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Samstag, April 13

Die Bandcamp-Punks Vol. 32

Krank - Heizungskeller Demo EP


Bereits vor der "Mausetot EP" war klar, dass das seit Gründung ohnehin sehr aufgelockerte Bandkonstrukt hinter Krank allmählich anfängt zu zerbröseln. Und so sind auf der "Heizungskeller Demo EP" von ursprünglich vier Fest- und sechs Teilzeitangestellten eben nur noch zwei übrig geblieben. Somit gehen Ol' Dirty Stulle und Tausendsassa Joao Azevedo (u. A. AAS, As A Dagger, Raiva), ob bewusst oder aus der Not heraus, eben den Schritt zurück zu den Wurzeln. Das "Heizungskeller Demo" besticht vor allem durch seine Roughness, womit der Sound der Hamburger Band ein Stück weit weg vom eigens kreierten Stil Krankpunk hin zum Hardcore-Punk rückt, was dem angepissten Kreischgesang und den zynischen Lyrics durchaus gut zu Gesichte steht. Songs wie der Opener, "Flaggen auf Balkonien", "Hexenjagd" oder "David und Gomorrha" preschen irgendwo zwischen kratziger Proberraum- und chaotischer Garagenästhetik hin und her, während "Haller Wolf", das aggressiv-treibende "Acheron" oder "Stehende Ovationen" durchaus melodische Aspekte in den Vordergrund heben. Alles in Allem speit das Duo mit ihren neun Demo-Songs aber eine Menge Wut und Rotz aus, die auch als Antithese gegen den ganzen aufpolierten und kommerziellen Mainstream-Müll verstanden werden kann, der sich da Hardcore-Punk schimpft.



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No Sugar - Wasting Time w/ Rock'n'Roll

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Der vielfältige Norden Deutschlands hat in den letzten Jahrzehnten sicherlich einige musikalische Meilensteine gesetzt, angefangen von der altehrwürdigen Hamburger Schule, über die Northcore-Bewegung, bis hin zum massentauglichen Post-Punk aus Flensburg. Auf der Suche nach Pop-Punk wurde ich zumeist eher im Westen oder Süden fündig, was sich mit dem Debüt-Release der Band No Sugar nun aber ändern sollte. Was, bitte schön, ist das denn für ein Debüt?! Weit weg von der nordischen Sperrigkeit und hin zum infizierenden Gute-Laune-3-Akkorde-Punk'n'Roll, der mit dem Opener "Peanut Butter Sandwich" auch gleich mal sämtliche Berührungsängste unter viel ausgelassener Spielfreude begräbt. Im folgenden "Wasting Time" gesellt sich zur melodischen Eingängigkeit noch etwas Midwest-Melancholie, während "People Like You" wesentlich schrammeliger durch die Garage fegt. 
Entgegen dem Bandnamen, ist "Wasting Time w/ Rock'n'Roll" eine recht harmonische und zugängliche EP geworden, die von ehemaligen Stumbling Pins-, No Weather Talks- und Plastic Propaganda-Mitgliedern fast schon routiniert in Szene gesetzt wurde. Ich hoffe, da kommt noch mehr!

DL "Wasting Time w/ Rock'n'Roll" Here & Here

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Miztake -  Augen Auf!

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Miztake vereinen auf ihrem zweiten Release "Augen Auf!" eine Menge Rockgöhren- und Riot Grrrl-Mentalität und packen diese in elf eingängige Songs, die nur selten die Komfortzone des Deutschpunks verlassen. Das passt soweit, denn wer direkte Ansagen macht, braucht auch einen glaubwürdigen Sound. Und so schrammeln sich die vier Mädels und der Kerl auf "Augen Auf!" einen Ohrwurm nach dem anderen von der Seele, von denen zunächst die von Oh-Oh-Chören begleiteten "Sinnlos Krieg" und "Circus" im Ohr hängen bleiben. Vor allem ab der Hälfte des Albums, variieren die Songs dann doch etwas und wagen den einen oder anderen düsteren Ausflug in den Hardcore-Punk oder Alternative.
Über die Band selbst könnt ihr euch die CD bestellen. Wer zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen möchte, holt sich das Split-Tape mit den asseligeren Don Kanaille, das die jeweiligen Alben "Augen Auf!" und "Zeitgeist" auf einem Release vereint.

DL "Augen Auf!" Here & Here

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Loeschen - Loeschen


Wieder so eine Band, bei der mensch sich auf der Suche nach Informationen so richtig anstrengen muss - und letztendlich genauso schlau ist wie vorher. Verzichten wir also auf musikalisches Hintergrundwissen und lassen stattdessen die Musik sprechen. Die klingt zunächst genau so, wie mensch sich eine Band vorstellen könnte, die das Vinyl-Release ihres Debüt-Albums in die Hände zweier Labels legt, die sich Rinderwahn Records und Abfall Records nennen.
Herrlich räudiges Gebrülle, während sich die Gitarren darunter zur melodischen Ekstase schrammeln und gniedeln. Auf ihrem selbstbetitelten Album hetzt die Züricher Band Loeschen aggressiv durch den Hardcore-Punk und schrammt dabei etwas am Crust und D-Beat entlang. Die Labels meinen darin eine Menge 80er-Jahre Deutschpunk zu erkennen, was anhand von Songs wie "Raus", "Kein Schritt weiter" oder "Zimmer 11" sicherlich nur schwer zu verneinen ist. Ich meine, auch einen leicht-skandinavischen Anstrich wahrnehmen zu können, aber was weiß ich schon. Äußerst sympathisch bei dem (vermutlichen) Debüt des Quintetts: ich hätte nie gedacht, dass Schweitzer-Deutsch so gefährlich klingen kann, denn Loeschen vermitteln in ihren elf Songs mehr düstere Tristesse, denn Hoffnungsschimmer.


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Huhn - Wir gehen zwar schwer auf die 40 zu, sind aber geistig noch sehr flexibel


Tja, von bislang  ziemlich ernst zu nehmenden Bands, kommen wir nun zu Huhn. Auch die Bonner Band versteht es meisterlich sich in den Unweiten des www. zu verstecken. Vielleicht ist das aber auch ganz gut so, denn musikalisch klingt ihre Debüt-EP "Wir gehen zwar schwer auf die 40 zu, sind aber geistig noch sehr flexibel" entgegen dem Titel eher danach, als hätte ein Rudel Mittvierziger infolge der Midlife Crisis einen ordentlichen Dachschaden davon getragen. So kündigt sich die Band im Opener "Wir sind Huhn!" mit reichlich NDH im Rücken erstmal standesgemäß selbst an. Das folgende "Rita" trudelt songwriter-balladesk ein und offenbart mit dem nicht ganz unerwartetem Beatdown auch schon die schlimmsten Befürchtungen: das ist Comedy-Core, irgendwo im Abgrund zwischen Knorkator und J.B.O.

Stream & Buy Digitally "Wir gehen zwar schwer auf die 40 zu, sind aber geistig noch sehr flexibel"



Metropolis - Mit der Weitsicht eines Maulwurfs

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Auch - oder eben vor allem - im Auenland der Republik, dem Saarland, sind kleine Bands auf die Initiative ehrenamtlicher Helfer und Organisationen angewiesen, um überhaupt mal einen Fuß auf irgendeine Kleinbühne zu bekommen. Das ist momentan vielleicht noch weit weg von dem, was man ein gut verstricktes Netzwerk nennt. Allein hinter der Saarbrückener Band Metropolis verbergen sich engagierte Musiker, die nebenher noch in anderen Projekten aushelfen (z. B. Third Eye Tear), Festivals auf die Beine stellen (At The Gates Of Dawn), auf Internetradio machen (ByteFM) und als DIY-Kollektiv dem kommerziellen Ticketwucher den Kampf ansagen (Haifischblut Collective). Und so negativ behaftet der Begriff mittlerweile auch sein mag, genau diesen Ehrgeiz hört man dem Studentenpunk von Metropolis auch irgendwie an. Die vier Songs auf der Debüt- und seit 2014 auch einzigen EP "Mit der Weitsicht eines Maulwurfs", atmen eine Menge nordische Hafenluft ein und würden sich gut im Backkatalog von Lala Schallplatten ab annis 2009 einfügen. Immerhin wurde die EP in den dortigen Studios von Tobi Streng und Magnus Wichmann abgemischt und gemastert, während sich David Saia (Maskros) um die Aufnahme kümmerte. Gute Prominenz für die nicht immer ganz so einfache Unterhaltung also, die auf "Mit der Weitsicht eines Maulwurfs" durch schrammeligen Indie- und melancholischen Emo-Punk begleitet.

DL & Buy "Mit der Weitsicht eines Maulwurfs"



Scheisse Gefährlich - Ich/Wir. Was macht das für ein Unterschied

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Zweites Album des Berliner Duos um ex-Ein Gutes Pferd-Sänger und Polytox-Schlaumeier-Punk Aaron Ruck und dessen Schlagzeuger-Kumpel Torpedo Knarxs. "Ich/Wir. Was macht das für ein Unterschied" ist, abgesehen vom Grammatikfehler im Titel, ein weitaus ausgereifteres Werk geworden, als sein Vorgänger, denn zumindest wurde das verzerrt-verhallte, megafonartige Geschreie auf einen erträglichen Pegel frequentiert. Die zwölf Songs bewegen sich natürlich immer noch im Spannungsfeld zwischen (Hardcore-)Punk und Garage, denen im Rahmen der überschaubaren Besetzung ein ordentlicher Lo-Fi-Charakter anhaftet. Dennoch haben sich die zwei auch diesmal wieder einige nette Gimmicks einfallen lassen, um dem Album die nötige Prise anarchistischen Avantgardismus zu verleihen, so wie die frivol-springenden Keys in "Eskalation", der Western-Twang in "Fehlzündung" oder die Bongo-Claps in "Richtig Heftig Afrika Geil".
Ansonsten gibt es neben den Ohrwürmern "Warum ist mein Leben eigentlich so krass" und dem bereits erwähnten "Eskalation", eine Menge Deutschpunk-affinen Zynis- und Sarkasmus, der sich durchaus hören lassen kann.
Bislang ist Album #2 nur digital erschienen. Über unser Lieblings-Tape-Label Uga Uga Tapes soll Mitte des Jahres aber noch eine Kassetten-Version nachgelegt werden.

DL "Ich/Wir. Was macht das für ein Unterschied"



Bitter - Engstirnig Festgefahren Neidisch

Bandcamp
Und wo wir schon mal bei Uga Uga Tapes sind ... als Bitter hat der ex-Inside Job-Sänger und Scheisze Fanzine-Kolumnist Hagi Eremit über das Hamburger Label sein erstes physikalisches Release in Form eines knallbunten Tapes veröffentlicht. Und weil das eben so ein heißer Scheisz ist, sind die auch schon alle wieder weg. Auf der EP "Engstirnig Festgefahren Neidisch" gibt es sieben Songs auf die Ohren, von denen drei bereits ein Jahr zuvor als Demo-Versionen auf Bandcamp erschienen. Irgendwo zwischen trashigem Garage, Schweinerock, Deutsch- und Rotz-Punk, zerlegt der Hamburger das Spießbürgertum in seine fast schon wieder situationskomischen Facetten. Mit der Sprache des Pöbels, mit der er sich nicht unnötig lange bei der Suche nach adäquaten Reimwörtern festbeißt, und einer Stimme, an der scheinbar schon einige Zigarettenstummel und Bierdosen entlang geschabt sind, wandern die Songs recht eingängig ins Ohr, allen voran der Ohrwurm-Opener "Dumme Sau", das mit harmonischen Keys etwas aus der Reihe tanzende "Berufsberater" und der Closer "Langeweile (You Bore Me Out, Baby)", der mittendrin mal kurz mit einer fröhlichen, indie-esken Gitarren-Hook ausreißt. Ein knallbuntes und äußerst zu empfehlendes Debüt eben.

DL "Engstirnig Festgefahren Neidisch" Here & Here



Maulgruppe - Tiere in Tschernobyl

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Nach seinem Hörspiel-Ausflug hat Jens Rachut mal wieder ordentlich Mauljucken bekommen und dafür eine weitere Kapelle mit namenhaften Musikern aus der Untergrundszene gegründet. Für seine Maulgruppe suchte der gebürtige Hamburger diesmal vor allem im Noise-Punk-Sektor nach den passenden Mitstreitern und wurde schließlich bei Bands wie Ten Volt Shock, KURT und Yass fündig. Und so ist es vor allem Rachut's verachtender, Galle spuckender Post-Punk-Gesang und Yass' treibender Elektro-Punk, die das Debüt-Album "Tiere in Tschernobyl" im Einklang zu einem zeitlosen und aggressiven wie tanzbaren Punkgenuss formen. Auch wenn das zumindest theoretisch die Nähe zu seinem vorherigen Projekt Alte Sau sucht, gelingt es dem Trio hier gemeinsam neue Wege zu beschreiten.

Stream & Buy Digitally "Tiere in Tschernobyl"

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In der Kürze liegt die Würze


Thor Steinmeier - Ein Witz

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Hier braut sich was ganz Großes zusammen. Der Bijou Igitt-Hannes brauchte wohl mal etwas Abstand vom Mecker-Post-Punk seiner Hauptband und stürzte sich Fuß über Arsch in dieses trashige Elektro-Punk-Geballere. Ein Song, "Ein Witz". 

DL Song "Ein Witz"


Mittwoch, Juni 6

Gesplittet, Teil 15


Cold Kids & Krank - Split-EP



Mit den Cold Kids und Krank teilten sich nun auch endlich zwei Koryphäen des "Special Interest"-Deutschpunks eine Kurzrille. Zwar liegen zwischen dem garagigen "Krankpunk" der fünf Hamburger und dem wavigen Rachut-Gedächtnis-Punk des Bamberger Quartetts so einige musikalische Welten. Im bissigen Kontext passt das hier aber natürlich wie Arsch auf Eimer.

Cold Kids: Facebook\\//Bandcamp

Krank: Bandpage\\//Facebook\\//Bandcamp\\//Instagram

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ANCST & Depravation Split-EP


Mensch könnte ja fast befürchten, dasz bei der Releaseflut von ANCST auch mal ein Ausrutscher dabei ist. Ja gut, ich für meinen Teil bin jetzt nicht so der Dark-Ambient-Versteher, weshalb mir die entsprechenden Releases des Hauptstadtkollektives auch relativ am Ohr vorbeigehen. Wenn es aber wieder heißt - so wie auf dieser Split - , die wutgeballte Faust mit der Durchschlagskraft des Blackened Crust und Black Metal nach oben zu reißen und sich auch noch mit tollen Melodien im Gehörgang festzubeißen, gibt es derzeit im schwarzen Business wohl kaum eine Band, die ANCST das Blut reichen kann.
Auf der B-Seite meldet sich das Gießener Quartett Depravation nach anderthalb jähriger Releaseabstinenz zurück und klingen mit ihrem dreckig-walzenden Blackened Metalcore so, wie ich es mir von den Post-"Shadow Hearts"-Caliban gerne gewünscht hätte.


Depravation: Facebook\\//Bandcamp\\//Instagram

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Cortarmao & .leaves - Split-EP


Cortarmao und .leaves - das ist Jugendliebe auf den ersten Schrei. Nicht nur, dass beide Thüringer Bands eine gemeinsame Tschechien-Tour absolvierten und sich auch sonst gerne auf der Bühne abklatschen und einige .leaves-Boys auch auf dem mittlerweile erschienenen ersten Longplayer von Cortarmao zu hören sind. Um ihren (gemeinsamen) Fans die jeweiligen, mittlerweile restlos vergriffenen Debüt-EP's noch einmal in physikalischer Form zugänglich zu machen, wurden beide auf ein Split-Tape vereint, im individuellen Karton und inklusive Booklet, handnummeriert auf 50 Stück.
Das sich der zerfahrene und trotzdem groovende Mathcore der Erfurter mit dem beißenden, ab und zu ziemlich spontan abtourenden Post-Hardcore-Punk der Jenaer hervorragend ergänzt, muss nicht weiter näher erläutert werden. Schnell zugreifen, bevor auch diese Schmuckstücke weg sind.

Cortarmao: Facebook\\//Bandcamp\\//Youtube\\//Soundcloud

.leaves: Facebook\\//Bandcamp\\//Bandpage

 DL Cortarmao-Songs via "Demo 2015"

DL .leaves-Songs via "Kontraste"-EP

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Sur L'eau & What Of Us - Split-EP


Sur L'eau (franz. für Auf dem Wasser oder Über Wasser, keine Ahnung, hatte Russisch als Wahlfach) aus München debütierten im letzten Jahr mit einer 2-Song-EP. Als Äquivalent zur, ebenfalls erst kürzlich von mir entdeckten Black-Metal-Band Kurz vor schwarz, bedeuten sie für den/die geneigte_n Emoviolence Hörer_in vor allem eins: eine Grenzerfahrung, die vor allem nach unentschlossenen Post-Hardcorelern Ausschau hält.
Als Split-Partner halten vier Jungs aus New Jersey her, die bereits reichlich Erfahrungen in anderen Bands wie Capacities, Weather Lore, Au Revoir, Guidelines, Less Life, Black Kites und In First Person (Puh!) gesammelt haben. Als What Of Us haben sie sich nun bereits zum dritten Mal eine EP mit einer anderen Band geteilt. Passt, denn ihr wilder und zugleich kompromissloser Mix aus progressiven Screamo und Mathcore mit dezenten Hardcore-Punk-Anleihen, dürfte sie als hervorragenden Gastgeber für Hardcore-Bands jeglicher Art ankündigen. Starkes Split-Release!

Sur L'eau: Facebook\\//Bandcamp\\//Instagram

What Of Us: Facebook\\//Bandcamp

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Pool Rules & Community Service - Dream Big Split-EP


Was hält sich denn hier im Untergrund versteckt?! Zwei Bands, die scheinbar schlichtweg ihren Winterschlaf verpennt haben und noch tief in den 90ern feststecken - und von modernen Auswüchsen wie Alternative-Pop und Post-Grunge keine Kenntnis genommen haben.
Die internetscheuen Pool Rules kamen bei uns bereits mit ihrem tollen Demo-Debüt zur Ansprache. Das Saarländer Duo um ehemaliger Baby Lou- und Finding Faith-Beteiligung spielt rauhen Alternative-Punk, der auch mal kurz am Post-Hardcore kratzt. Zwei neue Nummern, die gewohnt ohne Umschweife ihr Ziel finden.
Auf der B-Seite findet sich das ebenfalls aus dem Saarland stammende Quartett Community Service ein, die der Split ihre ersten beiden Songs überhaupt beisteuern. Gegenüber ihren Split-Partnern, packen CS noch eine Schippe Roughness oben drauf und verhallen das ganze mit groovigen Grunge-Gitarren. Und bis auf dem kleinen Post-Rock-Ausflug in "Mess", orientiert sich das hier sympathisch an seinen Ur-Vätern. Geheimtipp!!!

Pool Rules: Bandcamp

Community Service: Facebook\\//Instagram

DL "Dream Big" B-Side

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Montag, November 6

Gesplittet, Teil 14

Ancst & King Apathy - Split-EP



Auf der einen Seite Ancst, DIE Berliner Black-Metal-Institution schlechthin, der es wohl keiner weiteren Erläuterungen bedarf - und auf der Anderen King ... wer? Apathy! Alte Hasen im neuen Gewand, wenn mensch so will, denn im Zuge ihres 10-jährigen Jubiläums dachten sich die fünf ehemaligen Thränenkinder, sei es genau die richtige Zeit für einen Namenswechsel. Und der lautet passender Weise genauso wie der Titel ihres letzten Albums "King Apathy".
Beide Bands steuern der Split jeweils zwei Songs bei, wovon der jeweils letzte ein Cover der anderen Band ist. Das führt vor allem auf der A(ncst)-Seite zu einem schizophrenen Umbruch. Verweilt der Opener "Gehenna Of Fire" noch recht ausdauernd in atmosphärischen Gefilden, ehe es mit manischen Double-Bass-Attacken wieder etwas amtlicher wird. So ungern ich es auch schreibe, aber mit dem folgenden "King Apathy" gibt es seit langem mal wieder einen Song in der Rubrik Cover schlägt Original, denn vor allem die düstere und rasende Wucht verleiht dem eigentlichen Post-Metal-Song eine unglaubliche Dynamik.
Fast schon angenehm poppig (Blasphemie!!) leiten die zuvor bereits oft erwähnten King Apathy mit "Disguise" die B-Seite ein, ein Song, der zwischen Härte, Melancholie und heroischen bis theatralischen Melodien ein breites Spannungsfeld aufbaut. Ein Konzept, das Frontmann Nathanael auch schon mit Heretoir, eine seiner Nebenbands, mit viel Wiedererkennungswert meisterlich umsetzt. Als Ancst-Cover haben sich die fünf Bayern "Entropie" von der 2013er EP "The Human Condition" (später auf der "Turmoil" wiederveröffentlicht) ausgesucht. Ein Stück, das im Original mit einem fast schon bedächtig jazzigen Mittelpart überraschte und somit auch nicht gerade stellvertretend für den sonst eher kompromisslosen Blackened Crust der Band stand. Vielleicht war ja aber auch genau das der Grund für die Wahl des Stückes, denn so ganz genau mit den Genre-Grenzen nehmen es Thrä...ähm...King Apathy schließlich auch nicht. Und so zerrt das Quintett den Song auf über sieben Minuten, deren größte Mutation vor dem Geplänkel stattfindet.
Die Ausnahme-Split kommt in fünf verschiedenen Farbvarianten, u. A. über Alerta Antifascista Records.

Ancst: Bandpage\\//Bandcamp\\//Facebook\\//Youtube\\//Soundcloud\\//Twitter


King Apathy: Bandcamp\\//Bandpage\\//Facebook


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Duct Hearts & The Discord of a Forgetten Sketch - Split-EP


Gerade mal vier Monate ist es her, als Duct Hearts mit "Feathers" ihr erstes Album veröffentlichten. Ein atmosphärisches wie emotionales und zugleich wüstes wie zerbrechliches Stück Post-Rock hat die Band des ehemaligen Wishes On A Plane-Sängers und time as a color-Chefs Daniel Becker darauf konzeptionell ineinander verflochten. Und entweder ist im Studio noch ein verschollener Non-Album-Track aufgetaucht oder die Band hat gerade einen unaufhaltsamen Kreativfluss, denn für ihre kürzlich erschienene Split-EP mit TDOAFS hat die Band noch einen weiteren Hit aus dem Ärmel geschüttelt. "Enduring War" reicht für die B-Seite der ökonomischen 6" auch vollkommen aus. Der Song plänkelt intro-mäßig ein, türmt sich im Hauptteil mit erschöpfenden Gesang auf und plänkelt bedächtig wieder aus. Am besten gleich nach dem Album hören.
Fans des kanadischen Trios The Discord Of A Forgotten Sketch hingegen müssen auch elf Jahre nach dem selbstbenannten Debüt-Album noch weiterhin auf das zweite Album ihrer Lieblings-Mathcoreler warten. Stattdessen gibt's das fünfte Split-Release, das mit einem Song bislang am spärlichsten ausgefallen ist. Macht nichts, denn auch TDOAFS bleiben mit "Kids" vor allem sich selbst treu und klingen mit ihrem analog rohen aber leidenschaftlichen Skramz so herrlich aus der Zeit gefallen. Tolles Pendant zum moderneren Sound der Süd-Münchener, tolle Split.

Duct Hearts: Facebook\\//Bandcamp\\//Myspace\\//

TDOAFS: Facebook\\//Bandcamp\\//

DL Split-EP

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Radio Havanna & Marathonmann - Pro Asyl Benefiz Split-EP


Melodischer Punkrock meets Post-Hardcore - kann das gut gehen? Klar! Vor allem, wenn es um eine gemeinsame gute Sache geht, immerhin sollte Musik genauso wenig wie der Mensch an sich keine Grenzen kennen. Im Zuge des anhaltenden Rechtsrucks und der immer noch desaströsen Flüchtlingssituation Hierzulande haben sich Radio Havanna und Marathonmann dazu entschlossen, eine Benifiz-Split-EP aufzunehmen, deren Erlös zu 100% der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl zu Gute kommt. Und hört mensch sich die insgesamt vier Songs an, die sich gerecht auf beide Bands und 7"-Seiten verteilen, liegen sie musikalisch ja auch gar nicht mehr so weit auseinander.
Die vier Berliner um Sänger Fichte liefern mit dem orgelnden "Fresst oder sterbt" und "Die Fahne weht" zwei Ohrwürmer in gewohnter Manier ab, mit der sie abermals die Nähe zu Punkgrößen des Radioformates suchen, dabei aber stets authentisch bleiben und somit das Ziel der Split nicht aus den Augen verlieren.
Der Münchener Vierer Marathonmann indes schiebt sich immer mehr aus dem Schatten der großen Turbostaat, hin ins Fahrwasser der noch größeren Donots. Von Post-Hardcore haben "Grabeschwer" und "Dachma" allerhöchstens mal gelesen. Die Songs passen zwar immer noch nicht so ganz in den Supermix von 94,3 rs2, allerdings sind sie auch nicht mehr zwangsläufig einer 12:00-Uhr-Highfield-Band zuzutrauen, wo ich sie schließlich vor einigen Jahren noch das erste Mal live erleben dürfte. Im Ganzen ist das hier aber schon 'ne ziemlich geile Scheibe.

Radio Havanna: Bandpage\\//Facebook\\//Soundcloud\\//Myspace\\//Twitter\\//Youtube\\//Bandcamp

Marathonmann: Bandpage\\//Facebook\\//Twitter\\//Instagram\\//Soundcloud

Stream "Fresst oder sterbt" & "Die Fahne weht"

Stream "Grabeschwer" & "Dachma"

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Girlie & Pigeon - Split-LP


Wenn die beiden Berliner Independent-Labels Späti Palace und Flennen gemeinsam an einem Release beteiligt sind, dann dürfte der geneigte Hörer eigentlich schon erahnen, wohin die Reise in etwa gehen wird - nämlich irgendwohin zwischen Noise Rock und Indie-Pop. Passen ja schließlich auch so gut zusammen, diese zwei benachbarten Genres.
Pigeon steuern der Split drei Songs und knapp 13 Minuten Spielzeit bei. Die Band um Tausendsassa und Multiinstrumentalist Denes Bieberich (u. A. Ich, Alexander; Zelf; Molde) verknüpft abermals Post-Punk mit Dream-Pop-Elementen und scheppernden Noise Rock, der trotz aller überladenden Elemente niemals den Freifahrtschein für's totale Durcheinander erhält. Während "Bird Migration" und das monotone "Skids" schon etwas mehr aufgeschlossene Hingabe einfordern, liebäugelt "Douglas" keck mit verflossenem Garage.
Für die ebenfalls aus Berlin stammenden Girlie - übrigens bestehend aus drei Kerlen und somit vom Namen her mindestens genauso irreführend wie die kanadische Band Women - ist die Split das zweite physikalische Release nach ihrem 2015er Tape-Release. Der A-Seite steuert das Trio ebenfalls drei Songs  und knapp 14 Minuten bei, wovon die Hälfte allein der Opener "Terms & Conditions" für sich beansprucht. Ein sich bedächtig steigernder Song, der die anfängliche Melancholie erst im Schluszspurt mit viel schrammeliger Wucht zerschlägt. "Girlie Youth" wohnt da schon etwas mehr Single-Charakter inne, obwohl sich natürlich auch hier verzerrte Gitarren gegen den totalen Schönklang wehren. Erinnert in dieser Mixtur stark an Cloud Nothings, nur mit einem Schuss mehr Willkür.
Alles in Allem eine Split unter dem Motto Gesucht und gefunden.

Girlie: Facebook\\//Bandcamp

Pigeon: Bandpage\\//Bandcamp

Stream & Buy "Split-LP"

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Jahres-Sampler