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Montag, November 5

Chambers - Depart\\Disappear



Kurzinfo:

Täglich erreichen uns neue schockierende Nachrichten über Hass, Angst, Tod und Elend aus aller Welt, während Patrioten, rechtsoffene und besorgte Büger zu verunglückten Flüchtlingsbooten applaudieren und sich gleichartige Politiker Abschiebungen zum Geburtstag schenken. Keine Frage also, dass der Black Metal dieser Tage gewiss nicht mehr auf satanische Kulte angewiesen ist, denn die Hölle auf Erden erreicht uns jeden Tag aufs Neue. 
Eben jene nihilistische Energie bündeln Chambers für ihren düsteren Sound, der sich verteilt auf sechs Songs auf ihrem Debüt-Album "Depart//Disappear" ausbreitet. Nicht menschenverachtend, aber vielleicht als mahnende Dystopie zu verstehen, in der ein Miteinander mit so viel emotionaler Leere auf Dauer nicht gut gehen kann. Der melancholische Einstieg des Openers "Wretchedness" könnte fast über diesen Umstand hinwegtäuschen, zumindest solange, bis das Gekeife einsetzt. Was verteilt über den folgenden 33 Minuten folgt, ist ein a-puristischer Ritt durch morbiden Düster- und Post-Hardcore, der mit furiosem Black Metal-Geballere in die Sporen geht und durch post-rockige Soundscapes trabt. Zwischendurch gilt's den einen oder anderen Ausflug in den Blackgaze zu entdecken, wie z. B. in "End Transmission". Selbiger Song erinnert mich mit seinem morbide-brummenden Intro stark an den Score des Netflix-Films "Wolfsnächte" (solltet ihr euch mal geben, passt auch insgesamt ziemlich gut zum Thema hier).
Insgesamt ein tolles Album, das bislang leider nur digital erschienen ist, und eine klare Empfehlung für alle Schwarzmaler.


Band: Chambers

Titel/Release: Depart//Disappear/Album (Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Black Metal, Blackened Hardcore, Post-Hardcore

FFO: Der Weg Einer Freiheit, Hexis, Thurm

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Stream & Buy Digitally "Depart//Disappear"



Montag, Oktober 29

Der Bandcamp-Hardcore Vol. 40


Opaque - Genuin



Mit ihrer Mixtur aus Post-Hardcore, Post-Rock, Sludge und Doom, sind Opaque genau der richtige schwer-verdauliche Happen zwischen den Hauptmahlzeiten Fjørt und Alteri. Auf ihrem Debüt-Mini-Album "Genuin", das wie bereits das ein Jahr zuvor erschienene Demo als schick aufgemachte Kassette über das Leipziger Label Bharal Tapes erscheint, beginnen die fünf Hamburger recht kompromisslos, indem sie im Titeltrack ihren zerfahrenen Post-Hardcore mit mathigen Rhythmuswechseln regelrecht zerhacken. "Zerfall" öffnet sich mehr der Melodie und wühlt mittendrin mit hektischen Trommelwirbeln auf, ehe die Band im folgenden epischen "Sink" ihr vielleicht schönstes Gesicht offenbart. Ein Song, der zwei Minuten durch post-rockige Soundscapes mäandert, ehe er Stück für Stück aus seiner düster-melancholischen Atmosphäre ausbricht und über fast schon Kammerspiel-artiges Geplänkel wieder in gewohnte Strukturen verfällt. Opaque sind keine blinden Metzler, wie auch das vierte Stück "Hope Gone" eindrucksvoll unter Beweis stellt, indem das hanse-städtische Quintett phasenweise sogar mit dem Melodic Hardcore liebäugelt.





Kora Winter - Welk EP
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Wer ab und zu eine Auszeit von den üblichen Post-Hardcore-Hörgewohnheiten braucht und gleichzeitig denkt, mit The Hirsch Effekt schon das Höchstmaß an deutscher Experimental-Innovation entdeckt zu haben, der darf gerne mal einen Lauschangriff auf die Berliner Band Kora Winter wagen. Zwischen einem Saxofon-Solo (in "Bluten") und einer weiblich vorgetragenen Akustik-Ballade ("∞"), bewegt sich das Quintett hauptsachlich zwischen progressiv-ausschweifenden Erscheinungen wie Protest the Hero und The Mars Volta, ohne dabei, trotz aller experimentellen Vielfalt, den Bezug zur musikalischen Raffinesse zu verlieren. Das muss Band erstmal so hinbekommen.




Left To Wither - Left To Wither

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So recht will ich noch nicht an einen Zufall glauben, dass sich Left To Wither ausgerechnet nach einen Song von Will Haven benannt haben. Die Band aus Lille birgt sicherlich nicht die große Erleuchtung im Postcore-/Post-Hardcore-Sektor, setzt ihr gleichnamiges Debüt-Album aber immerhin solide und routiniert in die musikalische Praxis um. Immerhin setzt sich das französische Quartett aus bewährten Underground-Musikern von Gruppen wie The March, Watch Your Six!, SunStare und Ira Caine zusammen und kann so schonmal eine Menge Vielfalt in den gemeinsamen, neuen Sound mit einfließen lassen. Bis auf das Intro "Wooden Mice", hält der Fünfer die Dezibelzahl ihrer epischen Songs über 42 Minuten fast konstant hoch, ohne dabei in a-puristische Experimente abzudriften. Muss auch mal sein!



Toadeater - Demo

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Wer es im Black Metal etwas weniger geradlinig mag, könnte an dem jüngst erschienenem Demo-Debüt der Band Toadeater gefallen finden. Drei rohe und ungeschliffene Songs, die neben dem konstant-düsterem Geschreie vor allem Ausflüge in benachbarte Genres wie Crust und Blackened Hardcore unternehmen und sich auch für die eine oder andere akustische Pause nicht zu schade sind.
Für das Demo der Osnabrücker/Bersenbrücker/Vechtarer Band, der u. A. Mitglieder von Misery Vortex und Urinprobe beiwohnen, ist demnächst ein Tape-Release geplant, das über Kellerasseln Records erscheinen wird.



Homes - Youth EP

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Für den bereits a-puristisch getrimmten Post-Hardcoreler hingegen, bietet die Debüt-EP "Youth" der Marburger Band Homes sicherlich keine neuen Aspekte. Wahrscheinlich ist das so aber auch gewollt. Unter dem leidenschaftlich geschrieenem Gesang des Frontmannes, breiten sich melancholische wie melodiöse Post-Rock-Gitarren aus, die sich überwiegend im Mid- und Downtempo-Bereich abspielen. Das Indie-esk vor sich hin plätschernde "Blue Into Grey", das sich zum Ende hin doch nochmal fast schon theatralisch im Melodic Hardcore verliert und das folgende, wesentlich dynamischere "Noble Thought | Miserable Action", bilden bis dato vielleicht den Höhepunkt einer noch jungen Band, die sich von unnötigen Gedanken über Plagiatsvorwürfe und Fahrwasser-Gequatsche nicht ausbremsen lässt.


Buy Physical Version via FB or Mail to: homesmhc@hotmail.com


Dinosaurier - Demos

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Kurzum: Dinosaurier sind offenkundige Fans von Bands wie The Fall Of Troy, A Lot Like Birds, The Hirsch Effekt und Adolar. Und natürlich von Zinnschauer (bzw. dessen Vorband And The Waves Will Carry Us Home), auf dessem Album "Hunger . Stille" drei der Jungs des ehemaligen Quartetts zu hören sind. 
Die zwei Demo-Songs aus dem Jahre 2014, die bislang als einziges Vermächtnis der Band aus Kassel auf Bandcamp ruhen, bieten in diesem Sinne dem geneigten Progressive-/Math-Hörer vielleicht eher wenige Überraschungsmomente an. So kurios das aber auch sein mag, erwecken Bandname, Cover und die beiden routiniert produzierten Songs Lust auf ein ganzes Album, dass sich mensch am besten auf dem Plattenteller rotierend zu Gemüte führen sollte. Wohl eher ein Wunschglaube, denn seit dem Abgang von Sänger Patrick ist es um die eingefleischte Nicolas-Cage-Fangemeinde recht ruhig geworden.

DL "Demos"


We've Got Muscles -  HÆLLSTRŒM

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Auch wir wagen ab und an das eine oder andere Experiment - und quetschen jetzt einfach mal eine Instrumental-Band in ein Hardcore-Volumen.
Das Kölner Trio We've Got Muscles kommt mit klassischer Intrumentenbesetzung (G-B-S) daher und schafft es auch ohne Gesang, die vier Songs der Debüt-EP "HÆLLSTRŒM" äußerst spannend und abwechslungsreich zu gestalten. Grundsätzlich dürfte die Band mit ihrem progressiven wie groovigen Mix aus Alternative, Math, Post-Rock und - um jetzt mal den Bogen zu spannen - post-hardcorigen Gitarrenwänden vor allem Fans von ASIWYFA und Long Distance Calling abholen. 
Wem das für eine Berechtigung in diesem Volumen nicht ausreicht, kann ja mal folgendes probieren: stellt euch zu den dynamischen Parts einfach mal theatralisch-cleanen Emo-Gesang im Wechsel mit gutturalem Gekeife vor. Und? Irgendjemand, der nicht sofort an Chiodos, Crows-An-Wra, Just Like Vinyl, usw. denken muss?

DL & BUY "HÆLLSTRŒM"

BUY Here


Krachwalze - The Best Of John Bun Jovi

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"Föjetong" wäre wohl der bessere Einstieg gewesen, um euch die Band Krachwalze vorzustellen, ist es so ziemlich das einzige Release mit Albumcharakter. Feste Strukturen und Ordnung sind für die beiden Bremer Hans Sprungfeld (Simpsons-Fans hier??) und Kalle Stein-Hirth allerdings eh nur Schall und Rauch und lediglich dafür da, um aus ihnen auszubrechen. Halbwegs ernst angegangen, könnte man Fans von Gtuk, älteren Les Trucs, Kannibal Krach, Ursus und Lafftrak gleichermaßen eine Hörempfehlung aussprechen. Chiptune, Metal, Mathcore, Grind und Punk-Ironie, werden hier herrlich unbekümmert durch anarchistische Willkür gezogen. Wie auch schon bei ihren Vor- und Nebenprojekten Grünlich Grau und SchreiKrachBumm, muss das nicht jedem/jeder gefallen und trägt nicht nur einen beiläufigen Spaßband-Charakter.
"The Best Of John Bun Jovi" ist nun also auch noch eine lose Sammlung von albumlosen Songs aus den Jahren 2016 - 2018, die nahtlos am ersten Release "Ist Bambis Mutter auch wirklich tot, wenn niemand ein Bild von ihrer Leiche auf Facebook postet?" (sorry, aber es war mir ein inneres Bedürfnis, den Titel komplett zu benennen) anschließen. Die Band selbst drückte es in etwa folgender Maßen aus: Wenn das schon die B-Seiten sind, muss der Rest pures Gold sein. 

DL "The Best Of John Bun Jovi"


Donnerstag, Oktober 11

Skognatt - Ancient Wisdom



Kurzinfo:

Atmospheric Black Metal mausert sich so langsam aber sicher zu einem ähnlich asozialem Genre, wie das klassische Singer/Songwritertum. Auf Bandcamp tummeln sich mittlerweile zahlreiche sogenannte Ein-Mann-Armeen, die, wie im Falle des Slowenen Tilen Šimon aka Veldes oder dem Ungarn Wildr aka VVilderness, den vielzitierten Band-Größen durchaus Paroli bieten können.
Auch der Augsburger Danijel Zambo kocht nun schon über Jahre hinweg lieber ungestört sein eigenes Süppchen und kreiert seiner bunten Gedankenwelt abstrakte, progressive bis minimalistische Soundtracks, die wahrscheinlich auch nur er selbst so einfangen kann. Mit Skognatt nehmen nun auch seine dunklen Fantasien akustische Gestalt an. Und damit diese möglichst organisch durch die Boxen fließen, lud er sich diesmal mit Asche der Welten-Schlagzeuger Gerileme einen erfahrenen Artgenossen zu sich ins heimische Studio ein.
Mit "Ancient Wisdom", welches die gleichnamige Vorab-EP um vier Songs ergänzt, veröffentlicht er nun sein erstes Album, das auf voller Länge vielleicht nicht ganz mit der tollen "Landscape Of Ice"-EP mithalten kann, dem gemeinen Schwarz-Metaller damit aber immerhin solide Kost serviert. Zambo flüstert-faucht und growlt sich durch sphärisch-epische Soundscapes, die durch düster-metallische Wucht, finstere Synthieklänge wie auch ambiente und akustische Parts zusammengeschweißt werden. Vor allem in den Passagen der beiden Letztgenannten, dringen immer wieder Zambo's naturverbundene und mystische Wurzeln aus dessem Nebenprojekt Walden in die sagenumwobene Finsternis ein.


Band: Skognatt

Titel/Release: Ancient Wisdom (50x Digifile CD; Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Atmospheric Black Metal, Dark Metal, Ambient

FFO: blyh, Wolves In The Throne Room, Agalloch

Links: Facebook\\//Bandcamp




Stream & Buy"Ancient Wisdom"

Freitag, Oktober 5

eigen.Welt - F32.



Kurzinfo:

Auch fünf Jahre nach dessen Veröffentlichung, ist das Demo-Debüt von eigen.Welt ein gottverdammtes Kleinod, das vor allem für a-puristische Metalheads interessant sein dürfte. Daniel Bieberstein's Solo-Projekt war leider nicht sehr langlebig, eine angekündigte zweite EP kam wohl auch wegen fehlender Resonanz nicht mehr zustande. Dabei verbergen sich hinter dem Titel "F32." vier atmosphärische wie groovig-bretternde Songs, die mit Hilfe von "Reverend" Rossbach in ein standesgemäßes Format gebracht wurden. Dass der Würzburger bereits reichlich Metalerfahrung in Gruppen wie Rising Sunset, Creeping Scythe, Path Of Devastation und 7th Abyss sammeln konnte, tut sein Übriges. Doch so (schaurig-)schön sich seine instrumentalen Soundscapes aus ambienten Keyboardklängen, stürmischen Blastbeatattacken und schwelgenden Melodien auch den Gehörgängen anschmiegen, ist seine EP dennoch ein ziemlich intimes Werk, in dem Bieberstein seine eigene Krankheit verarbeitet. F32 ist ein Begriff aus dem medizinischen Sektor, der sich im wesentlichen mit den depressiven Phasen beschäftigt, wobei die Zahl 3 wohl für die stärkste Form steht. Was der Musiker also tatsächlich durchstehen musste, lässt "F32." wohl nur im Ansatz erahnen...


Band: eigen.Welt

Titel/Release: F32./EP (Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2013

Genre: Atmosphäric Black-Metal, Post-Black-Metal, Ambient, Instrumental

FFO: VVilderness, Svrm, Ewig.Endlich.

Links: Facebook\\//Youtube




DL "F32."


Samstag, September 29

Slymer - Slapstick Surgery



Kurzinfo:

Da ist dieses tolle Debüt-Album aus dem Jahr 2015 dieser tollen Kieler Band Slymer doch tatsächlich bis heute spurlos an mir vorbeigezogen. Aber zum Glück gibt es ja retrospektive Tape-Labels wie Black Cat Tapes und Last Exit Music, die derartige Mucke für mich aufarbeiten.
Dabei hätte ich auch durchaus alleine auf den Schleswig-Holstein-Vierer stoßen können, mischen dort immerhin Leute von POWER und Die Bullen mit. Egal, besser spät als nie. "Slapstick Surgery" ist ein wilder Bastard aus Hardcore-Punk und Trash-Metal, der auch gut in das legendäre 80er-Metal-Jahrzehnt gepasst hätte, sich aber gleichzeitig nicht zwanghaft der Gegenwart entledigen will. Verstanden? Auch egal. Tolles Album; geiler Groove; full metal death machine. Boom!


Band: Slymer

Titel/Release: Slapstick Surgery/Album (Green Vinyl; Tape; Digital)

Label: DIY/Bandcamp, Black Cat Tapes

Erscheinungsjahr: 2015/2018

Genre: Hardcore-Punk, Metal

FFO: Danny Trejo, La Crisi, Parasight

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Stream & Buy Vinyl "Slapstick Surgery"

Buy Tape Here & Here


Samstag, September 22

Mikau - Mikau



Kurzinfo:

Eingefleischten 8-bit-Konsolen-Freaks wird der Bandname sicherlich sofort ein Begriff sein. Mikau war der Gitarrist der Band Die Indigo-Gos aus "The Legend Of Zelda: Majora's Mask", der sich auf der Suche nach Lulu's Eiern schwere Verletzungen zuzog und somit leider viel zu früh aus dem Spiel verabschieden musste. Wisst ihr also bescheid.
Das amerikanische Duo, das sich eben dieses fiktionalen Charakters bedient, ist in diesem Sinne ähnlich kompromisslos. Der Bandname fällt nicht nur oft im Zusammenhang mit dem Chiptune, sondern vor allem mit dem Begriff "Whitebelt" (siehe auch "Sass"), was im Wesentlichen deutlich machen soll, dass die jeweilige Band nicht nur am nostalgischen Konsolensound kleben geblieben ist. Vielmehr toben sich Mikau im zerfahrenen Math- und Metalcore aus und dürften somit vor allem Fans der gerade durchstartenden SeeYouSpaceCowboy eine spannende Horizonterweiterung anbieten.


Band: Mikau

Titel/Release: Mikau/EP (50x Tape; CD; Digital)

Label: Kitty On Fire Records

Erscheinungsjahr: 2017

Genre: Nintendocore, Post-Hardcore, Metalcore, Chiptune

FFO: Got Item!, .GIF From God, GFMGF, Moshing Samurai

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DL & Buy "Mikau"

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Sonntag, September 16

Video Kills The Radio Star Vol. 7


Street Fighter



2017 gegründet und dann gleich mal so ein Brett wie "Hidden Knife" rausgehauen?! Ich denke, der Weg der Berliner Band Street Fighter ist vorprogrammiert. Von den knapp 1700 FB-Likes mal ganz abgesehen, die wir hier höchstens mal mit einem Gerdas-Farewell-Post abgreifen könnten. Alles aber wahrscheinlich zurecht, denn das Quartett liefert mit ihrer Debüt-EP "The Show" unpeinlichen Crossover - früher hätte mensch vielleicht auch NuMetal oder Rapcore gesagt - im internationalen Format ab.




Treptow



Entgegen dem Albummotto "Besser selbst als gar nicht", gehe ich den Weg des geringsten Widerstands und behaupte einfach mal, dass manchmal andere Worte so viel mehr sagen können als die eigenen:

"Deutschsprachiger Indie-Rock unter rauer Oberfläche, mit Sehnsucht im Kern, vorgetragen von drei schlagfertigen Kindsköpfen."


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And The Golden Choir


Als Tobias Siebert, ex-Delbo, Klez.e und Betreiber des Radiobuellebrueck Studios, 2015 mit seinem Solo-Projekt And The Golden Choir debütierte, war es vor allem die unkonventionelle Live-Performance (Siebert + Gitarre + Schallplattenspieler), die die gespannte Hörerschaft aufhorchen ließ. Trotz Anraten eines guten Freundes, mit "Breaking With Habits" genauso weiterzumachen, wie auf dem Vorgänger, geht Siebert nun einen Schritt weiter. Mit einer Armee aus verschiedensten Instrumenten und nunmehr auch digtitalen Spielereien, erlangt sein Indie-Pop eine enorme Vielschichtigkeit, ohne dabei zu überladen zu wirken.


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FESTEFESTE


In der tief-schwarzen Mitte zwischen BluNoise und Exile On Mainstream, schiebt sich allmählich das kleine Label Børwærk Records nach oben. Eine der ersten Bands des Vogtländer Labels ist das sächsische Trio FESTEFESTE, das nach zwei Alben jüngst eine 2-Track-Single nachlegte. "Faltscherfufftscher" ist ein grooviger Hardcore-Noise-Rocker, der sich reibungslos an seine Kollegen DŸSE, Tschaika 21/16, Rotor und HAIK anschmiegt.

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Schelm


Nach einer gemeinsamen Split-EP mit Die Braunen Raketen im Jahr 2016 und einer anschließenden Deutschland-Tour, veröffentlicht die Baseler Band Schelm im September ihr Debüt-Album "ein bisschen mehr..." auf Vinyl im Eigenvertrieb und digital über das Label Sportklub Rotter Damm
Viel Eingewöhnungszeit verlangt die Vorab-Single "Schallalala" (lasst euch vom Titel nicht abschrecken) nicht ab, reicht ihr ungenierter Indie-Punk mit rauem Unterton doch verdammt nah an die wohl unpeinlichste Indie-Punk-Band, Muff Potter (da lehne ich mich mal weit aus dem Windows, is aber nunmal meime Meimung), heran und mogelt dem Ganzen noch eine nostalgische Hamburger Schulnote unter.



Donnerstag, August 23

Footgang - Tacoma EP


Kurzinfo:

Geschlagene sechs Jahre ist es her, als wir letztmalig von der Footgang berichteten, damals etwas ausführlicher als eine Art Diskografie-Post zu den auffindbaren Releases der Band. Schon zu dieser Zeit machte sich die Band sehr rar und lehnte sogar Label-Angebote ab. Dabei hätten ihre Alben "Trashcam Cyberdolls" (2008), "Warson Hells" (2011) und vor allem ihre wahnwitzige EP "Paralyzer" (2010) ein offizielles Release mehr als verdient, war die Band mit ihrem unberechenbaren Stil hierzulande schier konkurrenzlos. Dass sie mit "Paralyzer" an den Redaktionstoren der Visions anklopften, die ihre EP dann folgerichtig zur "Demo des Monats" der Ausgabe 222 kürten, war schon etwas überraschend. Ob es nun an der eigenen Bequemlichkeit, internen Differenzen oder schlichtweg an unpassenden Vertriebspartnern scheiterte, weiß ich nicht. Erstgenanntes wäre zumindest eine Erklärung dafür, dass mich die Band bereits seit Jahren auf die Frage nach käuflich zu erwerbende, selbstproduzierte CD-r-Releases hinhält oder ignoriert. Aber gut...

Im Jahr 2016 angekommen, hauen Footgang ohne Vorwarnung und spärlichen Vorabaktivitäten eine neue EP raus, die somit schonmal einer vorprogrammierten Erwartungshaltung einen Riegel davorschiebt. Nach der amerikanischen Küstenstadt "Tacoma" benannt, sollten typisch-hafenstädtische Themen wie Besiedlung und Vertreibung, ur-stämmiger Aberglaube und Industrialisierung eigentlich die richtige lyrische Basis bilden für den musikalisch-grenzenlosen Raum der bayerischen Band.
Der Opener "Failed" steigert behutsam die Spannung, sodass noch nicht so recht zu erkennen ist, in welche Richtung die sechs neuen Songs ausschlagen. Und vielleicht ist es ja eben die selbstgegebene Freiheit, dass die folgenden 3½ Minuten, die beiden darauffolgenden Tracks sowie der Closer "The Wisenheimer", die wohl eingängisten Stücke der Band geworden sind, seit ihrer Gründung im Jahr 2001 (auch, wenn ich nicht alle Stücke kenne). Von gelegentlichen progressiven Ausreißern der Gitarren abgesehen, suhlen sich diese Songs im fast schon herkömmlichen Beatdown, Metalcore und Downtempo-Hardcore. Und auch wenn es irgendwie falsch klingt, muss ich beim Hören der EP nicht selten an Slipknot denken, denn dem früher zitierten und chaotischen Dillinger-Escape-Plan- oder progressiven Fall-Of-Troy-Wahnsinn. Der ausdauernde und düster-atmosphärisch ausklingende Titeltrack, der sehnsüchtig mit einem "Show Me The Way To Go Home"-Bandchor einstimmt, bleibt in der ganzen Routine vielleicht am ehesten im Hinterkopf hängen.
"Tacoma" ist dennoch ein technisch-versiertes und tolles Werk geworden, auf dem die Band allerdings weitestgehend auf elektronische Spielereien, einer digitalen Glasur und dem ganz großen Wahnsinn verzichtet und die eigenen Aufnahmen roh belassen hat. Ob das nun ein neues Gesicht oder lediglich ein weiteres Experiment ist, bleibt abzuwarten.

Nach und nach haben Footgang ihre Releases (und mit Audrey Headburn auch das Solo-Projekt von Sänger Breuker) zum kostenlosen Download bereitgestellt. Hier für euch gesammelt:



Band: Footgang

Titel/Release: Tacoma/EP (Digital)

Label: DIY

Erscheinungsjahr: 2016

Genre: Hardcore, Metalcore, Progressive









Dienstag, August 14

Alteri - Miseria



Kurzinfo:

Zur Abwechslung mal etwas Düsternis zur hellen Jahreszeit. Mit neuem Shouter begründen vier ex-Graben unter dem Namen Alteri einen Neuanfang, der die alten Fans schnell hinwegzutrösten vermag. Tolles D-Beat-Crust-Punk-Gewalze mit kleinen Metal-Ausreißern und einem Hammond-orgelnden Interlude.


Band: Alteri

Titel/Release: Miseria/Album (500x Black Vinyl; Digital)

Label: Sengaja Records, Holy Goat Records

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Crust-Punk, (Death) Metal, D-Beat

FFO: Weekend Nachos, Wolfbrigade, Ruins

Links: Facebook




DL "Miseria"

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Samstag, Juli 21

Tetrafusion - Dreaming Of Sleep



Kurzinfo:

Wer hat, der kann! Auch noch mit ihrem dritten Album, gleichzeitg ihrem vierten Release, kann das Quartett aus Shreveport, LA auf ein Label im Rücken verzichten. Die selbstproduzierten CD's sind bereits restlos vergriffen und die Liste der Bandcamp-Unterstützer sorgt für einen immer kleiner werdenden Scrollbalken. Verständlich, denn Tetrafusion haben unlängst ihren eigenen Stil gefunden, um sich von der vielzitierten Progressive-Metal/-Rock-Barde abzusetzen. Ohnehin dürfte es Label-Chefs nur äußerst schwer fallen, den Sound der Band auf ihre eigenen Bedürfnisse zurechtzubiegen. War der Vorgänger "Horizons EP" schon eine progressive Wundertüte, kreieren die vier Amis mit Scale The Scummit- und Down To Ride-Beteiligung mit "Dreaming Of Sleep" nun eine moderne Rock-Oper und zugleich ihr eigenes Meisterwerk. Einzelne Songs rauszupicken ist schier unmöglich, da dieses Werk nur im Gesamtkonzept funktioniert. Zwar ergeben sich immer wieder mal tolle Melodien wie in "The Void. Letztendlich schafft es aber keiner von ihnen, diese eingängige Form über die volle Länge zu bringen. Neben smooth-jazzigen Key-Parts, kommt diesmal sogar ein Streicher-Quartett zum Einsatz, wenn auch dosiert, und Unterstützung gab's zusätzlich von John Baab (The Reign Of Kindo) und Myles Yang (Native Construct). 
Lieber schnell das Album saugen, bevor die Jungs mitbekommen, wie gut sie sind.


Band: Tetrafusion

Titel/Release: Dreaming Of Sleep/Album (CD; Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2017

Genre: Progressive Metal, Progressive Rock, Avantgarde

FFO: Dog Fashion Disco, Dream Theater, Protest The Hero

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DL "Dreaming Of Sleep"

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Montag, Juli 9

Kurz vor schwarz - Demo



Kurzinfo:

Kurz vor schwarz entstand aus der Intention heraus, eine Black-Metal-Band zu gründen, die sich vielen Vorbildern bedienen wollte und letzten Endes ein Debüt kreierte, das sich jeglichen Vergleichen entzieht. Zwar werden die Grundthemen Resignation, Selbstzweifel, Einsamkeit und Trauer in einer grundsoliden morbiden Atmosphäre eingefangen. Doch werden die genre-typischen Blastbeats und das düstere Geschreie immer wieder durch plänkelnde Gitarrenparts und Sprechgesang in ungeahnte Bahnen gelenkt, die eher dem Post-Hardcore vor die Füße fallen. Und so ist das Demo-Debüt der mittlerweile zum Trio angewachsenen Band aus Freiburg ein ähnlich unberechenbarer und spannender Brocken, wie die letzten Releases von Kopf hoch. und Yon. Nur, dass sich Kurz vor schwarz in weitaus tieferen seelischen Abgründen abspielen.
Ein Album ist derzeit in Planung.


Band: Kurz vor schwarz

Titel/Release: Demo/EP (Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2017

Genre: Depressive Black Metal, Post-Hardcore

FFO: Lifelover, Happy Days, Deluge

Links: Facebook




DL "Demo"

Montag, Juni 25

Platte des Monats 06/2018: Specht Ruprecht - Jubel Trubel Halbwahrheit



Kurzinfo:

Es ist das Album geworden, auf das ich mich seit der Veröffentlichung der Video-Single "Quader" gefreut habe: ein unberechenbares Konstrukt voll akrobatischer Stilbrüche und Wendungen, wahnwitziger Wortspielerei- und -Klauerei. "Jubel Trubel Halbwahrheit" ist dennoch kein grenzenloser Irrgang durch die Genres und schon gar nicht zum Scherzen aufgelegt. Zumindest nicht nur, denn der eine oder andere nostalgische Crossover-Flashback oder die clever verdrehten Sprichwörter entlocken Einen/Einer sicherlich nicht ganz unprovoziert ein Schmunzeln. Ansonsten ist der angeschlagene Ton auf dem zweiten Album der Erfurter Band eher ein rauher, der der abgestumpften Gesellschaft einen sarkastischen bis zynischen Spiegel vor die Nase hält. 
"Jubel Trubel Halbwahrheit" ist ein Freestyler-Album, dass sich der Freiheiten des Punks bedient und sie in musikalische Anarchie ummünzt, ohne dass das Experiment dabei den Song ins Unhörbare zerstückelt. Eine Kunst, die Band erstmal so hinbekommen muss.


Band: Specht Ruprecht

Titel/Release: Jubel Trubel Halbwahrheit/Album (CD in Postersleeve + Extras; Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2017

Genre: Alternative, Metal, Crossover, Punk

FFO: Affenmesserkampf, Entrails Out!, Kannibal Krach

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Stream & Buy "Jubel Trubel Halbwahrheit"

Buy Here


Mittwoch, Juni 20

NMAC - Split Second



Kurzinfo:

Ab Mitte der 00er hatte ich irgendwie das Gefühl, dass NuMetal immer mehr verpönt wurde. Vielleicht ja auch, weil viele Ur-Väter ihre Heavyness mehr und mehr der Easiness vor die Füße warfen, um somit vielleicht noch ein paar unentschlossene Fans aus den Genre-Randgruppen abzuholen. Mal ehrlich: Slipknot und Balladen? Das war nicht das, was ich mit der einst so herrlich geisteskranken Maskenband verband. Nun, in den 2010er Jahren angekommen, scheinen es auch die alten Veteranen wieder so langsam mitbekommen zu haben, das ein Schritt zurück manchmal der leichtere Weg ist, um wieder etwas vorwärts zu kommen. Back to the roots! Und genau da knüpfen NMAC aus Köln an, die den NuMetal dort packen, wo er einst so herrrlich wehtat. Slipknot, KoЯn, (hed)p.e., Limp Bizkit - das nordrhein-westfälsiche Quintett verbindet ungeniert all das, was den NuMetal in den 90ern so innovativ machte.


Band: NMAC

Titel/Release: Split Second/EP (Digipak-CD; Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: NuMetal, Alternative

FFO: Spineshank, Dry Kill Logic, KoЯn

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DL & Buy "Split Second"



Donnerstag, Juni 14

Stay Focused - Contrasts



Kurzinfo:

Was für ein Flashback aus der Jahrtausendwende: mensch musz schon etwas genauer hinter die Fassade aus theatralischen Pop-Melodien und kalkulierter Härte schauen, um all die kleinen Genreausreißer und vor allem die tiefgründigen Gedanken ausfindig machen zu können. Letztere lassen sich übrigens auch für jeden Song auf der Facebook-Seite der Limburger Band nachlesen.
Im Song "Running On Empty" ist auch Gitarrist und Sänger Fabio's Partnerin aus Johanna und Fabio zu hören.
Erinnert mich alles ganz stark an From Autumn To Ashes, die 2003 mit "The Fiction We Live" in meinen Ohren einen Meilenstein des Genres ablieferten.


Band: Stay Focused

Titel/Release: Contrasts/Album (CD ??, Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2018

Genre: Alternative, Metal, Hardcore, Pop-Punk, Emo

FFO: Funeral For A Friend, Days In Grief, From Autumn To Ashes

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Youtube




DL "Contrasts"



Mittwoch, Juni 6

Gesplittet, Teil 15


Cold Kids & Krank - Split-EP



Mit den Cold Kids und Krank teilten sich nun auch endlich zwei Koryphäen des "Special Interest"-Deutschpunks eine Kurzrille. Zwar liegen zwischen dem garagigen "Krankpunk" der fünf Hamburger und dem wavigen Rachut-Gedächtnis-Punk des Bamberger Quartetts so einige musikalische Welten. Im bissigen Kontext passt das hier aber natürlich wie Arsch auf Eimer.

Cold Kids: Facebook\\//Bandcamp

Krank: Bandpage\\//Facebook\\//Bandcamp\\//Instagram

DL Here & Here

Buy Here, Here & Here


ANCST & Depravation Split-EP


Mensch könnte ja fast befürchten, dasz bei der Releaseflut von ANCST auch mal ein Ausrutscher dabei ist. Ja gut, ich für meinen Teil bin jetzt nicht so der Dark-Ambient-Versteher, weshalb mir die entsprechenden Releases des Hauptstadtkollektives auch relativ am Ohr vorbeigehen. Wenn es aber wieder heißt - so wie auf dieser Split - , die wutgeballte Faust mit der Durchschlagskraft des Blackened Crust und Black Metal nach oben zu reißen und sich auch noch mit tollen Melodien im Gehörgang festzubeißen, gibt es derzeit im schwarzen Business wohl kaum eine Band, die ANCST das Blut reichen kann.
Auf der B-Seite meldet sich das Gießener Quartett Depravation nach anderthalb jähriger Releaseabstinenz zurück und klingen mit ihrem dreckig-walzenden Blackened Metalcore so, wie ich es mir von den Post-"Shadow Hearts"-Caliban gerne gewünscht hätte.


Depravation: Facebook\\//Bandcamp\\//Instagram

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Cortarmao & .leaves - Split-EP


Cortarmao und .leaves - das ist Jugendliebe auf den ersten Schrei. Nicht nur, dass beide Thüringer Bands eine gemeinsame Tschechien-Tour absolvierten und sich auch sonst gerne auf der Bühne abklatschen und einige .leaves-Boys auch auf dem mittlerweile erschienenen ersten Longplayer von Cortarmao zu hören sind. Um ihren (gemeinsamen) Fans die jeweiligen, mittlerweile restlos vergriffenen Debüt-EP's noch einmal in physikalischer Form zugänglich zu machen, wurden beide auf ein Split-Tape vereint, im individuellen Karton und inklusive Booklet, handnummeriert auf 50 Stück.
Das sich der zerfahrene und trotzdem groovende Mathcore der Erfurter mit dem beißenden, ab und zu ziemlich spontan abtourenden Post-Hardcore-Punk der Jenaer hervorragend ergänzt, muss nicht weiter näher erläutert werden. Schnell zugreifen, bevor auch diese Schmuckstücke weg sind.

Cortarmao: Facebook\\//Bandcamp\\//Youtube\\//Soundcloud

.leaves: Facebook\\//Bandcamp\\//Bandpage

 DL Cortarmao-Songs via "Demo 2015"

DL .leaves-Songs via "Kontraste"-EP

Buy Here & Here


Sur L'eau & What Of Us - Split-EP


Sur L'eau (franz. für Auf dem Wasser oder Über Wasser, keine Ahnung, hatte Russisch als Wahlfach) aus München debütierten im letzten Jahr mit einer 2-Song-EP. Als Äquivalent zur, ebenfalls erst kürzlich von mir entdeckten Black-Metal-Band Kurz vor schwarz, bedeuten sie für den/die geneigte_n Emoviolence Hörer_in vor allem eins: eine Grenzerfahrung, die vor allem nach unentschlossenen Post-Hardcorelern Ausschau hält.
Als Split-Partner halten vier Jungs aus New Jersey her, die bereits reichlich Erfahrungen in anderen Bands wie Capacities, Weather Lore, Au Revoir, Guidelines, Less Life, Black Kites und In First Person (Puh!) gesammelt haben. Als What Of Us haben sie sich nun bereits zum dritten Mal eine EP mit einer anderen Band geteilt. Passt, denn ihr wilder und zugleich kompromissloser Mix aus progressiven Screamo und Mathcore mit dezenten Hardcore-Punk-Anleihen, dürfte sie als hervorragenden Gastgeber für Hardcore-Bands jeglicher Art ankündigen. Starkes Split-Release!

Sur L'eau: Facebook\\//Bandcamp\\//Instagram

What Of Us: Facebook\\//Bandcamp

DL & Buy Here, Here & Here


Pool Rules & Community Service - Dream Big Split-EP


Was hält sich denn hier im Untergrund versteckt?! Zwei Bands, die scheinbar schlichtweg ihren Winterschlaf verpennt haben und noch tief in den 90ern feststecken - und von modernen Auswüchsen wie Alternative-Pop und Post-Grunge keine Kenntnis genommen haben.
Die internetscheuen Pool Rules kamen bei uns bereits mit ihrem tollen Demo-Debüt zur Ansprache. Das Saarländer Duo um ehemaliger Baby Lou- und Finding Faith-Beteiligung spielt rauhen Alternative-Punk, der auch mal kurz am Post-Hardcore kratzt. Zwei neue Nummern, die gewohnt ohne Umschweife ihr Ziel finden.
Auf der B-Seite findet sich das ebenfalls aus dem Saarland stammende Quartett Community Service ein, die der Split ihre ersten beiden Songs überhaupt beisteuern. Gegenüber ihren Split-Partnern, packen CS noch eine Schippe Roughness oben drauf und verhallen das ganze mit groovigen Grunge-Gitarren. Und bis auf dem kleinen Post-Rock-Ausflug in "Mess", orientiert sich das hier sympathisch an seinen Ur-Vätern. Geheimtipp!!!

Pool Rules: Bandcamp

Community Service: Facebook\\//Instagram

DL "Dream Big" B-Side

Buy Here & Here



Sonntag, Mai 27

Riot In The Attic - Under The Sun EP



Kurzinfo:

Mensch darf sich vom ersten Song "Free The Sky" nicht täuschen lassen: auch auf ihrer zweiten EP "Under The Sun" entpuppen sich Riot In The Attic als wahre Retro-Veteranen. Vom Hard Rock á la Led Zeppelin ("Floating"), über die Metallica-Gedächtnisballade ("Men In Shades") bis hin zum Floyd'schen Psychedelic ("Don't Let Me Down"), räumen die drei Kölner alles ab, was ihnen auf ihrer Zeitreise durch die 70er/80er über den Weg läuft. Ein paar progressive Elementarteilchen aus dem Hier und Jetz sind aber trotzdem noch hängen geblieben.


Band: Riot In The Attic

Titel/Release: Under The Sun/EP (CD incl. "Lost & Found"-Songs as Bonustracks; Digital)

Label: Monkey Road Records

Erscheinungsjahr: 2017

Genre: Stoner, Metal, Psychedelic, Heavy Rock

FFO: Metallica, Led Zeppelin, Operators

Links: Bandpage\\//Facebook\\//Bandcamp\\//Youtube\\//Soundcloud\\//Twitter




Stream & Buy "Under The Sun"



Freitag, Mai 25

Platte des Monats 05/2018: Cortarmao - Herzmaschine



Cortarmao liefern mit "Herzmaschine" ihren ersten Longplayer ab und das abermals in kompletter Eigenregie. So erscheint das Album als rot-grau-marmorierte Vinyl und als handgestempelte und -nummerierte CD über das eigene Label Feenoise, wobei sich die Band ganze Nächte um die Ohren schlug, um sich mit den Tücken des Aufnehmens, Mischens und Mastern herumzuärgern.
Ein Umstand, der dem Album sicherlich an einigen Stellen anzuhören ist, unter dem Deckmantel des D.I.Y. aber zumindest billigend und für die Hörerschaft wohlwollend in Kauf genommen wurde.
Was mit den zwei 2015er Demo-Songs vielleicht noch etwas zu kurz für einen Gesamteindruck ausfiel, wird auf "Herzmaschine" nun zu einem wahren Wahnsinnsspektakel für Hartgesottene zusammengepfercht. Was mit der fiesen, schleppenden Doomwalze "Aorta" noch recht monoton vor sich hinrumort, wird bereits mit dem fetten Riff im folgenden "Baldachin" in eine andere Sphäre katapultiert. Fortan bewegen sich Cortarmao auf einen schmalen Grad zwischen Genie und Wahnsinn, durchbrechen ihre mitreißende Hooks mit wüsten Noise-Eskapaden und fangen ihre trügerische Stille in verstörenden Kammerspielchen ein. Über jeden der neun Songs schwebt stets die mit Spannung erwartete Unberechenbarkeit, die die vier Thüringer mindestens genauso meisterhaft beherrschen wie die vielzitierten Math- und Noisecore-Größen. Dass dafür auch noch einige befreundete Musiker aus der Region mit eingebunden wurden - u. A. sind zwei Mitglieder von .leaves zu hören, mit denen sich Cortarmao ja zuvor ein schick aufgemachtes Split-Tape teilten (siehe HIER) - , setzt der Vielfalt natürlich noch die Krone auf.

Auch wenn es für diese Sparte des Hardcores vielleicht nur eine relativ kleine Fangemeinde gibt - Bands wie Cortarmao sind enorm wichtig, um dieses Genre auch hierzulande salonfähig zu machen.

Band: Cortarmao

Titel/Release: Herzmaschine/Album (300x Red Marbled Vinyl, 49x CD, Digital)

Label: Feenoise

Erscheinungsjahr: 2017

Genre: Mathcore, Post-Hardcore, Metal

FFO: The Dillinger Escape Plan, Soma Nowaja, Tentackle, Norma Jean

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Youtube\\//Soundcloud\\//Last.fm



Stream "Herzmaschine"

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Freitag, Mai 11

Sinatra - I Have Failed



Kurzinfo:

Hier nun also der Anfang unseres neuen, wesentlich abgespeckteren Vorstellungskonzeptes:

Zusammenkunft von erfahrenen Musikern aus Bands wie ANCST, HEDGER, We Are Crooks und Redlined, die als Sinatra vor allem Fans von Converge & Co. zu begeistern wissen. Fies, dreckig, rotzig, stark!

Die 1ste Ladung von schwarzen, chrombespränkelten Tapes ist logischer Weise bereits restlos vergriffen. Dieses Jahr soll es allerdings Nachschub geben - als buntbekleckste weiße Tapes.

Band: Sinatra

Titel/Release: I Have Failed/EP (Tape; Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2016

Genre: Hardcore, Punk, Metal

FFO: Converge, The Dillinger Escape Plan, WØLFENSTEIN

Links: Facebook\\//Youtube




DL "I Have Failed"



Jahres-Sampler