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Samstag, April 13

Die Bandcamp-Punks Vol. 32

Krank - Heizungskeller Demo EP


Bereits vor der "Mausetot EP" war klar, dass das seit Gründung ohnehin sehr aufgelockerte Bandkonstrukt hinter Krank allmählich anfängt zu zerbröseln. Und so sind auf der "Heizungskeller Demo EP" von ursprünglich vier Fest- und sechs Teilzeitangestellten eben nur noch zwei übrig geblieben. Somit gehen Ol' Dirty Stulle und Tausendsassa Joao Azevedo (u. A. AAS, As A Dagger, Raiva), ob bewusst oder aus der Not heraus, eben den Schritt zurück zu den Wurzeln. Das "Heizungskeller Demo" besticht vor allem durch seine Roughness, womit der Sound der Hamburger Band ein Stück weit weg vom eigens kreierten Stil Krankpunk hin zum Hardcore-Punk rückt, was dem angepissten Kreischgesang und den zynischen Lyrics durchaus gut zu Gesichte steht. Songs wie der Opener, "Flaggen auf Balkonien", "Hexenjagd" oder "David und Gomorrha" preschen irgendwo zwischen kratziger Proberraum- und chaotischer Garagenästhetik hin und her, während "Haller Wolf", das aggressiv-treibende "Acheron" oder "Stehende Ovationen" durchaus melodische Aspekte in den Vordergrund heben. Alles in Allem speit das Duo mit ihren neun Demo-Songs aber eine Menge Wut und Rotz aus, die auch als Antithese gegen den ganzen aufpolierten und kommerziellen Mainstream-Müll verstanden werden kann, der sich da Hardcore-Punk schimpft.



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No Sugar - Wasting Time w/ Rock'n'Roll

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Der vielfältige Norden Deutschlands hat in den letzten Jahrzehnten sicherlich einige musikalische Meilensteine gesetzt, angefangen von der altehrwürdigen Hamburger Schule, über die Northcore-Bewegung, bis hin zum massentauglichen Post-Punk aus Flensburg. Auf der Suche nach Pop-Punk wurde ich zumeist eher im Westen oder Süden fündig, was sich mit dem Debüt-Release der Band No Sugar nun aber ändern sollte. Was, bitte schön, ist das denn für ein Debüt?! Weit weg von der nordischen Sperrigkeit und hin zum infizierenden Gute-Laune-3-Akkorde-Punk'n'Roll, der mit dem Opener "Peanut Butter Sandwich" auch gleich mal sämtliche Berührungsängste unter viel ausgelassener Spielfreude begräbt. Im folgenden "Wasting Time" gesellt sich zur melodischen Eingängigkeit noch etwas Midwest-Melancholie, während "People Like You" wesentlich schrammeliger durch die Garage fegt. 
Entgegen dem Bandnamen, ist "Wasting Time w/ Rock'n'Roll" eine recht harmonische und zugängliche EP geworden, die von ehemaligen Stumbling Pins-, No Weather Talks- und Plastic Propaganda-Mitgliedern fast schon routiniert in Szene gesetzt wurde. Ich hoffe, da kommt noch mehr!

DL "Wasting Time w/ Rock'n'Roll" Here & Here

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Miztake -  Augen Auf!

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Miztake vereinen auf ihrem zweiten Release "Augen Auf!" eine Menge Rockgöhren- und Riot Grrrl-Mentalität und packen diese in elf eingängige Songs, die nur selten die Komfortzone des Deutschpunks verlassen. Das passt soweit, denn wer direkte Ansagen macht, braucht auch einen glaubwürdigen Sound. Und so schrammeln sich die vier Mädels und der Kerl auf "Augen Auf!" einen Ohrwurm nach dem anderen von der Seele, von denen zunächst die von Oh-Oh-Chören begleiteten "Sinnlos Krieg" und "Circus" im Ohr hängen bleiben. Vor allem ab der Hälfte des Albums, variieren die Songs dann doch etwas und wagen den einen oder anderen düsteren Ausflug in den Hardcore-Punk oder Alternative.
Über die Band selbst könnt ihr euch die CD bestellen. Wer zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen möchte, holt sich das Split-Tape mit den asseligeren Don Kanaille, das die jeweiligen Alben "Augen Auf!" und "Zeitgeist" auf einem Release vereint.

DL "Augen Auf!" Here & Here

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Loeschen - Loeschen


Wieder so eine Band, bei der mensch sich auf der Suche nach Informationen so richtig anstrengen muss - und letztendlich genauso schlau ist wie vorher. Verzichten wir also auf musikalisches Hintergrundwissen und lassen stattdessen die Musik sprechen. Die klingt zunächst genau so, wie mensch sich eine Band vorstellen könnte, die das Vinyl-Release ihres Debüt-Albums in die Hände zweier Labels legt, die sich Rinderwahn Records und Abfall Records nennen.
Herrlich räudiges Gebrülle, während sich die Gitarren darunter zur melodischen Ekstase schrammeln und gniedeln. Auf ihrem selbstbetitelten Album hetzt die Züricher Band Loeschen aggressiv durch den Hardcore-Punk und schrammt dabei etwas am Crust und D-Beat entlang. Die Labels meinen darin eine Menge 80er-Jahre Deutschpunk zu erkennen, was anhand von Songs wie "Raus", "Kein Schritt weiter" oder "Zimmer 11" sicherlich nur schwer zu verneinen ist. Ich meine, auch einen leicht-skandinavischen Anstrich wahrnehmen zu können, aber was weiß ich schon. Äußerst sympathisch bei dem (vermutlichen) Debüt des Quintetts: ich hätte nie gedacht, dass Schweitzer-Deutsch so gefährlich klingen kann, denn Loeschen vermitteln in ihren elf Songs mehr düstere Tristesse, denn Hoffnungsschimmer.


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Huhn - Wir gehen zwar schwer auf die 40 zu, sind aber geistig noch sehr flexibel


Tja, von bislang  ziemlich ernst zu nehmenden Bands, kommen wir nun zu Huhn. Auch die Bonner Band versteht es meisterlich sich in den Unweiten des www. zu verstecken. Vielleicht ist das aber auch ganz gut so, denn musikalisch klingt ihre Debüt-EP "Wir gehen zwar schwer auf die 40 zu, sind aber geistig noch sehr flexibel" entgegen dem Titel eher danach, als hätte ein Rudel Mittvierziger infolge der Midlife Crisis einen ordentlichen Dachschaden davon getragen. So kündigt sich die Band im Opener "Wir sind Huhn!" mit reichlich NDH im Rücken erstmal standesgemäß selbst an. Das folgende "Rita" trudelt songwriter-balladesk ein und offenbart mit dem nicht ganz unerwartetem Beatdown auch schon die schlimmsten Befürchtungen: das ist Comedy-Core, irgendwo im Abgrund zwischen Knorkator und J.B.O.

Stream & Buy Digitally "Wir gehen zwar schwer auf die 40 zu, sind aber geistig noch sehr flexibel"



Metropolis - Mit der Weitsicht eines Maulwurfs

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Auch - oder eben vor allem - im Auenland der Republik, dem Saarland, sind kleine Bands auf die Initiative ehrenamtlicher Helfer und Organisationen angewiesen, um überhaupt mal einen Fuß auf irgendeine Kleinbühne zu bekommen. Das ist momentan vielleicht noch weit weg von dem, was man ein gut verstricktes Netzwerk nennt. Allein hinter der Saarbrückener Band Metropolis verbergen sich engagierte Musiker, die nebenher noch in anderen Projekten aushelfen (z. B. Third Eye Tear), Festivals auf die Beine stellen (At The Gates Of Dawn), auf Internetradio machen (ByteFM) und als DIY-Kollektiv dem kommerziellen Ticketwucher den Kampf ansagen (Haifischblut Collective). Und so negativ behaftet der Begriff mittlerweile auch sein mag, genau diesen Ehrgeiz hört man dem Studentenpunk von Metropolis auch irgendwie an. Die vier Songs auf der Debüt- und seit 2014 auch einzigen EP "Mit der Weitsicht eines Maulwurfs", atmen eine Menge nordische Hafenluft ein und würden sich gut im Backkatalog von Lala Schallplatten ab annis 2009 einfügen. Immerhin wurde die EP in den dortigen Studios von Tobi Streng und Magnus Wichmann abgemischt und gemastert, während sich David Saia (Maskros) um die Aufnahme kümmerte. Gute Prominenz für die nicht immer ganz so einfache Unterhaltung also, die auf "Mit der Weitsicht eines Maulwurfs" durch schrammeligen Indie- und melancholischen Emo-Punk begleitet.

DL & Buy "Mit der Weitsicht eines Maulwurfs"



Scheisse Gefährlich - Ich/Wir. Was macht das für ein Unterschied

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Zweites Album des Berliner Duos um ex-Ein Gutes Pferd-Sänger und Polytox-Schlaumeier-Punk Aaron Ruck und dessen Schlagzeuger-Kumpel Torpedo Knarxs. "Ich/Wir. Was macht das für ein Unterschied" ist, abgesehen vom Grammatikfehler im Titel, ein weitaus ausgereifteres Werk geworden, als sein Vorgänger, denn zumindest wurde das verzerrt-verhallte, megafonartige Geschreie auf einen erträglichen Pegel frequentiert. Die zwölf Songs bewegen sich natürlich immer noch im Spannungsfeld zwischen (Hardcore-)Punk und Garage, denen im Rahmen der überschaubaren Besetzung ein ordentlicher Lo-Fi-Charakter anhaftet. Dennoch haben sich die zwei auch diesmal wieder einige nette Gimmicks einfallen lassen, um dem Album die nötige Prise anarchistischen Avantgardismus zu verleihen, so wie die frivol-springenden Keys in "Eskalation", der Western-Twang in "Fehlzündung" oder die Bongo-Claps in "Richtig Heftig Afrika Geil".
Ansonsten gibt es neben den Ohrwürmern "Warum ist mein Leben eigentlich so krass" und dem bereits erwähnten "Eskalation", eine Menge Deutschpunk-affinen Zynis- und Sarkasmus, der sich durchaus hören lassen kann.
Bislang ist Album #2 nur digital erschienen. Über unser Lieblings-Tape-Label Uga Uga Tapes soll Mitte des Jahres aber noch eine Kassetten-Version nachgelegt werden.

DL "Ich/Wir. Was macht das für ein Unterschied"



Bitter - Engstirnig Festgefahren Neidisch

Bandcamp
Und wo wir schon mal bei Uga Uga Tapes sind ... als Bitter hat der ex-Inside Job-Sänger und Scheisze Fanzine-Kolumnist Hagi Eremit über das Hamburger Label sein erstes physikalisches Release in Form eines knallbunten Tapes veröffentlicht. Und weil das eben so ein heißer Scheisz ist, sind die auch schon alle wieder weg. Auf der EP "Engstirnig Festgefahren Neidisch" gibt es sieben Songs auf die Ohren, von denen drei bereits ein Jahr zuvor als Demo-Versionen auf Bandcamp erschienen. Irgendwo zwischen trashigem Garage, Schweinerock, Deutsch- und Rotz-Punk, zerlegt der Hamburger das Spießbürgertum in seine fast schon wieder situationskomischen Facetten. Mit der Sprache des Pöbels, mit der er sich nicht unnötig lange bei der Suche nach adäquaten Reimwörtern festbeißt, und einer Stimme, an der scheinbar schon einige Zigarettenstummel und Bierdosen entlang geschabt sind, wandern die Songs recht eingängig ins Ohr, allen voran der Ohrwurm-Opener "Dumme Sau", das mit harmonischen Keys etwas aus der Reihe tanzende "Berufsberater" und der Closer "Langeweile (You Bore Me Out, Baby)", der mittendrin mal kurz mit einer fröhlichen, indie-esken Gitarren-Hook ausreißt. Ein knallbuntes und äußerst zu empfehlendes Debüt eben.

DL "Engstirnig Festgefahren Neidisch" Here & Here



Maulgruppe - Tiere in Tschernobyl

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Nach seinem Hörspiel-Ausflug hat Jens Rachut mal wieder ordentlich Mauljucken bekommen und dafür eine weitere Kapelle mit namenhaften Musikern aus der Untergrundszene gegründet. Für seine Maulgruppe suchte der gebürtige Hamburger diesmal vor allem im Noise-Punk-Sektor nach den passenden Mitstreitern und wurde schließlich bei Bands wie Ten Volt Shock, KURT und Yass fündig. Und so ist es vor allem Rachut's verachtender, Galle spuckender Post-Punk-Gesang und Yass' treibender Elektro-Punk, die das Debüt-Album "Tiere in Tschernobyl" im Einklang zu einem zeitlosen und aggressiven wie tanzbaren Punkgenuss formen. Auch wenn das zumindest theoretisch die Nähe zu seinem vorherigen Projekt Alte Sau sucht, gelingt es dem Trio hier gemeinsam neue Wege zu beschreiten.

Stream & Buy Digitally "Tiere in Tschernobyl"

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In der Kürze liegt die Würze


Thor Steinmeier - Ein Witz

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Hier braut sich was ganz Großes zusammen. Der Bijou Igitt-Hannes brauchte wohl mal etwas Abstand vom Mecker-Post-Punk seiner Hauptband und stürzte sich Fuß über Arsch in dieses trashige Elektro-Punk-Geballere. Ein Song, "Ein Witz". 

DL Song "Ein Witz"


Samstag, Februar 16

Die Bandcamp-Punks Vol. 31

Bruised Willies - Dark Humour



Die Südost-asiatische Insel-Kette war für mich in musikalischer Hinsicht bislang nicht sonderlich interessant, mit Ausnahme des malaiischen Labels Utarid Tapes natürlich, das aufgrund gemeinsamer musikalischer Interessen kontinuierliche Beziehungen auch zu deutschen Labels pflegt (u. A. Time As A Color, Moment Of Collapse). Bruised Willies haben damit direkt erstmal recht wenig zu tun, fördern mit ihrer dritten EP nun aber auch schon über zwei Releases die deutsch-asiatische Freundschaft. Wie zuvor schon "John Malkovich Was Great As John Malkovich In Being John Malkovich", erscheint auch "Dark Humour" als Co-Release der Labels Dangerous Goods und Dingleberry Records. Und wie bereits Bandname und Titel der Vorgänger-EP zeigen, erweisen sich die drei Singapurer als wahre Cineasten, was auch auf der neuen EP in Form von schwarz-humorigen Zitaten aus Filmen wie "Grosse Point Blank", "7 Psychos" oder "Kiss Kiss Bang Bang" zum Ausdruck kommt. Musikalisch bewegen sich Bruised Willies ziemlich straight zwischen Emo, Punk, Alternative und Post-Grunge mit ganz viel Pop-Punk-Affinität. Das ist zwar nichts Neues und erinnert ungeniert an Größen wie Citizen und Cloud Nothings oder auch Vertreter hierzulande (Pool Rules, Oat), bringt aber eine Menge Spaß mit. Und eben das, ist auch das erklärte Ziel dieser Spaßtruppe aus Szene-bekannten Musikern von Bands wie The Caulfield Cult, To Hell With You und Abolition A.D.. Nicht mehr und nicht weniger.


DL "Dark Humour"

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Disgusting News - Demo

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Auf wesentlich pissigeren, aber keineswegs melodieärmeren Pfaden wandelt die Band Disgusting News, die im Sommer dieses Jahres mit ihrer Demo-EP debütierte, deren Sound der dunklen Jahreszeit aber irgendwie besser zu Gesicht steht. Die Band aus Bielefeld, die sich den Drummer mit der noisigen Hardcore-Punk-Band Phantom Pain teilt, vermittelt vor allem lyrisch viel aggressive Anti-Haltung, die sicher auch im ortsansässigen AJZ viel Anklang finden dürfte. Dazu ein herrlich manisch-wirbelndes Schlagzeug, in die Prärie galoppierende, dreckige Gitarren und eine Sängerin, die echauffiert Gift und Galle spuckt und dabei gelegentlich Rückendeckung ihrer nicht weniger angepissten männlichen Kollegen erhält. So und nicht anders, sollte Punk klingen, der ernst genommen werden will.
Mit Hilfe von No Firecracker, Please, veröffentlichte das nordrhein-westfälische Quartett sein Demo auf Tape. 

DL "Demo" Here & Here

Buy Tape via PM on FB



Lunch Break - Demo 2018


Herrlich angespisst klingt auch der heisere Schreihals hinter dem Mikro von Lunch Break. Das Berliner Trio, dem zwei ex-Sleep Routines angehören, spielt rotzig-schnellen Hardcore-Punk mit einem Hauch von D-Beat und Crust, der mich vor allem in den rockig-überschäumenden, melodischen Parts wie in "Wrongnorw", "Radar Love II" und "Solving Strategies" an die dänischen Crust-Punks Parasight erinnert. Übrigens genauso eilig scheinen es die drei Hauptstädter auch zu haben, die die neun Songs ihres Debüt-Demos in der gleichen Zeit über die Bühne bringen, wie oben genannte Disgusting News die sechs ihres eigenen. Und die lagen mit knapp 9 ½ Minuten schon gut in der Zeit. 
Bis auf den PWYW-Download auf Bandcamp, sind derzeit nicht wirklich viele Infos über Lunch Break im Netz zu finden. Aber sowohl das kultige Cover (ich liebe diese verdammte Frühstück-Szene) als auch der kurze musikalische Amoklauf, hätten zumindest ein Tape-Release mehr als verdient.

DL "Demo 2018"



Bomb Out - Bomb Out

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Dritte EP des 2013 gegründeten Quartetts Bomb Out. Das Berliner Underground-Star-Ensemble um (ehemalige) Mitglieder von Fabrik Fabrik, Sleep Routine, New Golden und somit auch aus dem näheren Henry Fonda/Ancst/Afterlife Kids-Umfeld, serviert uns auf der selbstbetitelten EP vier gewohnt eingängige und äußerst aggressive Hardcore-Smasher, die im Moshpit garantiert für eine unangenehme und schmerzhafte Rudelbildung sorgen dürften. Straight in your face, lautet hier wohl die Attitüde. Nur gut, dass diese Jungs ihre Herzen am linken Fleck tragen, da verzeiht mensch dann gerne auch mal einige platt-gedroschene Phrasen. Zumal "Bomb Out" zu guter Letzt mit dem Chab Loozy-Rap-Feature "Kein Pardon" nochmals ordentlich hinlangt.


Buy "Bomb Out"



Gilb - Tape 1


Na wenn das mal kein gewollter Flashback ist... . Vieles auf Gilb's Debüt-EP "Tape 1" klingt wohl-wollend vertraut. Noisige, fast schon surfige Schrammelgitarren, die das solide und um Ordnung bemühte Drum-Bass-Fundament immer wieder aus der Ruhe bringen und hektisches Weirdo-Geschreie, sind die simplen wie effektiven Bausteine dieses katharsischen Garage-Hardcore-Punk-Gebräus. Sechs Songs, die in knapp neun Minuten weniger um Schönklang, als vielmehr um ein ausgelassenes AZ-Feeling bemüht sind.
Freunde des Flennen-Kollektives wissen unlängst, dass sich hinter Gilb umtriebige Gesichter aus Berliner Kombos wie Zelf, Pigeon, Molde und Pretty Hurts verbergen und zudem 3/4tel Deltoids, was optisch (Tape-Cover) wie musikalisch einige Parallelen offenbart.

DL "Tape 1"



Videowelt - Benediction

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Mit der ebenfalls aus Berlin stammenden Band Videowelt, folgt ein Vertreter aus dem Umfeld des Flennen-nahen Labels Spaeti Palace. Videowelt ist ein audio-visuelles Musikprojekt von Alex Roth (Yoga, Redakteur bei Tausend Ebenen), der sich für die musikalsiche Umsetzung u. A. Billy Billfred  von Trucks und Benjamin Wild aka DJ Dingo Susi auf die Bühne holte. So ist es nicht überraschend, dass auch in akustischer Hinsicht über die Debüt-EP "Benediction" ein künstlerischer wie experimenteller Charakter schwebt, der sich glücklicher Weise nicht zu tief in Spielereien verstrickt. 
Stilelemente aus Drone, Doom, Lo-Fi und Noise fordern von der Hörerschaft zwar eine gewisse a-puristische Offenheit ein. Auf der Basis von eingängigem Post-Punk, liefert das Quartett mit "Seventeen", "Televangelism" und dem Titeltrack dennoch einige melodische Songs zum Mitwippen ab.

DL "Benediction"



Freidenkeralarm - Nie Wieder Faschismus

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Kennt hier noch jemand diese intellektuelle Emo-Indie-Ska-Punk-Band Tut Das Not? Ich war jedenfalls ziemlich von derem Album "Bildfänger" angetan, was wahrscheinlich aber auch an der damaligen Zeit lag, in der ich meine Ohren mit viel Deutsch-Indie(-pop) á la Tomte, Tocotronic, Samba und Schrottgrenze weichspülte. Jedenfalls hat sich die Trierer Band Freidenkeralarm nach dem scheinbar auf Spotify beliebtesten Song eingangs erwähnter Band benannt, wobei wir die Suche nach weiteren Gemeinsamkeiten auch schon wieder getrost einstellen können.
Das Trio aus der ältesten Stadt Deutschlands (ja, wir sind stets um etwas Rucksackwissen bemüht) spielt munteren wie melodiösen Punkrock. Ihre zweite, ebenfalls im letzten Jahr erschienene EP "Nie wieder Faschismus" richtet sich konzeptionell über fünf Songs gegen braunes Gedankengut, mal direkter, mal ironisch oder Klischee-bedienend. Die Marschroute ist von Anfang an klar und mündet stets in eingängige Singalongs. Das hier hat Potential zu mehr, 2018 war zumindest das Ertrag-reichste Jahr der Ende 2016 gegründeten Band. Mal schauen, was Freidenkerlalarm 2019 noch so alles reißen können.

DL "Nie wieder Faschismus"



Limp Blitzkrieg - Koniec Kraju Polska

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Nicht nur wir sehen uns mit einem zunehmenden Rechtsruck konfrontiert, auch die polnische Bevölkerung muss spätestens seit 2015 miterleben, wie durch die rechts-konservative Partei PiS die Demokratie Stück für Stück aus der eigenen Verfassung gedrängt wird. 
Die in Polen beheimatete Band Limp Blitzkrieg hat mit ihrem zweiten Longplayer darauf nur eine Antwort - "Koniec Kraju Polska", zu deutsch: "Nieder mit dem polnischen Staat". 
Mit wütendem Hardcore-Punk keift das Warschauer Quartett gegen Diskriminierung, Patriotismus und rechte Tendenzen, aber auch gegen die Gemütlichkeit der Punk-Szene. Der grundlegende Queer-Gedanke der Band, der vor allem durch die Galle-speiende Frontfrau versprüht wird, findet schlussendlich Fromvollendung im Alex Freiheit (Siksa) - Feature "Dobre Rady" und Limp Wrist-Cover "The Ode".

DL "Koniec Kraju Polska"

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Knarre - Live Demo (Epple, 23.06.18)

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Und als seichten Abgang zum Schluss bekommt ihr nochmal eine rohe Schippe Rumpelpunk serviert. Eigentlich bin ich auf das Quartett Knarre aus Baden-Württemberg auch nur aufgrund meiner Recherchen zur gleichnamigen Berliner Skramz-Pop-Band gestoßen. Doch statt Balsam für die Ohren, durchdrang meine selbigen überraschender Weise kakophonischer wie ironischer als auch herrlich angepisst-direkter Deutschpunk, der mich vor allem wegen des schräg-krächzenden Gesangs nicht selten an Mann kackt sich in die Hose erinnert. Schön rumpelig, knarzend und einige nette Hook-Fetzen, die scheinbar vom übermäßigen Bierkonsum oder fehlendem Talent immer wieder verrissen werden. Vielleicht ist das ja auch einfach bloß Angst vorm Schönklang. Egal. Molle her, Nacken dehn, Pogen gehn!

DL "Live Demo (Epple, 23.06.18)"

Dienstag, Juni 12

Die Bandcamp-Punks Vol. 30


AUS - AUS LP



Eine Band mit dem Namen AUS und die ihr Debüt-Album auch noch selbstbetitelt, will scheinbar nicht im Internet gefunden werden. Dabei könnte ihr nihilistischer und kalter Mix aus Post-Punk und Wave vor allem für Diejenigen interessant sein, die der Post-Moderne abgeschworen haben und stattdessen lieber im Backkatalog der deutschen Untergrundszene der 80er/90er-Jahre blättern. Schon der unterkühlte Opener "Abgemacht" mit seinen monotonen Bassläufen und morbiden Synthies jagt dem/der Hörer_in einen einskalten Schauer über den Rücken. Dazu der geisterhaft-verhallte und beschwörende Gesang der Frontfrau, der wie düstere Prophezeihungen aus der Zwischenwelt die Grundstimmung von Stück zu Stück immer weiter hinab zieht.
"AUS" wirkt wie eine Séance ohne Wiederkehr ins Bewusstsein. Also am besten nachts in einer alten Lagerhallenruine anhören.

Pogendproblem - Raus

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"Asipunk" und "spannendste Deutschpunk-Band" sind nur einige Phrasen, die in Artikeln über Pogendroblem zu lesen sind. Ja gut, für eine Band aus Bergisch-Gladbach ist letztgenanntes sicherlich etwas nüchtern zu betrachten. Tatsächlich aber hat ihre zweite EP "Raus" weitaus mehr zu bieten, als stumpfes D-Punk-Gedresche. Songs wie der Opener "CDU" oder das folgende "Dippen im Nachtbus" können zwar nur schwer über eine aselige Kellerästhetik hinwegtäuschen. Dennoch finden sich auch immer wieder kleine Stolpersteine in Form von Post-Punk- und Garage-Ausflügen, Hardcore-Punk sowieso, im Sound von Fritte, Gero, Lau und Marci wieder, was zu einer spannenden Eigendynamik führt.


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Zebrassieres - I Am A Human

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Eine ausgelassene Spaßtruppe aus umtriebigen kanadischen Musikern (u. A. The Creeps, Crusades, The Funfuns, Sudden Infant Dance Syndrome, Century Palm) verbirgt sich hinter Zebrassieres (ausgesprochen: Zebra's Ears), die mit "I Am A Human" ihr viertes und bis dato letztes Release veröffentlichten. Auf ihrem zweiten Album drehen die vier ihren fröhlichen Pop-Punk-Garage mit der Durchschlagskraft des Power-Pops durch's knallbunte Kaleidoskop und setzen dem Ganzen mit einer frivolen Orgel die Krone auf. Klasse Gute-Laune-Album, nicht nur für Zwangsneurotiker.



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Sissters - there's a party in my mouth but you're not invited
 
Nach fast sieben Jahren Stille, dürfte sich das Warten auf einen Nachfolger ihrer Debüt-LP "there's a party in my mouth but you're not invited" wohl kaum noch lohnen. Vielleicht hatten die beiden Sissters Micha Ristock (aka Mika Risiko, derzeit bei CRIME und Scream Club) und Philip Rau aber auch schon alles gesagt, was gesagt werden musste. Zumindest in dieser Form. Ledernder Noise Rock mit anarchistischer Punkwillkür und 60er-Garage-Sprödniss, mindestens genauso catchy wie anstrengend. Zwei Songs ihrer LP, die 2011 über das deutsche Independent-Label Coraille (u. A. Birthmark und mOck) erschien, sind im Stream auf Bandcamp zu hören. Wer mehr will, sollte schleunigst zusehen, noch eine der auf insgesamt 450 Stück limitierten schwarzen Langrillen zu ergattern.



Nullwert - Demo

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Nicht viel zu finden über diese scheinbar nur kurzlebige Berliner Band, deren hauptsächliches Stilmittel die Monotonie ist. Auf ihrer höhepunktarmen Demo-EP, spielt das Trio einen kruden Mix aus No Wave, Deutsch- und Post-Punk, der sich latainischer Sprichwörter bedient und zudem noch Rantanplan zitiert. Immerhin herrlich und kompromisslos krachig mit sympathischen End-80er/Früh-90er-Charme.



Oi!ronie - The First Two Years

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Workless Class - kein Bock auf Maloche!
Workless Class – nicht jeden Tag die gleiche Sosse!
Workless Class – Sei auch du dabei!
We are the Workless Class! Oi! Oi! Oi!

Relativ junge Band aus Berlin mit Tompa von Henry Fonda. Stimmungsvolle Street-Punk/Oi!-Punk-Mucke, wie sie noch aus den 90ern aus einem Hinterhof in Berlin nachschallen könnte. Eingängig und unverblümt, rausgekotzt von Mia's herrlich analogen Stimme, die in den Refrains meistens von ihren männlichen Kollegen unterstützt wird. Und vor allem: endlich mal wieder ein geiler Bullensong.

DL & Buy "The First Two Years"

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Reiche_Weiße_Cis_Männer - Reiche_Weiße_Cis_Männer


Reiche_Weiße_Cis_Männer, egal ob mit oder ohne Unterstrichen oder komplett klein geschrieben, ist doch schonmal ein Bandname, der extrem neugierig macht. Ich muss gestehen, dass ich den Begriff "Cis-Männer" erst einmal nachschlagen musste und nach gefundener Definition immer tiefer in eine hitzige Diskussion eintauchte, in der sich auch ein gefährlicher Trend innerhalb der Queer-feministischen Szene offenbarte. Dazu macht euch aber mal schön selber Gedanken, indem ihr euch durch's World Wide Web grabt. 
Für die Band selbst bedeutet der Name zuallererst einmal Konfrontation mit Mackertum und die damit einhergehende Diskriminierung der vermeintlich Schwächeren. Und so stürmt die Band, die im Wesentlichen nur aus einem festen Kern mit ständig wechselnden Mitglieder_innen besteht, durch aufgewühlten Deutsch-Post-Punk, mit typischen Samples und an Sarkasmus grenzenden Texten. 
Das selbstbetitelte, sechs Songs umfassende Demo-Debüt wurde übrigens von Lau Velthaus von Pogendroblem aufgenommen. Der Apfel....

DL "Reiche_Weiße_Cis_Männer"


Ponys Auf Pump - Ponys Auf Pump

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Gar nicht mehr so junge Band aus der Verboten in Deutschland-Familie für Fans von Hans-A-Plast und Bärchen und die Milchbubis. Auf dem Debüt-Album (mit einer Gesamtlänge von nicht mal 14 Minuten verteilt auf neun Songs vielleicht auch eher 'ne EP?) startet das Berliner Quintett mit seinem frivolen Synthie-NDW-Punk mit mehrstimmigen Punkgörengesang eine ungenierte 80er-Party.
Leider hatte Sängerin Nina im Kampf gegen länger anhaltenden stimmlichen Problemen das Nachsehen, sodass die Band kürzlich beschloss, vorerst zu viert weiter zu machen.

DL "Ponys Auf Pump"

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Mittwoch, September 20

Die Bandcamp-Punks Vol.29


Cold Kids - Das wollen wir EP



Ich sag es ja fast nur ungern, aber von diesen vier Bamberger/Erlanger Jungs hier könnte sich Jens Rachut mal eine Scheibe abschneiden. Wtf?! Das soll jetzt kein Kopie-schlägt-Original-Vergleich werden, obwohl die Cold Kids das mit den Synthies-meets-zynischen-Post-Punk schon etwas  solider hinbekommen, als zuletzt Rachut mit seiner Band Alte Sau. Meim Meimumg, sorry! Sogar der spröde, schnoddrige Gesang von Hobel (falls das wirklich sein richtiger Name ist) klingt so herrlich angepisst, analog kalt und irgendwie auch mehr nach Rachut, als Rachut selbst (ok, ist wohl doch ein Vergleich geworden). Bevor hier aber noch jemand denkt, ich hätte 'ne Wette verloren und müsste nun den Namen Rachut so oft wie möglich in einem Beitrag unterbringen, konzentriere ich mich mal wieder auf das Wesentliche. Rachut.
So herrlich 80er und N.D.W. Cold Kids auch klingen, so toll können sie es in der ersten halben Minute des Openers "Tout Avec Raison" verstecken. Da paaren sich nämlich ein tolles Punkriff mit frivolen Synthesizern, Snarg und Antitainment grüßen aus der Ferne. Ein Kontrast, der schon auf dem tollen Demo-Debüt der Band vollendst aufging und ihnen gleich mal den Geheimtippstatus überhalf. Cold Kids sind aber nicht nur eifrige Bastler oder haben ein glückliches Händchen für tolle Melodien, denn das haben sie zweifelsohne. Vor allem ihr Gespür, im richtigen Moment einen Gang zurückzuschalten und somit eben nicht über das Ziel hinaus zu schießen, dürfte die Band trotz der a-puirstischen Ausflüge für 80er-Jahre-Punk-Veteranen interessant machen.
"Das wollen wir" erscheint als schwarze 7" in türkisem Cardboard inkl. Lyric Sheet (1st Press über 30 Kilo Fieber Records und Raptor Records) und als 100x rote & 200x schwarze 7" in rotem Cardboard inkl. Lyric Sheet (2nd Press über Pifia Records und 30 Kilo Fieber Records).
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DL "Das wollen wir" EP Here & Here

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Pleite - Demo

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Mensch ist ja schon einiges gewohnt aus dem Henry Fonda/Afterlife Kids/Ancst-Umfeld. Nun also als Pleite unterwegs, bei denen auch noch Leute von Chevin und Dikloud mitmischen, was natürlich auch das Label Phantom Records mit ins Boot holt, worüber das Debüt-Demo nun schon in der zweiten Tape-Auflage erschienen ist (1st Press = 80x white tape/grey slipcase; 2nd Press = 50x yellow tape in green slipcase). Hardcore-Punk lautet auch diesmal wieder die große Überschrift, allerdings mit einer ordentlichen Post-Punk-Kante. Es dürfte eigentlich klar sein, dass einem/einer das vermeintliche Glücksschwein auf dem Spielautomatencover (übrigens als Die-Cut-Slipcase) nur etwas vor macht (mensch beachte den leeren Blick, denn bei einem ernst gemeinten Lächeln, lachen die Augen mit). Die Texte behandeln Themen wie Alltags-Tristesse und Eigensinn, was auch die akustische Grundstimmung der drei Songs ganz gut zusammenfasst. Die Drums hämmern blechernd und monoton, immerzu. Der Bass drückt ordentlich nach und die beiden angepissten Schreihälse tragen ihre Klagelieder vor, während die Gitarren ab und an auszubrechen versuchen. Ordentliches Debüt.

DL "Demo"

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Gewaltbereit - Ein Leben lang verreckt

Bandcamp\\//Last.fm
Der Name ist Programm. Gewaltbereit aus Leipzig, bei denen auch der ex-Columbo-Bassist Paul mitmischt, prügeln auf ihrem Debüt-"Longplayer" 16 brachiale wie brutale, kurze Hardcore-Punk-Nummern runter und werden damit vor allem überlebende der 80er-Punk-Revolte zu begeistern wissen. Vorkriegsjugend, Chaoz Z und natürlich auch die 80er-Jahre-Slime kommen einen/einer unentwegt in den Sinn. Klar, das ist unprätentiös, manchmal auch etwas stumpf und monoton, vor allem aber herrlich analog dreckig. Mensch muss das nicht bedingungslos abfeiern. Es ist aber wichtig zu wissen, dass es heutzutage zwischen hipster-esquen Post- und intellektuellen Studentenpunk noch etwas anderes gibt - nämlich Punk mit reichlich Wut im Bauch und in der Galle.

DL "Ein Leben lang verreckt" Here & Here

Buy Here, Here or via Mail to: abfall-records @web.de


Bob Ross Effect - The Place To Be EP


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Endlich hab ich sie gefunden, eine Band, die sich nach dem wohl behaglichsten Maler der Zeitgeschichte benannt hat. Obwohl ich mir da schon eher eine Melanchpop-Band unter dem Namen The Bob Ross Experience oder etwa eine Slowcore-Gruppe als BOBxROSS oder so ähnlich vorgestellt hatte. Egal, jetzt haben wir eben Bob Ross Effect, die melodischen und choralen Punkrock spielen. Das Würzburger Quartett besteht zu 3/4tel aus ehemaligen Surfing Hundekuchen, deren Melodic Punk ja auch schon recht unkompliziert ins Ohr wanderte, nur, dass die Jungs jetzt eben komplett zur englische Sprache übergelaufen sind, was sie ein Stück weit ins internationalere Format gepresst hat (na, weiß noch jemand worum es am Anfang des Schachtelsatzes ging?). 
Ihre 4-Way-Split mit Bad Cop/Bad Cop, The Decline & Success und ihre EP "The Place To Be" sind über das bandeigene Label Lensen Industries erhältlich. Von letzterer soll demnächst auch eine Tape-Version im Wooden Case erscheinen.


Stream & Buy Digitally "The Place To Be" EP

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Der Feind - DFMC

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Hinter Der Feind verbergen sich drei auf Krieg getrimmte Hardcore-Trash-Punks. Bandname, Songtitel ("Panzer", "Schlachtfeld",...) inklusive "Heartbreak Ridge"-Sample in "Nam", Tape-Aufmachung (Artwork, Tape besprüht mit Panzer- und Bombenmotiv) inklusive Camouflage-Patch, Künstlernamen (Helmut Freudenstahl, Ede Ostfront, usw.) und selbstkreierter Stil ("Marinecore") geben da schon eine eindeutige Richtung vor. Natürlich ist das Alles wie üblich mit dem nötigen Schuss Ironie, nein Zynismus, zu betrachten, denn prinzipiell tragen die drei Neu-Köllner ihre Herzen am linken Fleck. So gibt es letztendlich eben auch genau das auf die Ohren, was Artwork und Biografie versprechen: simplen wie kompromisslosen, kurzen und eingängigen, extrem angepissten Old-School-Trash-Punk, der als hervorragende Ergänzung zu o. g. Gewaltbereit passt.
Das Demo-Tape "DFMC" erschien in drei Auflagen über Tape Or Die Records und Bleeding Heart Nihilist Poductions, die bereits restlos vergriffen sind.

DL "DFMC"

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Primetime Failure

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Einmal Pop-Punk, immer Pop-Punk? Wenn man sich die Bielefelder Punkszene so anschaut, gibt es da schon so einige Überschneidungen zu beobachten, auch abseits des AJZ-typischen Düstersounds. Tobias Trockel zum Beispiel ist so ein Stilpurist, der bereits über Jahre und Bands hinweg - Modern Saints, The Langoliers, Krusty Crew, Übergangsregierung, um nur einige zu nennen - die dortige Szene am Laufen hält, und auch die anderen drei Primetime Failure-Mitglieder dürften wohl schon in dem einen oder anderen Line-Up aufgetaucht sein.
Primetime Failure haben sich 2015 zusammengerauft und noch im selben Jahr ein Demo veröffentlicht. 2016 folgte schließlich das zweite, abermals mit drei Songs zwischen Pop- und Skate-Punk. Hören Skater heutzutage überhaupt noch Skate-Punk? Egal, das hier jedenfalls macht richtig Laune und animiert dazu, mal wieder in den alten Kisten herum zu kramen, das zerschrammte Skateboard von der Wand zu nehmen oder einfach bloß die PlayStation 1 anzuschmeißen.
Mit drei Songs und in etwas mehr als sechs Minuten Spielzeit leider auch etwas kurz geraten, um seinen zweiten Frühling zu erleben. Ein gelungener Flashback ist dieser gut gelaunte 3-Akkorde-Punk mit leicht angerauter Stimme allemal.

DL "Demo 2016"

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Daikiri - Marcel Supra

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Vielleicht genauso wie bei kleingewachsenen Menschen, liegt es auch in der Natur einer schmal aufgestellten Band, sich ständig profilieren zu müssen. Das Drum'n'Bass-Duo Daikiri, sind auch schon gemeinsam mit Klaus Legal als Dalida oder mit Don Vito als DonKiri in Erscheinung getreten, sind in ihrer französischen Heimat schon mit Melt Banana umher getourt und lassen sich musikalisch auch grob in deren Nähe einordnen. Dabei schaffen es die beiden Metzer dem zerfahrenen Noise-Rock der Japaner_innen noch einen Schuss Wahnsinn oben drauf zu setzen. Das manisch ackernde Schlagzeug und die nicht weniger zwanghaften Bass-Loops, dazu der - nunja - gutturale und teils wortlose Gesang, die im Zusammenspiel klingen, als seien sie in einer Zeitschleife gefangen. Das selbst das fast zehn-minütige letzte Stück "Fofaid" nicht aus diesem Muster ausbricht, zeugt vom Durchhaltevermögen der Band, verlangt dieses aber auch bedingungslos von der geneigten Hörerschaft ab.
Das dritte Band-Album erscheint digital, als CD oder auf Bubblegum-pinkem Vinyl.

DL "Marcel Supra"

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It's The Lipstick On Your Teeth - Crystal Death EP

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Waren das noch Zeiten, als Alec Empire und Band während der Mai-Demonstration '99 von den Bullen von der Bühne gezogen wurden. Diese Schwerverbrecher... . It's The Lipstick On Your Teeth aus dem österreichischem Wien, mit Alec's weiblichen Pendant Michelle am Mikro, erinnern mit ihren aggressiven Trap-Beats, mal metallisch oder industrial-mäßig hämmernden Riffs und antreibenden Noise-Rock stark an einstige und legendäre Atari Teenage Riot. Klar, mittlerweile haben sich die Zeiten etwas geändert und nicht nur Alec oder ATR mussten sich den Umständen anpassen. Auch ITLOYT wollen nicht nur mit der Brechstange voraus durch die Wand, wie es der Opener "Baptism Riot" ihrer zweiten EP "Crystal Death" vorgibt. Schon der zweite Song wird mit reichlich verstörender Atmosphäre Richtung Nine Inch Nails aufgeweicht.
Einen Gesamteindruck über das Potpourri der Band bietet übrigens das in diesem Jahr erschienene Debüt-Album "Skintrade", das digital und als CD über das Wiener Label Seayou Records erworben werden kann.

DL "Crystal Death EP"

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Akne Kid Joe - Haste nich gesehn! EP

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Akne Kid Joe - bei dem Bandnamen sollte mensch eigentlich stutzig werden und vielleicht sogar mit dem Schlimmsten an deutschsprachigen Straßenpunk rechnen. Weit gefehlt. Die Nürnberger Debütanten bestechen in erster Linie mit erfrischenden und aufgeregten Punknummern, die zwar lyrisch kein Blatt vor den Mund nehmen, mit einigen Synthie-Einschüben und Schrammelpassagen aber auch hervorragend in die Indie-Disko passen. Das sich für ihre erste EP "Haste nich gesehn!" gleichmal das Label Kidnap Music gefunden hat, lässt den Verdacht aufkeimen, dass sich hinter Akne Kid Joe vielleicht keine völlig unbekannten Gesichter verbergen.

Stream & Buy Digitally "Haste nich gesehn!" EP

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In der Kürze liegt die Würze



You Are The Problem - Demo



Das You Are The Problem aus Italien kommen und sich aus mehr oder weniger bekannten Szene-Veteranen (Cavernicular, Elopram, uvm.) zusammensetzen, ist ihrem Demo-Debüt durchaus anzuhören. Die Band aus Palermo spielt einen wilden aber durchaus melodischen Mix aus Hardcore-Punk und Fastcore, mit Schwerpunkt auf Erstgenannten. Trotz der kurzen Songlängen, die sich knapp über- oder unterhalb der Ein-Minuten-Grenze bewegen, gelingt es der Band immer wieder antreibende Nummern nach vorne zu peitschen, die dem/der geneigten Hörer_in mehr als nur ein epileptisches Schädelzittern abverlangen.

DL "Demo" Here

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Das Wiesel

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Mit Trierer Bands haben wir hier bei Gerda ja schon gute Erfahrungen gesammelt. Nun also Das Wiesel, Proberaum-Buddies von magret., Post-Punk-Affinität zu Rachut (da ist er wieder) und somit auch im näheren Umfeld von Extrem*ist*in zu finden. Sicher verbergen sich hinter der Band einige bekannte Gesichter aus der regionalen Szene, die daraus allerdings keinen allzu großen Aufriss machen wollen. Der Sound ihres Debüt-Demos klingt roh, die Instrumente im Vergleich zum spröden bis aufgeregten Geang fast rudimentär, dass selbst die Bezeichnung analog schon geschmeichelt wirkt. Demo-Vorgaben erfüllt, es darf mit einem Album nachgelegt werden.

DL "Demo"


Glitzer

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Da tut sich wieder was beim Label Spastic Fantastic und dessen Kopf Maz Richard. Der Dortmunder Bassist und Keifhals (u. A. bei Napoleon Dynamite, Die Eule im Bart des Judas und Mann kackt sich in die Hose) unterhält bereits seit dem letzten Jahr sein Solo-Projekt Glitzer, das wie eine Kirmes-Mischung aus Kraftwerk, Peter Licht und Wuki klingt. LP ist bereits angekündigt.

DL Songs

Jahres-Sampler