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Donnerstag, Mai 2

Mandrax Queen - Homeboy



Kurzinfo:

Es hatte sich bereits auf der letzten EP "Californian Hunger" angekündigt, mit ihrer ersten LP "Homeboy" ist es nun amtlich: Mandrax Queen haben sich endgültig in den 80ern festgefahren. Der einstige Stoner-Groove ihrer anfänglichen EP's weicht auf Albumlänge fast vollständig einem retrospektiven Wave-Anstrich, der zwar in Richtung einer anderen Zielgruppe schielt aber keineswegs untanzbarer ausfällt. Im Gegenteil. So ziemlich jeder der zehn Songs klingt nach abzappelnder Schlaghose unter der leuchtend-reflektierenden Discokugel im schillerndem Großstadtleben. Vielleicht nannte man das damals ja Glam- oder schlichtweg Pop-Rock, Golden Earring- oder Bon Jovi-Veteranen können da besser differenzieren. Ich für meinen Teil ringe mehr mit nostalgischen Soundtracks von beispielsweise den Tryanglz, Bowie und ganz besonders Gerard McMann, der ja diesen Kultsong zum Kult-Vampirfilm beisteuerte. Dabei outet sich das Bamberger Trio vor allem als Referenzwerk für die aufschäumenden, britischen The-Bands dieser Generation. Das teilt sich dann gleichermaßen in die Kategorien Alterantive, Indie-Rock und New Wave auf, deren Grenzen zu dieser Zeit ohnehin sehr schwammig formuliert wurden.
Es fällt mir schwer, für "Homeboy" irgendwelche Höhepunkte zu benennen, da das Album vor allem durch seine insgesamt unbeschwerte Vintage-Stimmung besticht. Mir persönlich geht die Prolo-Fahrt im rosa Cadillac in "All Together Now" recht gut ins Ohr oder auch das energischere "All Our Trials". Und natürlich der Hard-Rock-Ausreißer "39 Steps" sowie der theatralische Abgang in "Gone Ain't Wasted", der vielleicht mehr als jeder andere Song auf dem Album noch etwas Wüstenstaub einatmet. Und wer sich der Eingängigkeit doch etwas loseisen möchte, darf gerne einen Ritt auf der Surf-Rock-Welle in "Avril" wagen oder verliert sich in der LoFi-Ballade im Home-Recording-Gewand "Way Out".

FB-Link

Band: Mandrax Queen

Titel/Release: Homeboy/Album (500x Vinyl inkl. CD; CD; Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2019

Genre: Alternative, Indie, Wave

FFO: Mansun, The Cure, The Smiths

Links: Bandpage\\//Bandcamp\\//Facebook\\//Youtube





Buy Ticket for Release Show + LP/CD Bundle (10.05.19 in Bamberg)




Montag, Februar 25

Platte des Monats 02/2019: Whole - Bias



Kurzinfo:

Musikalisch spielt sich heutzutage Vieles auf digitaler Ebene ab. Klar, die Sound-technischen Möglichkeiten sind schier unbegrenzt, während sich der logistische Aufwand dazu in einem überschaubaren Rahmen bewegt. Eine Band jedoch live zu erleben, entfaltet dann aber doch nochmal eine ganz andere Intensität - oder führt im schlimmsten Fall zu einem bösen Erwachen. 
Das ist sicher nicht die Weisheit des Tages, im Falle von Whole aber schon etwas Besonderes. Hat sich Eigentüftler Alex Donut in den letzten Jahren überwiegend im heimischen Studio eingenistet und über das eigene Label in regelmäßigen Abständen seine Solo-Projekte (u. A. Feverdreamt, Fir Cone Children, Vlimmer) veröffentlicht, tourt die andere Whole-Hälfte Thomas Schernikau seit 2011 mit der Depeche-Mode-Tribute-Band Forced To Mode äußerst erfolgreich durchs Land und spielt vor ausverkauften Häusern. 
Seit ihrer gemeinsamen Tour in 2009 - mit ihren damaligen Bands Leonard Las Vegas und der FTM-Quasi-Vorband Forced Movement - , verbindet die beiden Musiker eine Freundschaft, die im letzten Jahr schließlich zum erneuten musikalischen Zusammenschluss führen sollte. Nur diesmal eben als gemeinschaftliche Band, die sich entgegen ihrer anfänglichen Intention nicht scheut, ihre Virtuosität auch auf der Bühne auszuleben. Und mit dem Begriff Virtuosität stehen wir auch schon im Mittelpunkt von Whole's Debüt-Album "Bias". Die beiden (Rand-)Berliner haben es in Rekordzeit geschafft, ihre unterschiedlichen Einflüsse und Vorlieben perfekt miteinander zu verflechten. So schwebt nicht nur über den morbiden "Lust/Terror" und "Tides Made By Our Hands" die schwarze Seele von Depeche Mode, während sich ein Song wie "What Scares You" in einer ähnlichen Weise psychotisch verstrickt, wie es auf den letzten beiden Leonard Las Vegas-Releases nicht selten der Fall war. Diese allgegenwärtige, düstere Abgründigkeit saugen Whole aber nicht nur aus ihrer eigenen Inspiration. Reminiszenzen an Bowie-esken Avantgardismus bis hin zu Reznor-ische Destruktivität, aber auch schwelgerische Passagen á la Radiohead, ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album. "Berghain" nimmt den Hörer mit einer eingängigen Melodie an die Hand und entführt ihn fast schon verführerisch in immer trügerischere Sphären, nur, um ihn einen Song später inmitten einer fast schon versöhnlichen Düsterballade abzusetzen.
Whole öffnen mit "Bias" das Tor zu einer neuen Dimension des Synthpop. Ein Album zwischen Licht und Schatten, gespickt mit vielen versteckten Details, voll fragiler Poesie, betörend und verstörend zugleich.


Band: Whole

Titel/Release: Bias/Album (15x Tape, Digipak-CD, Digital)

Label: Blackjack Illuminist

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Synthpop, Indie, Electronic, New Wave, Gothic

FFO: David Bowie, Radiohead, Depeche Mode

Links: Facebook




Stream & Buy "Bias"


Mittwoch, November 14

Pigeon - Bug



Kurzinfo:

Die Veröffentlichung ihres ersten Longplayers liegt noch nicht einmal ein halbes Jahr zurück, da meldet sich das umtriebige Quartett Pigeon auch schon wieder mit einer neuen EP an. "Bug" enthält fünf Songs, die nahtlos mit dem zuletzt kühler gewordenen Sound der Band verschmelzen. 
"Concern" balanciert gleich zu Beginn auf einem unangenehm stechenden Nagelbrett. Die schneidenden Gitarren, der tief-kratzende Bass, die harten Schläge der Drumsticks und der wie in einer großen, leerstehenden Lagerhalle umher irrende Hall-Gesang von Denes Bieberich - alles klingt nach mühselig-schleppender und schweißtreibender Schwerstarbeit. Auch das folgende "Ideal" startet eigentlich mit einem recht zugänglichen Riff und schraubt den Noise-Anteil etwas hoch. Doch trotz einiger höherer Anschläge, schafft es auch dieser Song nicht vollkommen aus seiner grund-düsteren Aura auszubrechen. Erst mit dem instrumentalen Titeltrack treibt die EP allmählich aus der Melancholie und mündet schließlich im fast schon ausgelassenen Closer "Hoisin".
Nach ihrem externen Labelausflug, erscheint "Bug" als Tape über das vom Flennen-Kollektiv supportete Leipziger Klein-Label Tortellini Records.


Band: Pigeon

Titel/Release: Bug/EP (50x Tape; Digital)

Label: Tortellini Records

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Post-Punk, Wave, Noise, Alternative, Industrial

FFO: The Jesus Lizard, Milemarker, No Trend, Sonic Youth

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Blog\\//Flennen




DL & Buy "Bug" Here & Here


Mittwoch, Oktober 31

DEW - Dew-Stortion//Dew-Morgen



Kurzinfo:

Mit "Dew-Stortion//Dew-Morgen" legt uns die Oberhausener Band DEW ihr Debüt-Album vor. Und was für eins! Das kryptisch veranlagte Trio, dem Mitglieder ehemaliger Powerpissed und Clarkys Bacon angehören, klingt mit seinem apokalyptischen Sound wie eine Dystopie der in den 70er-Jahren von Kraftwerk prognostizierten "Mensch-Maschine"-Beziehung.
Das Zusammenspiel der rumpeligen Drums, den molligen Saitenanschläge und dem gequälten Gesang, wirkt wie monoton-maschinelle Akkordarbeit, die eine düstere bis erdrückende Atmosphäre schafft. Die Proberaumaufnahme mit anschließenden Live-Overdub-Vocals, dürfte dem Gesamtbild dieses beklemmenden Kleinods sicherlich zu Gute gekommen sein.

Wer an eine CD-r in Vinyl-Look in selbstgebastelter Hülle (zwei Artwork-Varianten, siehe Bandcamp) interessiert ist, schreibt der Band eine Mail.


Band: DEW

Titel/Release: Dew-Stortion//Dew-Morgen/Album (Selfmade CD-r on demand; Digital)

Label: P.O.G.O. Records (Digital)

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Alternative, Industrial, Noise-Rock, Post-Punk, Wave

FFO: Gewalt, Pigeon, Vlimmer, AUS

Links: Facebook\\//Youtube





DL "Dew-Stortion//Dew-Morgen" Here & Here

Buy CD-r via Mail to: dewcentury@gmail.com


Samstag, Oktober 13

Baical - War Scene Single



Kurzinfo:

Ich trauere immer noch dem Split der Pennerviolencer Battra// nach, denn so seltsam es klingt, irgendwie haben mich diese beiden Suffköppe an das gute in Halle glauben lassen (wer da mal gewohnt hat, weiß, dass es da nicht nur Gutes gibt). Inzwischen probieren sich die beiden Halunken - einzeln oder gemeinsam - im Lo-Fi-Noise (BARF) aus, drehen mit ihren Freunden von PAAN durch (wie HIER) oder frönen das "Malochen, Kleechen und Kleingeldverprassen" (Oi.GVALT). 
Eines ihrer wohl ernsteren Projekte hört auf den Namen Baical, bei dem, neben den beiden Battra//s, eben auch PAAN-Gitarrist und -Mitsänger Chris involviert ist - und gewisser Maßen auch Magnus Wichmann, der ihre Songs regelmäßig in den Lala Studios aufnimmt, abmischt und mastert. 
Nach der Debüt-EP "Euphoria" (Vinyl-Release über Black Verb Records und Manic Depression Records), ist "War Scene" nun der erste Vorbote ihres ersten, für dieses Jahr angekündigten Longplayers "Funeral Party". Ein Song, der mit seiner melodischen Schlagzeug-Bass-Gitarre-Sektion und dem tief-verhallten, düster-romantischen Gesang einen nostalgischen Flashback in Richtung End-80er-/90er-Gothic-Wave-Post-Punk entsendet. 
Als Single-Bonus gibt's ein ebenso melancholisches Bleib Modern-Cover, die Band, die zur Hälfte das Label Black Verb Records betreibt. Wie war das noch gleich: der Mörder entstammt zu 90% dem näheren Umfeld des Opfers - oder so...


Band: Baical

Titel/Release: War Scene/Single (50x Tape; Digital)

Label: Black Verb Records

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Cold Wave, Post-Punk, Gothic Rock

FFO: Bleib Modern, Factice Factory, This Is The Bridge

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Instagram




Stream & Buy"War Scene" Here & Here



Mittwoch, Oktober 3

Pigeon - Pigeon



Kurzinfo:

Mit ihrem ersten Longplayer brechen Pigeon erstmalig aus ihren DIY-Kollektiven Flennen und Späti Palace aus und veröffentlichen es, neben den beiden deutschen Labels Black Verb Records und Dunkelziffer Records, auch über die polnischen Kollegen von Antena Krzyku.
Seinem Sound bleibt das Berliner Quartett um Kopf Denes Bieberich (u. A. Ich, Alexander, Molde, Zelf, Deltoids) dabei natürlich treu, indem es mit "Pigeon" genau dort ansetzt, wo die drei Songs ihrer gemeinsamen Split-EP mit Girlie aufhörten. Nämlich irgendwo in der End-80er- bis Mitte-90er-Jahre-Noise-Rock-Ära. Zwischen grungig-krachenden und -quietschenden Dissonanzen, etwas mathematischer Willkür, kratzigem Schrammel-Indie und narzisstischem Post-Punk mit kühlem (No-)Wave-Überzug, schälen sich immer wieder klare Strukturen und tolle Melodien heraus, allen voran im eingängigen "Nizza", aber auch im treibenden "Gaping" oder den mal kurz im düsteren Industrial vorbeischauenden "Couches" und "Lower".

Band: Pigeon

Titel/Release: Pigeon/Album (300x Black Vinyl; Digital)

Label: Black Verb Records, Dunkelziffer Records, Antena Krzyku

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Post-Punk, No Wave, Noise-Rock, Industrial

FFO: The Jesus Lizard, Milemarker, No Trend, Sonic Youth

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Donnerstag, September 27

Mystery Art Orchestra - Prismatic Dream



Kurzinfo:

Neues Bandprojekt um Musiker und Produzent André Wlodarski (robojim, Nothing Toulouse), das auch die beiden verloren gegangenen Freunde Tino Bogedaly (Nikaya) und Bastian Müller wiedervereint, die sich zuvor bei Konzentrat von drei Seiten kennenlernten.
Für sein Debüt-Album "Prismatic Dream" verweilte das Trio in Berlin, um Inspirationen aus der dortigen musikalischen Szene aufzusaugen. Was letztendlich aber in Form von elf Songs im CD-Player rotiert, klingt vielmehr nach Wave-schwangerem Post-Punk, wie ihn in den 80ern viele britische "The"-Bands salonfähig machten. Für Nostalgiker.


Band: Mystery Art Orchestra

Titel/Release: Prismatic Dream/Album (Digipak-CD; Digital)

Label: robojim

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Post-Punk, Synth-Wave, Indie

FFO: Editors, Joy Division, The Cure

Links: Bandpage\\//Facebook\\//Soundcloud\\//Youtube\\//Myspace

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Mittwoch, Juni 6

Gesplittet, Teil 15


Cold Kids & Krank - Split-EP



Mit den Cold Kids und Krank teilten sich nun auch endlich zwei Koryphäen des "Special Interest"-Deutschpunks eine Kurzrille. Zwar liegen zwischen dem garagigen "Krankpunk" der fünf Hamburger und dem wavigen Rachut-Gedächtnis-Punk des Bamberger Quartetts so einige musikalische Welten. Im bissigen Kontext passt das hier aber natürlich wie Arsch auf Eimer.

Cold Kids: Facebook\\//Bandcamp

Krank: Bandpage\\//Facebook\\//Bandcamp\\//Instagram

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ANCST & Depravation Split-EP


Mensch könnte ja fast befürchten, dasz bei der Releaseflut von ANCST auch mal ein Ausrutscher dabei ist. Ja gut, ich für meinen Teil bin jetzt nicht so der Dark-Ambient-Versteher, weshalb mir die entsprechenden Releases des Hauptstadtkollektives auch relativ am Ohr vorbeigehen. Wenn es aber wieder heißt - so wie auf dieser Split - , die wutgeballte Faust mit der Durchschlagskraft des Blackened Crust und Black Metal nach oben zu reißen und sich auch noch mit tollen Melodien im Gehörgang festzubeißen, gibt es derzeit im schwarzen Business wohl kaum eine Band, die ANCST das Blut reichen kann.
Auf der B-Seite meldet sich das Gießener Quartett Depravation nach anderthalb jähriger Releaseabstinenz zurück und klingen mit ihrem dreckig-walzenden Blackened Metalcore so, wie ich es mir von den Post-"Shadow Hearts"-Caliban gerne gewünscht hätte.


Depravation: Facebook\\//Bandcamp\\//Instagram

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Cortarmao & .leaves - Split-EP


Cortarmao und .leaves - das ist Jugendliebe auf den ersten Schrei. Nicht nur, dass beide Thüringer Bands eine gemeinsame Tschechien-Tour absolvierten und sich auch sonst gerne auf der Bühne abklatschen und einige .leaves-Boys auch auf dem mittlerweile erschienenen ersten Longplayer von Cortarmao zu hören sind. Um ihren (gemeinsamen) Fans die jeweiligen, mittlerweile restlos vergriffenen Debüt-EP's noch einmal in physikalischer Form zugänglich zu machen, wurden beide auf ein Split-Tape vereint, im individuellen Karton und inklusive Booklet, handnummeriert auf 50 Stück.
Das sich der zerfahrene und trotzdem groovende Mathcore der Erfurter mit dem beißenden, ab und zu ziemlich spontan abtourenden Post-Hardcore-Punk der Jenaer hervorragend ergänzt, muss nicht weiter näher erläutert werden. Schnell zugreifen, bevor auch diese Schmuckstücke weg sind.

Cortarmao: Facebook\\//Bandcamp\\//Youtube\\//Soundcloud

.leaves: Facebook\\//Bandcamp\\//Bandpage

 DL Cortarmao-Songs via "Demo 2015"

DL .leaves-Songs via "Kontraste"-EP

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Sur L'eau & What Of Us - Split-EP


Sur L'eau (franz. für Auf dem Wasser oder Über Wasser, keine Ahnung, hatte Russisch als Wahlfach) aus München debütierten im letzten Jahr mit einer 2-Song-EP. Als Äquivalent zur, ebenfalls erst kürzlich von mir entdeckten Black-Metal-Band Kurz vor schwarz, bedeuten sie für den/die geneigte_n Emoviolence Hörer_in vor allem eins: eine Grenzerfahrung, die vor allem nach unentschlossenen Post-Hardcorelern Ausschau hält.
Als Split-Partner halten vier Jungs aus New Jersey her, die bereits reichlich Erfahrungen in anderen Bands wie Capacities, Weather Lore, Au Revoir, Guidelines, Less Life, Black Kites und In First Person (Puh!) gesammelt haben. Als What Of Us haben sie sich nun bereits zum dritten Mal eine EP mit einer anderen Band geteilt. Passt, denn ihr wilder und zugleich kompromissloser Mix aus progressiven Screamo und Mathcore mit dezenten Hardcore-Punk-Anleihen, dürfte sie als hervorragenden Gastgeber für Hardcore-Bands jeglicher Art ankündigen. Starkes Split-Release!

Sur L'eau: Facebook\\//Bandcamp\\//Instagram

What Of Us: Facebook\\//Bandcamp

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Pool Rules & Community Service - Dream Big Split-EP


Was hält sich denn hier im Untergrund versteckt?! Zwei Bands, die scheinbar schlichtweg ihren Winterschlaf verpennt haben und noch tief in den 90ern feststecken - und von modernen Auswüchsen wie Alternative-Pop und Post-Grunge keine Kenntnis genommen haben.
Die internetscheuen Pool Rules kamen bei uns bereits mit ihrem tollen Demo-Debüt zur Ansprache. Das Saarländer Duo um ehemaliger Baby Lou- und Finding Faith-Beteiligung spielt rauhen Alternative-Punk, der auch mal kurz am Post-Hardcore kratzt. Zwei neue Nummern, die gewohnt ohne Umschweife ihr Ziel finden.
Auf der B-Seite findet sich das ebenfalls aus dem Saarland stammende Quartett Community Service ein, die der Split ihre ersten beiden Songs überhaupt beisteuern. Gegenüber ihren Split-Partnern, packen CS noch eine Schippe Roughness oben drauf und verhallen das ganze mit groovigen Grunge-Gitarren. Und bis auf dem kleinen Post-Rock-Ausflug in "Mess", orientiert sich das hier sympathisch an seinen Ur-Vätern. Geheimtipp!!!

Pool Rules: Bandcamp

Community Service: Facebook\\//Instagram

DL "Dream Big" B-Side

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Donnerstag, Januar 7

Cold Kids - Demo Tape



Band: Cold Kids

Titel: Demo/EP (25x Tape, Digital)

Label: Trainwreck Tapes

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Synth-Punk, Wave, Deutschpunk

FFO: Jens Rachut, Ton Steine Scherben, Oma Hans

Links: Bandpage\\//Facebook



Kurzinfo:

Ich muss es mal so banal schreiben: angefangen beim Bandnamen bis hin zur Musik, klingt das hier alles irgendwie vertraut. Der banale Unterschied allerdings ist, dass einem die Cold Kids trotzdem eiskalt erwischen, vor allem, wenn man ihnen genau mit dieser Einstellung gegenüber tritt. Rein oberflächlich trifft auf ihrem Demo-Debüt Wave-lastiger Deutsch(-Post)-Punk auf Reiser-Rachut'scher Kaltschnäuzigkeit. Das ist OK, denn immerhin hat dieses Konzept in der jüngeren Vergangenheit eine Menge großartiger Underground-Bands zum Vorschein gebracht. Wer das Bamberger Quartett aber allein daran aufhängen will, läuft Gefahr, all die ausgeklügelten, eigenen Ideen der Band schlichtweg zu überhören. Klar, die Stimme ist angepisst, spröde und klagt das Leid von hunderten durchzechten Kneipennächten, nur, dass sie eben nicht bloß mit dem Starrsinn und der Direktheit des Deutschpunk durch die Wand rammelt. Das Wort ist die stärkste Waffe des Beamten? Blödsinn! Dieses Patent halten schon längst die Punks in ihren Händen. Zumal wir ohnehin die besseren Argumente auf unserer Seite haben. Den Beweis liefern die Cold Kids mit ihren ironischen, teils sarkastischen Texten, wie im eröffnenden, bitter-amüsierenden und behördensprachlichen "Mühlen".
Den soundtechnischen Kontrast zur altehrwürdigen Deutschpunk- und NDW-Riege dagegen, bilden vor allem die frivol aufspielenden Synthies, die die Band zwar nicht bedingungslos in die Arme der post-modernen Jüngerschaft von Gruppen wie Snarg, Walter Kovacs, Antitainment & Co. treibt, jenen aber vielleicht immerhin ein Augenzwinkern abgewinnen kann.

DL Demo

Buy Tape Here & Here

Donnerstag, Mai 28

MR1919 - CS2015



Band: MR1919

Titel/Release: CS2015/EP (Tape, Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Post-Punk, Wave

FFO: Feeling B, N°ORD

Links: Last.fm



Kurzinfo:

Nach den ersten beiden Songs fragte ich mich verdutzt, ob ich vielleicht ein Feeling-B-Revival verpasst habe; beim dritten, ob die Ramones ihren Tod nur vorgetäuscht haben; beim fünften, ob Daniel Url jetzt endlich eine Band gefunden hat. So ist das halt, wenn man mit seinem Gefühls-Wirr-Warr alleine gelassen wird, denn MR1919 halten sich bislang äußerst bedeckt. Als "eine Art Post-Punk" hat sich mir die Berliner Band mit amerikanischen Background vorgestellt, was vorab schonmal eines deutlich macht: MR1919 wollen in keine bestimmte Schublade gesteckt werden. Gut so, denn wir bei Gerda mögen interessante und unkonventionelle Bands. Ein Auszug aus dem Back-Band-Katalog (u. A. Tyran Tyran, Urthsla, Die Schacht, Glow God und American Hate) gibt einen vagen Einblick in die Vielseitigkeit der drei Mitglieder. Heißt: MR1919 machen Musik für die Zielgruppe Toleranz und A-Purismus. Und wer etwas Spät-80er-Punk- und Wave-Erfahrung mitbringt, hat sowieso nichts zu befürchten. Allein damit kann man ihr Demo-Debüt "CS2015" allerdings nicht abspeisen. Vor allem im mehrstimmigen, etwas kakophonischen Gesang spiegelt sich eine Menge nostalgische Ost-Rebellion wider, während die Songs an sich, bevor sie zu sehr in die Eingängigkeit abdriften, immer wieder durch Weirdo-Schübe aus der Bahn geworfen werden.

DL & Buy Tape

Mittwoch, Mai 13

Hints - No Regrets in Old English EP



Band: Hints

Titel/Release: No Regrets in Old English/EP (Digital, ??)

Label: DIY

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Indie, New Wave, Post-Punk

FFO: The Church, The Smiths, The Psychedelic Furs

Links: Bandpage\\//Facebook\\//Twitter\\//Soundcloud\\//Bandcamp\\//Youtube



Kurzinfo:

Manchmal sind die musikalischen Wege wahrlich unergründlich. Da muss erst eine dem Herzen des Big Apples entsprungene Band daher kommen, um den Smiths 28 Jahre nach deren Auflösung ernsthaftes Tribut zu zollen. Klar, versucht haben es viele und nicht alle haben sich damit in die Nesseln gesetzt, von ihrem Einfluss auf bekennende Größen wie Radiohead oder Muse ganz zu schweigen.
Hints (seltsamer Weise ohne The im Bandnamen) nennt sich nun also das Quartett aus Brooklyn, deren 80er-Vibe sich sogar in den stylischen Outfits der Beteiligten widerspiegelt. Seit 2011 brachten es die Amis auf bislang drei selbstproduzierte EP's (Vol. I - III mit jeweils zwei Tracks und allesamt als PWYW-Download über Bandcamp erhältlich), denen am 9. Juni nun die vierte "No Regrets in Old English" mit ganzen fünf Songs folgen soll, auf der die Band erneut ihren eigenen Trumpf ausspielt und sich somit ein ganzes Stück von allen anderen Referenzgruppen abhebt: ihren Sänger Garrett Morin. Mit einer unbeschwerten und unaufgeregten Sanftheit lässt er seine Stimme über die Songs gleiten, so wie einst der junge Morrissey. Das wird Hints zwar keine Vorreiterrolle einbringen, mit Sicherheit aber viele nostalgische Sympathiepunkte bei der englischen Hörerschaft, vorausgesetzt, ihre neue EP schafft den Weg über den Großen Teich.


Freitag, Februar 27

Jessica93 - Rise LP



Band: Jessica93

Titel/Release: Rise/LP (1000x Black Vinyl, 1000x Digipak-CD, Digital)

Label: Music Fear Satan, Teenage Menopause Rds


Erscheinungsjahr: 2014

Genre: Alternative, Shoegaze, Psychedelic, Coldwave, Post-Punk

FFO: Godflesh, The Cure

Links: Bandpage\\//Facebook\\//Bandcamp\\//Soundcloud\\//Last.fm



Kurzinfo:

New Wave, No Wave, Coldwave - irgenwas mit Wave. Und Punk. Post-Punk vielleicht. Psychedelic und Alternative Rock wollen auch noch mitmischen. Der Franzose Geoffroy Laporte, vor- und nebenher u. A. bei Bands wie C'est Pu Le Temps Gras, Mobylette Facile, Comité Défaite, Missfist, Trotski Nautique und Besoin Dead aktiv, macht es einem (nämlich dem Rezensenten) mit seinem Soloprojekt Jessica93 gar nicht mal so leicht, dem Kind einen passenden Namen zu geben. Auf seinem zweiten Album "Rise" schafft der von der französischen Presse geadelte Soundtüftler eine kalte und düstere Atmosphäre, ähnlich wie The Cure zu ihrer "Pornography"-Ära, wenngleich weniger tanzbar. Wer zu derartigem Trübsalgeblase tanzen kann, ist eh nicht ganz dicht. Lieber fallen lassen, versinken oder in sonstige Sphären abdriften.
Einige seiner vorherigen Releases gilt es übrigens traditionsgemäß über Et Mon Cul C'est Du Tofu? kostenlos zu saugen.

Stream "Rise"

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Freitag, Januar 16

Arbeitsgruppe Warschau - Reflected EP



Band: Arbeitsgruppe Warschau

Titel/Release: Reflected/EP

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2014

Genre: Post-Punk, Post-Rock, Wave, Indie

Kurzinfo:

Ihre Zuneigung zu Wave- und Post-Punk-Bands wie Joy Division und Interpol offenbaren die vier Hammern (oder Hammenser??) von der Arbeitsgruppe Warschau nicht nur in ihrem Bandnamen. Seit 2011 näherte sich die Band mit diversen Covern Stück für Stück ihren Vorbildern an und präsentierte im letzten Jahr nun ihre Debüt-EP, auf der sie vier ausdauernde und düstere Post-Punk-Wave-Songs in schwirrenden, atmosphärischen Post-Rock aufgehen lassen.



Mittwoch, Juni 4

KOMPLIKATIONS - Poverty LP



Ja gut, dass gegenwärtige Punkbands auch gerne mal die Nähe zu ihren längst vergangenen Vorbildern suchen, ist mittlerweile sicher keine Seltenheit mehr. Würde man es sich einfach machen wollen, könnte man die deutsch-belgische Kombiband KOMPLIKATIONS auch beleibig zwischen den Sex Pistols, The Screamers, The Units und Nervous Gender platzieren und gleichgültig die Überschrift "Wie Punkrock in den Spät-70ern vom New Wave und Synthie-Rock überrannt wurde" drüber setzen. Das würde passen, keine Frage. Der Clou daran ist: beim "Was-passt-nicht-in-die-Reihe"-Spiel, müsste man sich schon auf sein Glück verlassen, um den Fehler ausfindig zu machen. KOMPLIKATIONS klingen tatsächlich so, als hätte sie die Vergangenheit sprichwörtlich eingeholt. Dass im Line-Up des Trios aus Lüttich kein Platz für Saiteninstrumentalisten ist, fällt nicht weiter ins Gewicht, da querschießende Synthies nahezu den kompletten Sound der Band ausfüllen. So legen KOMPLIKATIONS zu Beginn ihres zweiten Releases "Poverty" mit der Video-Single "Apathy"erst einmal einen ausgelassenen Kracher hin, gefolgt von dem angepissteren "Down". Im morbiden "Sans Sentiments", der einzige deutschsprachige Song der LP, singt Frontmann Alen dermaßen gleichgültig und prollig entgegen dem gefühlskalten Roboterrock der Marke Kraftwerk, als gäbe es tatsächlich noch irgendwelche Tabus, die es mit Kaltschnäuzigkeit zu brechen gilt. Damit lässt sich heutzutage sicherlich keine Revolution mehr anzetteln, als dass die Band vielmehr einen gezielten Flashback auf eine revolutionäre Zeit wirft. Da kann man ihnen dann nicht einmal Dreistigkeit vorwerfen, wenn die LP mit dem (tollen) Units-Cover "I Night" ausklingt (bereits der Vorgänger "Step Forward" hob sich das Killing-Joke-Cover "Komplikations" für den Schluss auf).

"Step Forward" (2012) und "Poverty" (2013) erschienen jeweils auf Vinyl über das Aachener Punklabel Rockstar Records, letztere sogar als limitierte Pre-Order-Edition (62 x handnummeriertes, grünes Vinyl). Die dazugehörigen Spendendownloads findet ihr auf der Bandcamp-Seite des Labels.

Eine Drei-Song-7" soll demnächst folgen.

+++Facebook////Last.fm////Youtube+++

DL Poverty LP

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Donnerstag, April 18

Little Room Records - The Adventures of Lo-Fi in Stereo


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Monotonie ist Stillstand und Stillstand bekanntlich der Tod. Das kleine italienische Net-Label Little Room Records geht daher in die Offensive und reibt seinen Hörern nur wenig Balsam in die Ohren. 1995 fing Edoardo Troilo an, die Songs seiner vielen Projekte (u. A. Fracture, Later, B.B.A., siehe unten) ins Internet zu stellen. Als wenig später bereits die ersten regionalen Bands bei ihm anklopften, war die Umbenennung seiner Homepage zu einem Net-Label nur noch reine Formsache. Seither kann man sich die LRR-Releases kostenlos downloaden. Nicht der Profit, sondern die weltweite Verbreitung der Musik ist das erklärte Ziel. Und da Edoardo weder Millionär ist, noch auf irgendwelche Sponsoren zurückgreifen kann, lautet das oberste Motto LO-FI. Mittlerweile sind derartige Labels sicherlich keine Seltenheit mehr. In Italien, beispielsweise, folgt auch Lepers Productions dieser Tradition, ein mit LRR befreundetes Non-Profit-Net-Label. Als Ergänzung zu den beiden können die Labels HysM? und Lemming Records angesehen werden, die die Studiotüren am liebsten für experimentelle Musiker öffnen und neben den digitalen auch einige physikalische Releases auswerfen.

DL Little Room Records Compilation




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Seit dem Jahr 2000 veröffentlicht das italienische Duo um Edoardo Troilo (u. A. Porno Tax) und Gianni in regelmäßigen Abständen seine EP's und arbeitet somit fleißig daran weiter, um ihre Vorbilder Joy Division, New Order, Dead Can Dance, Depeche Mode, etc. nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Und wer schon so offenkundig The Cure als seinen größten Einfluss benennt, der darf sich für die Vorgängerband auch gerne The Exploding Boys (ein immer wieder sehr beliebter Name für The-Cure-Coverbands) als Bandnamen ausleihen. Ihr Mix aus Shoegaze und düsterem Dreampop springt zurück in Englands 80ger-Jahre und parkt direkt neben der dort auflebenden New-Wave-Szene ab.




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Fracture-Gitarrist, -bassist und-sänger Edoardos Solo-Projekt, dass sich nur ungern auf ein bestimmtes Genre reduzieren lassen will. Auf seinen unzähligen Releases wendet er sich je nach Laune dem Noisepop, Indie, Alternative und Shoegaze zu, verarbeitet hin und wieder einige Folk-Elemente, rollt das Ganze im lo-fi-Sound ein und nennt das dann Home-Made-Music. Vor allem bei den schnelleren Nummern erinnert das dann am kratzenden Garage-Rock von Times New Viking, die ja ebenfalls ihre Songs mutwillig mittels Verzerrer abseits der Radiostationen abparkten.

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B.B.A.:

Myspace
Edoardo, zum Dritten. Hier zusammen mit zwei weiteren Landsmännern in klassischer Gitarre-Bass-Schlagzeug-Besetzung. 2003 erschien ihr Debüt-Demo, sechs Jahre später ihr Debüt-Album. Dabei wanderte ihr Punk etwas weiter weg vom Noise Rock und steuerte Richtung Rock'n'Roll, bis hin zum Blues Rock. Auch Hardcore-Punks kommen gelegentlich auf ihre Kosten. 





Asalto al Parque Zoológico:

Facebook//Myspace
Ein bisschen weiter gen Spitze treibt es das argentinische Quintett Asalto al Parque Zoológico aus Buenos Aires. Die leiern ihren Shoegaze auf ungewöhnliche Weise Richtung Noise-Pop. Mit einer derart lieblichen und talentierten Sängerin wäre schlichter Dreampop wohl auch zu einfach gewesen. Ihre s/t-EP gibt's als CD über das argentinische Label Blackfish Discos. Die Split mit den nicht weniger verdrehten Sugar Candy Noise erschien als kostenloser Download über das unkommerzielle Netlabel EPG Records.





Myspace//Bandcamp//Reverbnation
Hinter Bobee verbirgt sich der amerikanische Singer/Songwriter Brian Gallagher, der im kleinen Schlafzimmer seines Heimatortes Kent, Ohio Überstunden am Rechner ableistete und später, nach seinem Umzug nach Austin, Texas, in einem noch kleinerem Schlafzimmer noch immer fleißig am Songtüfteln ist. Heraus kommen Lo-fi-Akustik-Songs, die mit dosiert eingestreuter Elektronik auch gerne mal beim Indiepop vorbeischauen. Neben seinen etlichen Solo-Alben, veröffentlichte er 2012 eine EP mit sechs Songs, die in Zusammenarbeit mit befreundeten Musikern entstanden, darunter auch der experimentelle Singer/Songwriter und Multiinstrumentalist Jes Maybe (Free-Downloads HIER), mit dem er bereits zwei Jahre zuvor ein gemeinsames Album einspielte ("The Texas Tapes").


HIJ▲:

Blog//Myspace//Reverbnation//Soundcloud
In einem Stamm von Amazonen wäre Mayra, Sängerin von Hija, wohl der Travestit. Nicht, weil sie über ihr weibliches Geschlecht hinwegtäuschen möchte, denn das tut sie keineswegs. Eher weil sie sich in ihrer exotischen Eigenart nirgendwo so richtig ein- bzw. unterordnen kann. Ähnlich verhält es sich mit der Musik der argentinischen Gruppe, die sich bestenfalls im experimentellen Electro wiederfindet. Nicht einmal das schräg quietschende Cello versucht die Songs in eine bestimmte Richtung zu schubsen. 

DL No EP



Guy Fawkes:

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Benannt nach dem berühmten britischen Attentäter erweist sich die Musik der Truppe aus Taranto eher als verträumt und schwelgerisch, als halsbrecherisch, wenngleich einige Songs (vor allem die gesampelten) in morbide Abgründe fallen. Little Room Records fügte 16 Songs aus ihren vier Alben und einige Singles zu einer "Collection" zusammen, die sich am roten Faden des instrumentalen Psychedelic entlang hangeln und einige Folk- und Trance-Ausflüge unternehmen.





Ionio:

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Fabio Savino und Andrea D'Agata bilden das, ebenfalls aus Taranto stammende, Gitarre-Schlagzeug-Duo Ionio. Mehr brauchen die beiden auch nicht, um ihren instrumentalen Stonerrock bedrohlich, aber fett groovend und roh über's Schlachtfeld zu führen. Über LRR erschienen ihre ersten neun Demosongs, die 2013 mit mehr Wumms, etwas verzerrten Gesang und zwei neuen Songs zum eigentlichen Debüt "Talassocrazia" vereint wurden.


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Murder:

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Und wieder ein Duo, diesmal aus Bologna. Sängerin Sheson Delay und Bandkollege Carlo Marrone verknüpfen Elemente des Electro- und Indie-Pop und verlagern ihren Proberaum in die hallerfüllten Klangmauern von Kirchen und Opernhäusern. Ihr Sinnesexperiment übertragen sie multisensorisch auch auf die Bereiche Video und Fotografie. "Tu M' Uccidi" ist das zweite von insgesamt drei Alben und erschien 2010. 





Progetto Orb:

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Anfang der 00er war er Bassist der Alternative-Indie-Noise-Rocker At Olimpio's Grandmother und Gitarrist und Sänger der Indie-Band Notte Industriale. Aus dem Skelett letzterer formte der italienische Singer/Songwriter Giuseppe Giola, alias Orb, 2006 sein akustisches Solo-Projekt Progetto Orb. Zwei EP's kann er bereits verbuchen, die beide auf dem digitalen Künstlerkollektiv-Netlabel Pink Room Studio erschienen und zu hören sind.






Thee Knock-Outs:

Absolut spielfreudiger und unentwegt nach vorn treibender Lo-Fi-Garage-Punk, als hätten die Beatles Dynamit in den Fingern und die Stones Duracell-Batterien im H... .









The Hollow Sore:

Female-fronted Alternative-Grunge-Band, die sich durchaus in die Herzen von Dover- und Japanese Voyeurs-Fans spielen könnte. Allerdings scheinen The Hollow Sore für ihre Songs nicht die passende Frequenz zu finden, sodass ihre Ohrwürmer mit starken Störgeräuschen und Verzerrer einherklingen.







Zero Tolerance for Silence:

"Zero Tolerance for Silence" war das zweite Soloalbum des amerikanischen Jazz-Gitarristen Pat Metheny, womit er 1994 seine Fanlager teilte. Expressionistische Spiellaune oder totaler Schrott? Ein italienisches Trio (abermals involviert Edoardo Troilo) entlieh sich nun diesen Albumtitel für ihren Bandnamen und veröffentlichten eine 3-Song-EP, deren Titel konsequenter Weise lediglich durchnummeriert sind. Da sich ZTFS gleich von Beginn an im progressiven Instrumentengegniedel verlieren und somit keine falschen Hoffnungen wecken, dürfte sich die Entweder-Oder-Frage hiermit erledigt haben. Ein Faible dafür sollte man trotzdem mitbringen.

DL 3-Track-EP


Winter Shore Scenario:

Dieser Edoardo ist halt überall und doch nirgends daheim. Hier mit seinem befreundeten Kollegen Alessandro als Duo unterwegs. Wird der erste Track ihrer s/t-Debüt-EP (2001) noch von einem Piano, einer Akustikgitarre und Oboe in konventionelle Folk-Rock-Strukturen gezwängt, entwickeln sich ihre Songs zunehmendst kabarettistischer und münden schließlich im letzten Song "Cold Comes to Burn Us All", einer ausdauernden Improvisationssession.





Hate Inc.:

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In den 70gern setzten die allseits beliebten Ohrfeigenausteiler Terence Hill und Bud Spencer die Trendmarke, sich amerikanische Aliasnamen zuzulegen. Auch heute noch ist dieses Phänomen vereinzelt in Italien anzutreffen, z.B bei der Dark-Industrial-Band Hate Inc. aus Taranto. Deren Frontmann Vincenzo Pavese lieh sich sein Pseudonym von Tarantino's Kultfilm "Pulp Fiction" aus und nennt sich seither Vincent Vega. Eine EP ("Fragments") und ein Album ("Art of Suffering") schmücken bereits die Diskografie der Band. LRR veröffentlichte ein digitales Promo, dass sechs Songs, entnommen aus den beiden Releases der Band, beherbergt. Ihr bedrohlich scheppernder und ausproduzierter Sound dürfte Fans über die lang andauernde Releasepause (ehemaliger?) Farmer Boys hinweg trösten.   




Loomer:

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Die vierköpfige Band aus dem australischen Brisbane veröffentlichte ihre ersten beiden EP's über das Label Midsummer Madness. Ihre 2009er Debüt-EP "Mind Drops" enthält fünf Tracks extrem noisigen Shoegaze, der zwischen männlichem und weiblichem Gesang wechselt. Ihr erstes Full-Lenght "Cellings" erschien über das ebenfalls in Brisbane gelegene Label Bon Voyage und ist bereits restlos ausverkauft.


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Fancy of Guava:

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Unfassbar, was sich heutzutage alles Demo nennen darf. Fancy of Guava aus dem spanischen Valencia gründeten sich 2005 und veröffentlichten ein Jahr später ihre 5-Track-Demo-Debüt, das kein bisschen nach Demo klingt. Als gleichermaßen begeisterte Fans von The Jesus & Mary Chain, Sonic Youth und My Bloody Valentine, versuchen sie dementsprechend Alternative, Indie und Shoegaze unter einem Hut zu bringen. Und das gelingt ihnen beeindruckend gut. Anspieltipps: "The Afterhouse", "Today is the Dream".
Das Demo wurde in Hans Krüger's Montreal Studio in Navarra aufgenommen. 



Modern Convenience:

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Modern Convenience war ursprünglich das Solo-Projekt von Mike Bibbs, der auf seinen ersten beiden Alben "Porcelain Doll" und "Artificial Lights" (erschienen über O.K.Stars Records u. Savoury Days) noch sämtliche Instrumente selbst bediente. Mit dem Surfbrett unter'm Arm und ohne viel Aufwand geht's dann stürmisch Richtung Garage, Art-Rock und Punk'n'Roll. Inzwischen kann Bibbs, der sich auf seinen Releases auch gerne Mikey, Mikey Chaos und Mikey VD nennt, auf eine Live-Band und einem zweiten, festen Bandmitglied - seine Freundin Maggie "Maggatron" Exner - zurückgreifen. Mit Letzterer spielte er 2012 das Album "The Shakes" ein. Für dieses Jahr ist eine neue 7" angekündigt, die über 80/81 Records erscheinen wird.




Occhio Trio:

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Wenn man als Label schon so bekennend den üblichen Hörgewohnheiten trotzt, dann darf eine Improvisations-/Free-Jazz-Band im Labelkatalog natürlich nicht fehlen. Das Occhio Trio aus Taranto, deren Mitglieder sich schlicht A, A2 und S nennen, dürften dabei Pflicht und Kür zugleich sein. Auf ihrer 25-minütigen Debüt-EP tun die drei alles in ihrer Macht stehende, um ihre Instrumente gegeneinander auszuspielen. Und sollte versehentlich doch mal harmonischer Einklang entstehen, so ist dies kein Dauerzustand. Die Ausnahme bildet der letzte Song "mprox", der elf Minuten lang fast schon post-rockig, mit tollen Gitarrenläufen und Basslines, seine Kreise zieht.  

Jahres-Sampler