in der ein Miteinander mit so viel emotionaler Leere auf Dauer nicht gut gehen kann. Der melancholische Einstieg des Openers "Wretchedness" könnte fast über diesen Umstand hinwegtäuschen, zumindest solange, bis das Gekeife einsetzt. Was verteilt über den folgenden 33 Minuten folgt, ist ein a-puristischer Ritt durch morbiden Düster- und Post-Hardcore, der mit furiosem Black Metal-Geballere in die Sporen geht und durch post-rockige Soundscapes trabt. Zwischendurch gilt's den einen oder anderen Ausflug in den Blackgaze zu entdecken, wie z. B. in "End Transmission". Selbiger Song erinnert mich mit seinem morbide-brummenden Intro stark an den Score des Netflix-Films "Wolfsnächte" (solltet ihr euch mal geben, passt auch insgesamt ziemlich gut zum Thema hier).
Insgesamt ein tolles Album, das bislang leider nur digital erschienen ist, und eine klare Empfehlung für alle Schwarzmaler.


Band: Chambers

Titel/Release: Depart//Disappear/Album (Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Black Metal, Blackened Hardcore, Post-Hardcore

FFO: Der Weg Einer Freiheit, Hexis, Thurm

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Youtube\\//Instagram\\//Bigcartel




Stream & Buy Digitally "Depart//Disappear"



Freitag, Juli 10

Chambers - s/t EP



Band: Chambers

Titel/Release: Chambers/EP (Digital, Tapes in Planung)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Dark Hardcore, Screamo, Hardcore-Punk

FFO: No Omega, Jungbluth, Grieved, Auszenseiter

Links: Facebook



Kurzinfo:

"glaring lights affects proximity
distractions, symptoms of a dying youth
silent armies dim the alleys to hold them at bay
clearing the path for endless means of mendacious
incantations and fake promises of luck"

Chambers (nicht zu verwechseln mit den italienischen Chambers) sind keine Misanthropen, aber sie richten ihren nüchternen und besorgniserregenden Blick auf die vorherrschenden Umstände. Und wie so oft, wenn man die Scheiße schon viel zu lange ertragen musste und keine Besserung in Sicht ist, können Gedanken auch schnell in Wut und Hass umschlagen. Das junge Berliner Quartett, das sich ein Mitglied mit der Berliner D-Beat/Slugde-Walze  Heksenhamer teilt, formt genau daraus ihr konzeptionelles Debüt-Release. Keine halben Sachen, keine Kompromisse, kein Schöngerede. Mit dem Opener "I" wird auch gar nicht lange gefackelt. Mit fiesen Blastbeat-Attacken und einer sich aufwölbenden Wall-of-Sound, fegen Chambers gleich mit dem Sturm durch die Haustür. Ein Song, der mit einem Bein im Black Metal steht und zur Mitte hin mit molligen Basslines zum Post-Rock überläuft und schonmal für die düstere Atmosphäre der übrigen drei Songs (+ Interlude) einstimmt.
"II", "III" und "IV" strecken sich mehr dem Hardcore-Punk entgegen, die mit ruhigeren Momenten und post-rockigen Wänden die Lücke zwischen Jungbluth und Auszenseiter schließen. Unten, in einem tropfnassen Keller, in dem sich ihr Sound am besten entfaltet. Da gehören Chambers hin, da wollen sie noch hin. Ihr könnte ihnen dabei helfen. Spread the word!!!

DL s/t EP

Jahres-Sampler