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Mittwoch, November 14

Pigeon - Bug



Kurzinfo:

Die Veröffentlichung ihres ersten Longplayers liegt noch nicht einmal ein halbes Jahr zurück, da meldet sich das umtriebige Quartett Pigeon auch schon wieder mit einer neuen EP an. "Bug" enthält fünf Songs, die nahtlos mit dem zuletzt kühler gewordenen Sound der Band verschmelzen. 
"Concern" balanciert gleich zu Beginn auf einem unangenehm stechenden Nagelbrett. Die schneidenden Gitarren, der tief-kratzende Bass, die harten Schläge der Drumsticks und der wie in einer großen, leerstehenden Lagerhalle umher irrende Hall-Gesang von Denes Bieberich - alles klingt nach mühselig-schleppender und schweißtreibender Schwerstarbeit. Auch das folgende "Ideal" startet eigentlich mit einem recht zugänglichen Riff und schraubt den Noise-Anteil etwas hoch. Doch trotz einiger höherer Anschläge, schafft es auch dieser Song nicht vollkommen aus seiner grund-düsteren Aura auszubrechen. Erst mit dem instrumentalen Titeltrack treibt die EP allmählich aus der Melancholie und mündet schließlich im fast schon ausgelassenen Closer "Hoisin".
Nach ihrem externen Labelausflug, erscheint "Bug" als Tape über das vom Flennen-Kollektiv supportete Leipziger Klein-Label Tortellini Records.


Band: Pigeon

Titel/Release: Bug/EP (50x Tape; Digital)

Label: Tortellini Records

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Post-Punk, Wave, Noise, Alternative, Industrial

FFO: The Jesus Lizard, Milemarker, No Trend, Sonic Youth

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Blog\\//Flennen




DL & Buy "Bug" Here & Here


Mittwoch, Oktober 3

Pigeon - Pigeon



Kurzinfo:

Mit ihrem ersten Longplayer brechen Pigeon erstmalig aus ihren DIY-Kollektiven Flennen und Späti Palace aus und veröffentlichen es, neben den beiden deutschen Labels Black Verb Records und Dunkelziffer Records, auch über die polnischen Kollegen von Antena Krzyku.
Seinem Sound bleibt das Berliner Quartett um Kopf Denes Bieberich (u. A. Ich, Alexander, Molde, Zelf, Deltoids) dabei natürlich treu, indem es mit "Pigeon" genau dort ansetzt, wo die drei Songs ihrer gemeinsamen Split-EP mit Girlie aufhörten. Nämlich irgendwo in der End-80er- bis Mitte-90er-Jahre-Noise-Rock-Ära. Zwischen grungig-krachenden und -quietschenden Dissonanzen, etwas mathematischer Willkür, kratzigem Schrammel-Indie und narzisstischem Post-Punk mit kühlem (No-)Wave-Überzug, schälen sich immer wieder klare Strukturen und tolle Melodien heraus, allen voran im eingängigen "Nizza", aber auch im treibenden "Gaping" oder den mal kurz im düsteren Industrial vorbeischauenden "Couches" und "Lower".

Band: Pigeon

Titel/Release: Pigeon/Album (300x Black Vinyl; Digital)

Label: Black Verb Records, Dunkelziffer Records, Antena Krzyku

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Post-Punk, No Wave, Noise-Rock, Industrial

FFO: The Jesus Lizard, Milemarker, No Trend, Sonic Youth

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Blog\\//Flennen




Stream & Buy"Pigeon" Here & Here

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Montag, November 6

Gesplittet, Teil 14

Ancst & King Apathy - Split-EP



Auf der einen Seite Ancst, DIE Berliner Black-Metal-Institution schlechthin, der es wohl keiner weiteren Erläuterungen bedarf - und auf der Anderen King ... wer? Apathy! Alte Hasen im neuen Gewand, wenn mensch so will, denn im Zuge ihres 10-jährigen Jubiläums dachten sich die fünf ehemaligen Thränenkinder, sei es genau die richtige Zeit für einen Namenswechsel. Und der lautet passender Weise genauso wie der Titel ihres letzten Albums "King Apathy".
Beide Bands steuern der Split jeweils zwei Songs bei, wovon der jeweils letzte ein Cover der anderen Band ist. Das führt vor allem auf der A(ncst)-Seite zu einem schizophrenen Umbruch. Verweilt der Opener "Gehenna Of Fire" noch recht ausdauernd in atmosphärischen Gefilden, ehe es mit manischen Double-Bass-Attacken wieder etwas amtlicher wird. So ungern ich es auch schreibe, aber mit dem folgenden "King Apathy" gibt es seit langem mal wieder einen Song in der Rubrik Cover schlägt Original, denn vor allem die düstere und rasende Wucht verleiht dem eigentlichen Post-Metal-Song eine unglaubliche Dynamik.
Fast schon angenehm poppig (Blasphemie!!) leiten die zuvor bereits oft erwähnten King Apathy mit "Disguise" die B-Seite ein, ein Song, der zwischen Härte, Melancholie und heroischen bis theatralischen Melodien ein breites Spannungsfeld aufbaut. Ein Konzept, das Frontmann Nathanael auch schon mit Heretoir, eine seiner Nebenbands, mit viel Wiedererkennungswert meisterlich umsetzt. Als Ancst-Cover haben sich die fünf Bayern "Entropie" von der 2013er EP "The Human Condition" (später auf der "Turmoil" wiederveröffentlicht) ausgesucht. Ein Stück, das im Original mit einem fast schon bedächtig jazzigen Mittelpart überraschte und somit auch nicht gerade stellvertretend für den sonst eher kompromisslosen Blackened Crust der Band stand. Vielleicht war ja aber auch genau das der Grund für die Wahl des Stückes, denn so ganz genau mit den Genre-Grenzen nehmen es Thrä...ähm...King Apathy schließlich auch nicht. Und so zerrt das Quintett den Song auf über sieben Minuten, deren größte Mutation vor dem Geplänkel stattfindet.
Die Ausnahme-Split kommt in fünf verschiedenen Farbvarianten, u. A. über Alerta Antifascista Records.

Ancst: Bandpage\\//Bandcamp\\//Facebook\\//Youtube\\//Soundcloud\\//Twitter


King Apathy: Bandcamp\\//Bandpage\\//Facebook


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Duct Hearts & The Discord of a Forgetten Sketch - Split-EP


Gerade mal vier Monate ist es her, als Duct Hearts mit "Feathers" ihr erstes Album veröffentlichten. Ein atmosphärisches wie emotionales und zugleich wüstes wie zerbrechliches Stück Post-Rock hat die Band des ehemaligen Wishes On A Plane-Sängers und time as a color-Chefs Daniel Becker darauf konzeptionell ineinander verflochten. Und entweder ist im Studio noch ein verschollener Non-Album-Track aufgetaucht oder die Band hat gerade einen unaufhaltsamen Kreativfluss, denn für ihre kürzlich erschienene Split-EP mit TDOAFS hat die Band noch einen weiteren Hit aus dem Ärmel geschüttelt. "Enduring War" reicht für die B-Seite der ökonomischen 6" auch vollkommen aus. Der Song plänkelt intro-mäßig ein, türmt sich im Hauptteil mit erschöpfenden Gesang auf und plänkelt bedächtig wieder aus. Am besten gleich nach dem Album hören.
Fans des kanadischen Trios The Discord Of A Forgotten Sketch hingegen müssen auch elf Jahre nach dem selbstbenannten Debüt-Album noch weiterhin auf das zweite Album ihrer Lieblings-Mathcoreler warten. Stattdessen gibt's das fünfte Split-Release, das mit einem Song bislang am spärlichsten ausgefallen ist. Macht nichts, denn auch TDOAFS bleiben mit "Kids" vor allem sich selbst treu und klingen mit ihrem analog rohen aber leidenschaftlichen Skramz so herrlich aus der Zeit gefallen. Tolles Pendant zum moderneren Sound der Süd-Münchener, tolle Split.

Duct Hearts: Facebook\\//Bandcamp\\//Myspace\\//

TDOAFS: Facebook\\//Bandcamp\\//

DL Split-EP

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Radio Havanna & Marathonmann - Pro Asyl Benefiz Split-EP


Melodischer Punkrock meets Post-Hardcore - kann das gut gehen? Klar! Vor allem, wenn es um eine gemeinsame gute Sache geht, immerhin sollte Musik genauso wenig wie der Mensch an sich keine Grenzen kennen. Im Zuge des anhaltenden Rechtsrucks und der immer noch desaströsen Flüchtlingssituation Hierzulande haben sich Radio Havanna und Marathonmann dazu entschlossen, eine Benifiz-Split-EP aufzunehmen, deren Erlös zu 100% der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl zu Gute kommt. Und hört mensch sich die insgesamt vier Songs an, die sich gerecht auf beide Bands und 7"-Seiten verteilen, liegen sie musikalisch ja auch gar nicht mehr so weit auseinander.
Die vier Berliner um Sänger Fichte liefern mit dem orgelnden "Fresst oder sterbt" und "Die Fahne weht" zwei Ohrwürmer in gewohnter Manier ab, mit der sie abermals die Nähe zu Punkgrößen des Radioformates suchen, dabei aber stets authentisch bleiben und somit das Ziel der Split nicht aus den Augen verlieren.
Der Münchener Vierer Marathonmann indes schiebt sich immer mehr aus dem Schatten der großen Turbostaat, hin ins Fahrwasser der noch größeren Donots. Von Post-Hardcore haben "Grabeschwer" und "Dachma" allerhöchstens mal gelesen. Die Songs passen zwar immer noch nicht so ganz in den Supermix von 94,3 rs2, allerdings sind sie auch nicht mehr zwangsläufig einer 12:00-Uhr-Highfield-Band zuzutrauen, wo ich sie schließlich vor einigen Jahren noch das erste Mal live erleben dürfte. Im Ganzen ist das hier aber schon 'ne ziemlich geile Scheibe.

Radio Havanna: Bandpage\\//Facebook\\//Soundcloud\\//Myspace\\//Twitter\\//Youtube\\//Bandcamp

Marathonmann: Bandpage\\//Facebook\\//Twitter\\//Instagram\\//Soundcloud

Stream "Fresst oder sterbt" & "Die Fahne weht"

Stream "Grabeschwer" & "Dachma"

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Girlie & Pigeon - Split-LP


Wenn die beiden Berliner Independent-Labels Späti Palace und Flennen gemeinsam an einem Release beteiligt sind, dann dürfte der geneigte Hörer eigentlich schon erahnen, wohin die Reise in etwa gehen wird - nämlich irgendwohin zwischen Noise Rock und Indie-Pop. Passen ja schließlich auch so gut zusammen, diese zwei benachbarten Genres.
Pigeon steuern der Split drei Songs und knapp 13 Minuten Spielzeit bei. Die Band um Tausendsassa und Multiinstrumentalist Denes Bieberich (u. A. Ich, Alexander; Zelf; Molde) verknüpft abermals Post-Punk mit Dream-Pop-Elementen und scheppernden Noise Rock, der trotz aller überladenden Elemente niemals den Freifahrtschein für's totale Durcheinander erhält. Während "Bird Migration" und das monotone "Skids" schon etwas mehr aufgeschlossene Hingabe einfordern, liebäugelt "Douglas" keck mit verflossenem Garage.
Für die ebenfalls aus Berlin stammenden Girlie - übrigens bestehend aus drei Kerlen und somit vom Namen her mindestens genauso irreführend wie die kanadische Band Women - ist die Split das zweite physikalische Release nach ihrem 2015er Tape-Release. Der A-Seite steuert das Trio ebenfalls drei Songs  und knapp 14 Minuten bei, wovon die Hälfte allein der Opener "Terms & Conditions" für sich beansprucht. Ein sich bedächtig steigernder Song, der die anfängliche Melancholie erst im Schluszspurt mit viel schrammeliger Wucht zerschlägt. "Girlie Youth" wohnt da schon etwas mehr Single-Charakter inne, obwohl sich natürlich auch hier verzerrte Gitarren gegen den totalen Schönklang wehren. Erinnert in dieser Mixtur stark an Cloud Nothings, nur mit einem Schuss mehr Willkür.
Alles in Allem eine Split unter dem Motto Gesucht und gefunden.

Girlie: Facebook\\//Bandcamp

Pigeon: Bandpage\\//Bandcamp

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Sonntag, Juli 19

Gesplittet, Teil 10

Foxmoulder & Eaglehaslanded Split-12"



Foxmoulder? Eigentlich müssten bei diesem Namen sämtliche Akte-X-Herzen höher schlagen. Und nur so am Rande, da gibt es noch eine Band aus Pittsburgh, die auf den Namen Dana Scully hört. Geil. Egal. Mit Alien- oder sonstigen Verschwörungstheorien haben Foxmoulder wenig am Hut. Zumindest musikalisch. Einen Schritt weiter weg vom Emoviolence ihrer "Lethe"-7inch und früheren Releases, dafür einen Schritt dem Screamo entgegen gekommen. Auch wenn die Band mit ihren neuen fünf Songs an einigen Stellen noch immer chaotisch, teils sogar zerfahren wirkt, sind es wohl die zugänglichsten, den die drei Kanadier mit Quone- und Delo Truda-Beteiligung bislang rausgehauen haben.
Das Eaglehaslanded aus Belgrad die B-Seite mit ihren sieben Songs regelrecht zuballern, wäre etwas zu voreilig. Zwar fräsen sich die von einem spacigen Intro eingeläuteten Songs 2-4 durch äußerst wüsten Screamoviolence. In "Tworatz" offenbaren die vier Serben aber mindestens genauso viel nostalgisches Feingefühl für 8-bit, wie in "1000 Palms" für balladeskes Gitarrengeplänkel.
Ein toller, wenngleich kurzer DIY-Screamo-Shot.

Die schwarze 12"-Vinyl erscheint im August in Kooperation zahlreicher Label und in drei verschieden farbenen Coverartworks.

Im August und September sind beide Bands auf großer Europa-Tour, wo sie hierzulande u. A. in Berlin, Leipzig, Hamburg und Köln spielen -> komplette Tourdaten siehe HIER.
 
Foxmoulder-Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Last.fm

Eaglehaslanded-Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Last.fm

Stream A-Seite\\//B-Seite

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I Saw Daylight & Deceits Split-7"


Die zweite Split läuft ganz unter dem Motto Melodic Hardcore. I Saw Daylight kamen bei uns bereits mit ihrer Debüt-EP "Despair" zur Ansprache. Seitdem haben die zwei Mädels und drei Jungs aus Ulm, von denen Eugen Troschin und Kurt Halter gelegentlich rüber nach Stuttgart zu ihrer Nebenband Reznik Syndrom pendeln, eine weitere EP und nun also eine Split mit dem Herner/Bochumer Quintett Deceits eingespielt. Je zwei neue Songs pro Seite schmücken die gemeinsame Split-7", die zumindest objektiv gesehen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede offenbaren. Melodischer (Post-)Hardcore, der die innere Wut, Zerrissenheit und Angst mit verzweifeltem Geschreie und intensiven Gitarrenspiel nach außen trägt. Einzig. Dass im modernen Hardcoregenre auch immer wieder Platz für post-rockige Momente bleibt, stellen Deceits mit phasenweisen seichtem Gitarrengeplänkel etwas penetranter zur Schau.

150 pinke und 350 schwarz-weiß-marmorierte 7inches verließen das Presswerk, allesamt mit hübschen Coverartwork von ISD-Gitarristin Jessica Kinzer, die den selben Job bereits für die beiden vorherigen Releases der Band übernahm.

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Stream Split-7" Here & Here

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Always Wanted War & Ghost Cat Split-7"


Wurde ja langsam Zeit, dass Marcellos Labelsprösslinge Always Wanted War mal wieder von sich hören lassen, denn ihr letztes Release, die tolle "C.R.E.A.M.-10", liegt nun auch schon anderthalb Jahre zurück. Mit zwei neuen Songs führt das Cuxhavener Trio abermals Hardcore-Punk und Screamo zu einer dynamischen und homogenen Einheit zusammen. Während "Action Intention" mit Vollgas und Punkspirit voran stürmt, drückt "Back to Subzero" rhythmuswechselnd etwas auf die Bremse, vielleicht auch, um den Übergang zur vom Hardcore abgewandten B-Seite etwas geschmeidiger zu gestalten.
Dort warten die vier Amerikaner von Ghost Cat ebenfalls mit zwei neuen Songs. Den Screamo-Gehalt fast vollständig zurück geschraubt, feilt die Band weiter an ihrem neuen Sound, der sich nunmehr gen Midwest-Emo-Punk mit Post-Rock-Einflüssen streckt. Vor allem ein Song wie "These Fragile Moments" lässt dabei durchblitzen, dass die verbliebenen drei Gründungsmitglieder noch immer den sinnlosen Tod ihres ehemaligen Bassisten Bryan Jackson verarbeiten müssen. Am 29 Oktober 2013, nur wenige Monate nach der Studiosession zum Minialbum "Weathered Light", fielen drei Bandmitglieder auf dem Rückweg von einem Konzert einem betrunkenen LKW-Geisterfahrer zum Opfer, bei dem Jackson quasi in den Armen seiner beiden Freunde starb. Die beiden Gitarristen Shane und Karsten überlebten knapp, zum Glück aber nur leicht verletzt.

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DL Split-7" Here, Here & Here

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PigeYon Short Tour-Split


"Wir machen Musik, Essen, Zines, Shows und manchmal mehr. Was passiert wissen wir danach.", so das Motto des Berliner Musikerkollektives Flennen. Für die jeweilige Band ist es bislang sicherlich nur ein kleiner Schritt. Was das Kollektiv seit seiner Zusammenkunft im Jahr 2014 aber bislang auf die Beine gestellt hat, verdient schon einiges an Respekt. Gemeinsames Touren und Jammen; gegenseitges Aushelfen; zur Verfügung stellen, was Andere sich nicht leisten können. So sollte es im DIY-Bereich eigentlich selbstverständlich sein. In diesem Sinne fanden sich die Berliner Noisepopgazer Pigeon und die Dresdener Post-Rocker/Metaller/Hardcoreler Yon zur "Flennen Session #2" ein, was ein Split-Tape und eine gemeinsame Minitour im Mai zur Folge hatte.
Das Hauptstadtduo, dessen Beteiligte nebenher bei den Post-Punks Zelf und den Noiserockern Molde (auch ein Flennen-Mitglied, das kürzlich eine Split und Minitour absolvierte) umhergeistern, steuert dieser zwei neue Songs bei, die vielleicht auch wegen der Liveaufnahme weniger "-gaze" klingen, als vielmehr nach einer gehörigen Emo-Noise-Grunge-Dröhnung. Vor allem "Embodied Mind" erinnert mich stark an eine Lo-Fi-Variante ehemaliger Union Youth.
Der Sachsen-Vierer Yon gibt die beiden vielleicht stärksten Songs der letzten EP "You" zum besten. "Christoph Daum" mit dem treibenden Post-Rock-Instrumental am Ende des Songs, und das hitverdächtige "Ray Rice", die beide ebenfalls etwas mehr Live-Jam-Mentalität entfremdet wurden.

P.S.: Ich weiß nicht, ob es eine Fehleingabe der Band war, aber auf Pigeon's Bandcamp-Seite kann man das Split-Tape für 50 Cent ergattern. Hmm...

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DL Tour-Split

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Jahres-Sampler