Montag, Juli 30

Der Bandcamp-Hardcore Vol. 1



Hallo,

bin die letzten Tage mal etwas durch's Bandcamp gezogen, um vielleicht einige neue hoffnungsvolle Jünger der Sparte HARDCORE zu entdecken. Eines vorweg: man hat die Qual der Wahl. Es scheint wohl unmöglich, alle interessanten Bands gleichermaßen kennezulernen, zu studieren, um ihnen im Endeffekt den Sympathiestempel aufzudrücken. Das zweite Problem ist natürlich der Hardcorebegriff an sich. Hardcore ist schon längst nicht mehr einfach nur Hardcore. Vielleicht trug auch die musikalische Müdigkeit der in die Jahre gekomenen Größen dazu bei, dass dieses Genre nach Weiterentwicklung lechzte: Post-Hardcore, Mathcore, Grindcore, Noisecore, Emocore - selbst Ausflüge in Indie- und Metalgefilde waren an der Tagesordnung. Wohl wissend, nicht jeden Geschmack und jedes Subgenre bedienen zu können, hier trotzdem eine kleine Auswahl an interessanten Bands des weitgefecherten Hardcores: 

Erode

Einen maßlos überfüllten Terminkalender scheint die Fünfer-Combo ERODE aus dem US-Bundesstaat Washington zu haben. Die wollen erst gar nicht viel Zeit verlieren und knallen uns ihre Debüt-Demo "End of an Era" in geschlagenen 7 1/2 Minuten, mit Ach und Krach um die Ohren. Reicht auch, denn viel mehr hätte Brumleys heiserer Kehlkopf wohl auch nicht ausgehalten. Etwas mehr Zeit nimmt sich der Live eingespielte Song "Path of Least Resistance". Der protzt mit toller Bassline, einer schmissigen Melodie (ja,genau!!) und schafft es, trotz einiger Taktwechsel, dem Mathcore zu entfliehen. Hört sich alles schon mal ganz gut an und weckt Lust auf mehr.



Sarg

Im gleichen Tempo verdreschen dann SARG ihre Instrumente. Das Trio tourte im Juni mit Fuck,Wolves! durch die Bundesrepublik und teilte sich im Juli mit Baroness eine Bühne. Via Bandcamp kann man sich ihre Debüt-7'' reinziehen oder kostenlos (name your price) downloaden. Gerade mal acht Minuten dauern die sechs Songs. So viel Zeit muss sein!
P.S.: Vielen Dank an S-S-S-SHIAT, der diese tolle Band in unserer Shoutbox vorstellte. 



 Throwers

Atmosphärischer kommt da schon das Leipziger Quartett THROWERS daher. Mit fett doomenden Bass, Sludgegitarren und Brutal-Death-Gekotze ist bereits der erste Song der "Prosaic Materialists / Rudimentary Bodies EP" ein wahrhaft schwer zu verdauender Hardcorebrocken. Hat man diesen "Koloss" jedoch halbwegs unbeschadet überstanden, kann man für die verbleibenden 14 Minuten getrost selber einen Platz auf dieser unbarmherzigen Dampfwalze einnehmen und zuhören, wie alles den Erdboden gleich gemacht wird. Mit Vendetta Records hätte die Band wohl keinen besseren Vertrieb finden können.



Itto

Hysterischer Post-Hardcore aus den Staaten. Refused und JR Ewing, will ich mal in den Raum werfen, wobei Itto noch ein Stück weit zerfahrener sind. Mit Math-, Punk- und Screamoelementen, lassen sie ihren ersten EP-Song zum Programm werden. Ein kurzweiliger Krachblizzard für den apuristischen Hardcoreler.



La Dispute

Natürlich spielen La Dispute mittlerweile in einer ganz anderen Liga, als die sonstigen, hier vorgestellten Bands. Deshalb gibt's hier leider auch keine Gratismusik. Allerdings haben uns die fünf Herren ein Interview mit Vocalist Jordan Dreyer zur Verfügung gestellt. 80 Minuten lang erzählt Jordan über die Geschichten und Thematiken ihres letzten Albums "Wildlife". Untermalt wird das Ganze stellenweise mit Musik von Gitarrist Chad Sterenberg. Sicherlich kein Highlight-Download. Wer jedoch daran interessiert ist, ein paar mehr Einblicke in eines der wohl aufregendsten Post-Hardcore-Alben der letzten Jahre zu bekommen, ist hier genau richtig. Das War's.



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