Freitag, Februar 22

Wiederhören: Stompin' Souls - ...And It's Looking A Lot Like Nothing At All



Es liegt sicher auch an der zeitgenössischen Überflutung gleichartiger Bands, dass einige tolle Genre-Vertreter schlichtweg in die Belanglosigkeit versunken sind. Was wurden meiner Zeit Mando Diao oder The Hives in den Indie-Discos und Radiostationen durch die Boxen gejagt und somit regelrecht totgenudelt. Doch warum, verdammt nochmal, habe ich da nie einen Song wie "Into The Firing Line" oder "Nothing Is Holy Now" von den Stompin' Souls gehört?! Ganz im Ernst: manchmal frage ich mich, ob mein Musikgeschmack wirklich so verkorkst ist. Wahrscheinlich würde ich als DJ auch immer bloß vor einer handvoll Anstandsgästen wie meinen Eltern auflegen. Ja, du kannst alles schaffen, wenn du nur daran glaubst. Ich glaube jedenfalls, dass Stompin' Souls mit ihrem Album "...And It's Looking A Lot Like Nothing At All" ein klasse Debüt abgeliefert haben, das sich hinter den vermeintlichen Größen keineswegs zu verstecken braucht. Energie-geladener Schweden-Pop trifft auf rotzigen Garage und vereint sich zu höchst infektiösen Moshpit-Gedränge. Und mit "Put Me On, Bring Me Out" hatten die fünf Schweden, von denen einige vorher bei der Ska-Kombo The Funpark Five mitmischten und andere mittlerweile Game-Soundtracks komponieren, sogar einen echten Hit hierzulande. Für mich eher einer der schlechteren Songs des Albums, wo wir aber wahrscheinlich wieder bei meinem verkorksten Musikgeschmack gelandet wären.
Ob es nun an der banal-beiläufigen Orgel liegt, dem mangelnden Durchhaltevermögen der Band (Album #3 wurde 2012 angekündigt aber nie veröffentlicht) oder doch an der starken Konkurrenz - Stompin' Souls hatten leider nie die Aufmerksamkeit erhalten, die sie meiner Meinung nach mit diesem Album verdient gehabt hätten.


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