Donnerstag, Oktober 25

||\\//|| Mauro Pawlowski ||\\//||



Wenn von "Genie und Wahnsinn" die Rede ist, dann nur um klar zu machen, dass es auch immer eine Kehrseite der Medaille gibt. Im Falle des belgischen Gitarristen und Songwriters Mauro Pawlowski stellt sich zunächst die Frage, wo hört sein Genie auf und wo fängt der Wahnsinn an? Im Grunde ähnelt sein Werdegang dem eines Mike Patton. Dieser schaffte es immerhin seine eingeschworene Faith-No-More-Fangemeinschaft mit seinen Nebenbands Tomahawk, Fantomas, Maldoror und seinen experimentellen Soloprojekten dermaßen zu verunsichern, dass sich viele von ihnen empört seiner Person abwendeten. Wer Pawlowski bisher noch nicht über die Grenzen hinaus seiner wohl bekanntesten und zugänglichsten Band dEUS verfolgt hat, braucht hier eigentlich gar nicht weiter zu lesen, denn strukturierter und eingängiger wird es im Folgenden nicht mehr werden. Selbst dEUS einem eindeutigen Genre zuzuordnen dürfte schon schwierig genug sein, da diese stets ihren Stil mit ihrem nächst folgenden Album änderten. Wessen Toleranzgrenze damit bereits erreicht ist, kann Pawlowski's 90ger-Phase getrost überspringen. Mit seinen ersten beiden Bands bließ er zum Angriff gegen den Indie-Pop, ganz im Stile einstiger Cap'n Jazz. In fast schon masochistischer Art und Weise, verstümmelte er seinen Indie-Rock bis zur Unkenntlichkeit, fütterte ihn zusätzlich mit zahlreichen Einflüssen aus anderen Genres. Bei den Evil Superstars reichte dies vom Hardrock- über Country-, bis hin zum Klassiksong, versteckte inmitten des Geschrammels auch gerne mal eine Pianoballade oder kleine Indieperlen. Mit Mitsoobishy Jacson erweiterte Pawlowski dann sein unersättliches Spektrum um Alternative, Swing und sprödes Singer-/Songwritertum. Sein Faible für Jazz entdeckte er während seiner Aushilfsjahre bei den jazzigen Indierockern Kiss My Jazz, welches er schließlich später bei Monguito und im experimentellen Free-Jazz-Avantgarde-Whatever-Projekt Othin Spake's, in dem er u. A. auf Teun Verbruggen (Jef Neve Trio, Flat Earth Society,..) und Trevor Dunn (Mr. Bungle, Fantomas,..) traf, ausleben durfte. Mit Somnabula, um die er eine eigens kreierte Legende erschuf, und Shadowgraphic City nahm dann erstmalig der Elektro Einfluss auf seine Musik. Ach ja, psychedelisch ging er dann mit Parallels zu Werke, welche aufgrund der Ähnlichkeit zur später gegründeten UK-Band The Parallels, nach zwei Releases ihren Namen in The Archetypes of the Multisabanas änderten. Erst mit der Gründung der Love Substitutes im Jahr 2004 näherte er sich dann auch mal bekannteren Hörgewohnheiten. Bis zu diesem Tage können 124 Projekte gezählt werden, an denen Pawlowski aktiv beteiligt war, darunter die Alternative-Noisepop-Gang Sukilove und die No-Wave-Formation Radical Slave.
Liest sich alles vielleicht etwas ermüdend, aber ich finde es sehr beeindruckend, wie viele Freiheiten man in der Musik ausleben kann. Soll für einen kurzen Überblick reichen. Unten findet ihr einige Live-Mitschnitte und Demos seiner vielleicht wichtigsten Projekte.


1. Meet Me On The Moon (live at Ratan, 2003)
2. Your So Vain - Carly Simon (live at Ratan, 2003)
3. Babouschka (live Geletterde Mensen, Berchem 2004)


Live:
Slow & The Architect - Dornroosje, Nijmegen 08.04.2008

Download some more dEUS-Music via Hotellounge (Live in Barcelona, Acoustic, Demo)

Demos:

Evil Superstars: Facebook//Myspace//Bio by Mauro

Live at Huxley's, Berlin 1996
1. Intro
3. Scratch

Live at Werchter, 1998

Mitsoobishy Jacson: Facebook//Myspace//

Live at Viva Velinx, Tongeren 1999

The Love Substitutes: Bandpage//Facebook//

Live in JH Jokot, Nil 2005
5. Improv

Shadowgraphic City: Last.fm//

Live at Bourla, Antwerpen 2003

Somnabula: hxcmusic//Last.fm

Live at Athanor, Brüssel 2003
6. Lady is a Punisher (live Pekfabriek, Bourgerhout 2003)

Mauro Pawlowski and the Grooms: Facebook//Last.fm//

Live Recording of De Nachten

Monguito: Bandpage//

1 Kommentare:

  1. hi,
    also eigentlich hab ich geschrieben, dass pawlowski aktiv bei sukilove beteiligt war. ein ständiges mitglied war er nicht, das stimmt. aber soweit ich weiß, war er mindestens am s/t-album als gast-gitarrist beteiligt - laut booklet. grüsze crusty

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