Freitag, November 13

Younger Us - Graustark



Band: Younger Us

Titel/Release: Graustark/EP (100x black & 400x gold screenprinted Clear 12", Digital)

Label: Through Love Records, Koepfen, Tief in Marcellos Schuld, Day by Day Records, Teenwolves Records

Erscheinungsjahr: 2015


Genre: Post-Hardcore, Hardcore, Düster-Hardcore, Grunge

FFO: Defeater, Nails, The Saddest Landscape, Fashion Week

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Kurzinfo:

Würde ich über Bands aus dem Mainstreamsektor schreiben, wäre ich wahrscheinlich ein ziemlicher Querulant. Vielleicht liegt es ja an den hohen Erwartungshaltungen gegenüber solcher Gruppen oder auch, weil die Radiodauerschleifen bereits im Vorhinein dem jeweiligen Release sämtliche Spannung austreiben. Im Untergrund läuft das zum Glück anders. Als mir die vier Stuttgarter Jungs von Younger Us bereits vor Monaten einen Stream zu ihrer Debüt-EP "Graustark" zuschickten, haben sie mich gewissermaßen unvorbereitet erwischt. Nach einem ersten Lauschangriff musste ich mich erst einmal vergewissern, ob hier nicht versehentlich ein Deathwish-, Epitaph- oder Hydra Head-Sprössling in die falsche Verteilerliste geraten ist. Trifft beides nicht zu, denn ihr erstes Labelrelease erscheint über fünf heimische Labels, darunter auch das vom Younger-Us-Bassisten Felix Froehlich mitbetriebene Day by Day Records. Und das ist doch schon mal eine interessante Konstellation, denn über Musik schreiben - so wie ich - kann jeder, der ein übermäßiges Mitteilungsbedürfnis verspürt. Hand anlegen (am Instrument!), das machen nur die Coolen. Cool, so pubertär dieses Adjektiv auch sein mag, klingt auch "Graustark". Ein fettes Post-Hardcore-Brett, düster, fein arrangiert, freigeistlich expandierend und fett produziert. Mit Jay Maas und Philipp Koch (Heisskalt, Big Spin), der nebenher noch im Song "Philophobia" zu hören ist, kümmerten sich schließlich auch keine Amateure um den akustischen Feinschliff. Von der Verpackung ganz zu schweigen.
Wer den Platten seiner internationalen Genrelieblingen zumeist vergeblich hinterher rennt, hat mit Younger Us nun vielleicht eine passende Alternative parat, denn mit der amerikanischen, englischen und französischen "Konkurrenz", kann das schwäbische Quartett allemal mithalten. Mindestens. Younger Us wollen es auf diesen Vergleich aber gar nicht ankommen lassen. Mit "Graustark" bahnen sie sich unbeirrt ihren eigenen Weg. Durch einen finsteren Tunnel, der zwar nicht am Ende, dafür aber in regelmäßigen Abständen zwischendurch immer etwas gedämpftes Licht durchschimmern lässt. So schält sich inmitten des post-apokalyptischen Sounds von "Voices" plötzlich eine Emo-taugliche Melodie heraus, "Ceremony" und "Phasm" gönnen sich und uns ein paar akustische Verschnaufpausen, während "Philophobia" neben beidem noch zusätzlich eine grummelig-schwingende Grunge-Gitarre auspackt. Ein starkes Label-Debüt, dass man gar nicht so weit unten erwarten würde.

DL Graustark

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