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Montag, Februar 4

Video Kills The Radio Star Vol. 8


Malm - Ins Nirwana


Es gibt Bands, die feiern gefühlt alle fünf Jahre eine Reunion oder eben solche, die sich für ihr nächstes Release die nötige Zeit nehmen, ohne gleich alles über den Haufen zu werfen. 
Die Würzburger Band Malm, deren Mitglieder zwischenzeitlich auch bei Bands wie Omega Massif, Blacksmoker und Elision aushalfen, ist seit 1998 eine feste Größe im deutschen Noise-Rock-Sektor. Über drei Alben und vier EP's, blieben sich die vier Bayern ihren kompromisslosen Stil stets treu. Pünktlich zum 20-jährigen Bandjubiläum, erschien nun also Album Nummer vier, "Kollaps", auf dem das Quartett abermals ein wahres Noisegewitter entfacht. Minimalistisch, dissonant und brachial zugleich, ohne die blank liegenden Nerven über das nötige Maß hinaus zu strapazieren. "Ins Nirwana" ist nur eines von zwölf eindrucksvollen Belegen dafür.
Nach der Split (2008) mit der Berliner Noise-Rock-Formation Kint, ist "Kollaps" das zweite Bandrelease, das u. A. auch auf Vinyl erscheint.


Buy "Kollaps" Here & Here



Kind Kaputt - Unperfekt


Pop und radiotaugliche Härte - ein Konzept, dass sich spätestens mit dem Debüt von Madsen in den Mainstream-Sendern hierzulande durchgesetzt hat. Ein Klischee, das vor allem im letzten Jahrzehnt durch Bands wie Marathonmann, Naechte, Kaff König oder Heisskalt kräftig bedient und vom geneigten Publikum durchaus belohnt wird. Auch der Sound der relativ jungen Formation Kind Kaputt erscheint für die feucht-dunklen Wände der Punk-Spelunken etwas zu überambitioniert, obwohl das Mannheimer Trio auf seiner Debüt-EP "Die Meinung der Einzelnen" textlich am Zahn der Zeit bleibt und musikalisch durchaus einige Überraschungen parat hält.
"Unperfekt" ist der etwas ruppigere Ausreißer der EP, was sicherlich auch dem Feature von Jonas Jakob (8KIDS) zu verdanken ist.
Die zur EP gehörige CD ist über dem bandeigenen Shop erhältlich.





Peter Coretto - Sie zündeln wieder



Peter Coretto sind auch schon gefühlt eine Ewigkeit Bestandteil der deutschen Post-Punk-Bewegung. Jetzt, wo die Euphorie nach dem letzten Turbostaat-Studio-(und meiner Meinung nach weitaus nicht bestem)-Album allmählich verflogen ist und einige hoffnungsvolle Nachzügler vorzeitig die Segel gestrichen haben, könnte für die vierköpfige Band aus München vielleicht genau der richtige Zeitpunkt gekommen sein, um mit ihrem neuen Album "Angst kostet Freiheit" ein paar desillusionierte Genre-Verehrer zurück zu erobern. Der Vorreiter "Sie zündeln wieder" erzählt zwar nichts Neues, packt aber den heimischen und scheinbar stetig wachsenden Tumor direkt an der Wurzel: "Rassismus - keine Meinung! Antisemitismus - keine Meinung! Faschismus, Sexismus - keine Meinung!". So sieht's aus. Und vielleicht braucht es eben diese direkte Art und eine solch eingängige Hymne, um die breite, gleichgültige Masse zu erreichen und ihr die Augen zu öffnen.
Wurde die Vorgänger-EP "Gier" einmal mehr vom Quartett selbst produziert, legte diesmal kein geringerer als Torsun Burkhardt (Egotronic) persönlich Hand an.


Buy "Angst kostet Freiheit" Here & Here



[trap] - Gommage Éclat



Eigentlich gar nicht meine Musikrichtung, eigentlich nicht mal ein richtiges Video. Eigentlich habe ich mich auch bloß mal wieder gefragt, auf welchen musikalischen Pfaden Emmanuel Aldeguer (H.O.Z., Ebisu, 42 The Band) gerade so wandert. Und siehe an, da stoße ich doch tatsächlich auf ein (schon älteres) Projekt namens [trap], dem Manu zwar seine Stimme leiht, ansonsten aber gar nicht so wirklich involviert ist.
Hinter [trap] stecken der Breakbeat- und Sample-Virtuose Zôl und Drummer und "Hybrid Artist" Merlin Ettore. Für ihr Debüt-Album "Offrande 1,697", das standesgemäß über das japanische Label Murder Channel erschien, vereint das Duo schneidende Breakbeats mit tollen Drum n Bass-Kombinationen und etwas Dubstep - und sampeln dazu Manu's und Sylvain Bekaert's Gekreische und Geshoute aus dem H.O.Z.-Album "Loud Noise Making".



 

Mittwoch, Mai 7

Peter Coretto - Gier EP



Es grenzt schon an einem kleinen Wunder, dass sich Peter Coretto im Jahr 2013 mit einer neuen EP zurückmeldeten, denn nach einer solch turbolenten Vorgeschichte, können sich mit Sicherheit nur die wenigsten DIY-Bands nochmal derartig aufrappeln. Bereits die ersten gemeinsamen Jamsessions um und während der Jahrtausendwende (anfänglich noch unter dem Namen Projekt Monoton), wurden durch viele interne Meinungsverschiedenheiten begleitet. Es folgte der Break, noch ehe die Band richtig ins rollen kam und wenig später schließlich der gemeinsame Entschluss, beim zweiten Versuch alles besser zu machen. Nach einer etwas rauheren und schnelleren Demo im Jahr 2004, landeten Peter Coretto mit ihrem noch im selben Jahr erschienenem Debüt-Album "Die Position verpflichtet" nicht nur auf dem Label Rough Trade, sondern auch ein Stück weit im deutschsprachigen Indiepop. Den Brückenschlag zur Hamburger Schule um Kettcar & Co. komplettierte die zwei Jahre später eingespielte Split "Bandentreffen" (Milchmann Records) mit den ambienten Post-Rockern Verstärker. Mit zwei stabilen Standbeinen, schien die Band also festen Boden unter den Füßen zu verspüren. Doch erstens kam es anders, und zweitens... . Nach dem spontanen Abgang ihres Gitarristen, die damit verbundenen Absagen ihrer bereits geplanten Konzerte und die mühselige Suche nach einem Ersatz; private Verpflichtungen und Veränderungen; Unstimmigkeiten mit dem Label; und nicht nur zuletzt die Unzufriedenheit über ihren immer mehr poppiger werdenden Sound, in den die Band mehr oder weniger von ihren Produzenten gezwängt wurde, ließen die Band in ein schwarzes Loch fallen. Bis ins Jahr 2009, als das Rad wieder so langsam ins Rollen kam. Peter Coretto spielten einige Konzerte und Verstärker-Gitarrist Christian Bartl füllte die Besetzungslücke auf. Einfach dort weiterzumachen, wo sie drei Jahre zuvor aufhörten, kam nicht in Frage. Zu viel hat sich in der Zwischenzeit verändert. Das Vorhaben, nochmal alles auf Null zu setzen und abermals alles besser zu machen, führte unweigerlich zur Einsicht, die komplette Verantwortung in den eigenen Händen zu belassen. "Gier" ist somit sicherlich auch ein Neuanfang. Vor allem aber ist sie eine Rückbesinnung auf den DIY. Die sechs neuen Songs entstanden komplett in Eigenregie und werden über die Band selbst vertrieben. Wütender und aufgewühlter klingen sie nun. Die Brücke zur Hamburger Schule steht noch immer, nur, dass am anderen Ende jetzt eben Captain PlanET und Frau Potz für Unruhe sorgen. Schon klar, zwei Referenzen, die man in so ziemlich jeder zweiten Band dieses Genres entdecken kann. Letztendlich sind es aber die eingrägsamen Melodiebögen in Songs wie "wtf! öfter auch mal einverstanden" und "Diese Sonne scheint heute nur für mich" und allen voran der rauhe, echauffierte und sich teilweise überschlagende Gesang von Marco Engelhard, die Peter Coretto in den Köpfen der Hörerschaft fest verankern.

+++Bandpage////Facebook////Soundcloud////Reverbnation////Myspace+++

DL Gier EP
DL Die Position verpflichtet (Songs einzeln)
DL Bandentreffen Split-LP /w Verstärker (nur PC-Seite und Songs einzeln)
DL Demo 2004 (Songs einzeln)

Buy Here & Here

Jahres-Sampler