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Dienstag, Juni 11

Der Bandcamp-Hardcore Vol. 12

Arroyo:

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Das 2006 gegründete Quartett debütierte 2009 mit ihrer EP "Individuum & Massen" (2 Tracks in 30 Minuten, Stream HIER), wohlgemerkt noch einige Zeit vor der jüngst los getretenen Post-Metal/Postcore-Welle, die den deutschen Untergrund regelrecht platt walzte. Ihre DIY-Releases sind längst vergriffen, ihr erster Langspieler "Arroyo" steht nun zum Pay-What-You-Want-Download auf Bandcamp bereit. Das tronte seiner Zeit nicht zu Unrecht in der Visions-Rubrik "Demo des Monats". Die Hessen um Gitarrist Yannic Pöpperling (Aldo Raine, siehe auch weiter unten) spielen sich durch epische Melancholie, die immer wieder durch akustische Orkanausbrüche durchbrochen wird. Die Wall-of-Sound in Windeseile aufgestellt, nur um den Hörer kurz darauf und abrupt in tiefe und dunkle Abgründe zu schubsen, der sich fortan stoischer Klaustrophobie ausgesetzt fühlt. Wahnsinns Debüt-Album!   



Buy Here


Sun Worship:

Soundcloud//Last fm
Die Berliner Post-Black-Metal-Band Sun Worship mischte Februar diesen Jahres ihre zweite EP unter's Volk. Nach zwei Tape-Releases findet mit "Surpass Eclipse" nun auch endlich ihr erstes Werk seinen längst überfälligen Platz auf 180g Vinyl. Zwei Tracks auf über 13 Minuten Spielzeit gestreckt. Post-Metal, der mit düsterem Gekeife das Ende aller Tage einzuläuten vermag, der sich über morbide und paranoide Ambientparts tief ins Unterbewusstsein frisst und Riffs, die sich wie um eine Spirale gewickelt immer enger zusammenschnüren, bis einem die Luft weg bleibt. Könnte aber auch daran liegen, dass man vor lauter Spannung einfach mal vergessen hat zu atmen. Gelungener Vinylauftakt, trotz des viel zitierten Genres.     




Painted Wolves:

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Painted Wolves aus Göteborg verbinden rifflastigen als auch melodiösen Hardcore-Punk mit Düsterästhetik und führen diese unter dem strengen und gnadenlosen Arm des Straßengesetzes zusammen. Das schwedische Quartett, bestehend u. A. aus (ehemaligen und aktiven) Mitgliedern von Anchor, Dead Vows, 8 Days of Nothing und Death is Not Glamorous (siehe unten), wird Ende Juni 2013 ihre neue "s/t"-EP veröffentlichen, ein Five-Label-Co-Release.

DL Unholy EP

Buy Here, Here, Here & Here



Death is Not Glamorous:

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Die Band, die sich nach einer Textzeile des Embrace-Songs "No More Pain" benannte, schlägt ihre Wurzeln eher im Melodic Punk, trifft aber auch mal die rauheren Töne. 2011 waren die Jungs mit La Dispute und Touché Amoré auf Tour. Wenn das mal keine Hausnummer ist...

DL Soft Clicks EP (Songs einzeln)
DL Undercurrents EP (Songs einzeln)
DL Demo (Songs einzeln)
DL Split w/ Another Year
DL Split w/ Down & Outs
 Buy Here, Here & Here



Problems:

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Mit Problems wollten Death-is-Not-Glamorous-Sänger Christian und -Gitarrist Espen andere Einflüsse auf ihre Musik wirken lassen. Zusammen mit Henrik von Evolve (Free-Downloads HERE & HERE) und Lars von Okkultokrati geht's Richtung Galle spuckenden Hardcore-Punk, der's fast schon trashig eilig hat, über die Bühne zu fegen. Nach Angaben von Christian das negative Pendant zu den positiven DING-Songs.




Trembling Hands:

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Gemeinsames Bandprojekt von Johann Dyrsson (Tjuvjakt und Mitbegründer des Labels Ödebygd Records), Henrik Michelson (ebenfalls Tjuvjakt) und Daniel Pettersson (Suis La Lune). Roher Postcore mit einigen Melodic-Hardcore-Einschüben und Punk-Attitüde. Ihre Debüt-LP soll diesen Sommer über Adagio 830 erscheinen.
Außerdem

Boysetsfire - While a Nation Sleeps...:
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Zugegeben, etwas überraschend trifft uns ihr fünftes Album "While a Nation Sleeps..." schon. Geschlagene sieben Jahre ist es her, als Boysetsfire ihr bis dato letztes Album "The Misery Index: Notes from the Plague Years" veröffentlichten. Frontmann Nathan Gray gründete inzwischen seine neue Band The Casting Out, mit denen er mittlerweile auf drei Alben zurückblicken kann und reiste mit seiner Punk-Combo The New Recruits unter Gottesbeistand. Und mit I Am Heresy bekannte er sich jüngst zu einer neu entfachten Leidenschaft - und die Bewunderung zu seinem Sohn Simon. Aus dem Nichts also feierte "While a Nation Sleeps..." eine berauschende Releaseparty im kleinen Kreis, wovon es die limitierte Red-Vinyl-Variante (250 St.) nicht mal in die Regale der Plattenläden schaffte, da sie bereits im Preorder restlos vergriffen war. Auch die 500 Exemplare der Clear-Vinyl dürften sich mittlerweile zur Rarität gemausert haben. Auf ihrem neuen Album machen Boysetsfire im Grunde nicht viel anders, als auf ihren bisherigen - und somit auch vieles richtig. "While a Nation Sleeps..." ist nicht die befürchtete Kurzschlussreaktion, sondern die bewährte Quintessenz aus Emocore, Post-Hardcore und Hardcore-Punk, die der Band seit ihren Anfangstagen nicht nur die Rolle eines der wichtigsten Vorreiter auf dem Leib brannte, sondern auch seit fast 20 Jahren noch immer einzigartig und unverwechselbar macht. Keine Experimente, kein krampfhaftes Anpassen an die Gewohnheiten der Gegenwart, und vor allem, kein niederträchtiger Kniefall vor der Musikindustrie. Das hat Gray nach Gründung seines eigenen Labels End Hits Records sowieso nicht mehr nötig. Noch immer die selben unbarmherzigen Riffs im Anschlag, die durch Gray's fiesem und angepisstem Gekeife durch die Strophen gepeitscht werden, angestachelt von Neu-Drummer Dan Pelic und Rückkehrer Robert Ehrenbrand, der sich die Bassistenrolle mit dem ebenfalls neu hinzugekommenen Rev. Chris Rakus teilt. Wenn sich etwas geändert hat, dann höchsten die flehende Theatralik, die sich in den meisten Refrains zu bislang unerreichten Höhen hochschaukelt. Und die oftmals vorangestellten Kommentar-Samples, die ihre Funktion als einleitende Stimmungsanheizer nicht verfehlen. Aber das beherrschten sie schon immer wie keine zweite Band. "While a Nation Sleeps..." dürfte sich über dem Status des Überraschungsalbums hinaus, mit Sicherheit einen Platz ganz weit vorne in der diesjährigen Liste der Besten seiner Art sichern. In jedem Fall ist es aber ein beispielhaftes (Quasi-)Comeback.        

Buy Here, Here, Here, Here ..... und allen gängigen Onlinestores und Mediamärkten.   


Aldo Raine/Nous Étions 12"-Split:

Pünktlich zur letztjährigen Bescherung deportierten die Düsseldorfer Doom-Post-Rock/-Metaller Aldo Raine und das kanadische Postcore-/Screamo-Quintett Nous Étions ihre gemeinsame Split (bereits HIER besprochen) als kostenlosen digitalen Download unter unseren Weihnachtsbäumen. Das nicht näher für 2013 bestimmte, angekündigte physikalische Release soll nun endlich Ende Juni die Tore der Pressfabrik verlassen, nachdem beide Bands bereits kurz zuvor die Test-Pressungen in ihren Händen halten konnten. Erscheinen wird die 12" über das Münsteraner DIY-Label Maniyax Records, das nach einigen Problemen im letzten Jahr seit Mai mit einem neuen Webstore am Start ist. 10€ kostet ein Exemplar der auf 500 Stück limitierten EU-Pressung auf schwarzem Vinyl.

Samstag, Januar 12

Was gibt's Neues?



Hier mal einen kurzen Überblick über interessante Releases der letzten Monate, welche für euch vielleicht einen Kauf wert sind. 


Between the Buried and Me - The Parallax II: Future Sequence (2012):

Between the Buried and Me (BTBAM) sind zugegebener Maßen lange Zeit an mir spurlos vorbeigezogen. Erst neun Jahre nach ihrem s/t-Debüt-Album und mit Erscheinen der "The Parallax: Hypersleep Dialogues -
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EP" und dem gleichzeitigen Wechsel zu Metal Blade Records, konnte mich das Quintett aus North Carolina in seinen Bann ziehen. Mittlerweile tobt sich die Band nicht mehr nur auf dem unendlichen Spielplatz des Progressive aus und reizt Genregrenzen gekonnt bis zum Synapsenkollaps, wie dies zuvor bereits Protest the Hero (die für März/April ebenfalls ein neues Album angekündigt haben) oder auch, um mal bei Blog-interne Referenzen zu bleiben, Tetrafusion taten. "The Parallax II" ist nun also die inhaltliche Fortsetzung der 2011 erschienenen "The Parallax-EP", in der zwei Erzählcharaktere unbekannter Weise Millionen Lichtjahre voneinander getrennt leben, jedoch seelisch miteinander verbunden sind. Konzeptionell in jeder Hinsicht also die Aufmerksamkeit des Hörers genauso fordernd wie zuvor, die Nerven jedoch um einiges mehr strapazierend, da dynamischer. Die Songs schlagen Haken, wie ein Hase auf Ecstasy und entwicklen sich in unberechenbare Richtungen. Im Studio waren diesmal nicht nur ungewohnt viele Gastmusiker, sondern mit Klarinette, Tuba, Violine und Saxofon auch vollkommen neue Instrumente vertreten. Und wenn das Geshoute und Gegrowle Tommy Rogers' heroischem Gesang weicht, haben sich BTBAM nicht zu unrecht den Titel als Progcore-Variante von Mars Volta verdient. Aber wie auch schon John Baizley, Frontmann von Baroness, bezüglich seines letztjährig erschienenem Album "Yellow & Green" sagte: "Man muss sich für dieses Album Zeit nehmen. Das Album komplett an einem Stück durchzuhören, würde selbst mich überfordern." Mit 72 Minuten ist "The Parallax II" bis zur innersten Rille ausgebucht, bzw. die CD komplett vollgepackt. Ist als Gatefold - DoLP mit Colored Vinyl (marbled Blue, marbled White) und als CD im Digibook (23 Seiten) erhältlich und somit definitiv einen Kauf wert.    



Buy Here and Here

Lafftrak - Game Over!-Tape & Das Ende der Welt-7":


Buy Game Over! Here and Here


Hier bei Gerda bereits mit ihrem "Folge 4: Ärger im Paradies - Tape" (kostenloser DL) vorgestellt, ist die - vermutlich aus Köln stammende und in Echsenkostümen auftretende Band - mit zwei neuen Releases am Start. Die "Das Ende der Welt 7"" kommt als Clear Vinyl mit Downloadcode und beherbergt fünf neue Songs, wohingegen die "Game Over!-EP" als blaues Tape (ebenfalls mit DLC) mit fünf neuen und zwei neu aufgelegten Songs daher kommt. Beide Outputs erscheinen diesmal auf Tief in Marcellos Schuld und sind auf 300 (7") bzw. 250 Stück (Tape) limitiert. Ihre Songs noch immer mit reichlich ironischen Samples aufgepeppt, entwickeln sich Lafftrak mittlerweile zu wahren Songakrobaten. Was auf ihren anfänglichen Releases vielleicht noch etwas zu zerfahren und willkürlich wirkte, ist nun besser aufeinander abgestimmt. Die rock-typischen Instrumente harmonieren mit dem entfachten 8bit-Kreuzfeuer und verleihen den Songs, die nunmehr auch  als solche mit Wiedererkennungswert funktionieren, eine treibende Dynamik. Das macht Spaß zuzuhören und beschattet mich - mit der Eigenschaft eines Rezensenten - mit dem schlechten Gewissen, Lafftrak in meinem ersten Review zu engstirnig abgehandelt zu haben und vielleicht bloß als müden Antitainment-Abklatsch auf weiter Flur stehen ließ. Sorry dafür. Dennoch bin ich froh, mich derart eines Besseren belehren lassen zu können. Daher meine Korrektur: Lafftrak wechseln den Präfix Refe- zu Konkurrenz!    

Aldo Raine - Split mit Nous Étions:

Aldo Raine Facebook//Nous Étions Facebook
Um zu zeigen, dass Aldo Raine (Gerda-Review hier) nicht nur ein, aus der Langeweile heraus, entstandenes Nebenprojekt von Arroyo-Frontmann Pöpperling ist, legen diese nun zwei neue Songs nach, darunter der zur "Welthass"-EP gehörende Titeltrack. Mit knallenden Riffs und spannenden Hooks galoppieren sie abermals experimentierfreudig durch Postrock, -core und -metal. Als Split-Partner durfte das kanadische Quintett Nous Étions aus Montreal herhalten, welches ihre beiden Songs zwar in ebenso atmosphärischer Dichte präsentieren, jedoch um Einiges brachialer zu Werke gehen. Den Download gibt's vorab gegen Spende, das physikalische Release soll in diesem Jahr folgen. 

P.S.: Eine zweite Auflage von Aldo Raine's "Welthass"-EP (50 Stück) steht für Diejenigen bereit, die beim Kauf der ersten 20 Exemplare zu zögerlich waren. 2 €!!!
DL Aldo Raine - Welthass EP

Buy Nous Étions - Limbes Tape


Pianos Become the Teeth/Touche Amore-Split 7":

PBTT Facebook//TA Bandpage
Neues aus dem Hause Topshelf Records. Die Amerikaner machen gemeinsame Sache mit Deathwish Inc., wobei beide Labels ihre jeweiligen  2012er-Exportschlager auf eine 7inch packen. TA sind mit ihrem neuen Song "Gravity, Metaphorically" am Start, der sich in gewohnter Manier über vier Minuten lang durch Breaks und Tempowechsel, härteren sowie melancholischeren Parts und Bolm's emotionalen Geschreies kämpft. Als passende Einleitung dazu steuern PBTT ebenfalls einen neuen Song bei. "Hiding" beginnt ruhig und steigert sich über fünf Minuten in einen wahren Gefühlsrausch. Beide souverän gut. Für Sammler gilt: schnell noch die letzten Exemplare sichern. Die 7" erschien in den Farben Gold, Half Electric Blue/Half Gold und Aqua Blue, wovon nur noch letztere erhältlich ist.  

Buy TA/PBTT-Split 7" Here or Here


Indian Handcrafts:

Ich will zu Beginn gleich mal hoch Stapeln und Indian Handcrafts als DIE Reminiszenz aus Hard Rock, Crossover und Stoner lobpreisen. Obwohl die Band wahrscheinlich genau das gar nicht sein will. Sie könnten sowohl in der heimischen Anlage eines gewöhnlichen Hard-Rock-Hörers rotieren, als auch in der eines elenden Nerds, der von den Anderen wegen seines unkonventionellen Musikgeschmackes hämisch
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belächelt wird. Bereits ihre S/T-Demo-CD ließ ihr Talent in roher Form durchblitzen. Anstrengend war es, vertrackt und verzerrt. Aber stets mit einem Auge Richtung 80/90ger schielend. Auf ihrem Debüt befindet sich genügend Rohstoff, aus dem Bands wie QOTSA oder Black Sabbath Welthits zusammengebastelt hätten. Indian Handcrafts könnten das womöglich auch - wenn sie denn wollten. Wollen sie aber nicht. Das zeigt ihr Quasi-Debüt-Album "Civil Disobedience For Losers", welches mit groovenden Gitarrenriffs, ausladenden Hooks und krachendem Garage-Noise eher die unentschlossene Mitte sucht. Weder Mainstream oder experimentell, noch brotlose Kunst. Das ist das Werk eines kanadischen Duos, das mächtig auf den Putz haut und Spaß daran hat, auch wenn man sich für "Civil Disobedience For Losers" zwei Gastmusiker ins Studio einlud. Die treibende Kraft von Daniel Brandon Allen (Gitarre, Gesang) und Brandyn James Atkins (Drums, Gesang) zeigt, das Rock auch gerne mal wieder Eier raushängen lassen darf. Wie obszön!  


Red Apollo - Marche Funébre:

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Mit ihrer Demo-EP "Quiet As Death", die es auch in die Visions geschafft hat, fand das Dortmunder Quintett Red Apollo auch zum ersten Mal Beachtung auf unserem Tanzcafé (siehe hier). Vom Sound her hat sich nicht viel geändert, außer, dass "Marche Funébre" diesmal auf Albumlänge wie ein Beserker mit dem tonnenschweren Streithammer zum Rundumschlag ausholt und dabei alles zermalmt, was nicht rechtzeitig vom Fleck gekommen ist. Black-Metal, Postcore und Sludge wölben sich zu einem unaufhaltsamen, brachialem Montrum auf, das nichts weiter als Tod und Verwüstung hinterlässt. Klingt schlimm? Ist es auch! Für den geneigten Hörer, bei dem Isis, Cult of Luna und Dergleichen bereits reichlich Narben auf dem Trommelfell hinterlassen haben, sicherlich eine willkommene Abwechslung. Erscheint bei Alerta Antifascista und demzufolge über Doomrock als Black Vinyl, Clear Vinyl with Gold-/Black-Splatter und Gold Vinyl with Black Splatter, erhältlich.



Außerdem haben Jungbluth (Review & DL hier) - das ist die Hardcore-/Screamo-/Punk-Band, die sich aus 3/4-tel Alpinist zusammensetzen - auf den rasend schnellen Rausverkauf ihres s/t-Debüt-Tapes reagiert. Das auf 200 Stück limitierte Tape erschien Mitte November letzten Jahres und war bereits Ende selbigen Monats ausverkauft. Aufgrund der großen Nachfrage erscheint nun eine zweite Auflage des Tapes, welches mit Booklet (Lyrics), A5-Poster, Button und in schwarzer Stofftasche verpackt, zusätzlichen Kaufanreiz bietet. Anstelle von transparent-schwarz und grau, erscheint das Tape nun in weiß. Lieber schnell zugreifen, denn vorab wurden Diejenigen bevorzugt, die im letzten Jahr angefragt, jedoch keines mehr abbekommen haben.

Montag, September 24

Aldo Raine - Welthass



Aldo Raine, benannt nach dem von Brad Pitt gespielten, nazikillenden Leutnant aus Inglorious Bastards, ist das neue Projekt von Yannic Pöpperling, der ja bereits mit Arroyo zwei brachiale Whateverpostcoremonstren durch den deutschen Untergrund hetzte. Auch "Welthass" könnte so ein Monstrum sein, wenn es denn die drei Beteiligten so gewollt hätten. "Anchored", das Intro der EP, plätschert melancholisch vor sich hin, will Spannung heraufbeschwören, ohne jedoch einen Spannungsbogen zu kreieren. Irgendetwas zirpt unter der Oberfläche, will raus. Vier Minuten lang hält einen der Song hin, bereitet den unvermeintlichen Ausbruch vor. "God Called Me to be a Nun. I Became a Prostitute." schließt nahtlos an, allerdings nicht mit der erwarteten Wall-Of-Sound. Ein kräftiges Schlagwerk und eine melodiöse Gitarre begleiten den Song in die nächste Etappe und so langsam wird einem klar, dass man sich spätestens jetzt im eigentlichen Spannungsbogen befindet. Erst im letzten Drittel des Songs überschlagen sich die Instrumente. Pöpperling kreischt sich die Seele aus dem Leib und hat mit Kim Wermes einen ebenbürtigen Schreihals an seiner Seite. "Seppuku" (der ritualisierte Selbstmord der Samurai) nimmt den wuchtigen Schluss seines Vorgängers direkt auf, platziert dort, wo man eigentlich mit einsetzenden Schreiattacken rechnet, plötzlich einen frivolen Fidel-Twang, ehe sich wieder Schlagwerk und Gitarre in stoischer Ruhe die Bühne teilen und sich Pöpperlings klagendes Wehgeschrei, wie ein letzter verzweifelter Hilferuf, darüber ablegt. Der Rest ist abgeklärte Routine einer ambitionierten Band, die Postrock und -Metal als Basis zum Herumexperimentieren nutzt, und damit nicht mal ansatzweise Rückschlüsse auf genretypische Definitionen zulässt. Pöpperling selbst zeichnete sich für das Coverartwork verantwortlich, welches sich in Papierhülle mit silberglänzendem Aufdruck präsentiert. Der weiß bedruckte Silberling erschien in einer streng limitierten Auflage von gerade mal 20 Stück.

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DL Welthass-EP via Bandcamp

Jahres-Sampler