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Donnerstag, Mai 31

NŌSIYAH - Zenith



Kurzinfo:

Die 2016 neu gegründete Band (3x ehemalige A Tired Day's Night + 1x A Second Glance-Beteiligung) wusste uns schon mit ihrer Debüt-EP "Schemes" zu begeistern. Mit "Zenith", das abermals auf CD erscheint, knüpft das Berliner Quartett nun nahtlos am Vorgänger an und überzeugt mit einer soliden Mischung aus Post- und Melodic Hardcore, die auch unbemerkt auf der Welle zwischen den Größen Touché Amoré, La Dispute und Pianos Become The Teeth surfen könnte.


Band: NŌSIYAH

Titel/Release: Zenith/EP (Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Melodic Hardcore, Post-Hardcore, Emocore

FFO: Loose Suspense, Goodbye Fairground, Being As An Ocean

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Stream & Buy "Zenith"

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Montag, Mai 7

WORTH - Lacus



Kurzinfo:

Das war schon ziemlich harter Tobak, was die Bonner Band Worth mit ihrer letztjährigen Debüt-EP "W O R T H" ablieferte. Zwei Songs über menschliche Monster, oder eigentlich vielmehr zwei Geschichten in musikalischer Umrahmung. Jedenfalls sehr düster und musikalisch aus der Schablone gedrückt.
Mit neuem Schreihals hinter dem Mikro sollte sich nun auf ihrer zweiten EP "Lacus" so einiges ändern. Die Texte sind poetischer, wenngleich ziemlich pessimistisch, geworden und in englischer Sprache, der Sound runder und somit ein Stück weit weg vom Post- und hin zum Melodic Hardcore. Crew-Shouts, Chöre und melancholischen Momenten, aber auch fast schon brachialere Metalcore-Eskapaden (z. B. der wilde Ritt am Anfang von "Lacus/IV") - das Quintett hat seinen fragil-düsteren Sound für viele, altbekannte Hardcore-Bausteine geöffnet, die souverän und äußerst homogen zu eingängigen Songs geformt wurden. Das klingt eigentlich fast schon zu überambitioniert für den hiesigen Underground, zumal eine Hardcore-Band mit Instagram-Account da aber wahrscheinlich auch gar nicht lange verweilen will. Bleibt nur abzuwarten, wie sich Worth unter all den tausenden und hundertfach bekannteren Schwarzmalern dieser Welt schlagen werden.


Band: WORTH

Titel/Release: Lacus/EP (30x Tape incl. "Pinehouse"-Single; CD, Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2017

Genre: Melodic Hardcore, Punk, Emo

FFO: Celestica, The Tidal Sleep, Kepler

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DL & BUY "Lacus"


Donnerstag, Mai 3

Celestica - How To Speak With Gravity



Kurzinfo:
 
Celestica, 2013 aus ehemaligen Concubine hervorgegangen, haben uns bereits 2014 mit ihrem Demo-Debüt so ziemlich sprachlos gemacht. Irgendwo zwischen Punk, Post- und Melodic Hardcore toben sich die fünf Schweden aus Örebro aus und beackern dabei nicht gerade unbeachtete Gefilde.
Eine Split mit ihren schwedischen Kollegen aus Umeå, The State The Sea Left Me In, und eine Vorab-Single konnte das Quintett seit dem verbuchen. Und mit "How To Speak With Cravity" nun also auch ihr erstes Studio-Album, für dessen Grobschliff die Band keinen Geringeren als Jack Shirley verpflichten konnte. Das ist den insgesamt zehn Songs durchaus anzuhören, die sich auch hervorragend in die goldene Screamo-Mitte der 00er-Jahre integrieren lassen könnten. Flirrende Gitarren-Melodien treffen auf wohl dosiertes Geschreie treffen auf eine treibende Rhythmus-Sektion und sorgen somit für ein Rund-Um-Sorglos-Paket für Melodic-Hardcore-Begeisterte. 
Typischer Sweden-Hardcore, dem die kompromisslose Direktheit nicht unbedingt auf dem ersten Lauscher anzuhören ist.

Band: Celestica

Titel/Release: How To Speak With Gravity/ Album (Digital)

Label: DIY/ Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2016

Genre: Melodic Hardcore, Post-Hardcore, Punk

FFO: Loose Suspense, No Omega, KR1M1

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Twitter\\//Bigcartel




DL "How To Speak With Cravity"

Donnerstag, November 16

20 Liter Yoghurt - L'Art D'Oublier



Nun ist es wohl amtlich. Auch auf ihrem vierten selbstproduzierten Release bleiben 20 Liter Yoghurt ihrem apuristischen Stil treu und toben sich irgendwo zwischen Melodic Hardcore, Hardcore-Punk, old-schooligem Emocore und einigen Post-Auflügen, aus. Das klingt zwar nicht mehr so zerfahren wie auf ihren ersten zwei digitalen Demo-Releases "Heartcore" und "Demo 2015", die mittlerweile von ihrer Bandcamp-Seite verschwunden sind, und auch hinsichtlich der Produktion haben die vier Grimmaer einige Erfahrungspunkte hinzu gewonnen, obwohl natürlich immer noch nicht alles ganz rund klingt. Soll es womöglich aber auch nicht, denn ein tief verwurzelter D.I.Y.-Spirit ist der jungen Band ebenso anzuhören, wie ihre Freude am Experiment.
"L'Art d'Oublier", das wie schon der Vorgänger als selbstgestaltete Digifile-CD im Eigenvertrieb erscheint, ist trotz dieser Einflüsse kein halsbrecherischer Spießrutenlauf durch die Genres geworden, sondern entpuppt sich als bislang homogenstes Werk des Quartetts. Der Opener "Burn" hält die Affinität der Band zu ihrem kontrastreichen Sound zwischen tollen Melodien und hartem Riffing noch etwas unter einem düster-wütenden Mantel verborgen. Doch spätestens mit "Ghost" kehren nicht nur die cleanen Gesangspassagen in den Songs ein, sondern vor allem auch mehr Helligkeit. Natürlich gibt es hier nichts schönzureden. Für schönere Melodien sorgt es allemal.

Band: 20 Liter Yoghurt

Titel/Release: L'Art D'Oublier/EP (500x Digifile-CD, Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2017

Genre: Melodic Hardcore, Hardcore-Punk

FFO: Ashes Of Pomopeii, Loose Suspense,

Links:  Facebook\\//Bandcamp\\//Youtube
 


DL "L'Art d'Oublier"

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Freitag, November 3

NŌSIYAH - Schemes EP



Wer die vier Musiker aus dem Sauerland bisher noch nicht auf dem Schirm hatte, dem konnte ihre letztjährig erschienene Debüt-EP "Schemes" wahrscheinlich schon ziemlich kalt erwischen - oder man hat halt überhaupt keine Kenntnis von ihr genommen. Anders zumindest kann ich es mir immer noch nicht erklären, warum es bei der Vorabinteressenabfrage der Band so wenig Vinyl-Begeisterte gab. So ist "Schemes" vorerst "nur" als CD + DLC (derzeit für günstige 3,- EUR) erhältlich.
Vielleicht haben wir hier bei Gerda aber auch einfach bloß einen zu voreingenommenen Blick auf die Band, denn immerhin waren 3/4tel von ihr bereits mit A Tired Day's Night, eine nicht weniger fordernde aber mindestens genauso ansteckende Alternative-Shoegaze-Truppe, auf unseren Blog-Seiten vertreten.
Mit NŌSIYAH verschlägt es die Jungs aus Meschede nun in die Post-Hardcore-Ecke. Neu mit dabei ist Schlagzeuger Robin von den befreundeten und -heimateten Kollegen A Second Glance, dem die jahre-lange Metalcore-Erfahrung in den wuchtigen Schlagattacken durchaus anzuhören ist. Souveräne Rückendeckung also. Ansonsten bleiben die Jungs auch mit ihrem neuen Bandprojekt ein Haufen unberechenbarer Ideen, der dennoch und wie schon bei ATDN ordentlich gestapelt und teilweise aufpoliert ist. Soll heißen, dass ihre vielen a-puristischen Einflüsse - vom Gefrickel im Opener "Hands", über den Rap-Part in "Senses" bis hin zum bedächtigen Post-Rock-Ausflug im Closer "Gates" - doch recht homogen ineinander verlaufen, ohne die Songs dabei all zu sehr dem Experiment vor die Füße zu werfen. Das NŌSIYAH trotz packender Hardcore-Nummern wie "Harbour" und "Beggars" keine Abnehmer für ihre Tonträger finden, dürfte wohl lediglich daran liegen, dass sie mit ihrem The Wave-angelehnten Post-Hardcore-Sound vielleicht etwas zu spät dran sind, ebenso, wie die nicht minder starken Loose Suspense. Wenn es nach mir ginge, könnten beide Bands getrost die Vorreiter der 2. Welle sein...



Band: NŌSIYAH

Titel/Release: Schemes/EP (CD, Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2016

Genre: Melodic Hardcore, Post-Hardcore, Hardcore-Punk

FFO: Loose Suspense, December Youth, The Tidal Sleep

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DL "Schemes"

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Freitag, Oktober 13

KR1M1 - Neue Aufnahmesession



"Neue Aufnahmesession"..., ich hoffe ihr wisst so langsam um Gerdas Aktualitätsbewusstsein. KR1M1 oder auch einfach bloß Krimi hatten sich mit neuem Gitarrist-Shouter - aufmerksame Leser wissen nämlich noch, dass der alte Sänger zu den Modern Saints übergelaufen ist - seit Ende 2015 wieder ins Studio verkrochen und in einer Aufnahmesession vier neue Songs eingehämmert. Ob diese eine eigene EP bilden sollen oder als Anheizer für's Debüt-Album gedacht sind, verrieten die vier Bielefelder bislang nicht. Eigentlich war geplant die Songs auf Tape zu veröffentlichen, doch wie schon mit ihrem Erstling "Ihr Müsst Ja Damit Leben", scheint sich das Interesse der Labels bis heute in Grenzen zu halten. Warum? So kacke sind die doch nicht! Ich jedenfalls bin froh, einer von hundert Glückspilzen zu sein, der ein Exemplar der wunderbar aufgemachten Debüt-12" sein Eigen nennen kann. Und wenn es nach mir ginge, könnten die vier "neuen" Bandcamp-Songs gleich daneben ihren Platz im Plattenschrank einnehmen.
Mit "Alltag" stampft die sich neudefinierte Band bedrohlich und wütend Richtung Blackened Hardcore und lässt damit kein Grashalm mehr stehen. Die aufgeregten, einleitenden Beckenschläge in "Stadt" und die anschließend einsetzende, treibende Rhythmussektion scheinen die Band wieder etwas in Richtung Hardcore-Punk zu lotsen. Doch dann kommen KR1M1 urplötzlich und fast schon selbstverständlich mit der derbe groovenden Rocknummer "Mayhem" um die Ecke, die die Überzeugung von meinem Musikverständnis komplett umkrempelt. Die sind keinesfalls kacke, die sind sogar richtig gut und vielleicht sogar noch ein Stückchen besser als auf ihrem Debüt. Nach so einem Song musst du als Band erstmal einen Lückenfüller platzieren, um die Erwartungshaltung wieder etwas zu drosseln. Aber auch der vierte und letzte Song "Nacht" enttäuscht nicht, auch wenn sich dieser wieder etwas mehr im kantigen Post-Hardcore wiederfindet.
Großartige Fortsetzung. Hoffentlich nicht ihre letzte.


Band: KR1M1

Titel/Release: TBA/EP (Digital, Physikalisches Release in Planung)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2016

Genre: Melodic Hardcore, Punk, Post-Hardcore, Blackened Hardcore, Crust

FFO: More Than Life, Defeater, Ruins, Start A Fire

Links: Facebook\\//Soundcloud



DL Songs "Alltag" & "Stadt" & "Mayhem" & "Nacht"


Montag, August 28

Loose Suspense - Past Mistakes



Band: Loose Suspense

Titel/Release: Past Mistakes/EP (100x Black Vinyl, 200x Clear Vinyl, Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2016

Genre: Melodic Hardcore, Hardcore, Punk

FFO: More Than Life, Defeater, We Had A Deal, I Saw Daylight

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Tumblr\\//Youtube\\//Last.fm



Kurzinfo:

Ihre erste EP "Tragedy" (lese HIER) hinterließ bereits einen tollen Eindruck, ihrer zweiten, selbstbetitelten EP sprachen wir vor mehr als zwei Jahren dann den Titel "Platte des Monats" (HIER) zu. Mehr Wertschätzung können wir hier bei Gerda keiner Band zukommen lassen, wenngleich wir natürlich bestrebt sind jeder vorgestellten Band/Musiker_in mit dem nötigen Respekt zu begegnen. Boah...liest sich ja fast wie ein Amtsschreiben... . Soll heißen: Venerunt, viderunt et vicerunt. Da sich die vier Stuttgarter, die bereits vorher in Hardcore-Kombos wie It's A Boy, Boden und The Fucking Miley Cyrus Experience gespielt haben und 2015 mit ex-Reznik Syndrom-Jörg einen neuen Sänger in ihren Reihen begrüßen konnten, nun scheibar auf einen Sound eingeschossen haben, heißt es von nun an also Abliefern. Und das tun sie mit ihrer dritten EP "Past Mistakes" - die zwar abermals in Eigenregie entstand, dafür erstmals als Medium Vinyl erscheint - in einer Erwartungshaltung, wie mensch es sonst nur von Bands anderer Größenordnungen gewohnt ist. Diese unglaublich routinierten und treibenden Riff-Parts, die sich mit den hintergründigen Post-Rock-Spiralen zu leidenschaftlichen Melodien paaren und schlussendlich mit dem fast schon flehendem, heiserem Geschreie zur Genre-Ekstase auftürmen. Hört euch "Wrecked" an oder auch das irgendwie old-schoolig angehauchte "Perspectives" mit Gast-Shouter Sebi von kála und ihr wisst, was ich meine. Hören/Kaufen/Weitersagen!!!

DL Past Mistakes EP

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Sonntag, Juli 19

Gesplittet, Teil 10

Foxmoulder & Eaglehaslanded Split-12"



Foxmoulder? Eigentlich müssten bei diesem Namen sämtliche Akte-X-Herzen höher schlagen. Und nur so am Rande, da gibt es noch eine Band aus Pittsburgh, die auf den Namen Dana Scully hört. Geil. Egal. Mit Alien- oder sonstigen Verschwörungstheorien haben Foxmoulder wenig am Hut. Zumindest musikalisch. Einen Schritt weiter weg vom Emoviolence ihrer "Lethe"-7inch und früheren Releases, dafür einen Schritt dem Screamo entgegen gekommen. Auch wenn die Band mit ihren neuen fünf Songs an einigen Stellen noch immer chaotisch, teils sogar zerfahren wirkt, sind es wohl die zugänglichsten, den die drei Kanadier mit Quone- und Delo Truda-Beteiligung bislang rausgehauen haben.
Das Eaglehaslanded aus Belgrad die B-Seite mit ihren sieben Songs regelrecht zuballern, wäre etwas zu voreilig. Zwar fräsen sich die von einem spacigen Intro eingeläuteten Songs 2-4 durch äußerst wüsten Screamoviolence. In "Tworatz" offenbaren die vier Serben aber mindestens genauso viel nostalgisches Feingefühl für 8-bit, wie in "1000 Palms" für balladeskes Gitarrengeplänkel.
Ein toller, wenngleich kurzer DIY-Screamo-Shot.

Die schwarze 12"-Vinyl erscheint im August in Kooperation zahlreicher Label und in drei verschieden farbenen Coverartworks.

Im August und September sind beide Bands auf großer Europa-Tour, wo sie hierzulande u. A. in Berlin, Leipzig, Hamburg und Köln spielen -> komplette Tourdaten siehe HIER.
 
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Eaglehaslanded-Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Last.fm

Stream A-Seite\\//B-Seite

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I Saw Daylight & Deceits Split-7"


Die zweite Split läuft ganz unter dem Motto Melodic Hardcore. I Saw Daylight kamen bei uns bereits mit ihrer Debüt-EP "Despair" zur Ansprache. Seitdem haben die zwei Mädels und drei Jungs aus Ulm, von denen Eugen Troschin und Kurt Halter gelegentlich rüber nach Stuttgart zu ihrer Nebenband Reznik Syndrom pendeln, eine weitere EP und nun also eine Split mit dem Herner/Bochumer Quintett Deceits eingespielt. Je zwei neue Songs pro Seite schmücken die gemeinsame Split-7", die zumindest objektiv gesehen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede offenbaren. Melodischer (Post-)Hardcore, der die innere Wut, Zerrissenheit und Angst mit verzweifeltem Geschreie und intensiven Gitarrenspiel nach außen trägt. Einzig. Dass im modernen Hardcoregenre auch immer wieder Platz für post-rockige Momente bleibt, stellen Deceits mit phasenweisen seichtem Gitarrengeplänkel etwas penetranter zur Schau.

150 pinke und 350 schwarz-weiß-marmorierte 7inches verließen das Presswerk, allesamt mit hübschen Coverartwork von ISD-Gitarristin Jessica Kinzer, die den selben Job bereits für die beiden vorherigen Releases der Band übernahm.

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Stream Split-7" Here & Here

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Always Wanted War & Ghost Cat Split-7"


Wurde ja langsam Zeit, dass Marcellos Labelsprösslinge Always Wanted War mal wieder von sich hören lassen, denn ihr letztes Release, die tolle "C.R.E.A.M.-10", liegt nun auch schon anderthalb Jahre zurück. Mit zwei neuen Songs führt das Cuxhavener Trio abermals Hardcore-Punk und Screamo zu einer dynamischen und homogenen Einheit zusammen. Während "Action Intention" mit Vollgas und Punkspirit voran stürmt, drückt "Back to Subzero" rhythmuswechselnd etwas auf die Bremse, vielleicht auch, um den Übergang zur vom Hardcore abgewandten B-Seite etwas geschmeidiger zu gestalten.
Dort warten die vier Amerikaner von Ghost Cat ebenfalls mit zwei neuen Songs. Den Screamo-Gehalt fast vollständig zurück geschraubt, feilt die Band weiter an ihrem neuen Sound, der sich nunmehr gen Midwest-Emo-Punk mit Post-Rock-Einflüssen streckt. Vor allem ein Song wie "These Fragile Moments" lässt dabei durchblitzen, dass die verbliebenen drei Gründungsmitglieder noch immer den sinnlosen Tod ihres ehemaligen Bassisten Bryan Jackson verarbeiten müssen. Am 29 Oktober 2013, nur wenige Monate nach der Studiosession zum Minialbum "Weathered Light", fielen drei Bandmitglieder auf dem Rückweg von einem Konzert einem betrunkenen LKW-Geisterfahrer zum Opfer, bei dem Jackson quasi in den Armen seiner beiden Freunde starb. Die beiden Gitarristen Shane und Karsten überlebten knapp, zum Glück aber nur leicht verletzt.

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DL Split-7" Here, Here & Here

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PigeYon Short Tour-Split


"Wir machen Musik, Essen, Zines, Shows und manchmal mehr. Was passiert wissen wir danach.", so das Motto des Berliner Musikerkollektives Flennen. Für die jeweilige Band ist es bislang sicherlich nur ein kleiner Schritt. Was das Kollektiv seit seiner Zusammenkunft im Jahr 2014 aber bislang auf die Beine gestellt hat, verdient schon einiges an Respekt. Gemeinsames Touren und Jammen; gegenseitges Aushelfen; zur Verfügung stellen, was Andere sich nicht leisten können. So sollte es im DIY-Bereich eigentlich selbstverständlich sein. In diesem Sinne fanden sich die Berliner Noisepopgazer Pigeon und die Dresdener Post-Rocker/Metaller/Hardcoreler Yon zur "Flennen Session #2" ein, was ein Split-Tape und eine gemeinsame Minitour im Mai zur Folge hatte.
Das Hauptstadtduo, dessen Beteiligte nebenher bei den Post-Punks Zelf und den Noiserockern Molde (auch ein Flennen-Mitglied, das kürzlich eine Split und Minitour absolvierte) umhergeistern, steuert dieser zwei neue Songs bei, die vielleicht auch wegen der Liveaufnahme weniger "-gaze" klingen, als vielmehr nach einer gehörigen Emo-Noise-Grunge-Dröhnung. Vor allem "Embodied Mind" erinnert mich stark an eine Lo-Fi-Variante ehemaliger Union Youth.
Der Sachsen-Vierer Yon gibt die beiden vielleicht stärksten Songs der letzten EP "You" zum besten. "Christoph Daum" mit dem treibenden Post-Rock-Instrumental am Ende des Songs, und das hitverdächtige "Ray Rice", die beide ebenfalls etwas mehr Live-Jam-Mentalität entfremdet wurden.

P.S.: Ich weiß nicht, ob es eine Fehleingabe der Band war, aber auf Pigeon's Bandcamp-Seite kann man das Split-Tape für 50 Cent ergattern. Hmm...

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DL Tour-Split

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Montag, Juni 22

Edalene - I'm Still Here EP



Band: Edalene

Titel/Release: I'm Still Here/EP (Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Screamo, Post-Hardcore, Melodic Hardcore, Emotive Hardcore

FFO: Pianos Become the Teeth, I Hate Myself, Old Gray

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Kurzinfo:


Wer die australische DIY-Szene bislang noch nicht auf dem Schirm hatte, hat einiges nachzuholen. Vor allem auf der süd-östlichen Küstengerade von Melbourne, über Sydney bis nach Newcastle, lassen schier unzählige und zielstrebige Newcomer und Szenegrößen zwischen Pop-Punk, Alternative, Post-Hardcore und Metal kaum einen Genrewunsch offen.
Hinter Edalene aus Sydney verbergen sich fünf junge Burschen, die erst Anfang des Jahres aus verschiedenen Gruppierungen zusammenfanden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ihr Sound nicht nur routiniert, sondern vor allem bekannt und bewährt wirkt. Unter offen gelegten Referenzbands wie PBTT, I Hate Myself oder Merchant Ships, dreht das Quintett kräftig am Hardcore-Kaleidoskop, wobei melodische, melancholische, ruhige und schnellere Subgenreversatzstücke zu einem Sound verschmelzen, der gleichermaßen nach millenium-typischen Emocore und "Wellen"-surfenden Post-Hardcore klingt. Die metallischen Ausbrüche, beispielsweise im mittleren Teil von "Awakening", haben sich Charlie O'Brien und George Mackenzie höchst wahrscheinlich von ihrer nebenbei laufenden Metalcoreaffäre mit Skyon entliehen.
Bleibt eigentlich gar nichts weiter zu sagen, außer, dass ihre bislang nur digital erschienene Debüt-EP "I'm Still Here" so rein gar nicht nach einer Schlafzimmerproduktion klingt.

DL I'm Still Here EP


Samstag, April 25

Platte des Monats 04/2015: Loose Suspense - S/T EP


Band: Loose Suspense

Titel/Release: Loose Suspense/EP (Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Post-Hardcore, Melodic Hardcore, Punk

FFO: Touché Amoré, More Than Life, Donnie Brasco, I Saw Daylight

Links: Tumblr\\//Facebook\\//Youtube\\//Bandcamp



Kurze Einleitungsfrage: Was haben die Stuttgarter Dark-Doom-Post-Rocker Boden mit den Alternative-Indierockern von It's a Boy gemeinsam? Loose Suspense-Mitglieder! Das war's dann aber auch schon. Loose Suspense haben bereits Anfang des letzten Jahres unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als sie mit ihrer "Tragedy"-EP (mittlerweile auch als CD im bandeigenen Bigcartelshop erhältlich) debütierten. Das klang schon recht fett und ausgereift, was das Quintett aus dem Stuttgarter Großraum da ablieferte. In der Folgezeit präsentierten sie der stetig anwachsenden Hörerschaft nach und nach neue Stücke, die nun ihre selbstbetitelte zweite EP schmücken und im Bandcamp-Stream angetestet werden können. Man könnte es sich jetzt natürlich auch einfach machen und behaupten, Loose Suspense würden nahtlos an ihrem Vorwerk anknüpfen. Das wäre im Grunde nicht falsch, aber eben auch nur die halbe Wahrheit. Gleich geblieben ist ihr feines Gespür für treibende als auch eindringliche Melodien, die auch - aber nicht nur - wegen der druckvolleren Produktion in ein internationales Format gepresst werden. "The Wave", More Than Life & Co. lassen grüßen. Von einer derartigen Größenordnung sind die Baden-Württemberger noch meilenweit entfernt und während eben Genannte machtlos zusehen müssen, wie ihre Releases auf dem Privatmarkt zunehmendst dem Kapitalismus zum Opfer fallen, wären Loose Suspense erst einmal froh, überhaupt etwas Geld für das Presswerk aufbringen zu können. Somit erscheint "Loose Suspense" vorerst nur digital über Bandcamp, mit fünf neuen Nummern, die der Band einen einprägsamen Namen im Untergrund verpassen könnten, eigentlich sogar müssten. Klar, die Schublade des Melodic Hardcore ist mittlerweile mit namenhaften als auch zahlreichen DIY-Vertretern bis zum Rand vollgestopft, vom a-puristischen Musiktrend mal ganz abgesehen. Auch Loose Suspense lassen sich mit dem Begriff Melodic Hardcore lediglich grob einordnen. So liebäugeln die beiden präzise und relativ eingängig gespielten "History Lessons" und das hitverdächtige "Adulthood" mit dem Punk, während der Song "Fundamental" auf altbewährtes, post-hardcore-typisches Laut-Leise-Spiel zurückgreift. Wie bereits auf der ersten EP, ist es vor allem Sänger Dennis, der mit seinem heiseren Geschreie den Unterschied zur allgegenwärtige Konkurrenz ausmachen könnte und die teils gesellschaftskritischen Texte mit an der Seele kratzenden Emotionen regelrecht herauspresst. Loose Suspense jedoch allein darauf zu reduzieren, ist weder gerecht noch richtig, wie der instrumentale Closer "Timeline" unter Beweis stellt, der mit aufgewühlten und schwelgerischen Post-Rock-Momenten zu guter Letzt schließlich den dritten Reizpunkt der Band ausmacht, nämlich der Einklang zwischen Dynamik und Atmosphäre.

Stream S/T EP

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Freitag, April 10

Varan - Fremde Spiegel



Band: Varan

Titel/Release: Fremde Spiegel/Album (300x CD, Tapes, Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2014/2015

Genre: Modern Hardcore, Post-Hardcore, Hardcore-Punk, Melodic Hardcore


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Kurzinfo:

Mein großes Problem als Rezensent ist, dass ich leider viel zu wenig Zeit aufbringen kann, um selber mal interessante Musikseiten zu durchstöbern. Dann nämlich wäre ich schon viel früher auf das Review von Borderline Fuckup zu Varan's Album-Debüt "Fremde Spiegel" (Achtung: Schleichwerbung!) gestoßen. Ein zweites Problem ist, dass man nach dem Lesen eines tollen Reviews selber nur schwer Worte findet, ohne dabei der Versuchung des Wiederkäuens zu unterliegen. Deshalb will ich mich auch gar nicht in all zu vielen Worten verlieren und stattdessen die Fakten auf den Tisch legen: fünf sachsen-anhaltinische Jungs, die den Hardcore nicht neu erfinden, ihn dafür aber FETT (zufrieden, Rocki?) gegen die Wand spielen. Wuchtig produzierter Modern- bzw. Post-Hardcore, wie ihn Escapado & Co. schon vor Jahren salonfähig machten, der mit frenetisch-schneidenden Gitarren auch immer wieder die Nähe zum Melodic Hardcore (höre unbedingt "Rigor" und "Mentalog") sucht. Ein FETTES Brett, das man nicht unbedingt im Untergrund suchen würde. Schön, dass es dort trotzdem zu finden ist.

Freitag, März 13

Gesplittet, Teil 7

Celestica & The State The Sea Left Me In - Split



Mit ihrer Debüt-EP "I Could Never Let You In" schrammte das schwedische Undergroundkollektiv Celestica im letzten Jahr nur knapp an unserer Rubrik "Platte des Monats" vorbei. Nicht neu, aber verdammt abgeklärt und mit spielfreudiger Leichtigkeit präsentierte das Quintett vier ansteckende Melodic-Hardcore-Songs mit reichlich Punkattitüde, die sich ohne Umwege oder Experimente im Ohr des Hörers festsetzten. Mit dem dezent im Hintergrund post-rockenden "Mercury Blood" und dem midwest-emo-tauglichen "Everlasting" erweitert die Band nun etwas ihren Horizont, ohne dabei ihre Ohrwurmmentalität zu vernachlässigen.
Mit den ebenfalls zu fünft aufgestellten The State The Sea Left Me In haben Celestica zunächst einen Split-Partner gefunden, der sich nicht allzu weit weg von ihrem eigenen Sound bewegt. Auch die aus Umeå stammenden Band schüttelt durchaus einige nette Melodiebögen aus dem Ärmel, sucht und findet aber nicht nur allein wegen des druckvolleren Geschreies eher die Nähe zum Post-Hardcore und somit vielleicht auch den Weg in die offenen Arme der "The Wave"-Generation um Touché Amoré und The Saddest Landscape.
Nach ihrer letztjährigen Demo-EP "Barely Skin Deep" steuern auch sie der Split zwei neue Songs bei.

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DL Split Here & Here


Kapytaen & WØLFENSTEIN Split-7"


Schluss mit lustig, jetzt wird's ungemütlich im Süden Deutschlands. Wie eine düstere, fast schon apokalyptische Sturmfront überschattet das gemeinsame Split-Release von Kapytaen und WØLFENSTEIN die beiden Städte Würzburg und Stuttgart. Rette sich, wer kann, außer Homophobe und Nazis, die dürfen sich gerne gegenseitig über den Haufen rennen und auf der Strecke bleiben! Vom Crust, über Hard- und Fastcore, bis hin zum Powerviolence, subsumieren beide Bands so ziemlich jedes passende Genre unter der Überschrift Hardcore-Punk. Keine Gefangenen, kein Ausweg, keine Kompromisse! Hier wird gebolzt, gemosht, gebrüllt, gegiftet und reichlich gehated. Passt! Kaufen!

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Parasight & Nervgift Split-12"


Ist Crust-Punk etwa der neue Mainstream? Nein! Dass er aber durchaus das Zeug dafür hätte, haben in der jüngeren Vergangenheit etwa Bands wie Ruins, Danny Trejo oder auch Wolfbrigade gezeigt. Ja gut, die Skandinavier bügeln ohnehin fast Alles eine gehörige Portion Rock'n'Roll über, egal ob Hardcore-Punk, Death- oder Black Metal. Das wurde ihnen scheinbar mit in die Wiege gelegt. Dass Parasight also aus Kopenhagen kommen, ist somit keine allzu große Überraschung und nach ihrer starken Debüt-EP "Moral Recession" und dem zwei Jahre später folgenden ersten Longplayer "Munden Fuld Af Løgn, Lommen Fuld Af Profit" (beide kostenlos über Bandcamp) sicherlich auch kein Geheimnis mehr. Für ihr drittes Release haben die vier Dänen erneut das Gaspedal bis zum Anschlag durchgetreten und vier dynamische Songs zwischen Crustcore, D-Beat und Hardcore-Punk rausgeballert, den Song "Lad Ikke Svinene Slide Os Op" mal ausgeklammert, der als hallendes und träge quietschendes Nervenbündel wohl mehr eine Art Interlude darstellt.
Um die B-Seite der Split-12" - 300x schwarzes Vinyl, wovon die ersten Hundert mit Patches beider Bands daherkommen - kümmern sich die drei Örebroer Krawallbrüder von Nervgift. Die treiben bereits seit Ende 2011 ihr gemeinsames Unwesen, nachdem sie sich von schwedischen Hardcore- und Punk-Veterankombos wie Coldworker, Kvoteringen und Ond Bråd Död loseisen konnten. Das Resultat, wie ihre selbstbetitelte 2013er Debüt-EP (kostenlos über Bandcamp) bereits anklingen ließ, ist auf's Nötigste reduzierter und rudimentärer, old-schooliger Hardcore-Punk mit Schlachtrufästhetik, der sich Ausflüge in den Trash-Punk, D-Beat und Metal gönnt. Weniger schön, mehr Punk!

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Teaser\\//Stream

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Kenny Kenny Oh Oh & Lambs Split-7"


In unserem 16. Bandcamp-Punks-Volumen hatten wir zeitgleich über die Releases von Lambs, Kenny Kenny Oh Oh und Static Me (in der auch Contraszt! Records-Chef Philipp mitmischt) berichtet. Fast zwei Jahre später, erscheint nun eine Split-7" mit eben jenen beiden Erstgenannten, die über - ratet mal, genau! - Contraszt! Records erscheint. Blöder Zufall? Eingabe? Gedankenmanipulation? Der üble Gestank eines möglichen Wettskandals soll aber nicht vom eigentlichen Thema ablenken, denn hier geht's schließlich um die Musik. Richtig gute Musik sogar, die auf beiden Seiten grob überschlagen Punkrock in unterschiedlichen Varianten abhandelt. Auf der einen Seite stehen die vier Leipzigerinnen von Kenny Kenny Oh Oh, die nach ihrer tollen Debüt-7" ihren rotzigen Riot-Grrrl-Pogo-Punk mit zwei Songs, die sie noch aus einer vorangegangenen Recordingsession im petto hatten, weiter voran treiben.
Ihnen gegenüber, haben sich auf der B-Seite Lambs positioniert, eine Band aus dem Herzen des AZ Köln (mit Mitlgiedern von Alte Schule Masthorn, Finsterre und - natürlich - Static Me). Ebenfalls mit zwei Songs bewaffnet, die allerdings auf das ganz große Geschütz verzichten. Bewusst, denn ihr eingängiger (Deutsch-)Punk hangelt sich auch ohne unnötige Ausschweifungen an melodiösen und treibenden Melodien entlang und erinnert somit an alte Heldentaten der Wipers oder den erst kürzlich grandios debütierenden I Refuse. Geil!

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DL A-Seite\\//DL B-Seite

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Sonntag, November 2

Celestica - I Could Never Let You In EP



Schwedischer Post-Hardcore mit Attitüde und Melodie? Klingt irgendwie nach Umeå. Celestica kommen aber aus Örebro.
Wer kennt es nicht: eine Band, schier aus dem Nichts gekommen und von der man zuvor noch nie etwas gehört hat, die einem bereits mit dem ersten Riffanschlag jegliche Skepsis aus dem Kopf bläst. Beim schwedischen Quintett Celestica braucht es nicht lange, bis sich der Verdacht aufdrängt, dass hier keine Unbekannten zu Werke gehen. Wer sich in der schwedischen Untergrundszene etwas auskennt (hierzu im übernächsten Bandcamp-Hardcore-Volumen mehr), der könnte durchaus schonmal über die kurzlebige Band Concubine gestolpert sein, die sich irgendwo zwischen chaotischen Hard- und Metalcore austobte, von der sich 3/4tel Mitglieder nun in Celestica wiederfinden und darüber hinaus in vielen weiteren Kollektiven aktiv waren und noch immer sind. Celestica's Debüt "I Could Never Let You In" ist diese Erfahrenheit jederzeit anzuhören, auf dem sie eben nicht nur Einflüsse des Melodic Hardcores, Post-Hardcores und Punks willkürlich vermengen, sondern zu einem routinierten, fast schon selbstverständlichen Sound formen. So wird "Vapid Eyes" durchgängig von einer treibenden Hookline getragen und von Frontmann John Jonséns gutturalem Geschreie ordentlich angeheizt. "Antipathy" steigert sich zusätzlich noch in etwas mehr Spielfreude, steht aber der ansteckenden und mitfiebernden Wirkung des Openers in nichts nach. Es macht tatsächlich wenig Sinn, einzelne Songs herauszupicken, da alle vier einem ähnlichen Muster folgen. "Nothing in Unison" nimmt zwischenzeitlich etwas das Tempo heraus, während "Keep the Lights Alive" hingegen etwas mehr als zwei Minuten lang das Gaspedal bis zum Anschlag durchdrückt.
Die üblich verdächtigen Referenzbands spare ich mir mal an dieser Stelle. Dass Celestica keine musikalische Revolution starten wollen, dürfte eigentlich klar sein. Aber wen stört's, wenn solch geile Songs dabei herausspringen?!

Zu ihrer EP ließ die Band 50 Tapes produzieren: 10x blau; 10x lila; der Rest in grün.



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DL & BUY Tape "I Could Never Let You In" EP

Sonntag, Oktober 19

Miles & Feet - Lies.Words.Love 12"



Ob sich diese fünf Leipziger gegen ihre kommerziell erfolgreichen Rivalen More Than Life und Defeater durchsetzen können? Falsche Frage! Wollen sie das denn überhaupt?
Schon das atmosphärische Intro, das Miles & Feet's Debüt-EP "Lies.Words.Love" behutsam und ohne Umwege einleitet, zeugt von einer routinierten Band mit einem klaren Ziel vor Augen. Man muss es schon so direkt sagen: auch ohne Vorabinformationen oder hellseherischen Fähigkeiten lässt sich erahnen, in welche Richtung die folgenden fünf EP-Songs ausholen werden. Mit hyperaktiven Schlagzeug, melodiösen Gitarren und emotional ansteckendem Geschrei stürmt folgend die Vorab-Single "Lies.Words.Love" aus den Boxen und wandelt die akustischen Reize postwendend in kinetische Energie um. Wer an dieser Stelle noch immer regungslos auf seinem Hinterteil verharrt, dem werden auch die übrigen vier Songs nicht aus der voreingenommenen Lethargie befreien. Denn was folgt, ist stilsicherer und handwerklich einwandfreier Melodic Hardcore, eingebettet in einer soliden Produktion. Klar, auch die dem Shoegaze entliehenen, flirrenden Gitarren am Ende des Songs, das fast schon am Classic Rock kratzende Intro in "Demons" und der entfernt durchschimmernde Post-Rock-Gedanke in "Saddest Days", sind altbewährte Genregimmicks. Miles & Feet lassen all das homogen ineinander einfließen und schaffen so eine EP, die vor allem von ihrer atmosphärischen Intensität und Leidenschaft lebt und den Hörer mitzureißen vermag - wenn sich denn dieser darauf einlassen kann. Für den Rest ergeben sich daraus immerhin treibende Nummern, allen voran der explodierende, nochmals alles entladende Closer "Set You Free". Die Band allein darauf zu reduzieren, würde ihr allerdings nicht ganz gerecht werden, denn gerade die geschaffene Eintracht von Melodie und Atmosphäre, zeigen, dass sich Miles & Feet hinter den großen Namen des Genres nicht verstecken müssen.

Das (noch) kleine Hofer DIY-Label lifeisafunnything riss sich die Band gleich mal unter den Nagel und presste "Lies.Words.Love" auf 100 transparent-türkisfarbene und 250 transparent-blaue 12inches, beide Varianten mit CD-Beilage in Vinyloptik, Textblatt und DLC.



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DL Lies.Words.Love 12"

Buy Here, Here & Here

Dienstag, August 5

KR1M1 - Ihr müsst ja damit leben 12"



Eine Unverschämtheit! Das Quasi-Debüt der Bielefelder Melodic-Hardcore-Formation KR1M1 erschien bereits vor über einem Jahr und ist im Fairtrademerch-Shop noch immer für lausige acht Euro zu haben, statt für das fünffache über einen Privatanbieter.
Diese trägt den trotzigen, punkigen Titel "Ihr müsst ja damit leben" und wurde auf gerade mal 100 weiße, 180gr. schwere 12inches gepresst, mit Cover- und B-Seiten-Siebdruck und gestempelten Textblatt. Ein mehr als stimmiges Gesamtkonstrukt also, das mit etikettierten Bandnamen wie Defeater oder More Than Life sicherlich schon längst eine begehrte und nur noch schwer zu ergatternde Rarität unter Sammlern wäre. Die fünf Jungs von KR1M1, die sich bis zum Frühjahr 2013 noch als In Enemy Hands in die schreienden Herzen einer kleinen Fangemeinde spielten und einige Demosongs veröffentlichten, sind von einer derartigen Größenordnung (noch) weit entfernt. Gut für uns, denn ganz im Stile einer bescheidenen D.I.Y.-Band kann man sich die vier Songs ihrer Debüt-EP kostenlos und wahlweise über Facebook oder Soundcloud saugen. Die wiederum stehen o. g. Referenzen in nichts nach, sind sauber produziert und finden dennoch ausreichend große Schlupflöcher, um sich mit einem eigenständigen Sound in dieser Riege zu etablieren. "Ihr müsst ja damit leben" legt gleich mal zu Beginn mit dem treibenden Hit "Luxuslärm" los, ein Song, dem durchaus Single-Charakter inne wohnt und der sich mit seinem einprägsamen Einstiegsriff sofort im Ohr festsetzt. Auch das darauffolgende "Das war das erste und das letzte Mal" weiß die müden Tanzbeine zu animieren, erweist sich nach dem melancholischen Anfang und der sich langsam steigernden Rhythmussektion allerdings auch als wesentlich tempowechselnder, als sein Vorgänger. "Die Frage nach der Ewigkeit", bei dem einige Mitglieder der befreundeten Kollegen von Torpedo Holiday mitmischen, und "Leises Rauschen" offenbaren hingegen ihre Affinität zum wütenden Post-Hardcore.
Letztendlich überzeugen KR1M1 auf ihrer EP mit mehr als nur überdurchschnittlichen Newcomerpotential, um das sich Labels hierzulande eigentlich streiten müssten.

Den etwas länger ausgefallenen Winterschlaf der Band nutzte Sänger Daniel zur Entschlussfassung, KR1M1 endgültig zu verlassen, um sich voll und ganz auf seine bisherige Nebenbeschäftigung zu konzentrieren - die an The Thermals erinnernde Punkband Modern Saints. Nach Angaben der Band steht ein neuer Sänger bereits in den Startlöchern.

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DL Ihr müsst ja damit leben 12" (Songs einzeln)



Donnerstag, Juli 10

Der FRONT Summer Sampler



Das belgische Netlabel 'The FRONT Agency' veröffentlichte vor einem Monat einen recht außergewöhnlichen Summer Sampler. Obwohl sich die Plattenfirma Post- und Metalcore auf die Fahne schreibt, finden sich auf ihrer Sommer Compilation 11 Künstler, die ein weites Spektrum des belgischen Musik-Undergrounds widerspiegelt. Bands die besonders hervorstechen:

FAITH IN FATE (Bandcamp) - Die 4 Jungs stehen auf harte Musik und können nicht ohne Saxophon. Deshalb versuchen sie sich in einer Mischung aus Freejazz (ein Muss wenn man das Saxophon beherrscht) und punkrock beeinflussten Hard-Rock Metal. Klingt sehr interessant.

INSIDE THE HAIL (Bandcamp) - Eine weniger emolastig klingende Band auf dem Sampler. Ihre Beitrag beginnt sehr atmosphärisch und steigert sich durch die E-Guit in melodischen Metal- und Postcore. Wem das nicht oldschool genug ist, kann sich auf deren Bandcamp auch ne limitierte CD für nen 10er ordern.

VERMILION (Bandcamp | Soundcloud) - Eine instrumentale progressive Djent-Metal Band. Gibts da noch mehr zu sagen? Hört einfach mal rein.

Hier gibts den kompletten Sampler im Bandcamp-Stream und zum PWYW Download:

https://www.facebook.com/thefrontagency
http://thefrontagency.bandcamp.com

Montag, Mai 5

Punchers Plant - Homesick EP



Das ist doch schon wieder sch.... . Da stößt man gerade erst auf eine Band, die einem mit ihrem ohrwurmbeflockten Melodycore/Punkrock und einer "Ihr-seid-nicht-alleine"-Mentalität so richtig mitzureißen vermag, schon wird man mit der neuesten Nachricht über ihre Auflösung wieder unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Zugegeben, da bin ich wohl selber dran schuld, denn immerhin gab mir das Münchener Quintett Punchers Plant neun Jahre lang Zeit, um auf ihr aufmerksam zu werden. Zwei Alben, eine EP und mehr als 200 Konzerte u. A. mit Anti-Flag, Boysetsfire und Venerea zogen während dieser Zeit spurlos an mir vorbei. Nunja, Jammern hilft da wohl wenig und glücklicher Weise ist Musik nicht vergänglich. Neben den beiden Alben "State of Fear" und "How to Escape", die in den Regalen von BSC Music lagern, hinterlässt uns die Band ein äußerst nobles Geschenk. Genau genommen, wartet die Free-Download-EP "Homesick" bereits seit vier geschlagenen Jahren auf uns und das auch noch auf der eigens dafür eingereichteten Homepage. Ein Konzept, dass sich die Band bei ihren ebenfalls aus München stammenden Kollegen The Blackout Argument (2006-2011) abgeschaut haben, die ihre 2008er EP

DL>>>>>>"Smile Like a Wolf"<<<<<<DL

ebenfalls gratis und auf einer Extra-Seite zur Verfügung stellten. In diesem Sinne ist es schön mitzuerleben, dass sich Bands auch mal zu Gunsten der Hörerschaft und ohne kommerzielle Absichten nachahmen. Die Qualität der EP sollte dabei nicht minder ausfallen als bei einem Labelrelease und so spielten Punchers Plant ihre sechs Songs mit der gleichen Hingabe und Ernsthaftigkeit in dem von Sänger Philip Röder betriebenen Equalies-Studio ein, wie all ihre anderen auch. Dass die Band anfangs noch Millencolin und Pennywise coverten, ist den Songs auf "Homesick" jederzeit anzuhören. Zu deren treibenden und ansteckenden Melodien gesellt sich immer wieder die gesunde Härte von Boysetsfire oder Rise Against, was in diesem Fall eben kein Abkupferungsverweis darstellen soll, sondern den offenen Umgang der Band mit ihren Einflüssen zur Schau stellt. Punchers Plant verzichten demnach weitgehendst auf Experimente und verspüren keinerlei Zwang, das Rad neu erfinden zu müssen. Vielmehr überzeugt die Band mit einer soliden Umsetzung ihrer Erfahrungen mit Vorbildern aus der Jugendzeit und dem Hier und Jetzt. 

Hautnah sind die Jungs nochmal am 30. Mai auf dem Free DIM Fest 2014 in Tábor (CZ) und am 07. Juni bei ihrem Abschiedskonzert in München zu erleben.

Mit der auf diesem Blog bereits erwähnten Heavypop-Band Lester, Röders Elektro/Akustik-Soloprojekt Copilco und den Swinging G's, werden die Beteiligten aber auch in Zukunft für musikalischen Nachschub sorgen.

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DL Homesick EP

Buy Here, Here & Here

Mittwoch, Januar 15

Loose Suspense - Tragedy EP



Zwei melodische Gitarren; ein antreibendes Schlagwerk; Texte über den Zerfall unserer Gesellschaft, Egoismus und die Verschwendung unseres Daseins in Anbetracht der Möglichkeiten, die uns als selbstbestimmte Individuen in die Wiege gelegt wurden; ein Sänger, der sich mit erschöpfenden und hysterischem Gesang bis Light-Geschreie durch die Verse fleht. "Tragedy" ist nicht die neue EP der amerikanischen Post-Hardcore-Idole Touché Amoré, sondern das Debüt des Stuttgarter Quintetts Loose Suspense. Dabei rückt die Anfang 2013 gegründete Band ganz bewusst ihre Einflüsse in den Vordergrund und fügt sich somit dem Erfolgskonzept, mit dem Bands wie La Dispute, More Than Life oder Defeater dem Post-Hardcore in den letzten Jahren einen neuen Anstrich verpassten. Tempo- und Rhythmuswechsel variieren die Songs, führen jedoch nicht zum Break, sondern fließen durch nahtlose Übergänge im homogenen Songgefälle ein, während energetische Hooklines die Spannung stets aufrecht erhalten. Somit sind die Songs auf "Tragedy" weder anbiederndes Moshgebolze, das sich den übliche Hörgewohnheiten zu Füßen wirft, noch artet es in einem unüberschaubaren Durcheinander aus. Und dank des krächzenden Schreigesangs ihres Frontmannes Dennis, bestechen Loose Suspense vor allem durch einen hohen Wiedererkennungswert.

Die EP wurde im heimischen Proberaum aufgenommen, abgemischt und gemastert. Eine in Eigenregie produzierte CD-Version wird auf Konzerten verteilt.

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DL Tragedy EP

Montag, September 2

Continents. - In Streams of Light Doth Linger



Pinning down the symptoms,
cynical and self-destructive, bipolar to the bone,
prone to worst-case scenarios,
tangled words stuck in the back of my throat.
not quite sure if this is the end yet, but I curse and loathe you, my silhouette.
I just wish I could rest assured that everything will be ok.
I'm pretty sure now that everything will be ok.

... ganz bestimmt, denn die Emo-Screamer Continents. aus Dresden machen auf ihrer 12minütigen EP „In Streams of Light Doth Linger“ kurzen Prozess. Darauf beschreit die Gruppe ihre Sehnsüchte ohne jedoch eine zwingende Geschichte erzählen zu wollen. Es ist als wolle man mit genügend Schwermut, insbesondere durch gezielte Gitarrenlast, mit typischen zwischenmenschlichen Problemen (Angst, Schuld, vielleicht auch Liebe?) kämpfen, steht damit jedoch wie auf dem Coverbild völlig im Nebel... Dem Gedankenspiel begleiten einfache Melodien, die jedoch häufiger variieren und in Kombination von beinahe psychotischen Sprechparts und expressiven Geschrei sehr eindringlich wirken. Continents. begehen hier ihren altbekannten musikalischen Weg, überlassen aber dem Hörer, dank übersteigerter poetischer Gedankengänge, genug Spielraum für Interpretationen. Die drei Songs der EP sorgen also für richtig Zündstoff und sollten auf keiner Festplatte in keiner Plattensammlung fehlen.

„In Streams of Light Doth Linger“ gibt es für Euren Preis bei Bandcamp oder bei Pike Records für 10€ auf 12“ Vinyl mit Downloadcode.




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Freitag, Juli 26

I Saw Daylight - Despair EP



Um mittels der Musik besondere Emotionen zu vermitteln muss man sich nicht zwangsläufig traurigen Themen widmen. Es reicht völlig aus wenn unendliche Hingabe und Leidenschaft zu spüren ist, was jede gute Band so unverfälscht macht. Was passiert, wenn man trotz Unverfälschtheit noch sentimental wird, erleben wir bei den (Post-)Hardcore'lern von I SAW DAYLIGHT. Die fünf Ulmer vermischen aber nicht nur Kritik, Tragik und ihre Liebe zur Musik miteinander sondern machen durch Gitarrenlastigkeit und Schrei-Chöre ordentlich dampf, damit es nicht zu sentimental einher geht. Obwohl es für derartige Musik eher untypisch ist, ließe sich im Club gut ein Pit bilden.. vermutlich sogar zum gemeinsamen Heulen. Die E-Gitarre, die sich weitestgehendst im Hintergrund hält, spielt eindringliche Melodien, zu denen der Frontmann schreit, als hänge sein Leben davon ab. Anzunehmen ist es zumindest, wenn man genauer auf die sentimentalen Lyrics über Menschlichkeit und Verzweiflung achtet. Herausgerissen aus diesen quälenden Gedanken wird man zumeist von besagten Schrei-Chören und anderen Metal-Anlehnungen, die einen absolut gelungenen Kontrast dazu darstellen und zum Mitsingen auffordern. Beim Konzert also genau das Richtige!

ISD spielen übrigens am 06.08. zusammen mit HORSE THE BAND und ROLO TOMASSI beim Free & Easy Festival in München. Wer die Möglichkeit hat dort hinzugehen, sollte das auf jeden Fall tun. Der Eintritt ist frei.

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Jahres-Sampler