Posts mit dem Label Cortarmao werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Cortarmao werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, Juni 6

Gesplittet, Teil 15


Cold Kids & Krank - Split-EP



Mit den Cold Kids und Krank teilten sich nun auch endlich zwei Koryphäen des "Special Interest"-Deutschpunks eine Kurzrille. Zwar liegen zwischen dem garagigen "Krankpunk" der fünf Hamburger und dem wavigen Rachut-Gedächtnis-Punk des Bamberger Quartetts so einige musikalische Welten. Im bissigen Kontext passt das hier aber natürlich wie Arsch auf Eimer.

Cold Kids: Facebook\\//Bandcamp

Krank: Bandpage\\//Facebook\\//Bandcamp\\//Instagram

DL Here & Here

Buy Here, Here & Here


ANCST & Depravation Split-EP


Mensch könnte ja fast befürchten, dasz bei der Releaseflut von ANCST auch mal ein Ausrutscher dabei ist. Ja gut, ich für meinen Teil bin jetzt nicht so der Dark-Ambient-Versteher, weshalb mir die entsprechenden Releases des Hauptstadtkollektives auch relativ am Ohr vorbeigehen. Wenn es aber wieder heißt - so wie auf dieser Split - , die wutgeballte Faust mit der Durchschlagskraft des Blackened Crust und Black Metal nach oben zu reißen und sich auch noch mit tollen Melodien im Gehörgang festzubeißen, gibt es derzeit im schwarzen Business wohl kaum eine Band, die ANCST das Blut reichen kann.
Auf der B-Seite meldet sich das Gießener Quartett Depravation nach anderthalb jähriger Releaseabstinenz zurück und klingen mit ihrem dreckig-walzenden Blackened Metalcore so, wie ich es mir von den Post-"Shadow Hearts"-Caliban gerne gewünscht hätte.


Depravation: Facebook\\//Bandcamp\\//Instagram

Stream & Buy Here, Here & Here


Cortarmao & .leaves - Split-EP


Cortarmao und .leaves - das ist Jugendliebe auf den ersten Schrei. Nicht nur, dass beide Thüringer Bands eine gemeinsame Tschechien-Tour absolvierten und sich auch sonst gerne auf der Bühne abklatschen und einige .leaves-Boys auch auf dem mittlerweile erschienenen ersten Longplayer von Cortarmao zu hören sind. Um ihren (gemeinsamen) Fans die jeweiligen, mittlerweile restlos vergriffenen Debüt-EP's noch einmal in physikalischer Form zugänglich zu machen, wurden beide auf ein Split-Tape vereint, im individuellen Karton und inklusive Booklet, handnummeriert auf 50 Stück.
Das sich der zerfahrene und trotzdem groovende Mathcore der Erfurter mit dem beißenden, ab und zu ziemlich spontan abtourenden Post-Hardcore-Punk der Jenaer hervorragend ergänzt, muss nicht weiter näher erläutert werden. Schnell zugreifen, bevor auch diese Schmuckstücke weg sind.

Cortarmao: Facebook\\//Bandcamp\\//Youtube\\//Soundcloud

.leaves: Facebook\\//Bandcamp\\//Bandpage

 DL Cortarmao-Songs via "Demo 2015"

DL .leaves-Songs via "Kontraste"-EP

Buy Here & Here


Sur L'eau & What Of Us - Split-EP


Sur L'eau (franz. für Auf dem Wasser oder Über Wasser, keine Ahnung, hatte Russisch als Wahlfach) aus München debütierten im letzten Jahr mit einer 2-Song-EP. Als Äquivalent zur, ebenfalls erst kürzlich von mir entdeckten Black-Metal-Band Kurz vor schwarz, bedeuten sie für den/die geneigte_n Emoviolence Hörer_in vor allem eins: eine Grenzerfahrung, die vor allem nach unentschlossenen Post-Hardcorelern Ausschau hält.
Als Split-Partner halten vier Jungs aus New Jersey her, die bereits reichlich Erfahrungen in anderen Bands wie Capacities, Weather Lore, Au Revoir, Guidelines, Less Life, Black Kites und In First Person (Puh!) gesammelt haben. Als What Of Us haben sie sich nun bereits zum dritten Mal eine EP mit einer anderen Band geteilt. Passt, denn ihr wilder und zugleich kompromissloser Mix aus progressiven Screamo und Mathcore mit dezenten Hardcore-Punk-Anleihen, dürfte sie als hervorragenden Gastgeber für Hardcore-Bands jeglicher Art ankündigen. Starkes Split-Release!

Sur L'eau: Facebook\\//Bandcamp\\//Instagram

What Of Us: Facebook\\//Bandcamp

DL & Buy Here, Here & Here


Pool Rules & Community Service - Dream Big Split-EP


Was hält sich denn hier im Untergrund versteckt?! Zwei Bands, die scheinbar schlichtweg ihren Winterschlaf verpennt haben und noch tief in den 90ern feststecken - und von modernen Auswüchsen wie Alternative-Pop und Post-Grunge keine Kenntnis genommen haben.
Die internetscheuen Pool Rules kamen bei uns bereits mit ihrem tollen Demo-Debüt zur Ansprache. Das Saarländer Duo um ehemaliger Baby Lou- und Finding Faith-Beteiligung spielt rauhen Alternative-Punk, der auch mal kurz am Post-Hardcore kratzt. Zwei neue Nummern, die gewohnt ohne Umschweife ihr Ziel finden.
Auf der B-Seite findet sich das ebenfalls aus dem Saarland stammende Quartett Community Service ein, die der Split ihre ersten beiden Songs überhaupt beisteuern. Gegenüber ihren Split-Partnern, packen CS noch eine Schippe Roughness oben drauf und verhallen das ganze mit groovigen Grunge-Gitarren. Und bis auf dem kleinen Post-Rock-Ausflug in "Mess", orientiert sich das hier sympathisch an seinen Ur-Vätern. Geheimtipp!!!

Pool Rules: Bandcamp

Community Service: Facebook\\//Instagram

DL "Dream Big" B-Side

Buy Here & Here



Freitag, Mai 25

Platte des Monats 05/2018: Cortarmao - Herzmaschine



Cortarmao liefern mit "Herzmaschine" ihren ersten Longplayer ab und das abermals in kompletter Eigenregie. So erscheint das Album als rot-grau-marmorierte Vinyl und als handgestempelte und -nummerierte CD über das eigene Label Feenoise, wobei sich die Band ganze Nächte um die Ohren schlug, um sich mit den Tücken des Aufnehmens, Mischens und Mastern herumzuärgern.
Ein Umstand, der dem Album sicherlich an einigen Stellen anzuhören ist, unter dem Deckmantel des D.I.Y. aber zumindest billigend und für die Hörerschaft wohlwollend in Kauf genommen wurde.
Was mit den zwei 2015er Demo-Songs vielleicht noch etwas zu kurz für einen Gesamteindruck ausfiel, wird auf "Herzmaschine" nun zu einem wahren Wahnsinnsspektakel für Hartgesottene zusammengepfercht. Was mit der fiesen, schleppenden Doomwalze "Aorta" noch recht monoton vor sich hinrumort, wird bereits mit dem fetten Riff im folgenden "Baldachin" in eine andere Sphäre katapultiert. Fortan bewegen sich Cortarmao auf einen schmalen Grad zwischen Genie und Wahnsinn, durchbrechen ihre mitreißende Hooks mit wüsten Noise-Eskapaden und fangen ihre trügerische Stille in verstörenden Kammerspielchen ein. Über jeden der neun Songs schwebt stets die mit Spannung erwartete Unberechenbarkeit, die die vier Thüringer mindestens genauso meisterhaft beherrschen wie die vielzitierten Math- und Noisecore-Größen. Dass dafür auch noch einige befreundete Musiker aus der Region mit eingebunden wurden - u. A. sind zwei Mitglieder von .leaves zu hören, mit denen sich Cortarmao ja zuvor ein schick aufgemachtes Split-Tape teilten (siehe HIER) - , setzt der Vielfalt natürlich noch die Krone auf.

Auch wenn es für diese Sparte des Hardcores vielleicht nur eine relativ kleine Fangemeinde gibt - Bands wie Cortarmao sind enorm wichtig, um dieses Genre auch hierzulande salonfähig zu machen.

Band: Cortarmao

Titel/Release: Herzmaschine/Album (300x Red Marbled Vinyl, 49x CD, Digital)

Label: Feenoise

Erscheinungsjahr: 2017

Genre: Mathcore, Post-Hardcore, Metal

FFO: The Dillinger Escape Plan, Soma Nowaja, Tentackle, Norma Jean

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Youtube\\//Soundcloud\\//Last.fm



Stream "Herzmaschine"

>>>>>>>>>>>>>>> Buy Here <<<<<<<<<<<<<<<


Donnerstag, November 9

Video Kills The Radio Star Vol.5

Rolo Tomassi



Rolo Tomassi gehören wohl zweifelsohne zu den Bands, denen mensch gar nicht böse sein kann wegen der vielen experimentellen Ausflüge in benachbarte Genres. Im Falle der englischen Band ist es ohnehin erstmal schwierig, ein passendes Hauptgenre zu definieren. Progressive-Core, Jazzcore und Mathcore - so ganz einig oder sicher scheinen sich die globalen Journalisten da nicht zu sein. Dabei verläuft der Trend von Rolo Tomassi seit ihrem letzten Album "Grievances" sogar etwas gegenläufig, nämlich hin zu "normaleren" Strukturen, was auch nicht unbedeutend daran liegt, dass Frontfrau Eva Spence ihre zarte Stimme entdeckt hat. "Rituals" ist glücklicher Weise weit entfernt von einem harmonischen Reigen wie "Opalescent", passt sich dennoch am ehesten der düsteren Grundstimmung ihres letzten Albums an und überzeugt abermals durch ein melancholisch-atmosphärisches Keyboardspiel. Und Eva? Die zeigt eindrucksvoll, dass ihr rauhes Kehlchen noch immer hervorragend zu Double-Bass-Attacken funktioniert. Größtenteils...




A Perfect Circle
 

Dass ein neues Tool-Album immer unwahrscheinlicher wird, zeigt vor allem die noch wesentlich unwahrscheinlichere Tatsache, dass Maynard James Keenan mit seiner Zweit-Band A Perfect Circle dreizehn Jahre nach "eMOTIVE" einen neuen Song veröffentlicht hat. Ja gut, dazwischen kam "By And Down" und live tauchte auch der eine oder andere unbekannte Song auf. Aber so richtig auf dem Schirm hatte mensch das amerikanische Quartett nicht mehr. Umso kalter erwischt einen "The Doomed", der seinen Namen im Rahmen der bandeigenen Philosophie alle Ehre macht. Kein Doom-Rock, dafür ein kalter Schocker mit einer schaurig-schönen Melodie. Ein Song, der sich auf Anhieb in meiner Best-Of der Band katapultiert hat. Vielleicht kommt da ja noch was....



Specht Ruprecht


2012 debütierte das Erfurter Quartett mit ihrem Album "Kaisers neue Kleider". Danach kleine Konzerte in unregelmäßigen Abständen, ehe ab Juli diesen Jahres die heiße Promo-Phase für den Zweitling "Jubel Trubel Halbwahrheit" begann. Dazu gehört auch "Quader", der wohl heißeste Album-Anheizer dieser heißen Boys. Ein behutsam aufbauendes Intro, gefolgt von Crossover-Rap und einem nicht weniger old-schooligem Schlachtruf-Refrain, natürlich einem Schlager-tauglichem Gitarren-Solo und einem Schlusspart, der nochmal so richtig - na klar - anheizt. Geiler Song, und ich verspreche euch, es soll nicht der Einzige des Albums bleiben.




Cortarmao


Den Thüringener Vierer Cortarmao hatten wir hier bereits mit ihrem verheißungsvollen Demo besprochen, das vor allem Mathcore-Begeisterte um Bands wie The Dillinger Escape Plan & Co. zu beglücken wusste. Für dieses Jahr war nun auch der erste Longplayer avisiert, dessen Vinyl-Release die Vorbesteller jedoch etwas auf die Probe stellte - ohne dem Eigenverschulden der Band. Egal, Download und CD gab es pünktlich und noch pünktlicher den Vorreiter "Decoder". Der liefert ohne Abstriche ab, was der/die geneigte Hörer_in von einem ordentlichen Mathcore-Album erwartet: etwas verstörende Atmosphäre, markerschütterndes Gegrowle und psychotisches Gekeife, sprunghafte Rhythmen und die eine oder andere melodische Nuance, da mensch ja schließlich nicht vollkommen abgestumpft ist.




Funeral For A Friend



Zugegeben, es ist wohl vergleichsweise ein geringer Aufwand für eine gemeinsame Split-EP, lediglich den Anderen zu covern. So geschehen auf der Split-7" von Boysetsfire und Funeral For A Friend, die wohl aus einer jahre-langen Freundschaft beider Bands resultiert. Hat sich die legendäre Post-Hardcore-Vorreiterband wenigstens noch einen weitgehendst unbekannten Song aus der Anfangsära ihrer Kollegen heraus gepickt, haben es sich die fünf Jungs aus Bridgend da schon wesentlich einfacher gemacht und den wohl größten Hit ihrer Split-Partner gwählt - "Rookie". Letztendlich bleiben FFAF mit ihrer Interpretation so ziemlich 1:1 beim Original. Klar, "Rookie" kann Band eigentlich auch bloß Kaputtspielen, als ernsthaft verbessern.



 

Mittwoch, August 12

Cortarmao - Demo 2015



Band: Cortarmao

Titel/Release: Demo 2015/EP (101x Digipak-CD, Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Post-Hardcore, Mathcore, Metal

FFO: SOME, Soma Nowaja, Pine Barrens und natürlich Dillinger Escape Plan

Links: Facebook\\//Soundcloud\\//Backstagepro\\//Youtube



Kurzinfo:

Als sich SOME im Jahr 2010 zeitgleich mit ihrem Abschiedsalbum "Lucky You, Sisyphus" auflösten, hat mich das schon ziemlich getroffen. Vor allem, weil ich die Band zu spät für mich entdeckte, um auch nur eine ihrer Demo-CD's abzugreifen (die Band-Diskografie kann man sich übrigens noch immer kostenlos downloaden ->HIER). Klar, der ehemalige Göttinger Fünfer war sicherlich nur den Wenigsten ein Begriff, und bereits vorher oder mit Bands wie Soma Nowaja im Nachhinein, traf man hierzulande hin und wieder auf ein paar Hardcore-Verrückte, die metallische Wucht und Dynamik in rhythmische Destruktion prügelten. Hört sich kompliziert an, ist es in den meisten Fällen auch. Da ist es nunmal schwer aus der Masse herauszustechen, weil eben nur eine kleine eigenwillige Zielgruppe überhaupt Kenntnis von solchen Bands nimmt. Dennoch - und das mag jetzt sicherlich merkwürdig klingen - gibt es wohl kein anderes Musikgenre, das mehr Fingerspitzengefühl fordert, als der mathematische Sektor, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Auch hier lassen sich durchaus Qualitätsunterschiede feststellen, denn Mathcore kann wesentlich mehr sein, als unüberschaubarer Krach. Präzise und (extrem) strukturiert zum Beispiel oder interessant, weil es nunmal keine zurechtgeschnittene Radioware ist, sondern mit jedem Hördurchlauf neue Details zum Vorschein bringt. Was Cortarmao im Song "A" auf knapp viereinhalb Minuten komprimieren, würde sich bei der Hardcore-Band X mindestens über drei Songs erstrecken. Die stürmischen, Haken schlagenden Gitarren zu Beginn, die immer wieder aus der Hook brechen, ehe es zu eingängig werden könnte; die metallischen Riffs samt Gegniedel, die eben nur so oft wiederholt werden, wie es nötig ist; der Downtempopart im Endspurt. Dazu wird geschrien, gekreischt und gegrowlt was das Zeug hält. Der manisch debile Krachblizzard "B" kann dagegen fast schon als eingängig bezeichnet werden, würde sich da nicht zum Ende hin dieses harmonisch-frivole Saxofon in den Song verirren. Das ist näher am Jazzcore, als es The Dillinger Escape Plan mit ihrem Album "Miss Machine" nachgesagt wurde.

Zwei Songs sind vielleicht etwas zu wenig für eine Gesamtbilanz. Sie zeigen aber schonmal, dass das Thüringer Quartett seine Prämissen richtig setzt. Zum Beispiel das Debüt-Demo gleichmal als Digipak-CD rauszuhauen. Diesmal war ich zumindest schnell genug, mir ein Exemplar zu ergattern.

DL & Buy Demo 2015


Jahres-Sampler