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Sonntag, März 3

magret. - Schiessen-Session



Kurzinfo:

Live hatten sich magret. in den letzten Monaten eher rar gemacht, dafür verbrachten die vier Trierer scheinbar mehr Zeit im Studio. Die digitale Tinte zu ihrer dritten EP "Surfen" war noch nicht ganz getrocknet, da veröffentlichte die Band mit "Driften" auch schon den zweiten Teil ihrer angekündigten Doppel-EP und keine drei Monate später gleich noch EP #4 hinterher.
Angesichts ihrer letzten Meldung, dem Aus der Gruppe nach sieben gemeinsamen Jahren, wohl eher ein letztes Aufbäumen und die finale, selbstgegebene Freiheit nochmal am eigenen Sound herum zu experimentieren. Auch die "Schiessen-Session" fällt weitestgehend unter dem eigenen Etikett "Rotzpop", denn im aufgewühlten Gesang schwingt immer noch genügend Unverständnis, Klage und Wut mit. Dennoch sind magret.'s (vorerst) letzten fünf Songs wesentlich eingängiger und vor allem melancholischer ausgefallen. "Sleepover", "Caput" und der tolle Closer "Sören" sind zeitlose Ohrwürmer in der Schnittmenge zwischen Indie(pop) und Indie-Punk, wie er um die Jahrtausendwende Hierzulande groß geworden ist und mittlerweile in den Kultstatus gehoben wurde. Nicht zuletzt deshalb finde ich es extrem schade, dass die Band während ihrer sieben-jährigen Schaffensphase nicht die Aufmerksamkeit erhielt, die sie verdient gehabt hätte und kein einziges Label-Release aufweisen kann. Zumal magret. mit den dumpfen Keyboardeinlagen und dem düster-bissigen, fast schon Cold-wavigen "Sichtbar" auf "Schiessen-Session" zu guter Letzt nochmal ihre Wandelbarkeit unterstreichen und ihrem Sound einen vollkommen anderen Anstrich verpassen.
Bye bye, liebe magret.s. Ich werde euch vermissen.


Band: magret.

Titel/Release: Schiessen-Session/EP (Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2019

Genre: Indie, Indie-Punk, Wave

FFO: Kazimir, 2nd Skin, Messer

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Soundcloud\\//Youtube




DL "Schiessen-Session"


Dienstag, Juni 14

magret. - Spucken in den Wind EP



Band: magret.

Titel/Release: Spucken in den Wind/EP (Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Indie, Indie-Punk, Post-Punk

FFO: Muff Potter, Love A, Kazimir, Mr. Inman, Skeletor

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Soundcloud\\//Youtube



Kurzinfo:

Für asseligen Deutschpunk vielleicht zu indirekt, zu schnörkellos für den Post-Punk. Es gab eine Zeit, zu der Indie-Punk gekonnt ein Schlupfloch besetzte und von Bands wie Muff Potter & Co. Hierzulande salonfähig gemacht wurde.
Magret. liefern auf ihrer zweiten EP "Spucken in den Wind" (anscheinend gab es noch mehr Bandcamp-Veröffentlichungen, die mittlerweile aber heruntergenommen wurden??) vier eingängige Songs ab, von denen vor allem der echauffierte Opener "Gänsemarsch" und das zum Ende hin choral-explodierende "RIP" im Ohr hängen bleiben. Das Trierer Quartett will sich gar nicht allzu lange in der Post-Moderne aufhalten, schließlich war früher zwar nicht alles besser, aber zumindest anders und einiges auch unkomplizierter: "when we die bury us in the clothes of our youth". Magret. wollen uns nicht erzählen, was wir zu tun oder zu lassen haben. Vielmehr sind sie aufmerksame Beobachter mit einem Auge für die Schwarzmalerei und dem Herzen am linken Fleck. Und genau diese Bordsteinkantengeschichten sind es, die die Band nostalgisch in der Zeit zurückkatapultiert. Ein emotionaler Chor wie in "RIP" mit Verszeilen wie "weil Wahrheit eine Scheiß-Lüge ist" biedert sich der Theatralik regelrecht an. Magret. verpacken das Alles lieber in einer rotzigen Attitüde und wollen die Dinge unreflektiert für sich stehen lassen, weshalb sie auch keiner Übertreibungen oder Zielvorgaben bedürfen. Natürlich tragen sie auch etwas triste Schwermut im Herzen, was nicht ganz spurlos an einem melancholischen Song wie "2 Wale" oder dem schrammeligen Closer "Die grosze Freiheit" vorbeizieht.

DL Spucken in den Wind EP

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