Donnerstag, Mai 19

Gesplittet, Teil 12

BATTRA// & Chaver - Split-7"



Ich kann mich immer nur wiederholen: die zwei Raufbolde von BATTRA// (ex-Fromage) sind mir ein bisschen zu fleißig, um tatsächlich (unge)waschechte Pennerpunks zu sein. Seit ihrer letztjährigen EP "Asozial seit Tag 1!" gab's nicht nur Nachschlag in Form des Jahresabschluszsongs "True Till Meth" und dem kürzlich erschienenen Drone/Ambient/Noise(???)-Soli-Tape "気暴力", sonder auch eine Split-7" mit ihren Buddies von Chaver.
BATTRA// sind dabei mit zwei Songs am Start. Zum einen mit dem bedrohlichen, monoton-stampfenden "Blümeranz", zu dem die Jungs auch ein hochwertiges und verhältnismäßig fast schon poetisches Video abgedreht haben. Als Nachspeise servieren uns die zwei Halunken den Vapeilas-Hit "Adelskrone" und kleiden die Penner-Hymne schlechthin endlich mit dem passenden Gewand ein.
Die B-Seite gehört BATTRA//'s langwierigen Weggefährten Chaver, mit denen sie schon zu Labdam-Zeiten gemeinsam auf Tour waren. Mit "shavoth #83// eschewed" gibt's nun also die erste Kostprobe nach der Umtaufe, die sich vom Stil her nicht wirklich vom old-schooligen dbeat-Hardcore-Punk ihres Alter Egos unterscheidet. Der Song klingt dennoch wie ein kartharsischer Neuanfang, wirkt aufgeräumter und vor allem druckvoller. Ein wahres Brett, dass Lust auf mehr macht.

Zweihundert 7inches wurden gepresst (50x grün, 50x magenta, 100x schwarz), die über BATTRA//'s eigenem Label BLSN.WRST RECORDZ und Chaver's Bigcartel-Shop erhältlich sind.

BATTRA//: Facebook//Bandcamp//Youtube//Last.fm

Chaver: Facebook\\//Bigcartel

DL Split-7" A-Seite & B-Seite

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Teen Creeps & Mind Rays Split-7"

Mit Teen Creeps und Mind Ray teilen sich hier zwei belgische Bands der Oddie Records-Familie eine Split-EP, die bereits gemeinsam auf dem Labelsampler "Sketchy Kids Vol.One" vetreten waren, zusammen mit einigen anderen Bands, in denen Mind Rays-Sänger Christophe seine Finger im Spiel hat oder hatte (The Tubs, The Future Dead und außerdem bei Superlijm).
Mind Rays haben sich 2013 in Gent gegründet und haben seither noch keine Möglichkeit gefunden, von dort wegzukommen. Wollen sie vielleicht auch gar nicht, denn mit ihrem Mix aus Psych, Fuzz, Noise, Punk und Garage, hat sich das Quartett bereits eine ordentliche Fanbase in der Region erspielt. Und weil Mind Rays seit neuestem Mitglied bei Gnar Tapes sind, können sie das Ganze auch ungeniert "Gnarage" nennen. So viel zur B-Seite.
Die A-Seite füllen Teen Creeps, genauso wie Mind Rays, mit zwei Songs aus. Das mittlerweile ebenfalls in Gent ansässige Trio reist mit ihrem 90s-Emo nicht ganz soweit in der Zeit zurück und zeigt sich auch wesentlich melodieverliebter. Während "Take" jedoch mehr Richtung Gainesville, Florida schielt, schlägt das folgende "The Point" die Brücke zur Pre-Postmoderne und verwöhnt mit einer eingängigen Melodie und kräftigem Geschreie an der Grenze zum Massenvertägichen. So wie einst Madsen auf ihrem Debüt, bevor ihre Songs dann doch gänzlich im Pop-Klischee versanken.

Teen Creeps: Bandpage\\//Facebook\\//Bandcamp\\//Soundcloud\\//Youtube\\//Last.fm

Mind Rays: Facebook\\//Bandcamp\\//Youtube\\//Last.fm

DL Split-7" A-Seite & B-Seite or Complete



Letters to Catalonia & ilill Split-Tape


Erst Ende letzten Jahres hauten uns die drei Kalifornier von Letters to Catalonia, die sich aus Recluse- und (...tief Luft holen...) All My Wishes Were Thrown Down a Well and Should Die There -Mitgliedern zusammensetzt, ihr Debüt-Demo um die Ohren. Pfeil-schneller, giftig-keifender, teils dissonanter und äußerst nervöser Screamoviolence, der direkt ins Miss the Stars - Herz treffen und vor allem Freunde vergangener Milleniumviolencer á la Tristan Tzara gefallen dürfte. Drei neue Songs verschwenden nicht einmal fünf Minuten eurer kostbaren Zeit.
Als ersten Split-Partner suchten sich die amerikanischen Westküstler die japanischen Ostküstler ilill, die noch im gleichen Monat eine weitere Split mit den Neuseeländischen Crust-Punks Machina Rex veröffentlichten. Und auch, wenn sich das Trio aus Tokio ebenfalls nur schreiend artikulieren kann, sind ihre drei Songs mehr im plänkelnden und ausladenden Midwest-Emo zu verorten, als im Gewaltsektor. Die Ausnahme der Regel wird durch den Closer "nanae" gestellt, das düster-bedrohlich einen deutlich aggressiveren Ton anschlägt.

Letters to Catalonia: Blog\\//Bandcamp\\//Last.fm


DL Split-Tape Here & Here

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Piri Reis & Coma Regalia Split-10"


Auf Piri Reis bin ich durch das "Asien-Special" auf Crossed Letters aufmerksam geworden. In den überschaubaren aber durchaus euphorischen Zeilen von Steff konnte ich fast schon Suchtpotential herauslesen. Und was soll ich sagen - er hatte recht. Keine zwei Songs ihres Demos hat es gedauert, bis mich die malaysische Emoviolence-Band vollkommen in ihren Bann zog. Als ich zu alle dem auch noch herausfand, dass zur Band-Diskografie bereits eine gemeinsame Split-EP mit Coma Regalia hinzu gekommen ist, wurde meine Vernunft blitzartig durch blinde Kaufsucht verdrängt. Denn ungeachtet der hohen Versand- und Einfuhrgebühren bestellte ich mir das Demo-Tape und die amerikanische Version der Split-10" in schicker Manila-Hülle über Middle-Man Records. Zur Split gibt's eine Special Edition mit alternativen Cover-Artwork, die ausschließlich über Miss the Stars erhältlich und auf einen Transportschaden der eigentlichen Scheibchen zurückzuführen ist. 
Piri Reis treten das Gaspedal in ihren vier Songs, unter denen sich auch der tolle Closer ihres Demos befindet, zu 95% durch, lockern die Raserei mit einigen Skramz-Elementen auf und schaffen es, dem Ganzen auch immer wieder tolle Melodien zu entlocken. Das sich hinter dem Mikro eine Frau leidenschaftlich echauffiert, fällt dabei kaum auf, denkt mensch beispielsweise an die Blood Brothers. Eigentlich erinnert das Quintett aber vielmehr an beheimatete Kollegen wie Kias Fansuri, Utarid oder Quantis, was vielleicht kein allzu großer Zufall ist, da auch Azwari Zainal Abidin bei der Truppe mitmischt.
Zu den Amerikanern Coma Regalia, die nicht zufällig all ihre Releases über Middle-Man veröffentlicht haben, muss eigentlich nicht mehr viel gesagt werden, da uns die Band gefühlt alle paar Tage mit Nachschlag versorgt. Mensch könnte fast meinen, die Band ist älter als der Screamo. Dabei haben sie sich erst 2010 zusammen gefunden und können mittlerweile auf eine Disko zurückblicken, auf die so manche Kollegen neidisch sein dürften. Allein seit dem letzten Jahr sind sieben (!!!) neue hinzu gekommen, wobei es mittlerweile wohl weniger Zeit in Anspruch nimmt, jene Bands aufzuzählen, mit denen sich Coma Regalia noch keinen Tonträger geteilt haben. Sieben Songs in etwas mehr als acht Minuten tragen die altbewährte Handschrift der Band, die unverwechselbar schneidende Gitarren, etwas Emo-Melancholie, sehnsüchtige Chöre und ganz viel Gekreische in sympathische DIY-Akustik verpackt.

Piri Reis: Facebook\\//Bandcamp\\//Last.fm




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 Afterlife Kids vs. Fuck, Wolves! - Live Split-Tape


Ja gut, die gemeinsame Tour der Afterlife Kids und Fuck, Wolves!, sowie das damit einhergehende Live-Tape-Koop-Release von Mustard Mustache & Microsleep liegen nun schon fast vier Jahre zurück, zumal sich die Afterlife Kids mittlerweile in ihre Einzelteile AST, Ancst, Henry Fonda, Blätter, Totalitarian Principle und Bomb Out zerlegt haben. Für uns wie immer kein Hindernis, euch trotzderm noch mal auf dieses fiese aber feine Gebrettere aufmerksam zu machen.
Die A-Seite belegen die Afterlife Kids mit einem Mitschnitt ihres "Geisterhand"-Promo-Konzertes in Koblenz. Dementsprechend gibt's in nicht einmal zwanzig Minuten auch das fast komplette Debüt-Album-Set, inklusive Intro, Interludes und Outro. Vielleicht zeigte sich live auch nochmal am deutlichsten, dass die Berliner Band nicht nur zum Zeitvertreib ins Leben gerufen wurde, sondern als exaktes Bindeglied zwischen dem Henry Fonda-Powerviolence und dem Ancst-Black Metal fungierte.
Das letzte Release der Emoviolencer Fuck, Wolves! lag zu diesem Zeitpunkt fast ein Jahr zurück. Daher konnten es die vier Berliner hinsichtlich ihres Sets auch etwas lockerer angehen. Zehn Songs von den EP's "...zwischen all unseren Trümmern..." und "Es ist alles in Ordnung...", der Split-LP mit Chaos Is und dem Dream Come True Records-Compilation-Song "Kopf küsst Asphalt" gibt's auf der B-Seite auf die Ohren, wobei das Tape gegenüber dem Download auf der Bandcampseite der Band aus Platzgründen um mehr als dreieinhalb Minuten kürzer ausfällt. Fällt aber gar nicht weiter ins Gewicht, denn in fast zwanzig Minuten wird vertrackt gescheppert, geschrammelt, gegniedelt und leidenschaftlich geschrien, was die ohnehin schon auf ihren Releases vorherrschende DIY-Düster-Ästhetik noch einmal unterstreicht.

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DL Live Split-Tape A-Seite & B-Seite or Complete

Sonntag, Mai 15

Wiederhören: Weezer - Weezer (The Blue Album)



Es grenzt eigentlich schon an Blasphemie, Weezer's selbstbetiteltes blaues Album mittlerweile zum x-ten Mal als remasterte Vinyl-Version auf dem Markt zu bringen. Andererseits dürften die Originalscheibchen wohl nur noch schwer zu ergattern sein, bzw. von geldgierigen Privatverkäufern jenseits der Hundert-Euro-Marke feilgeboten werden. Schade, denn was Weezer für ihr Debüt-Album eindeutig nicht brauchen, ist ein angenehmerer oder klarerer Sound. Daher: wer die Gelegenheit hat, an ein un-remastertes Reissue zu gelangen, sollte schleunigst zugreifen.
Klar, seit jeher bringt mensch die vier Amerikaner nicht gerade mit DIY oder Proberaumästhetik in Verbindung, dafür haben sie selbst und auch die Plattenfirmen spätestens mit der Veröffentlichung des selbstbetitelten grünen Chart-Hit-Albums gesorgt. Dennoch sind es genau diese beiden Faktoren, erweitert um ein gesundes Maß an Experimentierfreudigkeit, die das blaue Album zum eigentlichen Schmuckstück der Band ausmachen.
Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie das wohl auf einen ihrer ersten Konzerte gewesen sein muss: vier nerdige Collegeboys, die ganz trocken einen noch unbekannten Smash-Hit wie "My Name is Jonas" raushauen und dann auch noch so ein altbackenes Ding von Mundharmonika in dem Song unterbringen, ohne zu ahnen, dass man gerade Teil der Geburtsstunde einer lebenden Legende ist. Ja, ich bezeichne Weezer als lebende Legende, weil sie trotz oder gerade wegen der späteren mainstreamigen Allüren wohl in den meisten Regionen der Welt bekannt sind und mit ihrer simplen Zusammenführung von Alternative und Pop-Punk wohl auch eine gewisse Vorreiterrolle innetragen. Vielleicht auch deshalb, weil sich derartig nachempfundene Musik zumeist in der Pop-kulturellen Gesellschaft abspielt und protzig mit einem dementsprechenden Budget hausieren gehen kann, bin ich so fasziniert vom blauen Album, das vor allem durch die analoge Direktheit besticht. Natürlich finden sich mit dem eingangs erwähnten "My Name is Jonas", "Undone - The Sweater Song", "Say It Ain't So" oder dem Über-Hit der Band, "Buddy Holly", genügend Chart-taugliches Material auf dem Album. Es sind aber vor allem die kleinen Details, die das blaue Album vom Rest der Kollegen und auch von der eigenen Diskografie abheben: z. B. das fragile Klaviergeklimpere am Ende vom "Sweater Song"; die Folk-Ausflüge im Opener und in "In the Garage"; die A cappella-Einlage in "Surf Wax America"; dieses schizophrene Stück "Holiday" mit unaufdringlicher Orgel, Hardcore-tauglichen Breakdowns und Slapstickeinlage; das frivole FreeStyle-Gejamme im epischen 8-Minüter "Only In Dreams".
Ich weiß nicht wie ich mich ausdrücken soll, aber für mich ist Weezer's Debüt ein unerreichter Meilenstein dieses Genres.

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Mittwoch, Mai 11

Fir Cone Children - The Age of Blastbeatles



Band: Fir Cone Children

Titel/Release: The Age of Blastbeatles/EP (Digipak-CD, 16x Tape ->8x Black/8x White, Digital)

Label: Blackjack Illuminist

Erscheinungsjahr: 2016

Genre: Post-Punk, Indie(pop), Fuzz, Garage, Noisepop, Dreampop

FFO: The Rational Academy, Times New Viking, The Beatles

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Kurzinfo:

Fir Cone Children's letztjähriges Debüt-Album "Everything is Easy" war eine Ode an die Kindheit: oftmals einfach nur wunderschön, aber manchmal auch ein ziemlich zickiges Biest. Dennoch machte Alexander Leonard Donat den Titel buchstäblich zum Programm. Und nun lässt Donat auf seinem zweiten Werk unter diesem Namen etwa die "Blastbeatles" los? Genau! Auf "The Age of Blastbeatles" treffen locker-unbeschwerte Pop-Melodien auf verzerrte Fuzz-Gitarren und hektische Schlagattacken. Ein Sturmlauf gegen den Stilpurismus und eine Zerreißprobe für Diejenigen, die es lieber unkompliziert mögen. Auch "The Age of Blastbeatles" widmet sich dem Thema Kinder, ohne dabei ein schwülstiges Kinderalbum zu sein. Der eröffnende Titeltrack und das folgende "From Afar" stürmen mit der Ungestümtheit des Post-Punks durch eingängige Melodien. Unter Donats gewohnt zwischen aufgeregt und schwelgerisch pendelnder Stimme brummt, schrammelt und zerrt es gewaltig. "Marsian" ist dann so ein leierndes Stück Dreampop mit unterschwelliger Surfästhetik und "Turn Around" lässt es in ausgelassener Garage-Manier noch einmal ordentlich krachen.
All das wirft Donat grob gestückelt in einen großen Topf und lässt das Ganze unter gelegentlichen Umrühren vor sich hin köcheln, sodass die verschiedenen Zutaten stets erkennbar bleiben. Ein erfahrener Hobbykoch eben, der nicht nur mit der Routine, gefühlt jeden Monat ein neues Release (Leonard Las Vegas, Vlimmer, etc.) zu veröffentlichen, zu Werke geht, sondern vor allem durch die Augen eines aufmerksamen Vaters sieht. Kleine Kinder sind das Beste, was einem passieren kann, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Sie sind aufgeschlossen und stur; neugierig oder lethargisch; quengelig oder einfach bloß süß. Kurzum: Kinder sind unberechenbar. "The Age of Blastbeatles" fängt diese Gemütsschwankungen rigoros ein.
Stream & Buy "The Age of Blastbeatles"

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Samstag, Mai 7

The Fall of Troy - OK LP (Free Download)



Band: The Fall of Troy

Titel/Release: OK/Album (1000x Transculent Gold (1st Press) & 1000x White w/ Gold Splatter Vinyl (2nd Press); Digital)

Label: Big Scary Monsters/DIY

Erscheinungsjahr: 2016

Genre: Post-Hardcore, Progressive, Mathcore

FFO: The Mars Volta, The Blood Brothers, Hella, The Dillinger Escape Plan

Links: Bandpage\\//Facebook\\//Twitter\\//Youtube\\//Myspace\\//Last.fm


Kurzinfo:

Wir hatten es ja schon kurz angesprochen: The Fall of Troy sind zurück! Ein Countdown auf ihrer Bandpage kündigte bereits Wochen zuvor das neue und zeitgleich fünfte Studioalbum der Band aus Mukilteo an. Das ist heutzutage nunmal so In, ergibt in diesem Fall aber durchaus Sinn, denn so hatte jeder ausreichend Zeit, sich darauf vorzubereiten. Als der Countdown, nicht ganz pünktlich, schließlich abgelaufen war, hieß es also schnell sein, um noch eine der auf tausend Stück limitierten Gold-Vinyls abgreifen zu können. Ein paar Stunden später war das Bandkontingent vollkommen ausgeplündert - und ich will gar nicht erst wissen, wieviele Abzocker gleich mal wieder zwei Stück oder mehr bestellt haben, um sie postwendend wieder für das Vierfache feilzubieten.
Egal. Was blieb, überraschte dennoch, denn The Fall of Troy bieten ihr neues Album "OK" außerdem zum kostenlosen Download an, nebst Spenden-Option versteht sich. Ein Geschenk an die treue Hörerschaft, die trotz aller Bandeskapaden und Trennungspause noch immer an ihr festhalten. Klar, Wilco hatten diese Idee schon zuvor, die Foo Fighters auch und Radiohead erst recht. Aber ein Gratis-Reunion-Album? Chapeau, Monsieur Erak, Forsman & Ward, das war so nicht zu erwarten.
Nach Angaben der Band soll "OK" Hoffnung transportieren. Und so kurios es auch klingen mag, unerklärlicher Weise strahlt der überwiegende Teil der zehn Songs genau das aus. Das Erak & Co. eine Pause eingelegt haben und währenddessen wahrscheinlich durch einige Selbstfindungstrips zu wichtigen Erkenntnissen gelangt sind, hört man den wohl dosierten und (extrem) strukturierten Songs irgendwie an. "OK" ist daher in der exakten Schnittmenge zwischen dem progressiven Wahnsinn von "Doppelgänger" und dem mit reichlich Pop-Appeal aufgeweichten "Manipulator" anzusiedeln. Ohne viel Eingewöhnungszeit giftet die Vorab-Single "401k" gleich zu Beginn aus tiefster Kehle, während darunter feucht-fröhliche Gitarren gniedeln, die sich zum Ende hin fast schon psychedelisch ineinander verknoten. Im folgenden "Inside Out" trifft Puciato'sche Geisteskrankheit auf einen schmachtenden Pop-Refrain und "Savior" outet sich auf seiner Weise als Michael Jackson-Gedächtnis-Hymne (#Mcmichael_McJackson??). Soweit, so eindrucksvoll haben sich The Fall of Troy zurück gemeldet. Was folgt, ist allerdings eine allzu sehr routinierte Durststrecke über vier Songs, die im progressiven Bandkosmos gesehen vielleicht etwas belanglos und uninspiriert vor sich hin plätschern. Versteht mich nicht falsch, das ist Jammern auf hohem Niveau. Denn was The Fall of Troy in diesen Songs an technischer Versiertheit und Fingerfertigkeit abliefern, dürfte trotz alledem so manchen Genrevertreter blass aussehen lassen. Mit anderen Worten: die Mittelklassigkeit der Band im Hinblick auf ihr gesamtes Schaffen, spielt sich immer noch im elitären Prog-Bereich ab.
"OK" kann somit sicherlich nicht mit den vorangegangenen drei Alben mithalten. Es zeigt aber eine Band, die wieder zueinander gefunden hat. Die besser mit, als ohne einander kann.



Dienstag, Mai 3

Der Bandcamp-Hardcore Vol.33

kála



Das österreichische Quintett kála hat seit der Veröffentlichung seiner 2014er Debüt-EP "Antithesis" ganz schön hohe Wellen geschlagen. Ein Trend, der wie immer spurlos an mir vorbei gezogen ist, was für uns bei Gerda aber wieder kein Problem ist, da wir kein "zu spät" kennen, solange das Internet nicht vergisst.
kála sind grob im Post-Hardcore anzusiedeln, ist allerdings keine Band, die mit dem Brecheisen voranschreitet. Daher wurde ihr schon recht frühzeitig die Nähe zu "The Wave"-Vertretern wie Touché Amoré, La Dispute oder Pianos Become the Teeth attestiert. Eine Art Melancholie-Core, bei dem unterschwellig melodische Gitarrenteppiche ausgerollt oder in flirrender Ästhetik verglüht werden und somit den heiseren Schreigesang auch immer etwas ausbremsen. Wie gesagt, kála wollen nicht mit dem Kopf durch die Wand - was sie zweifelsohne könnten - , sondern entpuppen sich als ziemlich routinierten Leidenschaftler. Kein Wunder, wurde die Band schließlich aus der Innsbrucker Undergroundszene um Gruppen wie We Put the Fun in Funeral, lilla, Tripsitter und Not to Safe One's Life rekrutiert.
Da ich weder einen itunes-, Spotify- & Co.-Account besitze, kann ich erst einmal nur für "Antithesis" sprechen. Die im letzten Jahr erschienene Folge-EP "Thesis" soll aber auch ganz toll sein, hab ich mir sagen lassen. Blindes Vertrauen...

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DL "Antithesis EP"



Eklat

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Escapado waren vielleicht DIE Band, die den deutschen Post-Hardcore salonfähig machte. Daher war es nicht nur ein Schock für die Band, sondern vor allem auch für die große Anhängerschaft, als Sänger Helge Jensen und Bassist Gunnar Vosgröne (zwischenzeitlich Aushilfs-Cellist bei Tomte, Night In Gale und The Driftwood Fairytales) 2009 ihren Ausstieg bekanntgaben. Auch wenn sie mit ihrer neuen gemeinsamen Folge-Band Grand Griffon in eine andere Richtung ausholten, folgte ihnen der Schatten ihrer Erfolgsband auf Schritt und Tritt. Zumindest seitens der neugierigen als auch skeptischen Hörerschaft. Vielleicht war es einfach noch zu früh. Mittlerweile ist der deutsche Hardcore- und Punkuntergrund gut aufgestellt und vernetzt, Bandhopping und Underground-Supergroups sind keine Seltenheit mehr.
Bei Eklat, ehemals Elektro Klub, kann Jensen nun unbeschwert aufblühen und trifft mit Jan Miesdorf (Gitarrist bei Escapado bis 2005 und zwischenzeitlich bei Simon Glöde untergekommen) schon wieder auf einen alten Bekannten. Auch den Rest der Bande kennt mensch aus weniger oder mehr bekannten Punk- und Hardcore-Combos wie Kratzer, Shitstarter, Resection oder Time Still Sleeping. Mit weniger Post-Hardcore, als vielmehr Post-Punk, reihen sich Eklat nahtlos in die Riege der neuen Hamburger Emo-Post-Punk-Schule um Bands wie Captain PlaneT, Kazimir oder Edgar R. ein. Tolle Melodien, die, bevor es zu eingängig werden könnte, auch mal spontan die Richtung ändern. Und Jensen? Er stellt erneut den Beweis, dass er mehr ist als nur ein leidenschaftlicher Schreihals.
Neben den beiden digitalen Releases, veröffentlichten Eklat eine Split-7" über My Favourite Chords mit den ähnlich veranlagten, mittlerweile aber aufgelösten Yachten.


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La Bella

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Punk Jazz - wieder so ein grob definiertes Subgenre, das oft auch sehr willkürlich auf die jeweiligen, vermeintlichen Vertreter subsumiert wird. Demnach ragt dessen Ausrichtung nicht nur in den FreeJazz á la Naked City hinein, sondern tangiert auch den Grind/Trash-Sektor (The Plot to Blow Up the Eiffel Tower, etc) oder wird eben auf jene Bands abgewälzt, die nicht so recht in eine bestimmte Schublade passen (Stichwort: Nomeansno).
Das kalifornische Quartett La Bella ist eine politisch linksradikal ausgerichtete und in diesem Bereich sehr engagierte Band - die Mitglieder waren nicht nur in Gruppen wie Badmouth oder Wilderness aktiv, sondern sind auch im Bridgetown Collective vertreten und im Coup d'état Zine involviert - , was mensch ihrem wütenden Sound durchaus anhören kann. Vergleiche zu Vertretern der Bay Area um Loma Prieta oder Comadre sind gar nicht so weit daher geholt, kümmerte sich schließlich Jack Shirley um die Aufnahme der beiden Label-Releases "Recomposition" und "Ides". Letzteres verpasste er auch seinen unverwechselbaren, rohen und rauhen DIY-Charme. In diesem Sinne ballern La Bella auf ihrem Longplayer "Ides" acht kompromissbereite Krachattacken runter, mit wütendem und aggressiven Gekeife und schrammeligen Melodien im Hintergrund, was mich irgendwie an die starken Youth Avoiders und deren australisches Pendant Clowns erinnert. Im Gegensatz zu diesen schwingt im radikalen Sound von La Bella aber tatsächlich etwas Flamenco und Latin Music mit, die die Songs in unregelmäßigen Abständen abrupt ausbremsen oder in eine neue Richtung lenken, wie im Opener "Germinal", dem wild-vertrackten "Silver Spool" oder im letzten Drittel von "Wellspring". So, als hätten sich die Gipsy Kings während der Aufnahmesession ins Studio verirrt und versucht dieses irrsinnige Tempo mitzuhalten. Das seichte Geplänkel im Mittelteil von "Trush" oder das frickelige Bassgezupfe in "Subaltern" wirken dann endlich auch wie der versprochene Punk-Jazz-Mix. Es gibt ihn also doch...


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Deluminator

Metalcore und Harry Potter? Passt das zusammen? Passt! Wie ich in einem Between the Lines Zine - Interview (das übrigens von Flo geführt wurde, dem Bassisten der mir sehr sympathischen PW-Truppe extinct!) nachlesen konnte, einigten sich Deluminator bei einem Kumpelsabend auf diesem Bandnamen, wobei die anfangs noch zu viert agierenden Sachsen (mittlerweile sind es fünf) tatsächlich des Öfteren Harry-Potter-Filme in ihr Programm aufnahmen. Das klingt dann schon fast etwas zu niedlich für ein derartig brachiales Musikgenre und eine Band, die ihre ersten beiden EP's "Coronary" und "Enemy of God" betitelt. 
Hinter Deluminator verbergen sich Leute von Vengeance Today und Face Your Pain, die ihr gemeinsames Projekt im Jahr 2014 ins Leben riefen. Dass die Dresdner Band mittlerweile auf über 2300 Fuckbook-Likes zurückblicken kann, dürfte wohl auch ihrem fleißigen Touren zuzuschreiben sein. Gemeinsam mit Dull Eyes, Method of Proof und Lucifer the Lightbearer legten Deluminator nicht nur die Clubs sämtlicher Großstädte hierzulande in Schutt und Asche, sondern auch in Belgien und den Niederlanden. Ab Mai geht's dann auf die große "Built to Kill"-Promotour, ihrem Debüt-Longplayer der über Farewell Records erscheinen wird, wobei sie sich u. A. die Bühne mit Größen wie Napalm Death, Desolated und All For Nothing teilen werden. Ich weiß, das ist jetzt viel Rumpalavere, aber der Werdegang von Deluminator in diesem recht kurzen Zeitraum ist schon beeindruckend.
Musikalisch gibt's, wie eingangs erwähnt, metallischen Hardcore-Punk. Hart groovend, wütend und angepisst. Klar, in Dresden gibt es mittlerweile genügend Gründe, um aus der Haut zu fahren. Deluminator verfallen allerdings nicht in unkontrollierte Raserei. Vielmehr kann mensch hier von einer Grundsolidität sprechen. Die Riffs sitzen und verstehen es, das Gegrowle zusätzlich anzuheizen. Hardcore für's Pit eben, der sich mit treibenden Hooks wie in "Priest" und etwas FreeStyle-Gegniedel in "Foresight", aber auch mit Shoutsupport von Dull Eyes-, Raw Justice- und Harm Done-Mitgliedern, einige Freiheiten gönnt.

DL Enemy of God EP Here, Here & Here

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Anti Hero

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Einfacher machen es einer/m da schon die ebenfalls aus Dresden stammenden Anti Hero, die sowohl vom Namen her als auch musikalisch wesentlich kompromissloser zu Werke gehen. Nach einem Dubcore-Intro, vielleicht die letzten elektronischen Überreste ihrer zuvor erschienenen "8-Bit" EP, kennt ihre Quasi-Debüt-EP "Bewildered Minds & Beaten Bodies" nämlich nur eine Tonart - kräftiges Geshoute und Gegrowle. Untemauert von einem satten, zusammengeschweißten Sound aus melodischen Gitarren, groovenden Bassläufen und rhythmischen Schlagattacken, der nur wenig Ecken und Kanten offenbart. Sicherlich kann mensch den treibenden Songs "Symmetry" und "Foxhound" inmitten des Metalcoregedresches auch etwas Hardcore-Punk-Mentalität zusprechen. Wie oben bereits erwähnt, ist es vielleicht in keiner anderen Stadt wichtiger Farbe zu bekennen, als in Dresden. Ansonsten liefert uns das Quartett altbewährte Genrekost, was nicht zwangsläufig negativ gemeint sein muss. Im Gegenteil. Was die Band in Eigenregie und mit Hilfe von Freunden - sowohl die soundtechnische Leistung von Julian Küchler (Nothink[g]) als auch das klasse Artwork von Franziska Glückstein - hier abliefert, ist schon bemerkenswert. D.I.Y. or DIE.


Buy Digipak-CD & Merch via PM on Facebook or Mail to: antiherohardcore@gmail.com


Chiefland


Es macht immer einen guten Eindruck, wenn man als Band offen mit seinen Einflüssen umgeht. So wird hinterrücks wenigstens weniger getuschelt und als geneigte/r Hörer/in weiß man gleich, worauf man sich da einlässt. Im Falle von Chiefland sind das konkret Touché Amoré, La Dispute und Defeater. Was geboten wird ist also "The Wave"-angelehnter Post-Hardcore. Schon wieder?! Stimmt. Wer der Debüt-EP der Underground-Newcomer trotz aller Vorurteile dennoch ein Ohr leiht, wird schnell feststellen, dass sich wohl kaum ein qualitativer Unterschied zu ihren amerikanischen Vorbildern ausmachen lässt. Das Quartett um HaJo Particke, Chris Erdmann, Niklas Koch und Corwin Sandiford hat sich schließlich schon frühzeitig in der Göttinger Szene in diversen Gruppen wie Your Last Word, Peanut Gallery oder No Need For Silence ausprobiert und für den Mix und das Mastering von "To Part Means to Die a Little" Kontakte zu Lewis Johns (u. A. More Than Life, Gnarwolves, Rolo Tomassi) knüpfen können. Kein Wunder also, dass Chiefland ihr Debüt mit der Routine von Hardcore-Veteranen meistern. Spannende als auch melancholische Melodiebögen, flirrende Post-Rock-Ästhetik, dosiertes Riffing und Geschreie, dass authentisch statt theatralisch wirkt.
"To Part Means to Die a Little" erscheint als Vinyl-looking CD im Hochglanzpappschuber mit Fold-Out-Lyricsheet in Eigenregie der Band. Vorerst...




Death of Youth


Die Tatsache, dass von der limitierten Pre-Order-Variante des transparenten, gelb-rot-gesplattertem Vinyls inkl. T-Shirt & Siebdruck-Poster (30 St.) bis hin zur Standard-Black-Vinyl (400 St.), noch alle Kaufoptionen über Narshardaa.Records verfügbar sind, lässt mich vermuten, dass der Verkauf von Death of Youth's ersten Longplayer nur spärlich voran schreitet. Schade, denn das zwischen Mainz, Dortmund, Bonn und Berlin pendelnde Quartett bietet nicht den stumpfen Hardcore-Punk, den sein Name vermuten lässt. Klar, ein Opener wie "55116" ist in seinem Vokabular stark begrenzt, genauso wie das herrlich 80er-Jahre-mäßig roh-rumpelnde "Angst". Im Gegensatz zu vielen ihrer Genrekollegen ist der Sound von Death of Youth aber nur schwer ohne Umschweife auf den Punkt zu bringen. Düster-Hardcore-Punk wie in "Scheitern" steht genauso auf dem Programmzettel, wie derber Crust in "Kaputt" und "Eine Jugend..." und schleppender ("Viva Hate") oder zerfahrener Noise ("Scheitern"). Wiedererkennungswert statt Quantität.

DL "Death of Youth" LP Here & Here

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Piri Reis

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"Spit it out, Spit it out", bekommt der Hörer gleich zu Beginn des Openers "First There Was Ophera, Masquerade" die volle Breitseite der Screamoviolence-Band aus Sha Alam, Malaysia vor den Latz geknallt und wird sogleich mit einem tollen Riff in ihren Bann gezogen. Es sind diese ersten zehn Sekunden, in denen mensch sofort weiß, ob er/sie hier seine/ihre neue Lieblingsband gefunden hat oder ob mensch prinzipiell mit derartigen Krachorkanen nichts anfangen kann. Äußerst treffend ist auch das Kinderlied(??)-Sample am Ende des Songs, in dem ein kleines Mädchen melancholisch-schaurig den Song ausklingen lässt und den folgenden "The Padang Jawa Virgin Vigilante" einleitet. Hier zeigen Piri Reis, der Band um Utarid-/Kias Fansuri-Schreihals sowie Utarid Tapes-Kopf Arwith und einigen Yong Belar-Mitgliedern, dass sie nicht nur gut im Instrumentenschreddern sind, sondern auch durchaus ein feines Händchen für seichtere Passagen besitzen. Den krönenden Abschluss liefert allerdings der Closer "When Life Hand you Grenade", der auch auf der Split-10" zu finden ist. Ein Song, der nochmals sämtliche Wut und Verzweiflung bündelt und buchstäblich mit Pauken und Trompeten aus sich hinaus bläst und schlussendlich mit einem leidenschaftlichen Ausschnitt aus Rafeef Ziadah's "We teach life, sir" einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Zum Heulen schön, leider im wahrsten Sinne.

DL Demo

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In der Kürze liegt die Würze


Kalkavé

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Dass aus der Asche ehemaliger Willy Fog irgendwann wieder neue Formationen auferstehen würden, war absehbar. Mit Kalkavé haben sich nun gleich drei ehemalige Mitglieder der einstigen Post-Punk-Hardcore-Gruppe wieder zusammengerauft. Den ersten Eindruck vermitteln derzeit zwei Songs auf Bandcamp. Diese scheinen sich mehr im ausladend-plänkelnden wie melodischen Screamo auszubreiten, als im Post-Hardcore. Als erstes Release kündigte die Band bereits ein 5-Song-Tape an, das innerhalb der nächsten paar Jahre erscheinen soll....

DL Two Songs


Farben/Schwarz

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Na wenn das nicht nach einer neuen Welle klingt... . Marathonmann samt kleiner Bruder Naechte und viele mehr haben es bereits angekündigt: der Millenium-Post-Hardcore/Emocore hat nun auch wieder Germoney erreicht. Das Hamburger Quartett Farben/Schwarz um ehemalige Kju:-Mitglieder, verbindet nach eigener Interpretation Alternative, Grunge, Post-Hardcore und Punk. Klingt nach viel gewollt, findet allerdings recht unkompliziert und eingängig den Weg ins Ohr. Keine Ecken und Kanten, an denen mensch hängen bleiben könnte, stets melodisch und mit leidenschaftlich-melancholischen Gesang. Wer an einem sympathischen Flashback an 00er-Bands wie Thrice, Thursday oder Funeral for a Friend interessiert ist, kann Farben/Schwarz's Debüt-EP "EINS" (Digital-Release über Sportklub Rotter Damm) gerne als Einstieg nutzen.

Stream & Buy Digitally "EINS" EP

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NŌSIYAH

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Von den Alternative-Indie-Post-Rock-Gazern A Tired Day's Night hat mensch nun auch schon eine Weile nichts mehr gehört. Auflösung? Nein, aber mit NŌSIYAH haben sich 3/4tel der Band inzwischen im Post-Hardcore die Zeit vertrieben. Scheinbar sind die Songs ihrer Debüt-EP "Schemes" bereits im Kasten, auf Bandcamp und Youtube allerdings vorerst nur zu einem drei-minütigen Snippet zusammengefasst. Was uns also genau erwartet, lässt sich anhand der Songfetzen nur erahnen. Auf jeden Fall scheinen ruhige Momente eine ebenso wichtige Rolle zu spielen, wie wütende und aufgewühlte Passagen.
Um der Hörerschaft auch die Möglichkeit zu bieten, "Schemes" auf Vinyl zu ergattern, hat die Band auf ihrer Seite eine Umfrage gestartet, um das Interesse an einem derartigen Release auszukundschaften. Wer sich angesprochen fühlt, kann noch bis zum 06. Mai ein Angebot hinterlassen.

Schemes EP Snippet

Bigcartel

Auf zum Quasi-Crowdfunding der Band


Figur & Grund

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Figur & Grund ist das Solo-Projekt vom ehemaligen Surmoi-Drummer Simon, der die Band im März 2015 aus beruflichen Gründen verließ. Was auch immer der gute Mann für Arbeiten zu verrichten hat, es scheint ihn nicht vollkommen auszulasten, denn auf seinem selbstbetiteltem Debüt-Release zeichnet er sich für das Schlagzeug, die Gitarre und das Geschrei allein verantwortlich. Und auch, wenn er uns bereits mit Surmoi nicht gerade ohrumschmeichelnde Pop-Hymnen servierte, sind die drei Songs seines Solo-Debüts ganz schön roh-scheppernde und zähe Screamo-Noise-Brocken. Für eine kleine Stückzahl an selbstgebastelten CDr's war schließlich auch noch Zeit.

DL & Buy CDr S/T EP

Freitag, April 29

Video Kills the Radio Star Vol.1

The Fall of Troy


Da hatten uns die drei Jungs aus Mukilteo, Washington einen ganz schön großen Schrecken eingejagt, als sie 2010, kurz nach der Veröffentlichung ihres bis dato letzten Albums "In the Unlikely Event", unerwartet ihr Aus bekanntgaben. Und noch lange Zeit danach, sah es tatsächlich danach aus, als würden sie es ernst damit meinen. Vaporwaver und Electro-Punk Tim Ward (Bass) war ohnehin schon frühzeitig von Bord gegangen und probierte sich allein oder zu zweit mit Messed Up Coyote und den Trash Kids aus; Drummer Andrew Forsman begab sich mit seinen The Monday Mornings im Indie-Pop auf die Suche nach Erleuchtung; einzig Schreihals und Gitarrist Thomas Erak konnte mit seiner neuen Band Just Like Vinyl und seinem Gastspiel bei Chiodos nicht die Finger vom progressiven Hardcore lassen.
Nicht ganz zufällig liefen sich die drei immer mal wieder bei ihren neuen Projekten über den Weg, bis sie sich im Jahr 2014 wieder häufiger zusammen im heimischen Proberaum trafen und fortan ausverkaufte Konzerte in ganz Amerika absolvierten. Und nicht nur zuletzt der Countdown auf ihrer Homepage, sondern auch der erste Vorbote "401k" zu ihrem neuen Album zeigen, dass sich nach fast sieben Jahren an der Grundeinstellung von The Fall of Troy noch immer nichts gerändert hat.



Brutale Gruppe 5000


Hamburg's heftigste Laserpunx Brutale Gruppe 5000 haben bereits vor den Single-Auskopplungen "Verrückte Viecher aus dem Weltall greifen an" und "Ich will keine Blume sein (Verdammt!)" ihr Debüt-Hit-Album "Zukunftsmaschine II" angekündigt, worauf das Millionenpublikum bislang leider immer noch warten muss. Da kann uns die Band aus dem Uga-Uga-Umfeld noch so sehr mit dem Stajner Youth-Samplerbeitrag "Dinosaurs Will Die" und ihrem Sensationshit "Fabian" hinhalten, für dessen offiziellen und professionellen MTV-Clip die vier keine Kosten und Mühen gescheut haben und sich in einer Telefonzelle einquartierten (vorbildlich mit dem schriftlichen Einverständnis der Telekom, nehme ich mal an) - es ändert nichts daran, dass ihr endlich mal aus dem Knick kommen sollt, OK?!



fljora


Da tut sich was in letzter Zeit auf dem Frankfurter/Bremer Label mum says; be pollite rec.. Nachdem bereits zuvor zwei Manku Kapak-EP's post mortem veröffentlicht wurden, könnten sich schon bald zwei neue Bands auf dem Label outen. Bei beiden hat wohl Tausendsassa und Pianist Hauke Henkel seine Finger im Spiel. Zum einen wäre da das ungoogelbare Post-Rock-Quartett 勢い, das sein Debüt allerdings auf der eigenen Bandpage vertreibt (HIER), und zum anderen eben fljora, die anfang des Jahres den Song "wenn es doch so einfach wäre..." als Vorboten ihrer Debüt-EP ins rennen schickten. Das Frankfurter/Bremer Duo scheint kein gutes Haar an der gegenwärtigen global-gesellschaftlichen Situation zu lassen und fordert nichts geringeres als Rebellion. Und die soll schließlich keinen Spaß machen, sondern wehtun. Was bietet sich dafür also besseres an, als düster-aggressiver, zweischreiiger Post-Hardcore-Punk mit monoton-morbider Pianountermalung?!



Kvelertak



Das die norwegischen Metal-Punk'n'Roller Kvelertak im Mai diesen Jahres ihr drittes Studioalbum veröffentlichen, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Den Anheizer für "Nattesferd" mimt der Song "1985", ein vergleichsweise ziemlich harmloses Stück Retro-Hardrock zwischen Motörhead und Queen. Um ehrlich zu sein, für mich kein Anreiz, fast 34,- EUR für das Pre-Order-Vinyl auszugeben. Allerdings wird die Band auch ganz gut ohne mich auskommen, schließlich spielen Kvelertak mittlerweile in ihrer eigenen Liga.



John Congleton & The Nighty Nite


Ich weiß nicht, ob es noch Sinn macht, auf ein The pAper chAse-Comeback und somit auf eine Fortsetzung von "Someday This Could All Be Yours Vol.1" zu hoffen. Muss mensch vielleicht auch gar nicht, denn glücklicher Weise ist TPP-Mastermind und Produzent John Congleton in der Zwischenzeit nicht ganz untätig gewesen und veröffentlichte jüngst das zweite Werk seiner alten Liebe The Nighty Nite. Die darauf enthaltenen zehn Songs erscheinen im ersten Moment zwar weniger krachig, stehen aber dennoch an der Seite von TPP auf Kriegsfuß mit dem Mainstream und sühlen sich in einer ausgelassenen Morbidität. "Until the Horror Goes" kann HIER, HIER, HIER oder HIER bestellt werden.

Montag, April 25

Platte des Monats 04/2016: Soldat Hans - Dress Rehearsal LP



Band: Soldat Hans

Titel/Release: Dress Rehearsal (CD und 2xLP in Stofftasche auf Anfrage bei der Band)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2014

Genre: Progressive Folk(core), Post-Rock, Doom, Jazz, Downtempo

FFO: The Pax Cecilia, fire walk with me!, Bohren und der Club of Gore, Gris Gris, tesa

Links: Bandpage\\//Facebook\\//Soundcloud\\//Youtube\\//Last.fm



Kurzinfo:

Glücklicher Weise haben wir hier bei Gerda nicht zwangsläufig den Anspruch immer auf den neuesten Stand zu sein. Deshalb können wir auch ganz unverfroren ein Release aus dem Jahr 2014 zur Platte des Monats April 2016 krönen.
Die Schweizer Band Soldat Hans ist seit 2013 aktiv und veröffentlichte ein Jahr später ihren Debüt- und bislang einzigen Longplayer "Dress Rehearsal". Ein Album, dass sich in seiner Komplexität und Intensität nur schwer vergleichen und in Worte fassen lässt. Auch die Band selbst stiftet mit ihrem Versuch "downtempo.jazz.folk.songwriter.doom" wohl eher Verunsicherung beim Hörer, was sich aber konsequenter Weise mit dem "Experimental-Jazz-Post-Stoner-Rock" der ehemaligen Band Verwaltzen von Gitarrist/Sänger Omar Hetata und Drummer Justin Harrison deckt. Letzt genannter spielte auch in der "Heavy-Petting Schäbi Metal Pop"-Band Tabe & Garriss. Ihr merkt, im Schweizer Ländle geht also der Freigeist um - oder einfach bloß ein paar Bands, die irrsinnig viel Spaß daran haben, sich bekloppte Bezeichnungen zu geben.
Auf Soldat Hans trifft eindeutig ersteres zu. Das Quintett + Sebastian Koelmann (u. A. Sebass) liegt mit seiner Bezeichnung auch gar nicht so verkehrt, nur, dass sich in ihrem Sound noch eine Menge anderes Zeug versteckt. "Meine Liebste; Sie zerbricht sich", der Opener, ist ein über 15-minütiges Epos, das sich mit ambienten Trompetenklängen und Keys nur bedächtig-schleppend in den Wahnsinn hineinsteigert, bis schließlich markerschütterndes Geschrei jedweilige Harmonie regelrecht wegfegt und schlussendlich fast schon in Muse'schen Falsett ausklingt. Das Schöne an derartig ausladenden Soundscapes ist, dass mensch nicht einmal zwangsläufig mit den Stücken von Mahler und Schubert vertraut sein muss, von denen einige Songs auf "Dress Rehearsal" inspiriert sind. Manchen reicht vielleicht schon ein zurückliegender Besuch der Stadt Winterthur aus, eine malerische Kulisse samt rundum liegenden, mystisch behangenen Bergen. Andere wollen vielleicht gar keine Vorgaben und kreieren sich stattdessen lieber ihr eigenes trügerisches und düsteres Szenario. Eine satanische Friedhofsmesse in etwa, die erst den Fürsten der Finsterniss herauf beschwört, urplötzlich von einer Horde Hippies gestürmt wird und in eine frivole Orgie umschlägt. Der imaginären Malerei sind in diesem Sinne auf "Dress Rehearsal" keine Grenzen gesetzt. So pendelt der Closer "Liefdesgrot" zwischen kauzigen Barjazz und monoton-hypnotischen Ufo-Geheule und findet ebenfalls erst jenseits der Zehn-Minuten-Grenzen zu einem homogenen Finale.
"Dress Rehearsal" ist der experimentelle und nostalgische Soundtrack zu cineastischem Retro-Trash und darüber hinaus ein Stück moderne Musikkunst, die mensch in dieser Form heutzutage wohl nicht mehr all zu oft antreffen wird.

DL Dress Rehearsal

Buy CD or Vinyl via Facebook or Mail to: band@soldat­hans.org

Mittwoch, April 20

Solid Ground - This World Keeps Spinning Without You [Tape]



Wenn die Blogger-Kollegen in letzter Zeit immer wieder einen Ausflug in die ländlichen und trüben Untiefen des Landes machen, dann reise ich mal in den musikalischen Scheintod - Die Schweiz. Und tatsächlich fand ich hier eine nette Hardcore-Punk-Band der 00er Jahre. SOLID GROUND spiel(t)en schnellen, expressiven Straight Edge irgendwo zwischen Killing Time und Judge, der knallhart und echt ist. Möglicherweise hat man es erstmals geschafft die Schweiz wortwörtlich ins Schwitzen zu bringen, denn mit dieser Form der Musik hielt sich die Band-Landschaft dort bislang sehr bedeckt. Doch mit ihrer selbst produzierten Demo-EP und dem dann beim deutschen Label Let It Burn Rec. veröffentlichten Album "Can't Stop Now", sorgten Solid Ground für einige, noch heute existenten, Trittbrettbands. Zwar ist die Band jetzt schon 6 Jahre lang nicht mehr in dieser Formation aktiv, aber für ein eigenes Tribute-Reissue musste es im Dezember '15 noch reichen.
Dafür schnappte man sich die Abschieds-EP zu derer physischen Veröffentlichung es leider nie kam. Vier Songs, alle gefüllt mit der traditionellen Peace-&-Freedom-Attitüde gepaart mit Hass und "In-Die-Fresse" finden nun über Take It Back Rec. den Weg ins Kassettendeck. Dank der Tape-typischen Bandsättigung, klingt die Band sogar noch echter und dynamischer, was den Sound viel authentischer macht als so'n schnöder Download.
Ein Schmuckstück also für jenen, der mit dieser Szene groß geworden ist.


Erhältlich ist das Teil jetzt für schlappe 5€ in den Stores von Take It Back Rec. und Last Exit Music oder digital noch günstiger auf dem Bandcamp des Labels.

Übrigens sind die Bandmitglieder immer noch in den Bands Animal Instinct, Beggars & Gentry und Fall Apart aktiv, die allesamt was geiles bei Take It Back Rec. releasten. Wer Hardcore feiert, sollte das alles unbedingt mal auschecken.

Bandcamp @ Take It Back Rec.
Bigcartel @ Take It Back Rec.

Montag, April 18

Wiederhören: Mansun - Six



Im Vereinten Königreich scheint im musikalischen Sinne alles erlaubt zu sein, solange es nicht die Poptauglichkeit untergräbt. Die Rede ist vom Britpop, der seine Inspiration aus vergangenen Rock- und Pop-Größen wie The Beatles, The Rolling Stones und The Kinks zog und von Vertretern wie Oasis, Suede oder Radiohead in die Radiosender sämtlicher Kontinente getragen wurde.
Als Mansun 1997 mit ihrem Debüt-Album "Attack of the Grey Lantern" sogar die zu dieser Zeit als unantastbar geltenden Blur vom Chart-Thron stürzten und die Britpop-Hörerschaft zudem nach Veränderungen lechzte, schienen die Sterne für die vier Newcomer aus Chester gerade richtig zu stehen. Somit war es nicht verwunderlich, dass die Band nur anderthalb Jahre nach dem nationalen Erfolg ihres Debüts mit ihrem zweiten Album "Six" nachlegten. Und auch, wenn sich Mansun darauf zwar nicht um 180° drehten, zeigte es dennoch eine Band, die wesentlich mehr zu bieten hatte, als der verwöhnten Hörerschaft ohrumschmeichelnde Pop-Hymnen zu servieren. Doch spätestens als diese merkte, dass nicht nur an den für's Radio zurechtgeschnittenen Single-Auskopplungen zu "Negative", "Legacy", "Being a Girl" und "Six", sondern vor allem am gesamten Album ein konzeptionell-umfangreicher und ein für dieses Genre recht unkonventioneller Rattenschwanz hing, verflachte die Euphorie um die Band zunehmendst. Verdammt schade, denn Mansun hätten im monotonen Pop-Olymp durchaus etwas bewegen können, letztendlich war es dann aber vielleicht doch etwas zu viel Kreativität für den Mainstream und die Leute einfach noch nicht bereit dafür.
"Six" ist weder Rohkost noch Fast Food, sondern ein hübsch garnierter Eintopf, der einem nicht zwangsläufig schwer im Magen liegen muss. Es verlangt dem Hörer allerdings ein hohes Maß an Aufmerksamkeit ab und sollte nicht gierig verschlungen werden, sonst könnte mensch vielleicht schnell den Appetit daran verlieren. Das zeigt sich bereits beim Cover-Artwork, das statt der üblichen Bandposen viele Details immer wiederkehrender Albumthemen versteckt hält, wie Winnie Puuh, die Tardis oder der Dianetik. Vor allem aus Songs wie die o. g. Singles, hätten Britpop-Chartstürmer wie JJ72, Kaiser Chiefs oder Maximo Park sicherlich Nr.-1-Hits gemacht. Mansun hatten ohne Zweifel ein feines Gespür für massentaugliche Melodien, waren letztendlich aber nicht darum bedacht, die Albumseele zum Preis der gesellschaftlichen Homogenität zu verkaufen. Immer wieder entgleiten die Songs in psychedelische, progressive oder elektronisch-spacige Sphären, schlagen Haken oder setzen einen unerwarteten Break. Der tolle Opener "Six", das frivole aber hart betitelte "Shotgun" oder das Tschaikowsky aufsaugende "Fallout" klingen stellenweise gar wie unentschlossene Sprünge durch die Radiofrequenzen.
Ich will's mal so formulieren: wenn die Visions Biffy Clyro's "Infinity Land" zu einer "neuen Dimension des Emocores" erklären durfte, will ich mir mal anmaßen und behaupten, dass Mansun 1998 mit "Six" die Tür zu einer neuen Britpop-Dimension aufgestoßen haben.

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Stream

Youtube Album Playlist

Montag, April 11

Die Realität muss sterben, damit wir leben können [Sampler]



Stell dir vor. 1981 polarisierte die bekannteste Punkband Deutschlands mit dem Song und den Worten "Deutschland musst sterben, damit wir leben können" und revolutionierte damit den pöbelnden Straßenpunk. 35 Jahre später schreit Deutschland wieder auf wie zuletzt 33, islamistische Terrorgruppen bedrohen die ganze Welt, Russland hasst Schwule, die USA verunsichert mit widerlichen Präsidentschaftswahlen und selbst in der Türkei zieht der Faschismus ein. Unter dem Dach des Labels Stajner Youth Entertainment besteht Einigkeit - Es ist längst nicht mehr allein Deutschland, sondern die Realität, die sterben muss. Also genießt mit uns diesen Sampler, der 34 Bands aus sämtlichen Punk-Sparten bereithält.

Darauf enthalten sind neben zahlreichen Bands, die wir bereits besprochen haben (FuckFx, Dv Hvnd, Bijou Igitt, Die Shitlers oder Notgemeinschaft Peter Pan), großartige Vertreter des autonomen Untergrunds.

Der Silberling bietet eine gelungene Mischung aus strengem Polit-Punk und nicht ganz so ernst zu nehmendem Spaßpunk. Eben lachen die Synthie-Punks von Brutale Gruppe 5000 noch Dinos aus, wird bei Contra Real schon wieder fleißig No Border, No Nation gerufen. So zieht es sich durch die ganze Scheibe. Und selbst bei den fremdsprachigen Punkrock-Truppen macht es einfach nur Laune zuzuhören und anschließend Kartoffeln zu stampfen. Hier hat man nicht nur bei der Band/Song-Auswahl alles richtig gemacht, sondern auch bei der Track-Order. Das gute Stück kostet gerade mal nen 5er und kann per Mail oder Facebook bestellt werden. Bei dem guten Preis können zwar leider keine Hilfsorganisationen unterstützt werden (wie beim zuletzt veröffentlichten Refugees Welcome Sampler von Springstoff [gutes Teil!]), aber dafür fühlt man sich beim Hören der sterbenden Realität richtig wohl. Keine Depressionen nach den Hass-Lieder, weil dann gleich wieder gute Laune folgt. Alles richtig gemacht! Hier mal die Tracklist und anschließend nochmal die Kaufdetails:

01. Ein gutes Pferd - Empire
02. FuckFX - Kleiner Finger
03. Gesamtscheiße: Scheiße - They Saved Hoffmanns Cock
04. Beate X Ouzo - Beatrix vs Transphobers
05. Brutale Gruppe 5000 - Dinosaurs Will Die
06. Saucesce - Bal Vampira
07. Mufasa Ozora - Frau Wolle
08. Gasvogel - Kopfkino
09. Pascow - Lettre Noir
10. Contra Real - Strandgut
11. Rampage Kids - Bauern gegen Mauern
12. Olde Pine - Delgrengo's
13. Neon Bone - Rock'n'Roll Heart
14. Nitro Injekzia - Bez Tormozov
15. Trümmerratten - Deutschland raus
16. Oi!tercreme - Von einem, der auszog, Flensburg zu verlassen
17. Dv Hvnd - Restlos unterwältigt
18. Kezza - Drowning
19. Vladimir Harkonnen - Ticking Bomb Scenario
20. Kannibal Krach - Abiturensohn
21. Schrappmesser - Auf alles reimt sich saufen, zum Beispiel auf Bier
22. Bijou Igitt - Fallobst
23. Micha Benjamin - Kein Bock auf kein Bock
24. Loser Youth - Astro Punks Fuck Off
25. Notgemeinschaft Peter Pan - Die Zigarettenautomatin
26. PaddelnOhneKanu - Pop Anamur
27. LZA - Weltuntergang
28. Kommando Petermann - Die Briefe meiner Freundin
29. Turtle Rage - Work Sucks!
30. Always Wanted War - Jetsetpunx
31. Offensywa - Na zdrowie
32. Die Shitlers - Jede Stadt (hat die Punksbands, die sie verdient)
33. Kavalierstart - Kavalierstart
34. E-Aldi - Punk lebt weiter

Bestellen könnt ihr also per Mail: info[at]stajner-youth-entertainment.de
oder per PN auf dem Stajner-Youth-Facebook.

FUCK
RLTY

Freitag, April 8

Alles.Scheiße - Frei.Wild ist scheiße [Video]



Deutschland scheiße, Frei.Wild scheiße, Alles.Scheiße. Die Band hält was ihr Name verspricht und knüppelt gegen alles und jeden, der faschistoide Tendenzen aufweist. Anlässlich der gestrigen ECHO-Verleihung hat die Band eben mal einen Song auf Youtube getarnt und hofft damit bald ganz oben bei der Suche nach der Blut-und-Boden-Scheisz-Band Frei.Wild. Ihr wollt helfen? Dann schickt das Video an alle eure Freunde und Nicht-Freunde und schaut es euch eine Millionen Mal an:




Was die selbsternannten Attentäter-Poppunks noch so zu bieten
haben, könnt ihr euch auf Spotify und Bandcamp kostenlos geben:

Spotify
Bandcamp
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Jahres-Sampler