Donnerstag, März 19

Yuri Member - Do LP



Band: Yuri Member

Titel/Release: Do/Album (Vinyl, Digital)

Label: Ikarus Records

Erscheinungsjahr: 2013

Genre: Indie, Indie-Pop, Folk, Experimental

FFO: Connan Mockasin, Hide a Well, Matt Pryor

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Kurzinfo:

Als Sänger und Gitarrist der Band Gabardine hat sich Manfred Hirt einen Stammplatz in der Züricher Indieszene erspielt. Das Ende der Band im Jahr 2009 nutzte Hirt quasi für einen musikalischen Neuanfang. Die Gitarre einfach so an den Nagel zu hängen, war keine Option. Zu viele Ideen haben sich mit der Zeit in seinen Kopf eingenistet, die in seinem fast nahtlos anknüpfenden Solo-Projekt Yuri Member ihre Formvollendung finden sollten. Dem Indie-Rock bleibt er dabei weitgehendst treu, flirtet natürlich - wie es sich für ein Ein-Mann-Projekt nunmal gehört - auch mit dem Singer/Songwriter-Folk, aber auch untypischen Genres wie Psychedelic, Surf- und Lo-Fi-Rock und Electro. Das klingt nach viel gewollt und übertriebener Experimentierfreude. Warum auch nicht?! Nach fast 17 Jahren ist Hirt endlich sein eigener Herr und kann schließlich tun und lassen was er will. Macht er auch. Auf seinen ersten Longplayer "Do" muss das allerdings nicht immer in treibende Melodienummern oder träumerischer Melancholie münden. Klar, wenn er gut aufgelegt ist, reichen die Referenzen von Sonic Youth, über Modest Mouse, bis hin zu den Flaming Lips, was für ein Solo-Projekt schon eine außerordentliche, als auch ungewöhnliche Leistung ist. Vor allem aber in der zweiten Hälfte des Albums, verliert sich Hirt vielleicht ein paar mal zu viel im Experiment. Ich bin da natürlich der Letzte, der die Freigeistlichkeit eines Künstlers kritisieren würde. Die Kluft zwischen den schön klingenden und willkürlich ausufernden und mäandernden Songs allerdings, ist schon ziemlich groß.

DL Do LP




Dienstag, März 17

Yon - You



Band: Yon

Titel/Release: You/Album (50x White Tape Edition, 50x Wooden Case Tape, 25x DIY-CD, Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Post-Rock, Post-Metal, Post-Hardcore, Ambient

FFO: Aldo Raine, Kopf hoch., Arroyo

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Kurzinfo:

Tja, bei der englischen (oder zumindest Englisch schreibenden) reddit-Kundschaft ist das Dresdner Quartett Yon mit ihrem neuen Release "You" nicht so gut weggekommen. Warum? "[...]This also isn't post-rock or post-metal. It's basically alt. rock with more instrumental sections." Verstehe! Da haben sich wohl ein paar Oasis- und Keane-Hörer im Forum geirrt. Zumindest was das tolle Cover-Artwork angeht, deckt sich die Meinung der kritsischen Engländer mit der Meinigen. Fast so gut, wie DAS von the pAper chAse, nur, dass Congleton damals mit "Now you are one of us" den etwas besseren Albumtitel wählte. Darum geht es aber auch gar nicht. Klar, schweben Yon fast schwerelos irgendwo im Post-Whatever-Universum und legen spontan da eine Pause ein, wo es ihnen gerade recht ist. Das lässt sich puristisch gesehen nur schwer bis gar nicht einordnen, will es auch gar nicht werden. Allerdings vermitteln die vier Songs auch nicht den krampf- und zwanghaften Versuch, übertrieben künstlerisch oder experimentell wirken zu wollen. "Lance Armstrong", "Christoph Daum", "OJ Simpson" und "Ray Rice", allesamt Persönlichkeiten, die mehr oder weniger offene, düstere Geheimnisse in sich tragen. Und genauso verhält es sich auch mit der musikalischen Ummantelung, die sich post-rockig schwelgend, psychedelisch vernebelt, ambient verträumt oder metallisch berstend ihren Weg bahnt. Das ist sicherlich nicht neu, aber auch nicht verboten. Im Gegenteil. Yon's zweites Release erweist sich als spannend, mystisch und stets unberechenbar. Oder wer hätte am Ende des Mini-Albums doch tatsächlich noch mit einem hit-verdächtigen Song wie "Ray Rice" gerechnet?!

DL "You" Album

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Sonntag, März 15

Cannahann - Welcome to the Year 2015



Band: Cannahann

Titel/Release: unbenannt/Promo-EP (Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Stoner, Alternative, Möchte-ich-gerne-haben-Rock

FFO: Hyne, Element Eighty, Stone Mountain Freeway

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Kurzinfo:

Relativ neue Band mit Mitgliedern aus 52 Hertz, Thoreau und Paulinchen brennt, die nach altehrwürdigen Rock in zu enger Hose klingt. Ihren zukünftigen Weg ließ das Würzburger/Bad Neustädter Quartett mit ihrem 2013er-Demo noch weitgehendst offen, indem sie sich vom Post-Rock, über ASIWYFA-infizierten Alternative, bis hin zum Mathrock in sämtlichen Variationen der Instrumentalmusik ausprobierten. Klar, wenn der Gesang fehlt, müssen die Instrumente halt für sich sprechen. Für das Jahr 2015 soll nun mit ergänzter Besetzung scheinbar eine andere Marschroute gelten. Als Beleg dafür halten nun zwei neue Songs her. "All the Things" treibt die Band mit wuchtigen als auch hektischen Bassläufen, einer gut aufgelegten Rhythmussektion und gelegentlichen Schreiattacken eher in die Arme des Alternativerocks. Das fast sechs-minütige "Drowning Mountain" hingegen, lockt zu Beginn die aufgewühlte Stonergemeinde ins Moshpit, ehe der Song balladeske Blues- und Wüstenrock-Kaskaden durchläuft, hin zum standesgemäßen Finale. Ein offizielles Release soll schon bald folgen. Na, dann ...




Freitag, März 13

Gesplittet, Teil 7

Celestica & The State The Sea Left Me In - Split



Mit ihrer Debüt-EP "I Could Never Let You In" schrammte das schwedische Undergroundkollektiv Celestica im letzten Jahr nur knapp an unserer Rubrik "Platte des Monats" vorbei. Nicht neu, aber verdammt abgeklärt und mit spielfreudiger Leichtigkeit präsentierte das Quintett vier ansteckende Melodic-Hardcore-Songs mit reichlich Punkattitüde, die sich ohne Umwege oder Experimente im Ohr des Hörers festsetzten. Mit dem dezent im Hintergrund post-rockenden "Mercury Blood" und dem midwest-emo-tauglichen "Everlasting" erweitert die Band nun etwas ihren Horizont, ohne dabei ihre Ohrwurmmentalität zu vernachlässigen.
Mit den ebenfalls zu fünft aufgestellten The State The Sea Left Me In haben Celestica zunächst einen Split-Partner gefunden, der sich nicht allzu weit weg von ihrem eigenen Sound bewegt. Auch die aus Umeå stammenden Band schüttelt durchaus einige nette Melodiebögen aus dem Ärmel, sucht und findet aber nicht nur allein wegen des druckvolleren Geschreies eher die Nähe zum Post-Hardcore und somit vielleicht auch den Weg in die offenen Arme der "The Wave"-Generation um Touché Amoré und The Saddest Landscape.
Nach ihrer letztjährigen Demo-EP "Barely Skin Deep" steuern auch sie der Split zwei neue Songs bei.

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DL Split Here & Here


Kapytaen & WØLFENSTEIN Split-7"


Schluss mit lustig, jetzt wird's ungemütlich im Süden Deutschlands. Wie eine düstere, fast schon apokalyptische Sturmfront überschattet das gemeinsame Split-Release von Kapytaen und WØLFENSTEIN die beiden Städte Würzburg und Stuttgart. Rette sich, wer kann, außer Homophobe und Nazis, die dürfen sich gerne gegenseitig über den Haufen rennen und auf der Strecke bleiben! Vom Crust, über Hard- und Fastcore, bis hin zum Powerviolence, subsumieren beide Bands so ziemlich jedes passende Genre unter der Überschrift Hardcore-Punk. Keine Gefangenen, kein Ausweg, keine Kompromisse! Hier wird gebolzt, gemosht, gebrüllt, gegiftet und reichlich gehated. Passt! Kaufen!

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Parasight & Nervgift Split-12"


Ist Crust-Punk etwa der neue Mainstream? Nein! Dass er aber durchaus das Zeug dafür hätte, haben in der jüngeren Vergangenheit etwa Bands wie Ruins, Danny Trejo oder auch Wolfbrigade gezeigt. Ja gut, die Skandinavier bügeln ohnehin fast Alles eine gehörige Portion Rock'n'Roll über, egal ob Hardcore-Punk, Death- oder Black Metal. Das wurde ihnen scheinbar mit in die Wiege gelegt. Dass Parasight also aus Kopenhagen kommen, ist somit keine allzu große Überraschung und nach ihrer starken Debüt-EP "Moral Recession" und dem zwei Jahre später folgenden ersten Longplayer "Munden Fuld Af Løgn, Lommen Fuld Af Profit" (beide kostenlos über Bandcamp) sicherlich auch kein Geheimnis mehr. Für ihr drittes Release haben die vier Dänen erneut das Gaspedal bis zum Anschlag durchgetreten und vier dynamische Songs zwischen Crustcore, D-Beat und Hardcore-Punk rausgeballert, den Song "Lad Ikke Svinene Slide Os Op" mal ausgeklammert, der als hallendes und träge quietschendes Nervenbündel wohl mehr eine Art Interlude darstellt.
Um die B-Seite der Split-12" - 300x schwarzes Vinyl, wovon die ersten Hundert mit Patches beider Bands daherkommen - kümmern sich die drei Örebroer Krawallbrüder von Nervgift. Die treiben bereits seit Ende 2011 ihr gemeinsames Unwesen, nachdem sie sich von schwedischen Hardcore- und Punk-Veterankombos wie Coldworker, Kvoteringen und Ond Bråd Död loseisen konnten. Das Resultat, wie ihre selbstbetitelte 2013er Debüt-EP (kostenlos über Bandcamp) bereits anklingen ließ, ist auf's Nötigste reduzierter und rudimentärer, old-schooliger Hardcore-Punk mit Schlachtrufästhetik, der sich Ausflüge in den Trash-Punk, D-Beat und Metal gönnt. Weniger schön, mehr Punk!

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Teaser\\//Stream

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Kenny Kenny Oh Oh & Lambs Split-7"


In unserem 16. Bandcamp-Punks-Volumen hatten wir zeitgleich über die Releases von Lambs, Kenny Kenny Oh Oh und Static Me (in der auch Contraszt! Records-Chef Philipp mitmischt) berichtet. Fast zwei Jahre später, erscheint nun eine Split-7" mit eben jenen beiden Erstgenannten, die über - ratet mal, genau! - Contraszt! Records erscheint. Blöder Zufall? Eingabe? Gedankenmanipulation? Der üble Gestank eines möglichen Wettskandals soll aber nicht vom eigentlichen Thema ablenken, denn hier geht's schließlich um die Musik. Richtig gute Musik sogar, die auf beiden Seiten grob überschlagen Punkrock in unterschiedlichen Varianten abhandelt. Auf der einen Seite stehen die vier Leipzigerinnen von Kenny Kenny Oh Oh, die nach ihrer tollen Debüt-7" ihren rotzigen Riot-Grrrl-Pogo-Punk mit zwei Songs, die sie noch aus einer vorangegangenen Recordingsession im petto hatten, weiter voran treiben.
Ihnen gegenüber, haben sich auf der B-Seite Lambs positioniert, eine Band aus dem Herzen des AZ Köln (mit Mitlgiedern von Alte Schule Masthorn, Finsterre und - natürlich - Static Me). Ebenfalls mit zwei Songs bewaffnet, die allerdings auf das ganz große Geschütz verzichten. Bewusst, denn ihr eingängiger (Deutsch-)Punk hangelt sich auch ohne unnötige Ausschweifungen an melodiösen und treibenden Melodien entlang und erinnert somit an alte Heldentaten der Wipers oder den erst kürzlich grandios debütierenden I Refuse. Geil!

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DL A-Seite\\//DL B-Seite

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Mittwoch, März 11

Death Engine - Mud LP



Band: Death Engine

Titel/Release: Mud/LP (100x Ultra Clear & 400x Black Vinyl, Digipak-CD, Tape)

Label: Apocaplexy Records, ThroatRuiner Records, Tapes of a Neon God

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Noisecore, Hardcore, Post-Hardcore, Metal

FFO: Red Apollo, As We Draw, Le Dead Projet

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Kurzinfo:

Wenn das französische Produzenten-Duo Amaury Sauvé/Sylvain Biguet seine Finger im Spiel hat, hinterlässt das immer einen hörbaren Eindruck. Ihre Zusammenarbeit mit dem Quartett aus Lorient, Death Engine, allerdings, kann wohl getrost unter dem Motto "Gesucht und Gefunden" abgehakt werden. Und das ist in dem übergeordneten Noisecore-Genre nicht zwangsläufig eine Selbstverständlichkeit. Death Engine, die 2013 mit ihrer furiosen "Amen"-EP debütierten, kombinieren (Post-)Hardcore und Metal, jenseits von mainstreamigen Tendenzen. Stattdessen verflechten sie Elemente des Sludge, Math und Post-Metals, und schaffen so eine durchweg unbehagliche und schwermütige Atmosphäre, die durch das düstere Geschreie der beiden Sänger in immer finster werdende Abgründe abtaucht. Beeindruckend dabei: der Video-Single "Still" kann man genau diesen Status auch anhören. Mit "Entertain" und "Negative" schließen gar zwei weitere Songs an, die mit wiederkehrenden Hooks und Riffs erschreckend leicht ins Ohr huschen. Auch das ist keine Selbstverständlichkeit im Noisecore.... 

Stream & Buy "Mud" LP

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Montag, März 9

The Thyme Machine - New Single Online



Band: The Thyme Machine

Titel/Release: Johnny's writing a novel/Is it safe to drink the milk?-Single (Digital)

Label: DIY, beko

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Indie, Indie-Pop

FFO: The Spook School, Amida, Jeeps

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Kurzinfo:

Ihr Faible für Comedy leben die beiden Briten Kriss Foster und Tom Diffenthal nebenher in ihrem gemeinsamen Projekt Kriss Foster & Friend aus. In The Thyme Machine agieren sie zu viert und setzen den gemeinsamen Freizeitspaß aus Fußball, Zocken, Ausflüge und Scrabble in die musikalische Tat um. Über zwei Alben, vier EP's und einigen Singles erstreckt sich ihre Diskografie, in der das Quartett schwungvollen Indie-Pop mit einer Fun-Attitüde zelebriert, wie man es sonst nur vom Pop-Punk kennt. Und scheinbar sind sie im Jahre 2015 noch nicht am Ende ihres Wortwitzes angelangt. Über das französische Single-Net-Label beko erschien anfang des Jahres ihre neue Single, mit der den Spaßmachern zwei gewohnt locker-leichte Gitarrenmelodien über den Saiten gleiten und die sich abermals den Alltagsproblemen widmen. So handelt "Johnny's writing a novel" von einem Typen, der Freundin und Job hinter sich lässt, um einen Roman zu schreiben und später feststellen muss, dass sich keiner dafür interessiert. Das Problem in "Is it safe to drink the milk" dagegen, kennt bestimmt jeder. Abgestandene, offene Milch. Noch gut? Der Song besingt den Worst Case dieses Szenarios... .

P.S.: Ihre obskuren Alltagsgeschichten wollen Foster und Diffenthal demnächst in einen Kurzfilm unterbringen. Für "Everyday is like Sundae" suchen sie noch händeringend nach Protagonisten.

DL Johnny's writing a novel/Is it safe to drink the milk?-Single

Samstag, März 7

City of Ships - Ultraluminal LP



Band: City of Ships

Titel/Release: Ultraluminal/LP (Black, Clear, Clear w/ Silver Splatter & Clear w/ Seafoam Green Starburst Vinyl, Digipak-CD, Digital)

Label: Golden Antenna, Science of Silence Records

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Alternative, Melodic Hard Rock, Post-Rock, Post-Hardcore

FFO: Torche, Helmet, Soundgarden

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Kurzinfo:

Mit Referenzen aus der Oberschicht haben die drei Amerikaner von City of Ships ja nie so wirklich gegeizt. Ob Querverweise zum Sabbath-Doom oder dem hit-schwangeren, grummelnden Alternativerock von Hum oder den Smashing Pumpkins. Generell legte sich die 90er-Jahre Schroff- und Rohheit auf ihren Sound ab, wie eine verblichene und kratzende Wolldecke. Mit anderen Worten: wärmende Nostalgie an eine Zeit, in der Grunge, Stoner und Alternative durch die Tore der Welt gepeitscht wurden, bis das Maß schließlich voll war und die Rockmusik nach Veränderungen lächzte. Mit ihrer Vorab-Single "Alarm" schlagen sie gekonnt eine Brücke vom altehrwürdigen, fast schon selbstverständlich Hit-versierten Alternative zur modernen Rockmusik. Letzteres haben sie vor allem der fetten Co-Produktion von Andrew Schneider und Carl Saff zu verdanken.
Bush haben mich zuletzt enttäuscht, Soundgarden mit ihrem Reunion-Album gerade noch so die Kurve bekommen. City of Ships könnten vielleicht das nächste ganz große Ding sein - im Hier und Jetz und für Fans vergangener Größen.

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Donnerstag, März 5

Boulevard Nights - Coloured Shadows



Band: Boulevard Nights

Titel/Release: Coloured Shadows/Album (Digital, CD)

Label: DIY

Erscheinungsjahr: 2014

Genre: Post-Rock, Shoegaze, Intrumental

FFO: God is an Astronaut, A Shoreline Dream, A Nice Day for an Earthquake

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Kurzinfo:

Manchmal sagen ein paar Instrumente mehr als tausend Worte. So zumindest könnte das Motto des Niedersächsischen Trios Boulevard Nights lauten, das auf seinem ersten Longplayer "Coloured Shadows" fast nur instrumental agiert. Ausnahmen bilden der epische Opener, in dem eine verhallte Frauenstimme zu hören ist, der von einer leichten Gitarrenmelodie getragen wird und schlussendlich in einem fetten Wall-of-Sound-Brett mündet, und der Titeltrack, der von Schlagzeuger Heikos schwelgerischen Gesang und sanft trötenden Trompeten in träumerische Sphären entführt. Alles, was dazwischen und -nach kommt, ist ehrliche und souveräne Post-Rock-Handarbeit, die mit Einflüssen aus dem Shoegaze, etwas Elektronik, Psychedelia und Space-Rock - der im Vergleich zur Debüt-EP "Gravity Rest Easy" allerdings nur noch eine Randnotiz ist - angereichert wird und musikalische Grenzen verschwimmen lässt.

DL Coloured Shadows

Buy CD via Mail to: boulevardnights@gmx.de


Sonntag, März 1

Gazer - Fake Bulbs/Phone Commercial 12"



Band: Gazer

Titel/Release: Fake Bulbs/Phone Commercial / 12" (Vinyl, Digital)

Label: Phratry Records, StickFigure

Erscheinungsjahr: 2014

Genre: Post-Punk, Noiserock, Postcore

FFO: Brainiac, The Jesus Lizard, Dmonstrations, WYNYNS PRYSYN

Links: Facebook\\//Bandcamp\\//Soundcloud



Kurzinfo:

Noiserock - dieses undefinierbare Ding von einem Musikgenre, das dem Hörer vorab lediglich die trübe Gewissheit zusteckt, dass sich das Folgende höchst wahrscheinlich den üblichen Hörgewohnheiten entziehen wird. Es ist ein Antigenre, das musikalische Strukturen durch den Fleischwolf dreht, deren Hörer sich an verzerrte Rhythmen laben und das Untanzbare zu ihrem Manifest erklären. Das Trio Gazer aus Ohio, deren Mitglieder die Vorstellungsrunde im Noisesektor mit Kombos wie Till Plains, White Walls und Weakness bereits hinter sich gebracht haben, könnten demnach Noiserock nach - nunja - Definition spielen. Gleich mit ihrer 2013er Debüt-EP "Phone Commercial" fielen die drei Amis mit der Tür ins Haus und kreierten mit wirbelnden, quietschenden Gitarren auf einer grummelnden Baszschicht einen nervenfleddernden Sound, der sich gleichermaßen beim Alternative, Indie und Post-Punk der Spät-80er und 90er bediente. Ihre ein Jahr später erschienene zweite EP "Fake Bulbs" machte es der hartgesottenen Fangemeinde keinesfalls leichter, wies mit "A Nurse for a Human" und "Bloat" aber immerhin zwei Songs auf, die inmitten ihres Instrumentengeschreddere doch tatsächlich etwas Wiedererkennungswert durchblitzen ließen.
Beide EP's können gegen eine freiwillige Spende über Bandcamp gesaugt oder vereint auf 12"-Vinyl über das amerikanische Independent-Label Phratry Records bestellt werden.

DL Fake Bulbs EP
DL Phone Commercial EP

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Freitag, Februar 27

Jessica93 - Rise LP



Band: Jessica93

Titel/Release: Rise/LP (1000x Black Vinyl, 1000x Digipak-CD, Digital)

Label: Music Fear Satan, Teenage Menopause Rds


Erscheinungsjahr: 2014

Genre: Alternative, Shoegaze, Psychedelic, Coldwave, Post-Punk

FFO: Godflesh, The Cure

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Kurzinfo:

New Wave, No Wave, Coldwave - irgenwas mit Wave. Und Punk. Post-Punk vielleicht. Psychedelic und Alternative Rock wollen auch noch mitmischen. Der Franzose Geoffroy Laporte, vor- und nebenher u. A. bei Bands wie C'est Pu Le Temps Gras, Mobylette Facile, Comité Défaite, Missfist, Trotski Nautique und Besoin Dead aktiv, macht es einem (nämlich dem Rezensenten) mit seinem Soloprojekt Jessica93 gar nicht mal so leicht, dem Kind einen passenden Namen zu geben. Auf seinem zweiten Album "Rise" schafft der von der französischen Presse geadelte Soundtüftler eine kalte und düstere Atmosphäre, ähnlich wie The Cure zu ihrer "Pornography"-Ära, wenngleich weniger tanzbar. Wer zu derartigem Trübsalgeblase tanzen kann, ist eh nicht ganz dicht. Lieber fallen lassen, versinken oder in sonstige Sphären abdriften.
Einige seiner vorherigen Releases gilt es übrigens traditionsgemäß über Et Mon Cul C'est Du Tofu? kostenlos zu saugen.

Stream "Rise"

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Mittwoch, Februar 25

Platte des Monats 02/2015: Fashion Week - Prêt-à-Porter LP



Band: Fashion Week

Titel/Release: Prêt-à-Porter/LP (300x Black Vinyl, CD, Digital)

Label: Solar Flare Records

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Noise Rock, Metal, Grunge, Hardcore

FFO: Von Nirvana, über Tool und Coalesce, bis hin zu Meshuggah, ist für Jeden etwas dabei. Außer für Weicheier!!!

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Kurzinfo:

Bereits mit ihrer Debüt-Demo "Applicator" (kostenlos über Bandcamp) konnte mich das amerikanische Trio Fashion Week für sich gewinnen. Was die Jungs nun aber auf ihrem ersten Longplayer "Prêt-à-Porter" abziehen, hat all meine Erwartungen und Vorstellungen nochmals übertroffen. Fashion Week entfachen auf ihrem Album ein Zusammen- und Gegenspiel, vor allem aber einen Kampf der Musikgenres, gleichermaßen genial und schlicht. Welches letztendlich die Oberhand behält, kann man gar nicht so genau sagen. Mal klingen sie progressiv-manisch nach Tool, an anderer Stelle nach dem verruchten Grunge einstiger Nirvana oder eben kompromisslos brachial wie Meshuggah. Namedropping der Extraklasse, wenn man so will. Was will man aber auch anderes erwarten, wenn die Beteiligten von und mit Bands wie Inswarm, Lidia Stone, Victory at Sea, Jarboe, Nakatomi Plaza, Ludlow Lions und Ghost Robot Ninja Bear gar nicht hätten unterschiedlicher sozialisiert werden können? Eben! Da muss dann halt so ein vollkommen unberechenbarer Hardcore-Hybrid bei herausspringen, der konsequenterweise nur den Namen Fashion Week tragen kann. Ein fettes Brett und unsere Platte des Monats.

Stream & Buy "Prêt-à-Porter"

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Samstag, Februar 21

Frau Potz - Lehnt dankend ab (Gold Edition) + Bonussongs: Muss ein echter Fan dieses Reissue wirklich haben?



JEIN! Ich will die Platte in diesem Artikel überhaupt nicht rezensieren. Gab es schon tausend Mal. Viel mehr will ich über dieses Reissue aufklären. Viele Frau Potz Fans waren empört darüber, dass die Band bzw. deren Heimatlabel Delikatess Tonträger ein Reissue des alten Albums produzierten mit dem es noch sagenhafte 6 weitere Bonussongs zum Download geben sollte. Welche Songs das sein sollten, verriet weit und breit niemand. Selbst auf Anfragen beim Indie-Label wurde man eiskalt ignoriert. Ich verstehe wirklich nicht, wie man so mit seinen Fans umgehen kann, aber das sei mal dahingestellt. Dennoch bin ich jetzt mal über meinen Schatten gesprungen und hab mir das Reissue bestellt, obwohl ich Besitzer einer Erstauflage bin.

Komme ich zum Wesentlichen. Hier mal eine Auflistung der exklusiven Bonussongs:

13. Stotterrobotter
14. Bo Jan und die Bullen (Aurora Ghost Remix)

Beide Songs ergeben die self-titled Release aus dem Jahr 2011. Das Ding erschien in "Eigenproduktion" als CDr und digital auf iTunes. Nach dem Ausverkauf der sehr kleinen CDr-Auflage verschwand auch die digitale Version aus dem Netz.

15. Der Ire war nicht das Problem
Hierbei handelt es sich um den Frau Potz -Part von der Split-EP mit Findus. Die erschien 2010 auf 7" Vinyl + Download auf Bandcamp. Die 7" ist komplett ausverkauft, Download kostet nur 2€ auf Bandcamp.


16. Schlossers Law (Demo 2009)
17. Kapuze (Demo 2009)
18. Ach, Heiner (Demo 2009)

Das kann man ja erraten. Die Songs entstammen ihrer ersten Demo EP 2009. CDr's waren schon ausverkauft als man erfuhr, dass die Band überhaupt existiert. Zumindest war das mein Eindruck damals. Dazu gab's für sehr kurze Zeit einen kostenlosen Download auf ihrem Blog.

Das waren die 6 Bonussongs. Wie ihr seht, einfach nur ein nettes Geschenk nachdem sich die Band aufgelöst hat. Ein Fan der ersten Stunde ist sicherlich bereits im Besitz aller Songs. Wer das alles verpasst hat, durfte hiermit nochmal die Bandgeschichte nachhören. Allen die weder noch das Glück hatten in den Genuss zu kommen bleibt nur irgendwie noch die Gold Edition zu ergattern oder illegale Downloads zu betreiben.

Ich wünsche euch noch ein angenehmes Wochenende und viel Glück bei der Suche.

Bandpage
Frau Potz @ Delikatess

Montag, Februar 16

Hollowood - Zero EP



Band: Hollowood

Titel/Release: Zero/EP (CD)

Label: DIY/Black Seagull Records

Erscheinungsjahr: 2012/2015

Genre: Progressive, Mathrock, Alternative, Indie

FFO: Mars Volta, Cursive, Test Icicles, We Are Piano, Blues Drive Monster

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Kurzinfo:

Einige schreiben lieber eingängige Melodien, andere dagegen sehen sich der experimentellen Musik verpflichtet. Und wiederum andere haben durchaus ein feines Händchen für tolle Melodien, legen aber nicht wirklich viel Wert drauf, diese in eingängigen Songs wiederzukäuen.
Hollowood existieren bereits seit 2007, zumindest irgendwie, und haben sich während dieser Zeit in sämtlichen Spielarten des Hardcores ausprobiert. Auf ihrer Debüt-EP "Zero", die ursprünglich 2012 in Eigenregie entstand und in diesem Jahr über das brasilianische Label Black Seagull Records auf CD erscheint, haben die mittlerweile zum Quartett geschrumpften Südamerikaner scheinbar immer noch keinen Konsens gefunden. Zwar ist der (Post-)Hardcore-Anteil in ihren Songs inzwischen nur noch eine Randerscheinung, dafür werden jetzt Genres wie Indie, Mathrock, Alternative und vor allem Progressive querbeet durch's Feld gejagt. Dass ihre Musik dabei nicht im unüberschaubaren Experimental-Chaos ausartet und stattdessen immer wieder an einprägsamen Melodiepassagen hängen bleibt, zeugt von einer Band, die ganz genau weiß, wozu sie im Stande ist.

DL "Zero" EP Here, Here & Here



Samstag, Februar 14

Irish Handcuffs - ...Hits Close to Home. LP



Band: Irish Handcuffs

Titel/Release: ...Hits Close to Home./Album (200x Black, 50x Orange & 50 Blue Vinyl, CD)

Label: Fond of Life/Shield Recordings

Erscheinungsjahr: 2014

Genre: Pop-Punk, Punk, Melodic Punk

FFO: Millencolin, The Offspring, Idle Class, Donots

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Kurzinfo:

Auch auf ihrem ersten Longplayer kommen die vier Regensburger größtenteils mit drei Akkorde aus, um die gut gelaunte Pop-Punk-Gemeinde bei selbiger zu halten. Gleich die ersten drei Songs fegen eingängig und mit fröhlichen Singalongs eher die kalifornische Küste entlang, denn graumelierten Blockfassaden, und wirbeln dabei eine Menge Spaß auf. Doch einzelne Songs aus dem insgesamt homogen fließenden Album herauszupicken, ist eigentlich unnötig. "...Hits Close to Home." enthält zehn - davon neun neue und einen bekannten ("Derail" von ihrer Split-7" mit Dan Webb and the Spiders) - melodiöse Songs, die allesamt nur eine Richtung kennen - ...

Buy Here, Here, Here, Here & Here

Donnerstag, Februar 12

Easy Lover - s/t 7"



Band: Easy Lover

Titel/Release: Selftitled/EP (100x limited red 7", regular black 7" & 50x Tapes )

Label: Twisted Chords/Colossus Tapes/DIY

Erscheinungsjahr: 2014

Genre: Hardcore, Punk, Crust

FFO: Alpinist, Jungbluth, Ancst, Ruins, Holy

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Kurzinfo:

Wenn sich Leute aus Morla, Flyktpunkt und dem düsteren Henry Fonda/Afterlife Kids/Ancst-Bermuda-Dreieck zusammenschließen, kann sich das Ganze eigentlich bloß in eine Richtung entwickeln. Kompromissloser Hardcore und Crust, der in seiner apuristischen Offenheit noch etwas Screamo und tolle Melodien einbettet und mit schonungsloser, leicht misanthropischer Punkattitüde daherkommt.
Für die Aufnahme und den Mix von Easy Lover's gleichnamiger Debüt-EP zeichnete sich Andi Sommer (Ancst, Henry Fonda, Fuck, Wolves!, uvm.) verantwortlich. Runde Sache also...

DL s/t 7inch

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Dienstag, Februar 10

Elephants on Tape - Ask the Moon EP



Band: Elephants on Tape

Titel/Release: Ask the Moon/EP (CD im Cardboard)

Label: DIY

Erscheinungsjahr: 2013

Genre: Electropop, Indiepop, Pop

FFO:  Repartee, EVRST, Northern Lite, Sally Seltmann

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Kurzinfo:

Man merkt es bereits an den Referenzen: das Weimarer Quintett Elephants on Tape stößt mit ihrem Sound eine Menge Schubladen auf. Bitter-süßer, sanfter (Indie-)Pop, düsteres Synthiegefeuer, post-rockige Wände - auf ihrer Debüt-EP "Ask the Moon" bedienen die Fünf eine breite Palette und verwöhnen somit nicht nur die eingängig geschulten Ohren. Bei den unterschiedlich ausholenden Neben- und Vorprojekten der Bandmitglieder (u. A. Pepe., Lumat, Fitzek, Lidenbrock) allerdings auch keine allzu große Überraschung. Mit "Different From Now" scheint der Titel ihrer zweiten EP scheinbar bereits zu stehen. Fehlen ja nur noch die Songs...

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Sonntag, Februar 8

Dwnpours - Black Unltd. EP



Band: Dwnpours

Titel/Release: Black Unltd./EP (100 Digipak-CD's)

Label: Beyond Hope Records

Erscheinungsjahr: 2012/13

Genre: Modern Hardcore, Dark Hardcore, Metal, Punk, Doom, Crust

FFO: Botch, No Omega, Kapytaen

Links: Facebook\\//Bigcartel\\//Last.fm



Kurzinfo:

Eines vorweg: so schlecht, wie es einen die Rausverkaufpreise von Beyond Hope Records (CD/T-Shirt/Beutel = 4,50 EUR!!!) und Shivery.MMXII Productions (CD = 3,00 EUR) weismachen wollen, ist der doomende, crustige und metallern hämmernde Dark-Modern-Hardcore von Dwnpours nun auch wieder nicht. Vielmehr trifft das Quartett aus Würzburg mit ihrem Soundmix genau in die Mitte zwischen außergewöhnlich und altbekannt. Zum Einen lassen sich durchaus verwaschene Parallelen zum Mathcore von Bands wie Dillinger Escape Plan und Botch oder gar zum Kurstadtviolence ihrer beheimateten Kollegen Kapytaen ziehen, was vor allem "Late Hours" und "Black Chauffeur" zeigen. Der abrupte Wechsel zu eingängigen Riffs und Moshparts, aber auch tollen und unerwartenden Melodiebögen wie im großartigen "Dirt Connoisseur" und abermals dem Closer, zeigen, dass sich Dwnpours da nur schwer festlegen wollen. Kalkuliertes Chaos halt, das genretreu in der Tonmeisterei Oldenburg eingefangen wurde.
DL "Black Unltd." Here & Here (Songs einzeln)

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Freitag, Februar 6

FUCKFX - HANDY | SCHLÜSSEL | PORTEMONNAIE



Band: FUCKFX

Titel/Release: HANDY | SCHLÜSSEL | PORTEMONNAIE/Album (200 CD's)

Label: DIY/Tanzverbot Records

Erscheinungsjahr: 2014

Genre: Deutschpunk, Punk, Skatepunk

FFO: Die Shitlers, Supernichts, Gedrängel, Nein Nein Nein

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Kurzinfo:

Acht (zwar nicht unbedingt gemeinsame) Bandjahre hören sich ja erst einmal gar nicht schlecht an. Und eigentlich ging mit ihrem "Juzl-DemoTape", das noch im Gründungsjahr 2007 erschien, auch alles recht flott über die Bühne. Anfangs beschränkten sich die damals noch zu dritt aufgestellten Göttinger lediglich auf's Nacheifern ihrer punkigen Vorbilder, die namentlich und ungeniert mit Knochenfabrik, NOFX, Pascow und Yok Quetschenpaua benannt werden können. Letzterer ebnete der bis dato lediglich regional anerkannten Coverband immerhin nachhaltig den Weg in die "linksextremistische Musikszene" (nachgeplabbert von Bierschinken, die es wiederum MadGyver nachplabberten). Diesen vielleicht viel zu rasanten Aufstieg, nutzten FUCKFX fortan, um sich an eigenen Songs zu probieren. Das glamoröse, aber knallharte Rockerleben holte die Bandmitglieder schließlich ein. Es folgten mehrere Besetzungswechseln, die die Band fast endgültig auseinanderriss. Aus dem Chaos erwacht, saß man im Jahr 2012 plötzlich auf einen zwölf Song hohen Berg von eigenen Songs, die zwei Jahre später dann doch noch den Weg auf's erste Album "HANDY | SCHLÜSSEL | PORTEMONNAIE" finden sollten, auf dem sich die mittlerweile zum Quartett angewachsene Band zwischen melodiösen Punkrock, altehrwürdigen Deutschpunk und anscheinender Weise auch Skatepunk austobt. Und wer es soweit geschafft hat, für den ist das Ummünzen des allseits bekannten Tetris-Sounds in ein waschechtes Punkriff auch bloß noch eine leichte Fingerübung. So geschehen übrigens im Song "Tetris", der standesgemäß mit Alerta-Antifascista-Demochören ausklingt. Top!

DL & BUY "HANDY | SCHLÜSSEL | PORTEMONNAIE"


Mittwoch, Februar 4

Perspective, a Lovely Hand to Hold - Play Pretend EP



Band: Perspective, a Lovely Hand to Hold

Titel/Release: Play Pretend/EP (100 pinke Tapes)

Label: Broken World Media

Erscheinungsjahr: 2014

Genre: Emo, Indie, Mathrock

FFO: The World is Beautiful Place & I am No Longer Afraid to Die, You Blew It!, Snowing, I Kill Giants

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Kurzinfo:

Ben Walker, Andrew Dwyer, Matt Cook und Jacob McCabe kennen sich schon seit dem College, gründeten 2010 mit A Turn for the Worst ihre erste gemeinsame Studenten-(Pop-)Punk-Band, metzelten mit Fight for Alaska feucht-fröhlich den Metalcore nieder und strapazierten die Nerven des Hörers mit ihrer experimentellen Hardcore-Band Travels. Während sich der Nachhall beider Letztgenannten vor allem in PALHTH's rauheren und roheren Debütalbum "Autonomy" wiederfand, zeigen sich die vier Amerikaner aus Nashua, NH auf ihrer ebenfalls 2014 erschienenen Folge-EP "Play Pretend" wieder von ihrer poppigeren Seite, wie gleich zu Beginn die Gute-Laune-Video-Single "Pepe Silvia" unter Beweis stellt. Dennoch zieht das Quartett mit seinen Songs weite Kreise um massentauglichen Indie- und Emopop. Zu verspielt, stellenweise gar vertrackt, erweisen sie sich auf Gesamtlänge, um damit die verwöhnten Ohren der Radiogemeinschaft einfangen zu können. Gut so, da sie TWIABP&IANLATD-Sänger Derrick Shanholtzer-Dvorak ohnehin schon in seine schrullige Broken-World-Media-Clique integriert hat.

DL "Play Pretend" Here & Here


Montag, Februar 2

BATTRA// - Über die Würde des menschlichen Lebens EP



Band: BATTRA//

Titel/Release: Über die Würde des menschlichen Lebens/EP (50 schwarz-pinkbekleckste Tapes & 25 CDr's)

Label: Mustard Mustache/BLSN WRST Recordz

Erscheinungsjahr: 2014

Genre: Fastcore, Powerviolence, Trash, Punk

FFO: Henry Fonda, Strafplanet, WØLFENSTEIN

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Kurzinfo:

Wenn ich etwas aus meiner damaligen Pilgerzeit durch Sachsen-Anhalt gelernt habe, dann, dass man sich entweder für die Landeshauptstadt Magdeburg oder dem ewigen südlichen Konkurrenten Halle/S. entscheiden muss. Gleichermaßen Sympathien für beide Städte aufbringen geht scheinbar nicht, und das hat nicht zwangsläufig etwas mit der erbitterten Feindschaft zwischen den beiden Hauptfußballclubs beider Städte zu tun. Da ich damals die längste Zeit in der Nicht-Hauptstadt verbrachte, fällt mir die Entscheidung leicht. Ich kenne die schönen - und damit meine ich nicht nur die Nutrias am Saaleufer oder die prominenten Schokokugeln - , aber auch die Schattenseiten der Stadt. Zu den schönen Seiten gehört auch eine fluktuierende Undergroundszene, die in der jüngeren Vergangenheit u. A. das Projekt 78 hervorbrachte und eben Bands wie BATTRA//. Die mischen die dortige Punkszene mit fies-fauchenden, ätzenden und bis ins Trashige sprintenden Fastcore und Powerviolence (#Pennerviolence) auf. Auf ihrem Demo-Debüt "Über die Würde des menschlichen Lebens" findet man dazu standesgemäß passende Samples und mit "You Only Lobotomize Once" einen fast schon stoner-mäßigen Abgang. Fett!!!

DL "Über die Würde des menschlichen Lebens" Here & Here

Jahres-Sampler