Montag, April 29

Der Bandcamp-Hardcore Vol. 10


Kelevra:

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Hier nochmal für Diejenigen, die unserer zuletzt schnell abrutschenden Shoutbox nicht so ganz folgen konnten. Die fünf Mannen der Münchener Band Kelevra, hier bei Gerda bereits vom Rocki vorgestellt (siehe HIER), haben ihr Versprechen eingelöst und pünktlich vor den letztjährigen Festtagen ihre neue 7" veröffentlicht. "End of This Time" ist zwar wieder eine Eigenproduktion der Band, allerdings mit dem Unterschied, dass die Instrumente diesmal auch richtig scheppern dürfen (bzw. können). Verantwortlich dafür war Guido von der befreundeten Band Per Capita (siehe unten), der sich in den Aimless Studios um die Aufnahme kümmerte. Noch immer weit weg vom Major, aber Kelevra's apokalyptischer Mix aus Hardcore-Punk und Metalcore fühlt sich sowieso viel wohler in den dreckigsten und dunkelsten Ecken Deutschlands. "End of This Time" bietet als schwarzes 7"-Vinyl mit beiliegender CDr, die zusätzlich den remasterten Song "Monolith" vom "In München Nix Los"-Sampler enthält, zusätzlich Kaufanreiz.

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Per Capita:

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Mit ihrem S/T-Debüt-Album im Jahr 2009, bewegte sich das ebenfalls aus München stammende Quintett Per Capita (übersetzt: "pro Kopf") noch näher am 80er-Hardcore. Auf ihrem zweiten Album "The Damage Done" (2011) und mit neuem Drummer, hämmerten sie dann ihre Songs im Eiltempo durch Crust und Grindcore, die - Dank des immer noch anteiligen Hardcore-Punks - zum Glück nicht bloß im sturem Geknüppel ausarten.  

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Nightslug:

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Völlig unbekannt sind die drei Beteiligten der Düsseldorfer Sludge/Doom-Metal-Band Nightslug nicht. Deren Shouter und Gitarrist Jens fand immerhin schon mit seinen Union of Sleep Unterschlupf beim Szenekultlabel Per Koro, was den Einstieg mit seinem neuen Seitenprojekt deutlich erleichterte. Dort nämlich erschien ihr Debüt-Demo als remastertes, einseitig bespieltes und b-seitig besiebdrucktes Vinyl mit DL-Code. Der Kauf dieser LP lohnt sich somit doppelt, da sich ihr Kälte durchzogener, bedrohlich aufstampfender und atmosphärischer Sound als Bandcamp-Download noch etwas übersteuert durch die Boxen quetscht.

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Alfons Bauer:

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Ziemlich kruder Mix aus Death Metal und Kirmestechno von den beiden Herren aus Wiesbaden, die bislang eher auf kleinen Punkfestivals zur Umbaupause ihre Auftritte feiern. Auf größeren Festivals noch nicht auf der Bühne zu finden, sondern mit Bollerwagen unterwegs, um die Zeltbewohner auf sich aufmerksam zu machen. Ihr letztes Album "Bauer Vs. Bauer" könnte man immerhin als Death-Metal-Album mit Nintendocore-, Trancecore- und Cybergrind-Ausflügen versuchen ernst zu nehmen. Wenn man es denn nicht besser wüsste... 


Leichenbrand:

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Leichenbrand - halb Mensch (Markus Stöcker als Sänger, Songschreiber und Gitarrist), halb Maschine (ein Drumcomputer). Der Ingolstädtische Cyborg streut seit 2006 unerschöpflich seinen Depressive Black Metal unter's Volk und versammelte seine bislang auf 12 Releases durchnummerierte Diskografie auf Bandcamp, darunter auch die einzige Split ("X") mit den Hamburgern Melodic Death-/Black-Metaller Metakognition. Meine Empfehlung für Neueinsteiger: fangt mit dem Album "Ein Schneesturm kommt" (2007) an, dass vielleicht beste Paradebeispiel für die schmale Gradwanderung seiner Höhen und Tiefen - nämlich durchaus ernstzunehmende, gute und melodiöse Black-Metal-Ansätze vs. Übermut durch übertriebene Experimentierfreudigkeit und Genresprünge. Ob einem die DIY-Attitüde, welche sich hauptsächlich durch die eher magere Soundqualität und der künstlich wirkenden Drummachine äußert, zusagt oder nicht, mzss jeder für sich entscheiden. Wer sich durch das Album durchgearbeitet hat, kann im Folgenden aus insgesamt 96 Liedern sein Hitalbum erstellen.

Downloads:
Ebola//Fabrikat Fleisch//ESK v2//Scheinwelt//Klang//X//Nur der Tod ist ewiglich//Traumtöter//Dorn//Ein Schneesturm kommt//Durch die Dunkelheit//...und im Feuer lagen meine Träume

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Kapytaen:

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Von wegen Erholung und Entspannung, im Kurstädtchen Würzburg wird jetzt gemoshed und gehated. Die vier Jungs von Kapytaen hauen uns auf ihrem Debüt-Demotape zehn Hassattacken in 15 Minuten um die Ohren. Sich in düsterem Black-Metal und Grindcore hinab grabend im Stile von Hexis, ähnlich unmissverständlich wie einstige Danse Macabre. Ihr selbstveröffentlichtes Demotape erschien im Februar 2013 in einer kleinen Auflage von 50 Stück und dürfte nur noch begrenzt vorrätig sein. 





El Camino Car Crash:

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Mit Within Walls ließ Dornbirn bereits ein fieses Hardcore-Monstrum frei und hetzte es durch den österreichischen Untergrund. Zusammen mit einigen Mitgliedern ihrer schweizer Kollegen von Unveil, haben sie nun auch den Ausstieg zur Oberfläche gefunden. El Camino Car Crash sind weit mehr, als nur der angesetzte Kniefall vor ihren Vorbildern Converge und The Hope Conspiracy. Das ist treibender New-School-Hardcore, der mit reichlich Punkattitüde auch immer die Melodie sucht - und findet. Ihr auf hundert Stück limitiertes S/T-Debüt-Demotape (Stream HIER) war seiner Zeit "Demo des Monats" in der Visions  und erschien über Take it Back.



Außerdem neu:

Thoreau:

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Erst vor Kurzem feierte die jüngst zusammengefundene, fünfköpfige Postcoregruppe Thoreau aus Würzburg die Releaseparty zu ihrer Debüt-EP "IV". Zwei Tracks, die sich in knapp 18 Minuten der Hoffnungslosigkeit und Tristesse ergeben. Zwischen Düsternis und melancholischer Verzweiflung mäandern die Songs durch Postcore und -metal, und lasten, ohne viel Worte zu verlieren, wie Backsteine auf dem Brustkorb. Ihre EP erschien in Eigenregie in einer kleinen Auflage von 100 CDs und kann direkt über die Band geordert werden. 




KMPFSPRT:

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Ihre gemeinsame Band Fire in the Attic, vorher unter dem Namen Summer's Last Regret gegründet, haben die Brüder Richard und Dennis Meyer vorerst auf Eis gelegt. Zusammen mit Max Schreiber (ex-Days in Grief und -Élysée) und Ex-Top-Model David Schumann (Go As In Gorgeous) gründeten sie 2010 die Band KMPFSPRT, damals noch unter dem anfänglichen Namen Lyon Estates. Und weil Vergangenes auch weiterhin der Vergangenheit angehören soll, wird jetzt auf Deutsch gesungen. Die typischen Punkinhalte, die allerdings untypisch indirekt zum Ausdruck kommen, verpacken sie in chorreichen, treibenden Melodic-Punk, der durch Richard's rauhem Gesang auch immer etwas Hardcore nachhallen lässt und somit natürlich auch großartige Hot Water Music auf den Referenzplan rufen. Ihre Debüt-EP "Das ist doch kein Name für 'ne Band" aus dem Jahr 2012 erscheint neben CD auch auf schwarzem, einseitig bespieltem Vinyl mit B-Seiten-Siebdruck, in Folientasche + DLC, und auf 366 Stück handdurchnummeriert. Also definitiv einen Kauf wert!      

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