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Montag, April 11

Die Realität muss sterben, damit wir leben können [Sampler]



Stell dir vor. 1981 polarisierte die bekannteste Punkband Deutschlands mit dem Song und den Worten "Deutschland musst sterben, damit wir leben können" und revolutionierte damit den pöbelnden Straßenpunk. 35 Jahre später schreit Deutschland wieder auf wie zuletzt 33, islamistische Terrorgruppen bedrohen die ganze Welt, Russland hasst Schwule, die USA verunsichert mit widerlichen Präsidentschaftswahlen und selbst in der Türkei zieht der Faschismus ein. Unter dem Dach des Labels Stajner Youth Entertainment besteht Einigkeit - Es ist längst nicht mehr allein Deutschland, sondern die Realität, die sterben muss. Also genießt mit uns diesen Sampler, der 34 Bands aus sämtlichen Punk-Sparten bereithält.

Darauf enthalten sind neben zahlreichen Bands, die wir bereits besprochen haben (FuckFx, Dv Hvnd, Bijou Igitt, Die Shitlers oder Notgemeinschaft Peter Pan), großartige Vertreter des autonomen Untergrunds.

Der Silberling bietet eine gelungene Mischung aus strengem Polit-Punk und nicht ganz so ernst zu nehmendem Spaßpunk. Eben lachen die Synthie-Punks von Brutale Gruppe 5000 noch Dinos aus, wird bei Contra Real schon wieder fleißig No Border, No Nation gerufen. So zieht es sich durch die ganze Scheibe. Und selbst bei den fremdsprachigen Punkrock-Truppen macht es einfach nur Laune zuzuhören und anschließend Kartoffeln zu stampfen. Hier hat man nicht nur bei der Band/Song-Auswahl alles richtig gemacht, sondern auch bei der Track-Order. Das gute Stück kostet gerade mal nen 5er und kann per Mail oder Facebook bestellt werden. Bei dem guten Preis können zwar leider keine Hilfsorganisationen unterstützt werden (wie beim zuletzt veröffentlichten Refugees Welcome Sampler von Springstoff [gutes Teil!]), aber dafür fühlt man sich beim Hören der sterbenden Realität richtig wohl. Keine Depressionen nach den Hass-Lieder, weil dann gleich wieder gute Laune folgt. Alles richtig gemacht! Hier mal die Tracklist und anschließend nochmal die Kaufdetails:

01. Ein gutes Pferd - Empire
02. FuckFX - Kleiner Finger
03. Gesamtscheiße: Scheiße - They Saved Hoffmanns Cock
04. Beate X Ouzo - Beatrix vs Transphobers
05. Brutale Gruppe 5000 - Dinosaurs Will Die
06. Saucesce - Bal Vampira
07. Mufasa Ozora - Frau Wolle
08. Gasvogel - Kopfkino
09. Pascow - Lettre Noir
10. Contra Real - Strandgut
11. Rampage Kids - Bauern gegen Mauern
12. Olde Pine - Delgrengo's
13. Neon Bone - Rock'n'Roll Heart
14. Nitro Injekzia - Bez Tormozov
15. Trümmerratten - Deutschland raus
16. Oi!tercreme - Von einem, der auszog, Flensburg zu verlassen
17. Dv Hvnd - Restlos unterwältigt
18. Kezza - Drowning
19. Vladimir Harkonnen - Ticking Bomb Scenario
20. Kannibal Krach - Abiturensohn
21. Schrappmesser - Auf alles reimt sich saufen, zum Beispiel auf Bier
22. Bijou Igitt - Fallobst
23. Micha Benjamin - Kein Bock auf kein Bock
24. Loser Youth - Astro Punks Fuck Off
25. Notgemeinschaft Peter Pan - Die Zigarettenautomatin
26. PaddelnOhneKanu - Pop Anamur
27. LZA - Weltuntergang
28. Kommando Petermann - Die Briefe meiner Freundin
29. Turtle Rage - Work Sucks!
30. Always Wanted War - Jetsetpunx
31. Offensywa - Na zdrowie
32. Die Shitlers - Jede Stadt (hat die Punksbands, die sie verdient)
33. Kavalierstart - Kavalierstart
34. E-Aldi - Punk lebt weiter

Bestellen könnt ihr also per Mail: info[at]stajner-youth-entertainment.de
oder per PN auf dem Stajner-Youth-Facebook.

FUCK
RLTY

Sonntag, Juli 19

Gesplittet, Teil 10

Foxmoulder & Eaglehaslanded Split-12"



Foxmoulder? Eigentlich müssten bei diesem Namen sämtliche Akte-X-Herzen höher schlagen. Und nur so am Rande, da gibt es noch eine Band aus Pittsburgh, die auf den Namen Dana Scully hört. Geil. Egal. Mit Alien- oder sonstigen Verschwörungstheorien haben Foxmoulder wenig am Hut. Zumindest musikalisch. Einen Schritt weiter weg vom Emoviolence ihrer "Lethe"-7inch und früheren Releases, dafür einen Schritt dem Screamo entgegen gekommen. Auch wenn die Band mit ihren neuen fünf Songs an einigen Stellen noch immer chaotisch, teils sogar zerfahren wirkt, sind es wohl die zugänglichsten, den die drei Kanadier mit Quone- und Delo Truda-Beteiligung bislang rausgehauen haben.
Das Eaglehaslanded aus Belgrad die B-Seite mit ihren sieben Songs regelrecht zuballern, wäre etwas zu voreilig. Zwar fräsen sich die von einem spacigen Intro eingeläuteten Songs 2-4 durch äußerst wüsten Screamoviolence. In "Tworatz" offenbaren die vier Serben aber mindestens genauso viel nostalgisches Feingefühl für 8-bit, wie in "1000 Palms" für balladeskes Gitarrengeplänkel.
Ein toller, wenngleich kurzer DIY-Screamo-Shot.

Die schwarze 12"-Vinyl erscheint im August in Kooperation zahlreicher Label und in drei verschieden farbenen Coverartworks.

Im August und September sind beide Bands auf großer Europa-Tour, wo sie hierzulande u. A. in Berlin, Leipzig, Hamburg und Köln spielen -> komplette Tourdaten siehe HIER.
 
Foxmoulder-Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Last.fm

Eaglehaslanded-Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Last.fm

Stream A-Seite\\//B-Seite

Buy Here, Here, Here & Here


I Saw Daylight & Deceits Split-7"


Die zweite Split läuft ganz unter dem Motto Melodic Hardcore. I Saw Daylight kamen bei uns bereits mit ihrer Debüt-EP "Despair" zur Ansprache. Seitdem haben die zwei Mädels und drei Jungs aus Ulm, von denen Eugen Troschin und Kurt Halter gelegentlich rüber nach Stuttgart zu ihrer Nebenband Reznik Syndrom pendeln, eine weitere EP und nun also eine Split mit dem Herner/Bochumer Quintett Deceits eingespielt. Je zwei neue Songs pro Seite schmücken die gemeinsame Split-7", die zumindest objektiv gesehen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede offenbaren. Melodischer (Post-)Hardcore, der die innere Wut, Zerrissenheit und Angst mit verzweifeltem Geschreie und intensiven Gitarrenspiel nach außen trägt. Einzig. Dass im modernen Hardcoregenre auch immer wieder Platz für post-rockige Momente bleibt, stellen Deceits mit phasenweisen seichtem Gitarrengeplänkel etwas penetranter zur Schau.

150 pinke und 350 schwarz-weiß-marmorierte 7inches verließen das Presswerk, allesamt mit hübschen Coverartwork von ISD-Gitarristin Jessica Kinzer, die den selben Job bereits für die beiden vorherigen Releases der Band übernahm.

I Saw Daylight-Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Last.fm

Deceits-Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Last.fm

Stream Split-7" Here & Here

Buy Here, Here, Here, Here, Here & Here


Always Wanted War & Ghost Cat Split-7"


Wurde ja langsam Zeit, dass Marcellos Labelsprösslinge Always Wanted War mal wieder von sich hören lassen, denn ihr letztes Release, die tolle "C.R.E.A.M.-10", liegt nun auch schon anderthalb Jahre zurück. Mit zwei neuen Songs führt das Cuxhavener Trio abermals Hardcore-Punk und Screamo zu einer dynamischen und homogenen Einheit zusammen. Während "Action Intention" mit Vollgas und Punkspirit voran stürmt, drückt "Back to Subzero" rhythmuswechselnd etwas auf die Bremse, vielleicht auch, um den Übergang zur vom Hardcore abgewandten B-Seite etwas geschmeidiger zu gestalten.
Dort warten die vier Amerikaner von Ghost Cat ebenfalls mit zwei neuen Songs. Den Screamo-Gehalt fast vollständig zurück geschraubt, feilt die Band weiter an ihrem neuen Sound, der sich nunmehr gen Midwest-Emo-Punk mit Post-Rock-Einflüssen streckt. Vor allem ein Song wie "These Fragile Moments" lässt dabei durchblitzen, dass die verbliebenen drei Gründungsmitglieder noch immer den sinnlosen Tod ihres ehemaligen Bassisten Bryan Jackson verarbeiten müssen. Am 29 Oktober 2013, nur wenige Monate nach der Studiosession zum Minialbum "Weathered Light", fielen drei Bandmitglieder auf dem Rückweg von einem Konzert einem betrunkenen LKW-Geisterfahrer zum Opfer, bei dem Jackson quasi in den Armen seiner beiden Freunde starb. Die beiden Gitarristen Shane und Karsten überlebten knapp, zum Glück aber nur leicht verletzt.

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DL Split-7" Here, Here & Here

Buy Here, Here & Here


PigeYon Short Tour-Split


"Wir machen Musik, Essen, Zines, Shows und manchmal mehr. Was passiert wissen wir danach.", so das Motto des Berliner Musikerkollektives Flennen. Für die jeweilige Band ist es bislang sicherlich nur ein kleiner Schritt. Was das Kollektiv seit seiner Zusammenkunft im Jahr 2014 aber bislang auf die Beine gestellt hat, verdient schon einiges an Respekt. Gemeinsames Touren und Jammen; gegenseitges Aushelfen; zur Verfügung stellen, was Andere sich nicht leisten können. So sollte es im DIY-Bereich eigentlich selbstverständlich sein. In diesem Sinne fanden sich die Berliner Noisepopgazer Pigeon und die Dresdener Post-Rocker/Metaller/Hardcoreler Yon zur "Flennen Session #2" ein, was ein Split-Tape und eine gemeinsame Minitour im Mai zur Folge hatte.
Das Hauptstadtduo, dessen Beteiligte nebenher bei den Post-Punks Zelf und den Noiserockern Molde (auch ein Flennen-Mitglied, das kürzlich eine Split und Minitour absolvierte) umhergeistern, steuert dieser zwei neue Songs bei, die vielleicht auch wegen der Liveaufnahme weniger "-gaze" klingen, als vielmehr nach einer gehörigen Emo-Noise-Grunge-Dröhnung. Vor allem "Embodied Mind" erinnert mich stark an eine Lo-Fi-Variante ehemaliger Union Youth.
Der Sachsen-Vierer Yon gibt die beiden vielleicht stärksten Songs der letzten EP "You" zum besten. "Christoph Daum" mit dem treibenden Post-Rock-Instrumental am Ende des Songs, und das hitverdächtige "Ray Rice", die beide ebenfalls etwas mehr Live-Jam-Mentalität entfremdet wurden.

P.S.: Ich weiß nicht, ob es eine Fehleingabe der Band war, aber auf Pigeon's Bandcamp-Seite kann man das Split-Tape für 50 Cent ergattern. Hmm...

Pigeon-Links: Bandpage\\//Bandcamp

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DL Tour-Split

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Freitag, Februar 7

Always Wanted War - C.R.E.A.M. 10"



"C.R.E.A.M." nennt sich die Ende 2013 erschienene neue 10inch des Cuxhavener Trios Always Wanted War, die mit dem twangigen Intro "The Longest Way Home" erst einmal gemächlich durch die Prärie reitet. Hatten die Donots nicht auch ein Album ähnlichen Namens veröffentlicht, auf dem sie einige Westernausflüge unternahmen? Naja, ist vielleicht bloß Zufall. Eingefleischte Fans, die die Band seit der Gründung 2005 oder zumindest seit ihres Quasi-Debüts "The Battle Has Been Won, But War Has Just Begun" aufmerksam verfolgen, lassen sich sowieso nicht so leicht in die Irre führen. Die könnten die Melodie des Openers zumindest ansatzweise aus dem des Vorgängers "Minus" (auch als orangenes Doppelvinyl "+plus/-minus" mit der Band rha. über Marcello erhältlich) kennen. Das folgende "Innsmouth" dagegen ist weniger zimperlich und zerschmettert bereits zu Beginn den sehnsüchtigen Gedanken des Openers mit einem wuchtigen Breakdown. Ab hier an stellen AWW die Weichen auf das eigentliche Ziel um und steuern ungebremst auf die Stirnmitte zwischen Hardcore und Screamo zu. "C.R.E.A.M." macht allerdings auch deutlich, dass die drei auch auf ihrem siebten Release noch nicht an der Vollendung ihres eigenen Sounds angelangt sind. So kann man nicht nur dem eben erwähnten "Innsmouth" ein durchaus rockiges Antlitz anerkennen, während das Geshoute runder denn je gegen das Trommelfell ballert. Sänger Dennis keift aus tiefster Kehle, wie man es damals noch von einem Simon Neil kannte - inbrünstig, leicht brüchig, aber absolut loyal. So schafft man es, Leute zu bewegen (im zweideutigem Sinne), und sind es eben bloß die Mundwinkel, die sich beim Anblick ihrer Video-Single "Derry" gen Ohren strecken, mit der sich AWW auch einen Spaßfaktor zugestehen.

Ich behaupte jetzt einfach mal, dass "C.R.E.A.M." das bislang vielseitigste Werk der Band geworden ist, das zwar nicht unbedingt die scheuen Waldbewohner auf dem Cover anzulocken vermag, Genre-Fans aber mit Sicherheit vom Hocker reißen wird. Ob es auch das Beste ist, könnt ihr selbst entscheiden. Hören kostet ja nichts und der PWYW-Download bestenfalls genauso wenig. Für die Vinyl-Junkies gilt es, eine der auf 100 Stück limitierten schwarz-magenta-gesplatterten 10inches zu ergattern, die neben dem standart-mäßigen DLC auf Bierdeckel ein Daumenkino zum "Derry"-Clip enthalten.




++++Wordpress///Facebook///Soundcloud///Myspace++++

DL C.R.E.A.M.


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Jahres-Sampler