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Montag, Juni 6

Die Bandcamp-Punks Vol.26

The Brannigans



The Brannigans teilen sich unüberhörbar ein Mitglied mit THE MALADRO!TS und Peng! Peng!. Im Gegensatz zum trashigen 70ies-Garage-Punk Erstgenannter und die noch zusätzlich orgelnden Zweitgenannten, bringt das Lörracher Trio ihren Retro-Garage wohl noch am bodenständigsten rüber, wohlgemerkt in Relation gesetzt. Vielleicht ist es ja eine Demonstration, um zu zeigen, in welche Richtungen dieses als eingängig empfundene Genre so alles entweichen kann.
Zwei Jahre ist es nun schon her, als uns die Brannigans mit ihrem Debüt-Tape "Opinion Former" so sehr überraschten, dass wir sie aus lauter Panik gleich mal zur "Platte des Monats" kürten. Zwar konnten wir die Band damit nicht wirklich pushen, was allerdings trotzdem nicht erklärt, warum sie noch immer nicht die 100-Likes-Marke geknackt haben. Vielleicht ist die Stimmung Hierzulande einfach bloß am Tiefpunkt und keiner empfänglich für, zumindest in akustischer Hinsicht, gut gelaunten Punk. Aber was haben denn die Ärzte jedes Mal im Radio verloren?! Egal. The Brannigans gehen mit ihrer zweiten EP, die abermals auf Tape erscheint, ihren Weg unbeirrt weiter und liefern neun energiegeladene und tanzwütige Songs ab, die wegen des frivolen und teils überoktavierten Gesangs eine leicht trashige Note abbekommen. Kein ausladendes Gegniedel, keine künstlichen Schnörkel, allesamt auf das Nötigste reduziert. Zwischendurch gibt's etwas Retro-Georgel in "Away", in "Your Fault" fehlen für den Ska-Bonus eigentlich bloß noch die Trompeten und "Please/Broke/Hate You All" liebäugelt gar mit dem Hardcore-Punk. All das sind kleine Gewohnheitsausreißer, denn vor allem die ansteckenden "When You", "Kill Team", "Can't Stand Your Face" und "Stay At Home" sind, neben den zuvor genannten, partytaugliche Smasher der Marke The Hives. Sowas gehört eigentlich auf Vinyl, is klar, ne?!

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DL "Broke" Here & Here

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See More Glass

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In Hamburg ist es eher wahrscheinlicher, dass sich eine neue Band aus alten Teilen zusammensetzt, als dass sie wie aus dem Nichts auf der großen Bühne erscheint. Dafür hat sich in den letzten Jahren in der dortigen Szene einfach zu viel getan. Hinter See More Glass verbergen sich demnach vier bekannte Gesichter aus ehemaligen oder winterschläfrigen Gruppen wie Girolamos Walk, Torpedo Holiday, Ashtray Monument, I Found Myself in Austin, Texas und Moro, die sich mit ihrem neuen Projekt nun auf eine andere Reise begeben, als bisher. Mensch muss es schon in aller Deutlichkeit sagen, was die vier Jungs auf ihrer Debüt-EP "Tomorrow", die auch in einer kleinen Auflage selbstvertriebener Tapes erscheint, ist an vergleichsweiser Eingängigkeit wohl kaum zu überbieten, was keinesfalls negativ gemeint sein soll. "Tomorrow" ist aber dennoch ein Release, das mensch mit diesem Backgroundwissen so nicht erwarten konnte. 
Die sechs Songs stehen am Scheideweg zwischen New Wave und Post-Punk, und somit inmitten der 80er-Jahre. See More Glass klingen mit ihrer unaufdringlichen Instrumentierung und dem dazu konkurrierenden, kratzigen Gesang, der immer wieder auszubrechen droht, als müssten sie die damalige Rebellion unbedingt weiter anheizen. Das klingt dann mehr Vintage, als Retro und gehört eigentlich in den Plattenschrank zwischen The Cure, The Smiths und Echo and the Bunnymen.

DL Tomorrow EP

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Forester

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Das Extensive Magazine hat es sich vielleicht etwas zu umständlich gemacht, als es im Interview mit den fünf Jungs von Forester ihren Stil zum Pop-Punk-Hardcore erklärte. Das ist sicherlich nicht falsch, eben bloß etwas naiv umschrieben, denn die Musikevolution hat für derartige Musik bereits seit fast drei Jahrzehnten einen festen Begriff: Emocore. So weit wollen Forester, die sich zu 3/5tel aus den ehemaligen Deathcorelern Medea Rising zusammensetzen, aber gar nicht in die Zeit zurückreisen. In den 90ern waren es Bands wie Weezer, Blink-182 oder Sum 41, die den Punk auch im Mainstream populär machten und als logische Weiterentwicklung Gruppen der etwas härteren Gangart wie Colour of Fire, Funeral for a Friend und Emanuel nach sich zogen. Genau hier steigt das Sachsenbrunner Quintett ein und könnte damit vielleicht sogar wieder den Nerv der Zeit treffen, denn viel zu lange schon ist dieses Genre verpönt. Forester legen auf ihrer letztjährig erschienenen Debüt-EP los wie junggebliebene Altmeister, mit dem Wissen, dass das Alles schonmal dagewesen ist. "Forever in Doubt" fängt für diese Verhältnisse fast schon etwas zu progressiv an, verliert sich schließlich aber doch noch in einer eingängigen Melodie mit aufgewühlten (Schrei-)Gesang, samt Schreichöre. Auch "Failure" ist ein Song, der die Millenium-typische teenage angst mit viel Theatralik freien Lauf lässt, ehe der dritte und letzte Song "The Nameless Kid" auch dank Gastsänger Mark von Shattered Lions mit einer ordentlichen Kante Melodic Hardcore entfremdet wird. Das klingt für hiesige Untergrundverhältnisse tatsächlich ganz schön fett und wäre in den Staaten wahrscheinlich schon das nächste große Ding.

DL EP 2015


Lester

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"Heavy Pop" oder "nicht-wirklich-pop-aber-punk-schon-auch-gar-nicht" - Lester verstehen es nicht nur hervorragend, sämtlichen Rezensenten die wortgewaltigen Phrasen von der Tastatur zu klauen, sondern vor allem den Kritikern jeglichen Wind aus den Segeln zu nehmen. Hat ja immerhin auch schon wunderbar in "8 Mile" geklappt. Ich will der Band keineswegs auf die Füße treten, aber was die Theorie schon vermuten lässt, klingt auch in der Praxis wie eine Mischung aus den Donots, Jupiter Jones und anfängliche Revolverheld, nur, dass sich bei dem bayerischen Quintett eben noch alles im Untergrund abspielt. Nach der Debüt-EP "Der Einöde zum Trotz" und ihrer Split mit Glorious Thieves, ist "Manöverkritik" das dritte Release der Band, das diesmal allerdings als Tape und mit Hilfe des Labels Laserlife Records erscheint. Drei neue Songs, die gewohnt eingängig und druckvoll ins Ohr wandern und durchaus das Zeug dazu haben, es sich dort gemütlich zu machen. Die beiden Gitarren liefern eindringliche Melodien, der Bass legt darunter den Groove ab und das Schlagzeug sorgt dafür, das Alles im Takt und somit auch für die Schüchternen tanzbar bleibt. Sänger Andy füttert seine Stimme mit reichlich Leidenschaft und dezenter Wut, bekommt ab und an etwas Unterstützung von nachdrücklichen und mitreißenden Chören, und sorgt somit für ein rundes Gesamtkonzept. Keine Frage, derartiger Musik kann und darf mensch auch gerne kritisch gegenüber stehen. Solange sich Lester allerdings ihre Songs von der Seele musizieren, anstatt sie der verwöhnten Hörerschaft leblos zum Fraß vorzuwerfen, ist das Alles erlaubt.

DL Manöverkritik EP

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We Laugh

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In Sachen guten, untergründigen Hardcore-Punk ist das Ruhrgebiet schon seit Jahrzehnten eine sichere Bank. Ich für meinen Teil trauere immer noch den grandiosen Millenium-Violencern Tristan Tzara und Kobra Khan nach. Glücklicher Weise konnte sich seitdem auch der Nachwuchs recht gut hören lassen, zu dessen jüngeren Vertretern auch die pissigen Hardcore-violencer Madame Monster und die Hardcore-Punks Barren Land gehören. Die beiden Dortmunder Knüppeltruppen teilten sich in der Vergangenheit nicht nur öfters eine gemeinsame Bühne, sondern seit dem letzten Jahr auch ein gemeinschaftliches Projekt. We Laugh, das sind ⅓ Barren Land und 2⁄3 Madame Monster, deren Sound sich auch exakt in dieser Schnittmenge wiederfindet. Im Mittelpunkt steht ganz klar das schier wortlose Gebrülle, das dermaßen räudig und schnell vor sich hin gekotzt wird und sogar eingefleischte Rätselfreunde beim Mitlesen der auf Bandcamp eingespeisten Lyrics vor eine knifflige Aufgabe stellen dürfte. Fast schon divergent dazu serviert uns das Trio sechs old-schoolige und rifflastige Hardcore-Punk-Bretter, die wie in "Phrasenschwein" und "Aus der Ecke an den Tresen" mal etwas rasanter gen Fastcore sprinten oder sich auch mal in twangiger Melancholie verirren können ("Und komm mir nicht mit Gott"). 
Ihr Debüt-Demo ist bislang nur digital erschienen. Für den Spastic-Fantastic-Sampler "Sex mit Bekannten" (kaufst du am besten HIER) hämmerten We Laugh das 38-Sekunden-Epos "Es könnte immer so sein" ein. Vielleicht wird aus dieser Affäre ja noch eine Liebesbeziehung...

DL Demo


Kyrest

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Kyrest existieren bereits seit 2008. Von einem Geheimtipp dürfte mittlerweile also nicht mehr die Rede sein, auch wenn das Quartett aus Erlangen mit gerade mal vier Veröffentlichungen eine noch recht überschaubare Diskografie aufweist. Um Quantität ging es der Band allerdings noch nie so wirklich, stattdessen konnten sich Kyrest schon immer gut den Umständen anpassen, ohne dabei an eigener Identität einzubüßen. So ist nicht nur der anfängliche D-Beat-Einschlag ihres 2009er Demos ein ganzes Stück näher dem Dark Hardcore-Punk der letzten "Life.Life.Disaccord"-EP auf den Pelz gerückt, auch die musikalischen Themen greifen stets aktuelle Miszstände auf: "[...] you spreading fear of losing little status to those who have lost everything [...]". Geschürte Ängste, die von Kyrest in einem entsprechend krachigen und düsteren Soundtrack eingefangen wurden, der widerum unverkennbar in der Tonmeisterei und dem AJZ Bielefeld zur Formvollendung fand. Das mag dann in der Summe vielleicht nicht aus der Masse um artverwandte Genre-Vertreter wie Ruins, Jungbluth oder Lentic Waters herausstechen, braucht sich hinter genannten Größen aber auch keineswegs verstecken.

DL Life.Life.Disaccord

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Max Power

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Ja gut, der Name Max Power ist spätestens seit den Simpsons ein ausgelutschter Hut. Immerhin hat mensch so schonmal eine vage Vorstellung, wohin die Reise mit dem Leipziger Quintett gehen könnte. Max Power nehmen sich selber nicht ernster als sie müssen, was im Übrigen auch für ihre Genresprünge gilt. Adoleszente und sarkastische Zeilen wie "[..] die alte ist jetzt mausetot im himmel gibt‘s sicher auch mal mehr als immer nur eintopf und dazu altes schimmelbrot [..]", "[..] Mama was ist ein Rimjob?[..]" oder "[..] ich bin ein fleißiger robbenklopper, mir geht es gut klopp‘ ich robben locker  [..]", münden auch immer wieder in bitteren Ernst, wobei sogar die eigene Szene ihr Fett wegbekommt ("Militante Gruppe"). In musikalischer Hinsicht sind die Sachsen gar noch etwas flexibler. Für ihr frivoles Partyprogramm ist ihnen nichts heilig, egal ob Punk'n'Roll, Fun-, Indie- und Hardcore-Punk oder einfach bloß erdiger Punkrock. Natürlich dürfen dabei auch nicht die gut gelaunten Blechbläser fehlen, die die Band aus alten WARP NOIN-Zeiten bis in die Gegenwart verschleppten. Max Power klingen somit nicht nur wie eine Mischung aus Specht Ruprecht und Tiefenrausch, sie sind auch ein weiterer Beweis, dass Meckern manchmal auch Spaß machen kann.

DL Eisgeburt LP

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Kotwort

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Deutschpunkgruppen mit Stuhlgang im Bandnamen, das passt. Angeschissen, Kackschlacht, Mann kackt sich in die Hose und nun also auch Kotwort. Wurde ja auch endlich mal Zeit, denn ein derartiges Wortspiel wirft sich so richtig dreckigen und räudigen Straßenköterpunk ja regelrecht vor die Füße. Und dennoch gibt's auf dem Debüt-Album "Lückenloser Lebenssauf" des Düsseldorfer Trios nicht nur die kalte Bierdusche zu spüren, sondern vor allem eingängige Punknummern, die das Blut ordentlich in Wallung bringen und direkt auf die Zwölf gehen. Sorry, aber das sind nunmal Standardfloskeln für kernigen Deutschpunk. Drei Akkorde für zehn eingängig-melodiöse Songs, hat ja auch wunderbar schon zu Revolutionszeiten funktioniert. In diesem Sinne sind Kotwort natürlich mehr Wellenreiter, als Vorläufer. Aber das ist ok, denn Songs wie "Doc Holiday", "Bildung vs. Stadion", "Bauarbeiter" und die obligatorische Hass-Hymne "Abgefuckter brauner Dreck" machen auf der Tanzfläche vor der kleinen Kellerklubbühne keine Gefangenen.
Mit dem Titeltrack sind Kotwort übrigens auch auf dem Soli-Sampler "Gleiches Unrecht für Alle" (Schallhafen, Heartcooksbrain, My Favourite Chords) vertreten.

DL Lückenloser Lebenssauf


HC Baxxter

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Ich bin der Auffassung, dass die eigene Meinung in einem Musikreview möglichst kurz gehalten sein sollte. Bringt euch ja nichts, ob ich etwas gut finde oder eben nicht. Ich muss mir das jetzt aber von der Seele schreiben: Punk und Electro, das wirkt auf mich immer noch befremdlich. Und ich meine keinen Synthie-Punk oder Nintendocore á la Snarg oder Antitainment, die sind nämlich cool, sondern so richtigen Techno und Rave. Vor allem bei so manchen antifaschistischen Straßenzügen, komme ich mir manchmal vor, wie auf der Love Parade. Hört eigentlich noch jemand Daily Terror? Naja...nur so am Rande, ich will ja schließlich nicht meckern, denn das kann der Hannoveraner HC Baxxter schließlich auch ganz gut. Sein "Zeckenkirmes" setzt sich aus Techno, Rave und Trance zusammen, wobei er mit tanzwütigen, 90er-mäßigen Happy-Hardcore-Beats seinem parodierten Namensvetter schon verdammt nahe kommt. Wird einem demnächst auf der Straße wohl noch öfters begegnen, zwischen Tathandlung und Robosaurus.

DL Debüt



In der Kürze liegt die Würze


Béatrice

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Der Gainesville-typische Emocore hat Germoney schon vor vielen Jahren erreicht und seine Spuren in der hiesigen Musiklandschaft hinterlassen. Dennoch scheint es beinahe so, als stünden die Sterne über dessen Jüngerschaft um Bands wie Rowan Oak, Rivers & Tides und gewissermaßen auch die Rollergirls nicht gerade günstig. Auch die Berliner Band Béatrice hat sich 2013 dem angerauhten Emo-Punk-Genre angeschlossen, debütierte ein Jahr später mit ihrem Demo und spielte zumindest anfangs noch fleißig Shows, ehe es zunehmendst ruhiger um ihr wurde. Wie wir mittlerweile wissen, gab es da einige Abwägungsprobleme, die zur Folge hatten, dass Drummer Andy wohl endgültig zu den Technoiden übergelaufen ist. Schade eigentlich, denn die drei Songs auf "The Sweaty Years" sind allesamt energiegeladene Bündel, die mit viel Groove und Leidenschaft daherkommen und bisweilen sogar an die großartigen Donots oder Goodbye Fairground erinnern.

DL The Sweaty Years EP

Buy CDr via Mail to: listentobeatrice@gmail.com


Glowworms


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Ob nun die Progressive-Folkcoreler The Pax Cecilia, die Melt-Banana-Tribute-Grinder PANTS, die schrägen Folkrocker 9 Words oder die völlig überdrehten Neocruster Old Man of the Mountain - die diversen Neben- und Vorprojekte der aktuellen und ehemaligen Glowworms-Mitglieder lassen bereits erahnen, dass es einem die Pittsburgher Combo Glowworms nicht einfach machen wird. Auf ihren bisherigen zwei EP's treffen Post-Hardcore-typische Riffs auf verzerrte Noise-Gitarren, aber auch post-rockige und -punkige Melodien mit psychotischen Gesang. Ein wild ineinander verknotetes Potpourri verschiedenster Stile, das einem immer dann eiskalt erwischt, wenn mensch sich schon mit dem Schlimmsten abgefunden hat.

Stream & Buy "1" EP
Stream & Buy Digitally "Vapid Age" EP


Aika Akakomowitsch

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Und weil uns HC Baxxter schon so begeistert hat, gibt's gleich nochmal Nachschlag in Sachen Electro-Punk. Aika Akakomowitsch würden auf einem Label wie Audiolith sicherlich eine noch bessere Figur abgeben. Dort sind die drei Jenaer alledings nie gelandet. Dabei klingt die Band wie eine gesunde Mischung aus Egotronic, Does It Offend You, Yeah? und Daft Punk. Manchmal und manchmal eben auch ganz anders. Denn neben knackigen Beats, fetzigen Synthies und retro-futuristischen Roboterstimmen, haben Aika A. durchaus auch ihre experimentellen Phasen, wie im organisch-psychedelischen "Die Lunge brennt ab" oder beim Piano-Arrangement am Ende von "Insane Train".
Neben ihrem selbstbetitelten Tape, das von der Band selbst bereits in der zweiten Auflage feilgeboten wird, teilten sich Aika A. eine Split-EP mit ihren indie-post-punkigen Hometownboys Perry's, die als schwarze 7inch über idealPOP erschien.

Buy Digitally & Tape

Buy Perry's & Aika Akakomowitsch - Mit dem Traktor nach L.A. Split-7"

Donnerstag, Mai 1

Lester - Der Einöde zum Trotz 7"



Zu rotzig und dynamisch für glattgebügelten Pop-Punk; zu emotional für die beinharte Punkrockecke; zu unpolitisch, um dem Deutschpunk in den Schoß zu fallen. Lester aus München reißen mit ihrer Musik viele Schubladen auf, passen jedoch in keiner so wirklich hinein. Für einen jeweiligen Kurzaufenthalt reicht die Zeit gerade noch aus und so sammeln die vier Bayern ihre bevorzugten Zutaten zusammen, um daraus ihr eigenes Süppchen zu kochen. #Schublade und #Suppe?! Lester nennen das "Heavy Pop", was neben einer treffenden Beschreibung des Äußeren, natürlich auch ihr gutes Recht ist, sind die Beteiligten immerhin allesamt routinierte Punkmusikanten (3x Punchers Plant & 1x Dailysoap) und somit schon viel zu lange im Geschäft, um sich irgendwelchen Regeln zu unterwerfen. Schubladen schon mal gar nicht! Letztendlich ist das alles aber viel zu viel Gerede für so wenig Sinn, denn die vier Songs auf Lester's Debüt-7inch "Der Einöde zum Trotz" lösen sämtliche Genre- und Subgenre-Diskussionen in einen homogen fließenden Sound auf. Zwar bestechen die Songs durch äußerst eingängige Melodien, die sich sofort im Gedächtnis einbrennen. Allerdings darf das Tempo gerne mal variieren, wie im Song "Neue Ufer", der zum Schluss nochmal all seine Energie bündelt, oder zu Gunsten der eindringlichen, an Midwest-Emo erinnernden Melancholie gedrosselt werden, womit sich Lester gegen die vorherrschende, norddeutsche Fraktion um Kettcar & Co. auflehnen.

Im Mai gehen Lester zum allerersten Mal auf Tour (siehe Plakat unten). Im Gepäck: viel Bock und die "Der Einöde zum Trotz"-7inch, die zu hundert Stück auf hellblauem und zu zweihundert Stück auf schwarzem Vinyl gepresst wurde (alles komplett in Eigenregie). Spenden-Download und Vorverkauf bietet Bandcamp.



https://www.facebook.com/events/1418729691720833/?ref=5

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DL Der Einöde zum Trotz 7"

Buy Here & Here

Montag, Juli 29

Die Bandcamp-Punks Vol.11


Take Your Drugs:

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Das die fünf Würzburger bzw. Schweinfurter einen wirklich blöden Bandnamen hatten, wussten sie selber am besten. Die 2010 unter dem ursprünglichen Namen Final Attack gegründete Band benannte sich ein Jahr später aus Respekt vor der gleichnamigen indonesischen Band Final Attack um. Und da die Band gerade fleißig am Touren war und schnell ein neuer Name her musste, kann man die Umbennung in Take Your Drugs wohl als Kurzschlussreaktion werten. Das sollte uns aber nicht davon abhalten, unsere Ohren dennoch ans 2011er Demo-Debüt der Band zu verschenken. "Capitol Chaos" bläst mit fetten Gitarren gleich zu Beginn zum Angriff und würdigt seinen Titel mit pissigen Gekeife und einigen netten Ideen. Das darauffolgende "Under the Surface" macht es sich erst einmal im Ska und Indiecore gemütlich, bis es sich zum Ende hin schließlich doch noch steigert. Rund zweieinhalb Minuten dauern ihre Songs, in denen die Hardcore-Punks fette Riffs mit treibenden Gitarrenmelodien paaren, nicht großartig ausschweifen und somit auch nicht viel Zeit damit verschwenden, Genre-Fans überzeugen zu müssen. Überzeugt sind wir trotzdem! 2012 leider das Aus der Band. Lediglich mit neuem Schlagzeuger sind vier ehemalige TYD-Mitglieder seit letztem Jahr in einem neuen Projekt involviert. Unter dem Namen Dearest geht's mehr Richtung Post-Hardcore/Screamo/Emocore, was bislang den Song "Eleven" (höre HIER) hervorbrachte. Der hat es gleich mal auf zwei Sampler geschafft - Shivery.MMXII.Productions, das damit seinen ersten Geburtstag feiert (Free-DL HIER) und auf dem Eröffnungssampler von Scruffy Dooom Productions (Spenden-DL HIER). Über ersterem ist bereits Dearest's Debüt-Release "Discovery" angekündigt, das als CD und auf Tape irgendwann in 2013 erscheinen soll.   


Rubble the Cat:

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Und weil's so schön ist, bleiben wir gleich mal in Würzburg. Dort liegt seit 2011 das Debüt-Album der vier Punkrocker von Rubble the Cat, die mit reichlich Spaß die Schnittstelle zwischen Pennywise und Millencolin beackern und die Fans zu Skate- und Melodic-Punk jubeln lässt. Natürlich bieten sich da einige Ska- und Reggae-Ausflüge regelrecht an (kommt euch der Song "Don't Cry Little Emo-Boy" auch so bekannt vor?!). Seit diesem Jahr sind die Jungs mit einigen neuen Songs unterwegs, die bald auch ein neues Album schmücken sollen.    




Harke:

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Seit wann genau das Würzburger Quartett Harke in dieser Formation steht, wird man wohl nur erfahren, wenn man die Jungs direkt fragt. Fakt ist, seit 2011 geben sie Vollgas und spielen ihre Konzerte selbst dann bedingungslos bis zum Ende, wenn ihnen die Bass- und Gitarrensaiten um die Ohren fliegen. "Turbostaat-Fans aufgepasst...", hieß das übereinstimmende Fazit, womit sich die Keller- und Kleinst-Club-Gänger nach jedem Auftritt der Band vereint in den Armen lagen. Im letzten Drittel des letzten Jahres stellten sie schließlich ihre ersten sechs Demosongs zum Free-Download online. Sechs Songs, die sich vertrackt und unbequem durch Deutsch- und Post-Punk schlängeln, dabei die Melodie nicht vernachlässigen und sich manchmal sogar im Post-Hardcore wiederfinden. Ein physikalisches Release steht noch nicht zu Buche. Allerdings sind Harke auf dem kürzlich erschienem Compilation-Tape "The Miyagi Tapes" (Buy Here) vertreten, das von Miyagi Records rausgehauen wird und neben einigen tollen Newcomerbands (z.B. Rollergirls, The Rabbit Theory) auch schon etwas länger existierende Gruppen wie Kenzari's Middle Kata oder Fluten beherbergt.


A Week of Sundays:

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Bands wie Blink 182 und New Found Glory trugen einst den Pop-Punk in die weite Welt hinaus, dürfen aber nicht für die Peinlichkeiten, die das Genre fortan für eine ganze Weile ertragen musste, verantwortlich gemacht werden. Zwischen eben genannten und ihren Ablegern besteht nämlich ein himmelweiter Unterschied, wenngleich er nur maginal in der jeweiligen Musik zum Ausdruck kommt. Wirklichen Spaß an der Musik zum Beispiel, wie ihn das Würzburger Quintett A Week of Sundays versprüht, deren Songs auch wunderbar zu Teeniekomödien á la "American Pie" (die guten Teile natürlich!) und generell in die Zeit der Spät-90er/Früh-00er passen würden. Die sommerlichen Gute-Laune-Melodien schütteln sie auf ihrer Debüt-EP "Awaken Me" mit Leichtigkeit aus dem Ärmel und gönnten dieser mit zweijähriger Verspätung die längst überfällige, fette Produktion. Für Pop-Punk-Verhältnisse an einigen Stellen fast schon zu fett, da das Gitarre-Bass-Schlagzeug-Trio auch gerne mal zu rifflastigen Hardcore rüber schielt. Ihre zweite EP "Set Sails for the Stars" (höre HIER) wurde von Mike Kalajian (u. A. für Moving Mountians und Ace Enders and a Million Different Peoples tätig) aufgenommen und zusammen mit Acuity.Music, dem jungen digitalen Sublabel von Let It Burn Records, veröffentlicht. Die grenzt sich mit einigen progressiven und alternativen, manchmal fast schon post-hardcorigen Ausflügen und rauherem Gesang hörbar von der Vorgänger-EP ab.



Half Mast:

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Gitarrist James Michael Benson und Sänger Mike Danyluk waren schon zu ihrer gemeinsamen The B-Movies-Zeit bekennende Filmfreunde. Mit ihrer 2011 gegründeten Band Half Mast und drei neuen Mitstreitern treibt es sie nun brandschatzend und volltrunken weit auf die offene See hinaus, als Herrscher der Meere und um dem aussterbenden "Deadmonton" neues Leben einzuhauchen. Die Fahne nicht auf Halbmast als Zeichen der Unterwerfung, sondern höchstens aus Respekt vor den großen Vorbildern Dropkick Murphys. Ein sicheres Händchen für schwungvollen Folk-Rock und frivolen Spelunken-Spaß zeichnet die Band ebenso aus, wie ihre Vielseitigkeit. Im Gegensatz zu eben genannten reichen Half Mast jedoch Akustikgitarre, Mandoline, Flöte, Schlagzeug und ein leicht angeheiterter Chor aus, um ausgelassen das Tanzbein zu schwingen. Nach zweijähriger Aufnahmepause arbeitet die Band derzeit an neuen Songs.    


Panzerband:

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Hinter dem Quartett aus Flensburg steckt u. A. Bäppi, Kopf des Human Parasit Fanzines. Und wer sich schon mal durch eine seiner Ausgaben geblättert hat, der weiß auch, dass wo Bäppi drauf steht, auch 100% Punk drin steckt (schönes Assi-Deutsch, aber auch das passt). Polternder Deutschpunk, räudig und bepisst direkt aus der Gosse kommend, derbe und rotzend auch nicht die härteren Töne vernachlässigend. So - und nur so - funktioniert ehrlicher Deutschpunk, der sich ein fettes DIY auf die haarige, verschwitzte Brust tätowieren darf. Ihr Demo-Tape ist auf 200 Exemplare limitiert, kommt passender Weise mit kleinem A6-Fanzine, Sticker und Button. Das flenst!


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10K Volt Ghost:

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Erst in den kalten Wintertagen des Jahres 2011 gegründet, verkündeten die vier Amerikaner aus Burlington das Ende von 10K Volt Ghost. Ihre letzten Juli-Shows wolle die Band noch über die Bühne bringen, danach werden sich einige Mitglieder einem neuen Bandprojekt widmen, über das allerdings noch Stillschweigen vereinbart wurde. Ihr Debüt- und gleichzeitig einiziges Release "Clubhouse Demo" mausert sich somit zur Rarität und ist derzeit noch als blaues Tape (limitiert auf 50 St.) über das DIY-Label Get Stoked! Records (Free-DL's HIER, für Bestellungen gibt's derzeit den Rabatt-Coupon "BOSTON", der euch 50% eures Gesamteinkaufs spart) erhältlich. 10K Volt Ghost verpassen ihrem Pop-Punk eine ordentliche Portion Alternative-Einschlag und lassen sich in ihren verhältnismäßig ausdauernden Songs zu einigen Post-Hardcore-Riffs hinreißen. Fetzt!



Weight of the World:

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Ihre Texte handeln of von Belastung und gesellschaftlichen Druck, weshalb die vier Amerikaner letztlich auch zu ihrem Bandnamen Weight of the World fanden. Düster, pessimistisch und jegliche Religion ablehnend, zielt ihr eingängiger und rifflastiger Hardcore-Punk eindeutig auf die Magengegend ab, weiß mit einigen hübschen Melodiebögen aber auch das Moshpit zu füllen.


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Außerdem
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Das Münsteraner Label This Charming Man Records, dass in der jüngeren Vergangenheit nicht nur zuletzt durch Releases von Bands wie Messer und Freiburg sein im Namen getragenes Adjektiv nochmals unterstrich, kann zwei neue Mitglieder begrüßen. Ok, Die Nerven's TCM-Debüt "Fluidum" liegt nun auch schon über ein halbes Jahr zurück. Wer sich bisher aber weder Hals noch Bein an einem ihrer Stolpersteine, die das Stuttgarter Trio seit 2012 im deutschen Noise-Punk platziert, gebrochen hat, sollte dies schleunigst nachholen. Die Nerven machen ihren Namen bewusst zum Programm, schrammeln sich durch frickeligen Noise-Rock und Post-Punk der 80er und wickeln ihren Sound in der kratzigen Wohlfühldecke des lo-fi ein. Klar, dass da einige Trash-Einlagen nicht fehlen dürfen. Ihrem Album - über TCM als LP zu haben, wovon den ersten 100 Exemplaren eine Bonus-7" mit der Lana del Rey-Interpretation "Sommerzeit Traurigkeit" (Free-DL HIER) beigefügt wurde - folgten in diesem Jahr zwei Splits mit Freiburg (RSD-Edition über TCM) und den Riot-Grrrls Candelilla (HIER erhältlich). Über Bandcamp gibt's den Stream zu ihrem 2012er Demo "Asoziale Medien" (HIER).

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das eNde machen Schluss mit lustig und treiben auf ihrem Debüt-Album "Der Teufel ist ein Silberfisch" (Stream HIER) zehn wahnwitzige Songs durch die Wirren des Noise-Punk. Mit eindeutiger Rachut-Attitüde geht's vertrackt und vervös auf und ab, Rhythmussektionen werden ebenso im Galopp genommen wie aufgebrochen, ab und an flirren tanzfiebrige Synthies auf. Nach ihrer Gründung im Jahr 2011, einem Demo-Release und einigen Shows (u. A. mit Messer), soll die Band in diesem Jahr ihr Ende finden. "Der Teufel...", welches von der Band in nur zwei Tagen eingespielt und unter dem eigenen Label ChuChu Records produziert wurde, ist somit einziger physikalischer Nachlass der Band, das es über TCM neben der Standard-Black-Vinyl auch als limitierte Piss-Yellow-Variante gibt. Im Herbst soll noch eine letzte EP erscheinen, danach wollen sich die Beteiligten gemeinsam und unter anderem Bandnamen einem anderen (experimentellen) Projekt widmen. 

P.S.: Übrigens haut TCM eine Free-Compilation raus, die neben Songs von Messer und Freiburg, auch jeweils einen Song der beiden oben genannten enthält.

DL TCM-Free-Compilation 2013

Lester:

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Noch nicht so viel zu erfahren über die vier Münchner Jungs von Lester. Mit dem Demosong "Neue Ufer" gewähren sie immerhin einen kleinen Vorgeschmack auf das, was uns im Sommer 2013 erwarten soll - nämlich ihre erste EP. Und die darf von uns mit Vorfreude erwartet werden, sollten Lester weiterhin solch energiegeladene Songs schreiben. "Neue Ufer" fällt zu Beginn dem Melodic-Punk in den Schoß, versprüht in den Strophen etwas Pop-Appeal, offenbart im Refrain seine Hymnenhaftigkeit und bündelt für den Endspurt nochmal sämtliche Kräfte.

Jahres-Sampler