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Mittwoch, August 16

Der Bandcamp-Hardcore Vol. 36


Universe - Passenger



Screamo/Crust/Hardcore/Metal mit Folk-typischen Instrumenten sind mittlerweile sicher keine Ausnahme mehr. Bands wie Respire, Recreant und auch Mononoke hierzulande, befinden sich zweifelsohne an der Kreativ-Ader. Auch die ehemalige Band Universe aus Bloomington, Indiana kann sich getrost dieser Riege anschließen, obwohl sie doch vollkommen anders klingen.
Die Band mit damaligen Mitgliedern aus nicht weniger verqueren Gruppen wie Sophie Nun Squad, Ghost Mice, Good Luck, Harry And The Potters, Black Rainbow und Dead Letter Auction, spielt auf einer Basis von melodischen wie teils mathigen Alternative-Rock, mit einigen Twinkle-Twinkle-Pop aber auch Emocore-Ausflügen - und eben diesen Harfen- und Violinenklängen, die Songs wie "Pass The Ipecac" oder "Interplanetary Land Grab" einen fast schon seriösen Anstrich verpassen. Im Grunde sind Universe aber auch auf ihrem zweiten Release "Passenger", das halb DIY und halb über das Bloomingtoner DIY-Punk-Label Harlan Records erschien, eine ziemlich ausgelassene Truppe, die mensch lieber nicht seiner seriösen Verwandtschaft vorstellen möchte.

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DL "Passenger"


Forgive Me - Demo

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Junge Band aus alten Bekannten. Hinter der Offenburger Band Forgive Me verbergen sich Gitarrist Ben und Bassist Kevin, die zuvor bereits gemeinsam bei Sense und meines Erachtens auch bei Century (lasse mich aber gerne korrigieren) gespielt haben. Ohne viel Vorgeplänkel, dafür mit bedrohlichem Riff und wütendem Geshoute, stürmt ihr selbst-veröffentlichtes und -produziertes Demo durch Tür und Angel. Im Laufe der drei Songs blitzen immer wieder kleine Post-Rock-, Melodic Hardcore- und sogar Old-School-Versatzstücke in ihrem - nunja - Post-Hardcore-Sound auf, die allerdings aufgrund der rohen und analogen Aufnahme nur unterschwellig wahrgenommen werden. 
Ihr Demo gibt's kostenlos oder gegen Spende auf Bandcamp. Dazu fertigte das Trio eine Kleinstauflage von CDr-Unikaten (jedes Cover anders bemalt) an, die scheinbar schon restlos vergriffen ist.

DL "Demo"


Minutes From Memory - Start From The Beginning EP

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Da hat sich Einiges getan bei der Stuttgarter/Ludwigsburger Band Minutes From Memory. Nicht nur, dass sich im Gegensatz zum drei Jahre zuvor erschienenen Vorgänger "Life Portrait" zwei neue Gesichter hinter Bass und Gitarre wiederfinden. Auch die cleanen Gesangspassagen von Frontfrau Marta haben zu Gunsten des reichlich emotionalen Geschreis deutlich abgenommen, was die Band dann doch endlich ein Stück weiter weg vom immer mehr aufkeimenden Vergleich zu Paramore drängt. Vielleicht verbirgt sich ja auch genau das hinter dem EP-Titel - ein Neuanfang. Gut so, denn die emotionalen, teils düsteren und persönlichen Texte stehen dem wütendem Sound so eindeutig besser zu Gesicht. Auch, weil sich die Songs wesentlich aufgeräumter, um nicht zu sagen eingängiger, präsentieren und nun scheinbar mit der Sparte Melodic Hardcore ihr endgültiges Ziel gefunden zu haben. Hört euch nur die Songs "Witness" und "Day In Day Out" an, zwei Ohrwürmer, die mensch nicht zwangsläufig in der untergründigen Musiklandschaft vermuten würde.
Toll gelungen ist auch das Artwork, dass mit dem zentrierten Waldgott aus dem Anime "Prinzessin Mononoke" den niemals vollkommen resignierenden Gedanken der EP zum Ausdruck bringt. Lässt sich übrigens am besten auf dem Cardboard der selbstveröffentlichten CD bewundern.

Stream & Buy Digitally "Start From The Beginning" EP

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New Golden - New Golden EP

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Und wieder einmal so 'ne Clique, die sich auf irgendeinem Dorfbums in Berlin kennen und schätzen gelernt und das nächtliche Saufgelage zur Gründung einer neuen Inzestband genutzt hat. Vermutlich.
Bei New Golden mischen ehemalige und aktive Mitglieder von Sidetracked, Flyktpunkt, Nervöus und Sleep Routine mit, die mit ihrer selbstbetitelten Debüt-EP auch gleich mal beim Berliner Szene-Label Colossus Tapes gelandet sind. Ob von den schwarzen Kassetten im weißen Pappschuber mit Poster-Inlay noch welche vorrätig sind, erfragt ihr lieber per Mail (colossus.tapes@gmail.com), da der Label-eigene Bigcartel-Shop schon seit geraumer Zeit nicht ganz rund läuft.
Für ihr neues Projekt haben sich die vier (Wahl-)Hauptstädter ein Stück weit weg von ihren gewohnten Terrain bewegt. Irgendwo zwischen Post-Punk, Melodic Hardcore und rauhem Gainesville-typischen Emo(core)-Punk bewegen sich die sechs eingängigen Songs.

DL "New Golden"

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Sleep Routine - All Our Evil Deeds EP

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Ehemalige Band bestehend aus ehemaligen Bands (Easy Lover, Morla). Anfang des Jahres gab das Berliner Quintett Sleep Routine nach nicht einmal drei-jährigem Bestehen seine Auflösung bekannt. Konnte sich die selbstbetitelte Debüt-EP gleich mal die Krone der Visions-Rubrik "Demo des Monats" aufsetzen, folgte anderthalb Jahre später mit "All Our Evil Deeds" ein, meiner Meinung nach, ebenbürdiger Nachfolger. Rauher Post-Hardcore-Emo der melodischen Sorte à la Hot Water Music oder auch puristischeren Malkovich. Ein würdiger, wenngleich viel zu früher Abgang. Hätte ich gerne noch auf Albumlänge erlebt.
Neue Bands sind übrigens Indian Summer Westward HO!, Piece, Seek Nothing und Bomb Out.

DL "All Our Evil Deeds" EP

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Bring Me The Author - Act 2: The Defined

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Eine altbewährte aber ziemlich solide Mischung aus Progressive, Metal-, Melodic- und Post-Hardcore spielt dieses kanadische Quintett (Studio- und Live-Drummer wechseln, daher eigentlich Sextett). "Act 2: The Defined" ist bereits das zweite Konzept-Album der Band, dass sich als weniger vertrackt entpuppt, als es der Titel vermuten lässt. Im Gegenteil. Die Songs können auch für sich alleine stehen. "Some Will Wonder I Will Know" ist gar eine bitter-süße Romantikballade und auch der Closer "The Bitter Taste Of Denial" hält zum Ende hin eine lockere Akustik-Nummer im Verborgenen. Mit Gastsängern wie Michael Ciccia (Mandroid Echostar) und Blake Prince (Straight Reads The Line) wird das Ganze natürlich noch Genre-mäßig aufgepeppt. 
Ich will mal behaupten, dass Bring Me The Author mit einer besseren Lobby (oder Bandnamen) Szene-Größen wie Protest The Hero oder Between The Buried And Me in nichts nachstehen würden.

DL "Act 2: The Defined"


Schwache Nerven - Demo

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Als Göttinger Punkband kommt man mit seinen Aufnahmen wohl kaum am mobilen Record-Label Henner Rekorder vorbei. Für den regional unerfahrenen und doch geneigten Hörer empfiehlt es sich daher, sich für einen groben Überblick an der Referenzliste der "Heimstätte des gepflegten Schmutzes" entlang zu hangeln. Über melodische wie trashigere Szene-Kombos wie herculines, Sorbet oder Deutsche Laichen (da gibt's noch ca. eine Billion andere, #billionenstadtgoettingen) wird man auch irgendwann über den Vierer Schwache Nerven stolpern. 15 Songs in nicht einmal 12½ Minuten, die sich zwischen Punk, Fastcore und Crust ordentlich austoben. Was für ein fieses Brett, aber auch eines, dass ordentlich Spaß macht. Die Produktion ist rauh und dreckig, wie es sich eben gehört, aber immer noch klar genug, um die stark komprimierten aber melodisch antreibenden Gitarrenlinien genug Wirkungsraum zu lassen. Klingt für mich wie ein unkontrollierter Niesanfall, nur dass anstelle von Rotz kurze Ruins-Nummern ausgeworfen werden. Geil!


Buy Tape via Mail to: schwachenerven@gmx.de


Nerf - Bespensterung

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Einen ähnlichen Ansatz wie oben genannte Schwache Nerven verfolgen auch die raffsüchtigen Berliner_innen von Nerf. Gleiches Tempo, noch kürzere Songs, wesentlich trashiger. Und inmitten dieses "Kunstdozentenhardcores" schaffen es die fünf Hauptstädter_innen doch tatsächlich noch eine Orgel unterzubringen. Krass, denn meiner Meinung nach gibt es hierzulande viel zu wenige Snargs und Lafftraks.
Nach zwei "Alben" verkündete die Band dann im Jahr 2013 ihr Aus, nur, um sich zwei Jahre später genauso klammheimlich wieder unter die Punkmassen zu mogeln. Es folgten einige Shows und in diesem Jahr schließlich "Album" #3. "Bespensterung" kommt im schicken Fold-Out-Cardboard mit DLC oder digital.

Stream & Buy Digitally "Bespensterung"

Buy Tape Here


Sayras - S

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Global-politisch gesehen, scheint die Schweiz ja immer ein ganzes Stück weit autarker zu sein als der Rest, was nicht bedeutet, dass in dieser Konklave nur Friede, Freude, Sonnenschein herrscht. Im Gegenteil, dass sich die Menschen auch dort ihre Gedanken machen, zeigen zumindest Bands wie Sayras, die unterschiedlichen Berichten zufolge bereits seit 2006 oder 2009 ihr musikalisches Unwesen treiben. Nach einigen Besetzungswechseln und Neudefinitionen ihres Sounds, fanden die fünf Luzerner 2015 endlich zu einem gemeinsamen Nenner und konnten nun an richtigen Songs arbeiten, die 2016 ihren Weg auf's Mini-Album "S" fanden. Darauf zu hören gibt's old-schooligen Metalcore, der so ganz ohne elektronische Schnörkel und cleanen Weichspüler-Gesang auskommt. Und, für diese Sparte auch etwas unkonventionell, mit ziemlich kritischen und direkten Texten, die mensch eher im Deutschpunk/Switz-Punk (??) verorten würde.

DL "S"

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In der Kürze liegt die Würze


Fratze - Im Nachhinein Bedenklich Demo

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Die Flut an undefinierbaren DIY-Bands reißt einfach nicht ab. Alfons Bauer, Kannibal Krach, Festefeste und nun also auch Fratze. Das Berliner Duo betitelt ihren Stil selbst als "Schwachcore". Ein Lauschangriff auf ihr Debüt-Demo "Im Nachhinein Bedenklich" stellt sich dann glücklicher Weise als etwas harmloser heraus. Zwar sind die vier Songs in einem mehr als bescheidenen Proberaumklang gefangen. Stilistisch schielt das Ganze aber sympathisch-nostalgisch gen 90er-Noise-Rock, Alternative, Emocore und Grunge. Vielleicht wird da ja noch mehr draus, als nur eine reine Spaßband. Vielleicht ist es aber auch schon vorbei mit der Band, weil einige Beteiligte lieber ernstere Sache mit JaaRi machen wollen...

DL "Im Nachhinein Bedenklich"


Anal Trump - That Makes Me Smart

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Große Gefahren erfordern ein schnelles Handeln. Die beiden Amerikaner Hardcore-Veteranen Rob Crow (u. A. Holy Smokes!, Pinback) und Travis Ryan (Cattle Decapitation, 5/5/2000, uvm.) haben schnell auf die amerikanische Präsidentschaftsmisere reagiert und mit Anal Trump ein musikalisches Äquivalent geschaffen. Seit ihrer Zusammenkunft in 2016 hat es das Grindcore/Powerviolence-Duo bereits auf fünf Releases gebracht, wovon vier letztendlich auch zur physikalischen Formvollendung fanden, mittlerweile allerdings rar und teuer gehandelt werden. Ihr letztes "That Makes Me Smart" fasst ganze 30 Songs (!), die insgesamt nicht länger als 3 Minuten Spielzeit  (!!) benötigen und ihren Platz auf 1 7inch (!!!) gefunden haben, 1-seitig bespielt (!!!!) natürlich. Muss man nichts zu sagen, denke ich. Typisch San Diego.

DL "That Makes Me Smart"

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Samstag, März 28

Die Bandcamp-Punks Vol. 24

Gesamtscheiße: Scheiße.



So eine Scheiße mit der Gesamtscheiße: Scheiße! Hinter der Band aus Köln/Düsseldorf/Duisburg verbergen sich bekannte Gesichter aus Szenegrößen wie Mülheim Asozial, Cocktailbar Stammheim und vielleicht noch Lambs, Alte Schule Masthorn und Sunlun. Wer behält bei all dem regionalen Inzesttreiben schon den Überblick. Egal, in jedem Fall spiegelt sich in Gesamtscheiße: Scheiße. eine Menge AZ-Prominenz wider, was ihrem melodischen, eingängigen und gnadenlos direkten Deutschpunk jederzeit anzuhören ist: "[...] schieß doch Bulle, schieß - oder halt einfach mal die Schnauze [...]". Punk, der schlichtweg auf das Nötigste reduziert ist, der Niemanden gefallen oder egozentrisch aus der Masse herausstechen will. Einfach aus der Intuition heraus, weil die Scheiße einfach mal raus muss. Am besten auch gleich aus den Köpfen aller Menschen.
Das Demo Tape erschien in einer Auflage von 111 Stück über Raccoone-Records, ist aber bereits restlos vergriffen. Nachschub, bitte!

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DL Demo 2013


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Für das Berliner Label Black Rose Records zählen vor allem zwei Dinge: 1. DIY und 2. PUNK. Je willkürlicher Letzteres ist, umso besser. Punk darf auch ruhig mal seine Komfortzone verlassen und erarbeitet werden. Hier zwei (Label-)Beispiele dafür:

1. ) Marmara Streisand:

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Punk mit Violine? Kennt man doch schon vom Baseball'schen Indie-Punk oder irischen Folk-Punk á la Fiddler's Green! Das israelische Quintett Marmara Streisand weiß dennoch zu überraschen, entführt mit der allgegenwärtigen Violine nicht nur in den tanz- und saufbaren Mittelalter- und Spelunken-Folk, sondern speist vor allem fast schon halluzinogen wirkende, orientalische Klänge in ihren Sound ein. Das kann man dann Oriental-Crust-Punk oder sonst wie nennen. In jedem Fall aber eine rundum eigenwillige Konstellation, die nicht all zu oft anzutreffen ist.


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 2.) Arbeitstitel: Bullenblut:

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Schon wieder 'ne Band mit Doppelpunkt im Namen, diesmal aber alles andere als eingängig und vorhersehbar und bei der wohl die ungeschriebene Faustregel >Je unkonventioneller das Medium, desto unkonventioneller auch die Musik< gilt. So erschien ihr 2013er "Live Trash" auf old-schooligen Tapes (ja gut, das geht noch), die 2014er Single "Wehret den Anfängen" auf 3,5" Floppy Disc und ihr erstes Studioalbum "Volxliter" nun auf CDr. Musikalisch breiten sich die beiden Breisgauer, die lediglich mit Schlagzeug, Bass und zwei Stimmen auskommen, im Deutsch-, Melodic- und Trashpunk aus und schwenken je nach Lust, Aggression, Humor oder Sarkasmus zum Ska, Hardcore, Dub, Hip Hop und Crossover rüber. Die Texte hingegen kommen da schon kompromissloser daher und arbeiten nicht nur nach und nach die Punkte des üblichen Programmzettels ab, sondern erheben den Zeigefinger vor allem auch gegen die eigene Szene.



DL Wehret den Anfängen Single Floppy


 Totalitarian Principle

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Es ist sicherlich etwas schmeichelhaft, Totalitarian Principle ausgerechnet in diesem Beitrag zu erwähnen, denn musikalisch tangiert das hier höchstens den Post-Punk. Hinter dem Projekt verbirgt sich Ancst-, Henry Fonda- und Afterlife Kids-Bassist Andi, der mit seiner Solo-Debüt-EP "Negative" ein düsteres und kaltes Szenario kreiert und das stilistisch irgendwo zwischen Shoegaze, Cold Wave und Depressive Black Metal verankert ist. Eine Tape-Variante seiner EP hat der Berliner bereits fest in seinen Planungen eingeschlossen und sollte die Resonanz seitens der Hörerschaft stimmen, will ihm Anderland Records dabei unter die Arme greifen.

DL Negative EP


Sleep Routine

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Würde Post-Hardcore den Alternative-Pop im Mainstream ablösen, wären Sleep Routine wohl die nächsten Beatsteaks. Der Vergleich hinkt an mehreren Stellen, ich weiß, aber das Debüt des Berliner Quintetts mit Morla- und Easy Lover-Beteiligung klingt beinahe tatsächlich so, als wollten sie den Hardcore-Punk hierzulande salonfähig machen. Aus flirrenden als auch melodischen Post-Rock-Gitarren, wuchtigen Breakdowns, antreibenden Schlagwerk, schleppenden Tempowechseln und heiserem Geschreie, formen Sleep Routine vier Songs, die sich im Genre-Dreieck Post-Hardcore, Hardcore-Punk und Screamo bewegen und somit genre-übergreifend sehr viele Menschen glücklich machen könnten.

DL S/T EP

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SHVS

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Stell dir vor: gemeinsam mit zwei Kumpels legst du Rast an einer Waldböschung ein; die Dämmerung legt sich allmählich über euch ab; das Lagerfeuer knistert beruhigend zum Takt der Akustikgitarre - und plötzlich springt ein Einhorn mit dämonisch-rotleuchtenden Augen dazwischen, geritten von einem Kater mit rotem Stirnband und einer gold-glänzenden Desert Eagle in der Pfote. Sprachlos starrt ihr das seltsame Gespann an, danach schwenken die Blicke zu eurem Nebenmann. Das ist der Moment, in dem ihr euch alle drei sicher seid, dass euch der Typ mit dem angeblich besten LSD der Stadt keinen Scheiß angedreht hat. Wer seinen Vertrauens-Dealer noch nicht gefunden hat, kann sich ja solange das Hirn mit SHVS's Debüt-LP "My, My" vernebeln. Die drei Amerikaner_innen aus dem Bundesstaat Ohio verwurschteln nämlich auf höchst eigenwilliger Art Surf-Punk mit Prog, vielleicht etwas Alternative und sogar Metalausbrüchen. Das Resultat ist gewöhnungsbedürftiger als auch ausgefallener Weirdo-Rock, der von Spinnerei, über Harmonie bis hin zum Schönklang keine Abstriche macht.

DL & Buy My, My LP

DL My, My Tape (+ 2 Bonussongs)

DL FEEL4U EP

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Die Shitlers

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Man könnte fast m1, dass sich das Bandleben der drei stabilen Shitler-Jungs nur noch auf Facebook abspielt. Sie schreiben halt viel, viel über Musik (nur nicht die Eigene), dissen die eigene Szene in bester Rapper-Manier, und wer mit ihrer selbst- und prinzipiell ironischen Darstellung nicht klar kommt, kann auch schon mal leicht ins Grübeln kommen, ob das überhaupt noch Punk ist. Ist es, nur eben nicht unbedingt der AZ-Kompatibelste. So bekommen auf ihrem zweiten Album "Drei Legenden ..." die Onkelz, Wiebusch, Rantanplan und - fast schon konzeptionell für das Album - vor allem Turbostaat gleichermaßen ihr Fett weg. Letztendlich ist es genau das, was den Rap und Punk inhaltlich eint und die Shitlers schließlich für ihren Stil vereinen - Motzen, Motzen, Motzen und selber nicht besser machen. Stimmt nicht! Die Shitlers machen das schon ganz gut und darüber hinaus auch wesentlich besser und authentischer, als so manche ihrer Fun-Punk-Kollegen. Vor allem deshalb, weil sie auf modisch-gefärbte Haare zu Hochglanzanzügen und Krawatten verzichten.

DL Die Shitlers/King Veganismus One & Dr. Alsan Split-EP "Martin/Eine Soße"

DL Drei Legenden versuchen jetzt, Deutschland zu ficken

DL Split w/ Nitro Injekzia

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Arbeitsscheu Reich

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Auch die Band Arbeitsscheu Reich (ursprünglich eine Aktion gegen Asoziale, Bettler, usw. zu Zeiten des Nationalsozialismus), die wohlmöglich der Brixels-Familie entsprungen sein könnte, haust unter dem freien Himmel des Deutschpunks, an der allerdings eine dicke Schicht Straßenköter- und Asi-Mentalität klebt. "Arbeit/Macht/Scheiße", so der Titel ihres Debüt-Albums, lässt demnach schon erahnen, womit sich die elf Songs hauptsächlich beschäftigen werden. Da wird zu Beginn auch gar nicht lange rumgefackelt. Obszön, direkt und Freischnauze voraus reihen sich die Songs aneinander, fröhnen das Faulenzerdasein mit anti-gesellschaftlicher Attitüde, liebäugeln stellenweise mit Skate-Punk und Punk'n'Roll und strecken allgemein-anerkannten Attributen den verkrusteten Mittelfinger entgegen.

DL Arbeit/Macht/Scheiße


Miztake

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Sugar-Daddies aufgepasst! Diese drei jungen Mädels machen keine gute Miene zum bösen Spiel, verzichten auf eure Kohle und schneiden euch stattdessen lieber gleich die E**r ab. Wie kann man denn auch sein Leben von Luxusgütern abhängig machen, wenn überall auf der Welt doch so viel Scheiße passiert?! Gleichgültigkeit, Ignoranz und Intoleranz, zum Beispiel, die wie brauner Teer die Gehirne sogenannter Wutbürger verkleistern. Klar, was das Neubrandenburger Frauentrio Miztake auf ihrer Demo-EP an- und beklagt, bewegt sich keinen Vers über das Rahmenprogramm des Deutschpunks hinaus. Doch schon allein mit ihrer rotzigen Riot-Grrl-Attitüde sorgen sie immerhin für etwas Abwechslung im beheimateten AJZ und somit im asozialen Gemenge um Verwahlost, Gehacktes & Co.

DL Demo

Jahres-Sampler