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Donnerstag, Mai 19

Gesplittet, Teil 12

BATTRA// & Chaver - Split-7"



Ich kann mich immer nur wiederholen: die zwei Raufbolde von BATTRA// (ex-Fromage) sind mir ein bisschen zu fleißig, um tatsächlich (unge)waschechte Pennerpunks zu sein. Seit ihrer letztjährigen EP "Asozial seit Tag 1!" gab's nicht nur Nachschlag in Form des Jahresabschluszsongs "True Till Meth" und dem kürzlich erschienenen Drone/Ambient/Noise(???)-Soli-Tape "気暴力", sonder auch eine Split-7" mit ihren Buddies von Chaver.
BATTRA// sind dabei mit zwei Songs am Start. Zum einen mit dem bedrohlichen, monoton-stampfenden "Blümeranz", zu dem die Jungs auch ein hochwertiges und verhältnismäßig fast schon poetisches Video abgedreht haben. Als Nachspeise servieren uns die zwei Halunken den Vapeilas-Hit "Adelskrone" und kleiden die Penner-Hymne schlechthin endlich mit dem passenden Gewand ein.
Die B-Seite gehört BATTRA//'s langwierigen Weggefährten Chaver, mit denen sie schon zu Labdam-Zeiten gemeinsam auf Tour waren. Mit "shavoth #83// eschewed" gibt's nun also die erste Kostprobe nach der Umtaufe, die sich vom Stil her nicht wirklich vom old-schooligen dbeat-Hardcore-Punk ihres Alter Egos unterscheidet. Der Song klingt dennoch wie ein kartharsischer Neuanfang, wirkt aufgeräumter und vor allem druckvoller. Ein wahres Brett, dass Lust auf mehr macht.

Zweihundert 7inches wurden gepresst (50x grün, 50x magenta, 100x schwarz), die über BATTRA//'s eigenem Label BLSN.WRST RECORDZ und Chaver's Bigcartel-Shop erhältlich sind.

BATTRA//: Facebook//Bandcamp//Youtube//Last.fm

Chaver: Facebook\\//Bigcartel

DL Split-7" A-Seite & B-Seite

Buy Here & Here


Teen Creeps & Mind Rays Split-7"

Mit Teen Creeps und Mind Ray teilen sich hier zwei belgische Bands der Oddie Records-Familie eine Split-EP, die bereits gemeinsam auf dem Labelsampler "Sketchy Kids Vol.One" vetreten waren, zusammen mit einigen anderen Bands, in denen Mind Rays-Sänger Christophe seine Finger im Spiel hat oder hatte (The Tubs, The Future Dead und außerdem bei Superlijm).
Mind Rays haben sich 2013 in Gent gegründet und haben seither noch keine Möglichkeit gefunden, von dort wegzukommen. Wollen sie vielleicht auch gar nicht, denn mit ihrem Mix aus Psych, Fuzz, Noise, Punk und Garage, hat sich das Quartett bereits eine ordentliche Fanbase in der Region erspielt. Und weil Mind Rays seit neuestem Mitglied bei Gnar Tapes sind, können sie das Ganze auch ungeniert "Gnarage" nennen. So viel zur B-Seite.
Die A-Seite füllen Teen Creeps, genauso wie Mind Rays, mit zwei Songs aus. Das mittlerweile ebenfalls in Gent ansässige Trio reist mit ihrem 90s-Emo nicht ganz soweit in der Zeit zurück und zeigt sich auch wesentlich melodieverliebter. Während "Take" jedoch mehr Richtung Gainesville, Florida schielt, schlägt das folgende "The Point" die Brücke zur Pre-Postmoderne und verwöhnt mit einer eingängigen Melodie und kräftigem Geschreie an der Grenze zum Massenvertägichen. So wie einst Madsen auf ihrem Debüt, bevor ihre Songs dann doch gänzlich im Pop-Klischee versanken.

Teen Creeps: Bandpage\\//Facebook\\//Bandcamp\\//Soundcloud\\//Youtube\\//Last.fm

Mind Rays: Facebook\\//Bandcamp\\//Youtube\\//Last.fm

DL Split-7" A-Seite & B-Seite or Complete



Letters to Catalonia & ilill Split-Tape


Erst Ende letzten Jahres hauten uns die drei Kalifornier von Letters to Catalonia, die sich aus Recluse- und (...tief Luft holen...) All My Wishes Were Thrown Down a Well and Should Die There -Mitgliedern zusammensetzt, ihr Debüt-Demo um die Ohren. Pfeil-schneller, giftig-keifender, teils dissonanter und äußerst nervöser Screamoviolence, der direkt ins Miss the Stars - Herz treffen und vor allem Freunde vergangener Milleniumviolencer á la Tristan Tzara gefallen dürfte. Drei neue Songs verschwenden nicht einmal fünf Minuten eurer kostbaren Zeit.
Als ersten Split-Partner suchten sich die amerikanischen Westküstler die japanischen Ostküstler ilill, die noch im gleichen Monat eine weitere Split mit den Neuseeländischen Crust-Punks Machina Rex veröffentlichten. Und auch, wenn sich das Trio aus Tokio ebenfalls nur schreiend artikulieren kann, sind ihre drei Songs mehr im plänkelnden und ausladenden Midwest-Emo zu verorten, als im Gewaltsektor. Die Ausnahme der Regel wird durch den Closer "nanae" gestellt, das düster-bedrohlich einen deutlich aggressiveren Ton anschlägt.

Letters to Catalonia: Blog\\//Bandcamp\\//Last.fm


DL Split-Tape Here & Here

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Piri Reis & Coma Regalia Split-10"


Auf Piri Reis bin ich durch das "Asien-Special" auf Crossed Letters aufmerksam geworden. In den überschaubaren aber durchaus euphorischen Zeilen von Steff konnte ich fast schon Suchtpotential herauslesen. Und was soll ich sagen - er hatte recht. Keine zwei Songs ihres Demos hat es gedauert, bis mich die malaysische Emoviolence-Band vollkommen in ihren Bann zog. Als ich zu alle dem auch noch herausfand, dass zur Band-Diskografie bereits eine gemeinsame Split-EP mit Coma Regalia hinzu gekommen ist, wurde meine Vernunft blitzartig durch blinde Kaufsucht verdrängt. Denn ungeachtet der hohen Versand- und Einfuhrgebühren bestellte ich mir das Demo-Tape und die amerikanische Version der Split-10" in schicker Manila-Hülle über Middle-Man Records. Zur Split gibt's eine Special Edition mit alternativen Cover-Artwork, die ausschließlich über Miss the Stars erhältlich und auf einen Transportschaden der eigentlichen Scheibchen zurückzuführen ist. 
Piri Reis treten das Gaspedal in ihren vier Songs, unter denen sich auch der tolle Closer ihres Demos befindet, zu 95% durch, lockern die Raserei mit einigen Skramz-Elementen auf und schaffen es, dem Ganzen auch immer wieder tolle Melodien zu entlocken. Das sich hinter dem Mikro eine Frau leidenschaftlich echauffiert, fällt dabei kaum auf, denkt mensch beispielsweise an die Blood Brothers. Eigentlich erinnert das Quintett aber vielmehr an beheimatete Kollegen wie Kias Fansuri, Utarid oder Quantis, was vielleicht kein allzu großer Zufall ist, da auch Azwari Zainal Abidin bei der Truppe mitmischt.
Zu den Amerikanern Coma Regalia, die nicht zufällig all ihre Releases über Middle-Man veröffentlicht haben, muss eigentlich nicht mehr viel gesagt werden, da uns die Band gefühlt alle paar Tage mit Nachschlag versorgt. Mensch könnte fast meinen, die Band ist älter als der Screamo. Dabei haben sie sich erst 2010 zusammen gefunden und können mittlerweile auf eine Disko zurückblicken, auf die so manche Kollegen neidisch sein dürften. Allein seit dem letzten Jahr sind sieben (!!!) neue hinzu gekommen, wobei es mittlerweile wohl weniger Zeit in Anspruch nimmt, jene Bands aufzuzählen, mit denen sich Coma Regalia noch keinen Tonträger geteilt haben. Sieben Songs in etwas mehr als acht Minuten tragen die altbewährte Handschrift der Band, die unverwechselbar schneidende Gitarren, etwas Emo-Melancholie, sehnsüchtige Chöre und ganz viel Gekreische in sympathische DIY-Akustik verpackt.

Piri Reis: Facebook\\//Bandcamp\\//Last.fm




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 Afterlife Kids vs. Fuck, Wolves! - Live Split-Tape


Ja gut, die gemeinsame Tour der Afterlife Kids und Fuck, Wolves!, sowie das damit einhergehende Live-Tape-Koop-Release von Mustard Mustache & Microsleep liegen nun schon fast vier Jahre zurück, zumal sich die Afterlife Kids mittlerweile in ihre Einzelteile AST, Ancst, Henry Fonda, Blätter, Totalitarian Principle und Bomb Out zerlegt haben. Für uns wie immer kein Hindernis, euch trotzderm noch mal auf dieses fiese aber feine Gebrettere aufmerksam zu machen.
Die A-Seite belegen die Afterlife Kids mit einem Mitschnitt ihres "Geisterhand"-Promo-Konzertes in Koblenz. Dementsprechend gibt's in nicht einmal zwanzig Minuten auch das fast komplette Debüt-Album-Set, inklusive Intro, Interludes und Outro. Vielleicht zeigte sich live auch nochmal am deutlichsten, dass die Berliner Band nicht nur zum Zeitvertreib ins Leben gerufen wurde, sondern als exaktes Bindeglied zwischen dem Henry Fonda-Powerviolence und dem Ancst-Black Metal fungierte.
Das letzte Release der Emoviolencer Fuck, Wolves! lag zu diesem Zeitpunkt fast ein Jahr zurück. Daher konnten es die vier Berliner hinsichtlich ihres Sets auch etwas lockerer angehen. Zehn Songs von den EP's "...zwischen all unseren Trümmern..." und "Es ist alles in Ordnung...", der Split-LP mit Chaos Is und dem Dream Come True Records-Compilation-Song "Kopf küsst Asphalt" gibt's auf der B-Seite auf die Ohren, wobei das Tape gegenüber dem Download auf der Bandcampseite der Band aus Platzgründen um mehr als dreieinhalb Minuten kürzer ausfällt. Fällt aber gar nicht weiter ins Gewicht, denn in fast zwanzig Minuten wird vertrackt gescheppert, geschrammelt, gegniedelt und leidenschaftlich geschrien, was die ohnehin schon auf ihren Releases vorherrschende DIY-Düster-Ästhetik noch einmal unterstreicht.

Afterlife Kids: Bandpage\\//Facebook\\//Bandcamp\\//Last.fm

Fuck, Wolves!: Facebook\\//Bandcamp\\//Last.fm

DL Live Split-Tape A-Seite & B-Seite or Complete

Sonntag, September 8

Der Bandcamp-Hardcore Vol.16

Nervöus:

Facebook//Bandpage//Reverbnation
Trotz ihres noch jungen Daseins als Band (seit 2011) konnte sich das Berliner Quintett Nervöus bereits einen beachtlichen Namen im deutschen Hardcore-Punk-Untergrund erspielen. Mit ihren ersten beiden EP's "EP #1" und "Nullachtsechzehn...", die als Tapes über das Label Mustard Mustache erschienen und mittlerweile ausverkauft sind, empfahlen sie sich nicht nur als Support für Strike Anywhere. In diesem Jahr kam die Band mit der digitalen Veröffentlichung ihrer EP "El Atea" in etwas ungewohnter Weise zurück, auf der sie sich nicht nur mit Dub und Beats auf fremden Terrain bewegten, sondern mit etwas Geschrei auch dem Breakcore huldigten. Einen Monat später erscheint ihr Debüt-Album "Konfetti & mutwillige Zerstörung", das von diesem experimentellen Ausflug glücklicher Weise kaum etwas abbekommen hat, aber dennoch nicht vollkommen auf Experimente verzichtet. So bilden das Intro "Skit It", das Interlude "Skit Il" und das Outro "Skit Ill" zumindest vorübergehend die letzten Überbleibsel des elektronischen Einflusses und der Rap-Part von Tim Geyer, Autor der Seite Punkpoprap, in "Schwermutwillig" bleibt auch die Ausnahme. In den restlichen fünf verbleibenden Songs gibt's dann wieder gehörig ausgespuckte Galle um die Ohren. Nicht immer ganz eingängig, dafür mit tollen Melodiebögen und treibenden Riffs für Diejenigen, die Hardcore, Punk und Screamo gerne unter einem Hut vermengt hören. "Konfetti & mutwillige Zerstörung" gibt's als einseitig auf Clear Vinyl bespielte 12inch in Siebdruck-Hülle zu kaufen. Und davon gerade mal 300 Stück.


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Ayakashi:

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2011 war eben ein ertragreiches Jahr für den deutschen Hardcore, denn auch die Fünfer-Truppe Ayakashi erblickte in diesem Jahr das Licht der Welt. Für ihr erstes (physikalisches) Release traten sie 2012 nicht nur zum Mainzer Stadtderby an, sondern fanden in You, the Ocean einen Bruder im Geiste. Ihre Musik macht es sich in den Bereichen Hardcore-Punk, Post-Hardcore und Screamo gleichermaßen gemütlich und absolviert von Aufregung über Erschöpfung, bis hin zur Melancholie ein breites Spektrum an Gefühlen. Ihr Debüt-Album ist derzeit in Planung. Als Vorgeschmack auf dieses, erschien "Biolumineszenz" als Spenden-Download und als streng limitierte CD (46 selbstgebastelte, handgemalte und eigens beschriebene Unikate).

DL Split 7" /w You, the Ocean (Free-DL nur Ayakashi-Hälfte, höre YTO-Hälfte HIER)

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Refuse Your Heroes:

Facebook//Gigmit
Narziss machten es mit ihrem Abschiedsalbum "Echo" vor, Callejon mit ihrem letzten Cover-Album "Man spricht deutsch" nach: der Metalcore nähert sich immer mehr dem beunruhigenden Trend zum Mainstream. Immerhin haben auch diese beiden Bands mal klein angefangen und mit ihren früheren Alben gezeigt, dass diese Sparte nicht zwangsläufig der Popkultur unter den Metallern vorbehalten sein muss. Refuse Your Heroes existieren seit 2012 und zeigen mit ihrer in Eigenregie aufgenommenen Debüt-EP "Behind Broken Mirrors", dass der Kompromiss zwischen Metal und Hardcore keinesfalls die Gutstellung zwischen Randgruppe und Popularität beinhalten muss. Bis auf einen flüchtigen Linkin-Park-Moment im Song "Locked in a Coffin" besinnen sich die fünf Dortmunder auf das Wesentliche - nämlich fette Riffs, Blastbeat-Attacken und garstiges Geshoute - und schütteln dabei sämtliche "Was-könnten-die-anderen-über-mich-denken"-Gedanken beim Headbangen im Moshpit ab.



The March on Kazan:

Facebook//Bandcamp//Reverbnation//Myspace
Post-Hardcore zeichnet sich bekannter Maßen durch dynamische Kontraste aus mit denen er dem Hörer meist gleich zu Beginn ein gehöriges Brett vor den Kopf schlägt. Verhält es sich anders, sucht man entweder in der falschen Sparte oder es wird versucht über das eigentliche Wesen hinwegzutäuschen. Das Quartett The March on Kazan aus dem Raum Paderborn-Dortmund legt auf ihrem jüngst erschienenem Debüt-Album "Appeased/Appalled" gleich mehrere Finten und nähert sich auf subtiler Art der Magengrube an. Zum einen auch deshalb,  weil die Band mit Progressive- und Post-Rock-Allüren gleich mal auf mehreren Hochzeiten tanzt, zum anderen ihr Aggressionspotenzial stets unter der Oberfläche brodeln lässt und auf den Überraschungsmoment zählt. Oftmals wird lediglich nur zum Schlag ausgeholt, stattdessen frivoler Indie-Rock zelebriert wie in "Pearls" oder sogar Smooth-Jazz ("Pancernik"). Ist aber erst einmal genug Wut angestaut, hilft auch kein Druckablassventil mehr.

DL & BUY Digipak "Appeased/Appalled"


Sømerset:

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Taufrisch auf dem Präsentierteller serviert uns das Münsteraner Quartett Sømerset um Rohkehlchen Nadine gleich mal seine erste EP, die als Spenden-DL und auf Tape über Colossus Tapes erscheint. Sind der Opener "...Mourning" und das Outro "Fury" - die zusammen über sieben Minuten zählen und somit mehr als die Hälfte der Gesamtspielzeit für sich beanspruchen - noch redlich darum bemüht finstere Herzen zu beglücken, rasen die restlichen vier Songs durch Hardcore-Punk, Crust und schrammen haarscharf am Black Metal vorbei. Somit verbindet die vier nicht nur die räumliche Nähe zu ihren Kollegen von Alpinist und Planks. Mit ihrem Song "Confidence" sind Sømerset auf dem zweiten Sampler von (We built the world and) miss the stars vertreten -> Free-Download HIER.     




Giver:
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Giver nennt sich das noch junge Quintett (2012 gegründet, allesamt anfang 20) aus Paderborn, dass auf ihrer Debüt-EP "Choking on Pride" gleich mal zum Rundumschlag in Richtung sämtlicher Hardcore-Genres ausholt. Das Intro "Look Up to the Ground" leitet das Ganze mit seichter Gitarre, Violine und gesampeltem Fight-Club-Zitat ein. Die darauffolgenden fünf Songs allerdings eröffnen die hitzige Debatte, wo die Grenzen von Emocore ("Golden Rust"), Hardcore-Punk ("A Rat's City"), Post-Hardcore ("Dead End Blues"), New-School- und Melodic Hardcore anfangen bzw. aufhören. Da Giver aber ein gutes Händchen für treibende Melodien beweisen und mit einer beachtlichen Produktion auftrumpfen können, dürfte dieses Rätselraten eh bloß zweitrangig sein.   




Delos:

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Lang, lang ist's her, als Bands wie Calling Gina Clark, Arsen AKA König der Monster, Apoplexy Twist Orchestra, Einermusstot und Co. den deutschen Emoviolence/Screamo-Underground zum Explodieren brachten. Um so verblüffender ist es, wie originalgetreu Delos den damaligen DIY-Spirit aufgreifen und in die Gegenwart verlagern. Vielleicht auch deshalb riss sich Lars Ulbrich das Bremer Quintett für sein Label React With Protest unter den Nagel, dass somit einmal mehr unter Beweis stellt, eine der wichtigsten Anlaufstellen für Bands und Fans der Hardcore/Punk-Szene hierzulande zu verkörpern. Sieben Songs zählt die auf schwarzes Vinyl gepresste und auf 520 Stück limitierte Erstauflage ihrer Debüt-12". Über Sad Records soll noch in diesem Jahr ihre Split mit der amerikanischen Emoviolence-Truppe Yusuke (Free-DL's HIER) erscheinen.




Depravation:

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Spätestens seit Ende 2011 genießt nicht mehr nur das amerikanische Sunnydale das Privileg, auf einem Höllenschlund gebaut worden zu sein. Großer Vorteil für Sunnydale allerdings war, dass das dortige College in Buffy eine engagierte Kampfamazone fand, die trotz aller zwischenmenschlichen Problemen noch immer genügend Zeit fand, die Höllenbiester mit reichlich Kickass zurück in den finsteren Abgrund zu schicken. Gießens Universität muss sich da schon etwas mehr einfallen lassen, um die üblen Ausgeburten von Depravation wieder loszuwerden. Die widerum denken gar nicht erst daran sich vorzeitig zu verabschieden und legten stattdessen jüngst ihr zweites Werk "II: Maledictvm" nach. Ein fieser und finsterer Brocken, geformt aus Black Metal, Hardcore, Crust und jede Menge Hass. Der perfekte Soundtrack zur Apokalypse, zumindest für Diejenigen, die dieser sehnlichst entgegenfiebern. "II: Maledictvm" erscheint als LP in drei verschiedene Farben (jeweils 100x dark red/black marbled; grey/black marbled und black Vinyl) über das ortsansässige Label Dark Omen Records. Allerdings nicht so origenell aufgepeppt wie das Debüt "I: Praedictvm", dessen Tape-Version angeblich mit menschlichem Blut handnummeriert wurde.


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Außerdem



Afterlife Kids:

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Mensch, da legen Afterlife Kids aber ein beachtliches Tempo vor. Vor allem wenn man bedenkt, dass das Berliner Quartett seit Mitte 2012 nicht nur auf eine eigene, beachtlich angewachsene Diskografie (die experimentelle Synth-Drone-EP "Elementar."; das Mini-Album "Geisterhand"; eine Split mit Fuck Wolves! ->Free-Downloads HIER; und jüngst ihrem Debüt-Album "Morgengrauen") zurückblicken kann, sondern mit Ancst, bei der einige Afterlife-Kids-Mitglieder involviert sind, auf einen ähnlichen Schnellzug aufgesprungen sind. Von daher kann es gut sein, dass die Band bislang spurlos an einem vorbeigezogen ist, zumal der Bandname durch falsche Assoziationen auch mal schnell in die Irre führen kann. Wer einen Hörversuch wagt wird aber schnell feststellen, dass sich hinter Afterlife Kids weder pubertäre Teenager noch modebewusste, schminktäschchen-bekleisterte Emo-Pop-Sternchen verbergen. Dreht man die Zeituhr zwanzig Jahre zurück und hängt ihrem Emo ein fettes Violence an, hat man immerhin schon einen Grundpfeiler benannt, durch dem ihre Musik gestützt wird. Der eigentliche erste Song "Im Wohlgefallen aufgelöst" ihres Albums "Morgengrauen" distanziert sich klar von der klassischen Songstruktur, schlägt stattdessen massig Melodiebögen und reiht diese aneinander. Im darauffolgenden "Wie ich lernte die Bombe zu lieben" lassen sie nicht nur den Knüppel, sondern vor allem die Blastbeats aus dem Sack, und eröffnen uns mit einem Black-Death-Metal-Mix ihre zweite Vorliebe. Mischt man nun beiden Songs eine direkte Hardcore-Punk-Attitüde unter, ist auch der letzte Baustein gefunden. Diese stapeln Afterlife Kids auf ihrem Album nun von Song zu Song neu auf, hammern mit fetten Riffs und dem Kopf durch die Wand, treffen auch mal die leiseren Töne oder lassen die Gitarren kreischen.
Das subtil düstere Artwork entwarf abermals Afterlife-Kids-Drummer Tom (is the Bastard), der sich die Handgelenke u. A. schon bei Bands wie den ehemaligen Mathcorelern Call Me Betty und den Trash-Punks Henry Fonda aufwärmte. 500 LP's wurden gepresst, die ersten hundert der limitierten Pre-Order-Edition in grau, der Rest kommt schwarz.


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DL Afterlife-Split-Tape /w Fuck Wolves! -> AK-Side HIER / FW!-Side HIER


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rha.:

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Lange Zeit war nichts zu hören vom Lüneburger Quintett rha., bis sich die Band Ende Juni schließlich doch noch mit einem Sack voller Neuigkeiten zu Wort meldete. Seit Dezember 2012 könne ein neuer Drummer begrüßt werden. Der wurde nicht nur für den Konzert-Marathon im Juli in die Pflicht genommen, sondern durfte auch gleich mal in der Oldenburger Tonmeisterei sein Können unter Beweis stellen. Dort nämlich entstand rha'.s neue EP "Refugium.", ein 19-minütiger Ein-Song-Bastard, der gleich mal die Kondition und den Synovia-Gehalt des neuen Drummers auf die Probe stellte. Bestanden, würde ich mal behaupten, denn herausgekommen ist ein facettenreicher Song, der je nach Auslegung in verschiedenen Akten oder in mehreren, fließend ineinander übergehenden, Songs aufgeteilt wurde. Stilistisch pendelt das Ganze zwischen erbitterten Screamo und angriffslustigen Hardcore-Punk, der sich während der Ruhepausen etwas Melancholie gönnt. Da auch rha.'s drittes Release über Tief in Marcellos Schuld (als Co-Release mit Aim Down Sight Records) erscheint, braucht eigentlich nicht nochmal extra erwähnt werden, dass sich ein Kauf allein wegen der tollen Aufmachung lohnt. Ich mach's trotzdem. "Refugium" erscheint auf weißem Vinyl mit B-Seiten-Siebdruck in besiebdruckter Pappe und auf 300 Stück limitiert. Auf Marcellos zweitem Mixtape sind rha. ebenfalls vertreten, für das ein Akt ihres Songs "Refugium." (ca. ab Minute sieben) zurecht geschnitten wurde.


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Jahres-Sampler