Posts mit dem Label Snarg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Snarg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, Juli 25

Platte des Monats 07/2018: Snarg - Snarg II



Kurzinfo:

Na gut, ich gebe es ja zu. Für mich war eigentlich schon mit dem Release ihres ersten Albums klar, dass auch Snarg's zweites, sollte es denn eines geben, unsere Rubrik "Platte des Monats" krönen wird. Was soll ich sagen, ich stecke fest...auf einer Band, die enorm wichtig ist für die Gegenwart und dort weitermacht, wo Antitainment mit ihrem zweiten Album aufgehört haben. Nämlich verdammt gute Hardcore-Punk-Songs zu schreiben, die bei aller 8-bit-, Chiptune- und Synthie-Verspieltheit den Bezug zur Ernsthaftigkeit nie ganz verlieren. In diesem Sinne ist "Snarg II" sogar ein ziemlich ernstes Album geworden, ein - so blöd es auch klingt - (ge)reif(t)es Werk. Eine Reife, die sie mit Lafftrak nicht erreichten oder erreichen wollten und vielleicht sogar reifer als Antitainment es je waren. Ein inhaltlich-konzeptioneller roter Faden schlängelt sich durch die acht Songs, was eben auch nicht spurlos an die Struktur der Stücke vorbeizieht. Vieles auf "Snarg II" ist im Vergleich zum Vorgänger abgerundeter. Weniger Math-Vertracktheit, weniger wahnwitzige Synthies, dafür mehr Eingängigkeit und Einklang von Elektronik und Rock. Und mit "Minigolf, Tod" und dem nachdenklich stimmenden und zugleich krönenden Abschluss "Fallen", habe ich jetzt auch direkt mal zwei neue Lieblingssongs der Band.
Einziges Manko: 18 Minuten sind wieder einmal viel zu schnell vorüber.


Band: Snarg

Titel/Release: Snarg II/Album (Tape in Slipcase; Digital)

Label: Uga Uga Tapes, Tief in Marcellos Schuld

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Nintendocore, Hardcore-Punk

FFO: Antitainment, Lafftrak, Horse The Band

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Youtube




DL "Snarg II"

Buy Here & Here or via Mail to: snarg@echsenmenschsystem.de




Montag, Mai 25

Platte des Monats 05/2015: Snarg - Snarg



Band: Snarg

Titel/Release: Snarg/Album (Digital, Tapes in Planung)

Label: DIY (später vllt. Uga Uga Tapes??)

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Hardcore-Punk, Nintendocore, 8-bit

FFO: Lafftrak, Antitainment, The Blue Screen of Death

Links: Facebook, Bandcamp, Last.fm



Kurzinfo:

The boys are back in time! Und wie! Nämlich so, als wären sie nie weg gewesen. Dass sich hinter Snarg einige ehemalige Echsenmenschen von Lafftrak verbergen, dürfte mittlerweile jeder mitbekommen haben. Dass sie mich bereits mit ihrer Vorband in ihren kakophonischen Bann gezogen haben, eigentlich auch. Was also tun? Wiederkäuen? Behaupten, dass sich gar nicht so viel geändert hat? Snarg zur Platte des Monats machen und hoffen, dass diesmal mehr Leser darauf anspringen? Ja, denn es bleibt mir gar nichts anderes übrig. Ich habe es schonmal kurz erwähnt: nachdem sich Blue Screen of Death nur als One-10"-Wonder entpuppten, Antitainment lieber auf Les Trucs machen und Basti Hagedorn die extreme Experimentalmusik vorzieht, ist hierzulande nicht mehr viel zu finden, was sich Nintendocore mit Punkeinfluss schimpfen kann. Snarg sind daher nicht nur eine Band mit einem starken Überlebenstrieb, sie sind eine Rarität. Ich kann ohnehin nicht verstehen, warum Lafftrak's letzten beiden Releases ("Game Over Tape", "Das Ende der Welt 7inch") nicht schon längst ausverkauft sind und für das zehnfache auf Ebay feilgeboten werden.
Egal. Lafftrak waren gestern, Snarg sind die Gegenwart. Den etwas mathig-angeheizten Opener "Perspektiven" und das wahnwitzige Synthiespektakel "Emmett Brown" haben die Hannoveraner bereits vorab los gelassen. So weit, so marginal ist die Umstellung. Zu behaupten, die übrigen sieben Songs schlagen in andere Richtungen aus, wäre zu viel des Guten. Dennoch treten Snarg wesentlich songorientierter auf. Das melodisch punk-rockende "(◕__◕)" zum Beispiel ist klar strukturiert und zieht zur Mitte hin mit mächtig Tiefgang herunter; da stolpert das fröhliche "Dachs" mit viel Groove über die Unbeschwertheit des Indie-Pops; und "C+V" galoppiert heroisch dem psychedelischen Sonnenuntergang entgegen, ehe der Song nicht ganz unerwartet schließlich doch noch zur wilden Orgie ausartet. Die genretypischen Samples werden nunmehr nicht nur unprätentiös vor den jeweiligen Songs geschnitten, sie fließen regelrecht ein und auch generell schafft die Band eine homogene Symbiose der beiden Schwerpunkte Rock und Electro, wie man es nur von den Urvätern des Genres kennt.
Das ist kein Punk, der dir sagt, wie du zu leben hast oder dir ständig den Spiegel der Scham vor's Gesicht hält. Snarg machen, worauf sie Lust haben und singen über das, was sie wollen. Meistens (selbst-)ironisch, manchmal etwas ernsthafter, aber nie einfordernd oder klugscheißerisch - und das ist doch mehr Punk als Diejenigen, die es vehement von sich behaupten, oder?

DL Snarg Album


Dienstag, August 19

Lafftrak sind tot - lang lebe Snarg! Und der Salzstangenmann sowieso.



Wie war das nochmal mit dem Ende, Neuanfang und Abenteuer? Wie einige von euch vielleicht schon wissen, verteilte die sympathische 8bit-Synthie-Hardcore-Punk-Band von nebenan, Lafftrak, zu Beginn des Jahres keine Neujahrsglückwünsche (die hätte man ihnen sowieso nur bedingt abgenommen), sondern gab überraschend ihr Aus bekannt. Während sich flugs ein Meer aus Tränen und Beleidigungen seitens der treuen Anhängerschaft unter dem Abschiedspost ausbreitete, übersahen viele von ihnen den bereits mitgelieferten Hoffnungsschimmer am Horizont. Klar, ein Holzfäller mit Wildschweinkopf und lässig geschulterter Axt kann im verrückten Universum der ehemaligen Echsenmenschen so ziemlich alles bedeuten. In diesem Fall war es aber bereits der erste Hinweis zur Nachfolgeband Snarg. Mittlerweile haben sich auch die ersten Befürchtungen, Snarg könnten nicht nur zu waschechten Menschen, sondern auch zu einer Instrumentalband mutiert sein, wieder verflüchtigt. Zu den beiden instrumentalen Vorabsongs "Hummel" und "Pfau", gesellte sich wenig später der dritte animalische Song "Bär" (siehe unten) hinzu. Darin zu hören: 8bit-Synthie-Hardcore-Punk mit irrwitzigen Wendungen - und Geschreie. Alles das, wodurch man die einstigen Echsenmenschen einmal lieb gewonnen hatte...

+++Facebook+++

Jahres-Sampler