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Donnerstag, September 10

Kennt ihr den schon?



Indietronic, Chiptune, 8bit, Nintendo-Punk und -Core, Audiolith hin oder her. Was der Zoo-Escape-Gitarrist und Backgroundsänger Gregor Sandler alias GrGr hier anstellt, ist echte Handarbeit: GameBoyWavePunk.

Das Debüt-Album des Electro-Tüftlers soll demnächst oder irgendwann über NAKAM erscheinen, dem Label für elektronische Randerscheinungen.

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Freitag, August 22

Turtle Party - Emphatic...EP



Von Experimental- hin zur Filmmusik und noch viel weiter...
In Hesses biblischen Liebesmärchen "Piktors Verwandlungen" ist die Metamorphose der Materie Ausdruck der göttlichen Schöpfung, womit Alles zu Allem, Jeder zu Jedem, Alles zu Jedem und Jeder zu Allem werden kann (Nano-Mikro-Mini-Kurzfassung). Hinter Turtle Party versteckt sich ein (mir bislang unbekannter, vielleicht aber ein gewisser Herr Pedro Sanchez oder Sven, vielleicht hat auch die ehemalige DudeLand-Gang was damit zu tun???) Solist, der seine erste Veröffentlichung "mostly cloudy with occasional rain" noch unter dem Künstlernamen Piktors Metamorphosis anpries. Acht konzeptionslos aneinander gereihte Songs, in denen sich der Soundtüftler ausprobierte und die technischen Möglichkeiten auslotete. Das Resultat war eine wie durch dem Kaleidoskop betrachtete Soundcollage, in der sich Ambient, Dub, Ansätze von Trip-Hop, seichte und härtere Gitarrenklänge und -wände gegenseitig verdrängten und absorbierten. Ein Experimental-Album, sozusagen, das sich leicht hätte auf Hesses kurioses und phantasievolles Werk adaptieren lassen. Vielleicht aber war es genau dieser Umstand, den der Solist mit seiner Namensänderung vorbeugen wollte. Keine weit her geholten Vergleiche oder pseudointellektuelle Vermutungen.Vielleicht aber auch bloß, weil ihm eine Jazz-Rock-Fusion-Band gleichen Namens bereits zuvor gekommen ist. Vielleicht sollte man viel lieber die Musik hören und auf sich wirken lassen, als sich unnötig darüber das Hirn zu zermatern. Das gelingt auf seiner im Mai erschienenen "Emphatic..." EP weitaus besser, mit der er nun seine Findungsphase ein Stück weit hinter sich lässt. Die Strukturen innerhalb der Songs sind klar erkennbar und fließen homogen ineinander, wenngleich jeder Song für sich eine andere Stimmung erzeugt. So gleicht der minimalistisch gesampelte Opener "Bottomless Box" eher einem sanften Intro. Der zweite Song "After Their Plan was Finished They Entered the Emperors Palace by Force" nimmt es im Titel bereits vorweg: "Emphatic..." ist ein fiktiver Soundtrack, der auf Atmosphäre bedacht ist. Und während der Song die Spannung allmählich steigert, bricht mit "War As a Permanent Condition" eine Art zerfahrenes Post-Metal-Versatzstück herein, das jegliche Harmonie dem Erdboden gleich macht. "Nothing Remains Forever" tröstet mit bedächtigem Gitarrenspiel und zieht den Hörer zum Ende hin mit mathiger Spielfreude zurück in die Fröhlichkeit, während der Schluszsong "Diazepam" nochmal alle Register zieht und die Spannung auf über zehn Minuten ausdehnt.
Dass Turtle Party auch Songs fernab von Experimental- und Filmmusik schreiben kann, bewies er kürzlich mit seiner Single "Weird Turtles", seinem Liebesgeständnis zum Radiohead-Song "Weird Fishes".



+++Facebook//+++

DL Weird Turtles (Hommage to Radiohead) Single
DL Emphatic...EP

Mittwoch, Juli 17

Das Electro-Experiment Vol.2


Aalfang mit Pferdekopf

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Der Bonner Mirko Uhlig, der sich von 2004 bis 2006 hinter dem Pseudonym Aaalfang mit Pferdekopf versteckte, könnte grob als akustischer Landschaftsmaler definiert werden. Grob deshalb, weil seine Releases stets Momentaufnahmen sind, die sich nicht nur in ihren Grundstimmungen wie düster, melancholisch oder träumerisch unterscheiden, sondern auch in ihren Mitteln. Sein 2012er Album "Kindspechleber" könnte sich daher als Einstieg eignen, da sich der Großteil der Songs nicht nur mit einer überschaubaren Länge präsentieren, sondern in ihrem Klangspektrum all das bieten, was Uhlig zum Tüfteln aus seiner Werkzeugkiste kramt. Das reicht von Drone, Electronicas und Ambient, bis hin zum Psych-Folk und wird mit teils verstörenden Sprachsamples aufgewertet. Nicht zufällig also schwärmte vor allem Kulturterrorismus, als Uhlig unter AMP sein Comeback-Debüt "Is It Possible to be at War With You?" gab, welches sich diesmal neben o. g. Elementen äußerst gitarrenbegeistert gab und mit melodiösen Gesangparts überraschte.    



Buy Here, Here & Here



The Zoll

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Bereits auf seinem Solo-Debüt "Dinqinesh" arbeitete "Elektroniker" Yorg (außerdem bei Verbaspinae) mit Marcello Giancalone alias Marcio zusammen, welches über dem kleinen Indie-Label Onimo Records erschien. Und weil beiden das Zusammenbringen ihrer Einflüsse - nämlich Electronicas mit Gitarre und Bass - so viel Spaß bereitete, gründeten sie auch noch gleich eine gemeinsame Band. Mit The Zoll verließen sie erst gar nicht die Studiotüren von Onimo und warfen ihr Debüt "DERKLANG" dem von Yorg gleich hinterher. Ein Synthie-besessener Mahlstrom aus Electro, Dance und Space-Rock, der in seinen schönsten Momenten zum Träumen, manchmal sogar zum Tanzen verführt (z. B. Derklang_001), in seinen extremsten nur über einen Reißzweckengürtel ins Ohr gelangt (z. B. Derklang_100).         

DL DERKLANG

DL Yorg - Dinqinesh

DL Verbaspinae - noBlues Tour


Rostiges Riesenrad

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Eines hatten seine bisherigen Projekte, die Electro-Noise-Black-Metaller Ultor (Free-Downloads), sein Dark-Ambient-Projekt Tholen und die Doom-Metaller Sinistra (Free-Download), allesamt gemeinsam: sie sind düster, bewegen sich hart an der Grenze und provozieren bewusst mit derben Thematiken. Songtüftler Eisen ist sicher nicht jedermanns Sache. Den Geschmack des Mainstreams zu treffen, ist allerdings auch gar erklärtes Ziel des Leipzigers. Sein Ein-Mann-Projekt Rostiges Riesenrad vereint Dark Ambient mit Noise und Industrial. Seine in den Vordergrund rückenden und wieder in den Hintergrund verschwindenen Sprachsamples wirken stets bedrohlich und werden von metallischen Percussions in ähnlichen Sphären gehämmert. Tanzbar ist das sicher nicht, aber auch das ist wohl nicht die anvisierte Zielgruppe.      

DL Eternal Ekel
DL Kontrollverlust
DL Rastlose schwarze Ströme
DL Split /w N. Strahl N.
DL Split /w Aalfang mit Pferdekopf
DL Split /w DaS LuftschiFF
DL Split /w Vronthor

Donnerstag, Februar 28

Das Electro-Experiment

Restrikted and Friends



Ryan Willis und William Collins ist das Duo aus Roanoke, welches unter dem Namen Restrikted and Friends seit 2012 sein musikalisches Unwesen treibt. Ihre letzte EP "Pink Elephants Von Garvenrog" startet mit dem Song "Spongebong", der ausdauernd und minimalistisch auf einer groovenden Beat-Welle surft, während das darauf folgende "Junga von Targilits" erstmal ein kleines Synthie-Feuerwerk loslässt und sich durch mehrere Schichten arbeitet. Das klingt nach ehrlicher Handarbeit und recht homogen, was bei Restrikted and Friends nicht unbedingt selbstverständlich sein muss. Ihre Vorgänger-EP "ThroneOfAgony" schlug eine vollkommen andere Richtung ein. "Brutal Technical Grindcore Song with a Guy Getting Butt Raped" klingt nicht nur dem Songtitel nach, nach dem Synapsenkollaps eines Mike Pattons (so denkt man an das vollkommen überdrehte, slapstickreiche "Suspended Animation" von Fantomas) und "Insane Chaotic Song" schüttelt kräftig die Rasseln und macht seinem Namen somit buchstäblich zum Programm.    



Ursus





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Übertrieben schlechte Bühnenauftritte, peinliche Outfittes und Lyrics, die alles andere als das Prädikat WERTVOLL abgestempelt bekommen. Das sind Ursus aus Stuttgart, die sich aus den Beteiligten Käpt'n Flex Le Bete, Elaine Tourette und Melvin Raclette zusammensetzen. Dabei bedienen die drei jegliche Art schlechten Geschmacks. Aber: das muss so sein. Und das muss der Hörer auch wissen. Ursus sind nunmal eine Spaßband. Und wer der Band über den ersten Tracks hinaus eine Chance gibt, kann sich über ein buntes Knallbonbon, prall gefüllt mit billigen Synthie-Pop, Electro-Trash, Post-Punk bis letztlich sogar etwas Breakcore, freuen und mit einigen echt schmissigen Rocknummern zu einer steilen Party abgehen. Versprochen! 




Rumpeln

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Wieder so ein überschäumendes Kreativköpfchen, dem ein Projekt zum Ausleben seiner musikalischen Fantasien nicht ausreicht. Hinter Rumpeln verbirgt sich Anton Kaun aus München, der auch als Sonytony und King Teledubby unterwegs ist. Mit Rumpeln spielt er wahrlich zermürbenden Electro-Industrial-Post, den er mit Field Recordings, Sprach- und anderen Samples und einer Menge Noise aufpeppt. Wer dafür kein Faible mitbringt, der wird wohl kaum über die erste Minute egal welchen Songs hinaus kommen, zumal die sich auch gerne mal in die Länge ziehen können. Unter King Teledubby führt er dieses Experiment im Grunde genommen fort und verbindet es mit nostalgischen Konsolensound. Etwas Breakcore gibt's dann mit Sonytony und bei Trashcantrasher bekommt er dann sogar noch Bandunterstützung, die gemeinsam dem Electro-Genre entfliehen und eine Art Noisecore-Trash-Punk spielen. Größtenteils erscheinen die Sachen über das von Kaun ins Leben gerufene Label Save the Cdr, über das auch eine Compilation-CDr des Noiserockers Tagar (wirkte u. A. bei Das Weiße Pferd und Murena mit) veröffentlicht wurde, sowie das Debüt-Album der Synth-Popper Paddington Distortion Combo.  



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Jahres-Sampler