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Sonntag, Juli 19

Gesplittet, Teil 10

Foxmoulder & Eaglehaslanded Split-12"



Foxmoulder? Eigentlich müssten bei diesem Namen sämtliche Akte-X-Herzen höher schlagen. Und nur so am Rande, da gibt es noch eine Band aus Pittsburgh, die auf den Namen Dana Scully hört. Geil. Egal. Mit Alien- oder sonstigen Verschwörungstheorien haben Foxmoulder wenig am Hut. Zumindest musikalisch. Einen Schritt weiter weg vom Emoviolence ihrer "Lethe"-7inch und früheren Releases, dafür einen Schritt dem Screamo entgegen gekommen. Auch wenn die Band mit ihren neuen fünf Songs an einigen Stellen noch immer chaotisch, teils sogar zerfahren wirkt, sind es wohl die zugänglichsten, den die drei Kanadier mit Quone- und Delo Truda-Beteiligung bislang rausgehauen haben.
Das Eaglehaslanded aus Belgrad die B-Seite mit ihren sieben Songs regelrecht zuballern, wäre etwas zu voreilig. Zwar fräsen sich die von einem spacigen Intro eingeläuteten Songs 2-4 durch äußerst wüsten Screamoviolence. In "Tworatz" offenbaren die vier Serben aber mindestens genauso viel nostalgisches Feingefühl für 8-bit, wie in "1000 Palms" für balladeskes Gitarrengeplänkel.
Ein toller, wenngleich kurzer DIY-Screamo-Shot.

Die schwarze 12"-Vinyl erscheint im August in Kooperation zahlreicher Label und in drei verschieden farbenen Coverartworks.

Im August und September sind beide Bands auf großer Europa-Tour, wo sie hierzulande u. A. in Berlin, Leipzig, Hamburg und Köln spielen -> komplette Tourdaten siehe HIER.
 
Foxmoulder-Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Last.fm

Eaglehaslanded-Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Last.fm

Stream A-Seite\\//B-Seite

Buy Here, Here, Here & Here


I Saw Daylight & Deceits Split-7"


Die zweite Split läuft ganz unter dem Motto Melodic Hardcore. I Saw Daylight kamen bei uns bereits mit ihrer Debüt-EP "Despair" zur Ansprache. Seitdem haben die zwei Mädels und drei Jungs aus Ulm, von denen Eugen Troschin und Kurt Halter gelegentlich rüber nach Stuttgart zu ihrer Nebenband Reznik Syndrom pendeln, eine weitere EP und nun also eine Split mit dem Herner/Bochumer Quintett Deceits eingespielt. Je zwei neue Songs pro Seite schmücken die gemeinsame Split-7", die zumindest objektiv gesehen mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede offenbaren. Melodischer (Post-)Hardcore, der die innere Wut, Zerrissenheit und Angst mit verzweifeltem Geschreie und intensiven Gitarrenspiel nach außen trägt. Einzig. Dass im modernen Hardcoregenre auch immer wieder Platz für post-rockige Momente bleibt, stellen Deceits mit phasenweisen seichtem Gitarrengeplänkel etwas penetranter zur Schau.

150 pinke und 350 schwarz-weiß-marmorierte 7inches verließen das Presswerk, allesamt mit hübschen Coverartwork von ISD-Gitarristin Jessica Kinzer, die den selben Job bereits für die beiden vorherigen Releases der Band übernahm.

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Stream Split-7" Here & Here

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Always Wanted War & Ghost Cat Split-7"


Wurde ja langsam Zeit, dass Marcellos Labelsprösslinge Always Wanted War mal wieder von sich hören lassen, denn ihr letztes Release, die tolle "C.R.E.A.M.-10", liegt nun auch schon anderthalb Jahre zurück. Mit zwei neuen Songs führt das Cuxhavener Trio abermals Hardcore-Punk und Screamo zu einer dynamischen und homogenen Einheit zusammen. Während "Action Intention" mit Vollgas und Punkspirit voran stürmt, drückt "Back to Subzero" rhythmuswechselnd etwas auf die Bremse, vielleicht auch, um den Übergang zur vom Hardcore abgewandten B-Seite etwas geschmeidiger zu gestalten.
Dort warten die vier Amerikaner von Ghost Cat ebenfalls mit zwei neuen Songs. Den Screamo-Gehalt fast vollständig zurück geschraubt, feilt die Band weiter an ihrem neuen Sound, der sich nunmehr gen Midwest-Emo-Punk mit Post-Rock-Einflüssen streckt. Vor allem ein Song wie "These Fragile Moments" lässt dabei durchblitzen, dass die verbliebenen drei Gründungsmitglieder noch immer den sinnlosen Tod ihres ehemaligen Bassisten Bryan Jackson verarbeiten müssen. Am 29 Oktober 2013, nur wenige Monate nach der Studiosession zum Minialbum "Weathered Light", fielen drei Bandmitglieder auf dem Rückweg von einem Konzert einem betrunkenen LKW-Geisterfahrer zum Opfer, bei dem Jackson quasi in den Armen seiner beiden Freunde starb. Die beiden Gitarristen Shane und Karsten überlebten knapp, zum Glück aber nur leicht verletzt.

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DL Split-7" Here, Here & Here

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PigeYon Short Tour-Split


"Wir machen Musik, Essen, Zines, Shows und manchmal mehr. Was passiert wissen wir danach.", so das Motto des Berliner Musikerkollektives Flennen. Für die jeweilige Band ist es bislang sicherlich nur ein kleiner Schritt. Was das Kollektiv seit seiner Zusammenkunft im Jahr 2014 aber bislang auf die Beine gestellt hat, verdient schon einiges an Respekt. Gemeinsames Touren und Jammen; gegenseitges Aushelfen; zur Verfügung stellen, was Andere sich nicht leisten können. So sollte es im DIY-Bereich eigentlich selbstverständlich sein. In diesem Sinne fanden sich die Berliner Noisepopgazer Pigeon und die Dresdener Post-Rocker/Metaller/Hardcoreler Yon zur "Flennen Session #2" ein, was ein Split-Tape und eine gemeinsame Minitour im Mai zur Folge hatte.
Das Hauptstadtduo, dessen Beteiligte nebenher bei den Post-Punks Zelf und den Noiserockern Molde (auch ein Flennen-Mitglied, das kürzlich eine Split und Minitour absolvierte) umhergeistern, steuert dieser zwei neue Songs bei, die vielleicht auch wegen der Liveaufnahme weniger "-gaze" klingen, als vielmehr nach einer gehörigen Emo-Noise-Grunge-Dröhnung. Vor allem "Embodied Mind" erinnert mich stark an eine Lo-Fi-Variante ehemaliger Union Youth.
Der Sachsen-Vierer Yon gibt die beiden vielleicht stärksten Songs der letzten EP "You" zum besten. "Christoph Daum" mit dem treibenden Post-Rock-Instrumental am Ende des Songs, und das hitverdächtige "Ray Rice", die beide ebenfalls etwas mehr Live-Jam-Mentalität entfremdet wurden.

P.S.: Ich weiß nicht, ob es eine Fehleingabe der Band war, aber auf Pigeon's Bandcamp-Seite kann man das Split-Tape für 50 Cent ergattern. Hmm...

Pigeon-Links: Bandpage\\//Bandcamp

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DL Tour-Split

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Dienstag, März 17

Yon - You



Band: Yon

Titel/Release: You/Album (50x White Tape Edition, 50x Wooden Case Tape, 25x DIY-CD, Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Post-Rock, Post-Metal, Post-Hardcore, Ambient

FFO: Aldo Raine, Kopf hoch., Arroyo

Links: Facebook\\//Bandcamp



Kurzinfo:

Tja, bei der englischen (oder zumindest Englisch schreibenden) reddit-Kundschaft ist das Dresdner Quartett Yon mit ihrem neuen Release "You" nicht so gut weggekommen. Warum? "[...]This also isn't post-rock or post-metal. It's basically alt. rock with more instrumental sections." Verstehe! Da haben sich wohl ein paar Oasis- und Keane-Hörer im Forum geirrt. Zumindest was das tolle Cover-Artwork angeht, deckt sich die Meinung der kritsischen Engländer mit der Meinigen. Fast so gut, wie DAS von the pAper chAse, nur, dass Congleton damals mit "Now you are one of us" den etwas besseren Albumtitel wählte. Darum geht es aber auch gar nicht. Klar, schweben Yon fast schwerelos irgendwo im Post-Whatever-Universum und legen spontan da eine Pause ein, wo es ihnen gerade recht ist. Das lässt sich puristisch gesehen nur schwer bis gar nicht einordnen, will es auch gar nicht werden. Allerdings vermitteln die vier Songs auch nicht den krampf- und zwanghaften Versuch, übertrieben künstlerisch oder experimentell wirken zu wollen. "Lance Armstrong", "Christoph Daum", "OJ Simpson" und "Ray Rice", allesamt Persönlichkeiten, die mehr oder weniger offene, düstere Geheimnisse in sich tragen. Und genauso verhält es sich auch mit der musikalischen Ummantelung, die sich post-rockig schwelgend, psychedelisch vernebelt, ambient verträumt oder metallisch berstend ihren Weg bahnt. Das ist sicherlich nicht neu, aber auch nicht verboten. Im Gegenteil. Yon's zweites Release erweist sich als spannend, mystisch und stets unberechenbar. Oder wer hätte am Ende des Mini-Albums doch tatsächlich noch mit einem hit-verdächtigen Song wie "Ray Rice" gerechnet?!

DL "You" Album

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Donnerstag, Dezember 18

Yon - Catch EP



Chaotische Fußballfans und eine beunruhigend anwachsende Pegida-Gemeinschaft, die am vergangenen Montag nun schon zum siebten Mal in einer fragwürdigen Großdemonstration in Dresden mündete, ernüchterten den Blick auf die ansonsten recht schöne Fassade der sächsischen Hauptstadt. Sicherlich darf man nicht Alles und Jeden über einen Kamm scheren, ein Aushängeschild für Aufgeklärtheit und Toleranz lässt sich damit allerdings auch nicht begründen. Die Punkszene wächst weiter und steht mit den jüngsten gegenteiligen Entwicklungen vielleicht vor ihrer bislang größten Herausforderung. Doch genauso, wie man mittlerweile seit Jahren erfolgreich den braunen Mob zum alljährlichen Bombardierungsquatsch in die Flucht schlägt, besteht auch hier Hoffnung. Alles andere als hoffnungsvoll präsentiert sich zunächst der Opener "Growing Old" von Yon's Debüt-EP "Catch". "And if i become one million years. there's no life to live inside those walls.", lauten die letzten Zeilen des Songs, die man im Kontext sicherlich verschieden auslegen kann, aber durchaus die elementare Frage auwirft, was ein Leben ohne Freiheit noch lebenswert macht. Die Freiheit eines zuflucht- und hilfesuchenden Menschens, der selbiges nicht einmal in einem Land findet, dessen Einwohner lediglich aufgrund steigender Kaffeepreise um ihre Existenz fürchten und reelle Probleme höchstens als Unterhaltungszugabe aus dem Frühstücksfernsehen kennen. Da kann einem schonmal ein großes Stück Galle hochkommen, scheinbar wie auch dem dresdner Quartett Yon. Wenn deren Frontshouter erst einmal loslegt, kann man all den Hass und die Wut, aber auch die Verzweiflung über derartige Miszstände heraushören. Dennoch ist Yon keine kompromisslose Band, zumindest im instrumentalen Sinne. Ihr Sound vereint Hardcore, Rock und Metal, die allesamt mit einem fettgedruckten POST-Präfix bekleidet sind. Letztgenanntes von Klammern umschlossen, da sich die insgesamt vier EP-Songs weniger beklemmend auf's Gemüt niederdrücken, als vielmehr von einer genre-untypischen Leichtigkeit getragen werden. "Stay Away From People Who Hate Themselves" - eine Weisheit, die ich meinem ungeborenen Sohn als erstes mit auf dem Weg geben werde - offenbart zur Mitte hin gar eine fröhliche Gitarrenmelodie, während "End Something" nach einem etwas unentschlossenem Anfang zu einem schwerelosen und spannenden Post-Rock-Juwel anschwillt.
Nicht nur angesichts der Tatsache, dass "Catch" von der Proberaumaufnahme bis zur physischen Tape- und CD-Vollendung komplett in Eigenregie entstand, ist Yon mit ihrem Debüt ein facettenreiches, homogenes und irgendwie andersartiges Werk gelungen, das man sich schleunigst zulegen sollte, bevor die restlichen Tapes vergriffen sind.

Neue Songs sind bereits in der Mache und könnten schon bald eine neue EP schmücken. In der Zwischenzeit kann man sich noch den Schädel von Chevin's (Eric) trashigen Fastcore wegblasen oder die Ohren mit ambienten Post-Rock von Surrounded by Infantry (Johannes) zukleistern lassen.




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Jahres-Sampler