Montag, Juli 23

PAAN - Schaufenster & Endlich sind alle Tiere tot

   

    










Es ist nicht schön, ich weiß, aber PAAN gehören zu dieser Sorte Bands, die sich als Quersumme vergleichbarer Bands nunmal am einfachsten erklären lassen. Das soll keinesfalls ein Angriff auf die Eigenständigkeit der vier Jungs darstellen, als vielmehr zum Ausdruck bringen, dass die Musik etwas komplexer ist und über die üblichen Hörgewohnheiten hinaus geht. Nehmen wir jetzt also die progressive Verspieltheit von Future Fluxus oder Ter Haar, bügeln die emotionale Textsicherheit von Katzenstreik darüber und bombardieren das alles mit einer gehörigen Portion Screams á la Escapado oder Kosslowski, hat man vielleicht eine vage Skizze vor Augen. Allerdings spielt die Dosierung eine wesentliche Rolle, denn die die ist von Song zu Song unterschiedlich. Oder besser gesagt: von Minute zu Minute. Man muss schon offenherzig gegenüber progressiver Musik sein, darf sich nicht zu sehr dem takttreuen Radio angepasst haben, und naja..wär morgens regelmäßig kalt duschen geht, hat definitiv einen Vorteil. Soll heißen: hier gibt's Taktwechsel und Breaks vom Fließband und tendenziell dem Singen vorgezogenes Geschrei. Das muss man nicht mögen, kann es sich aber erarbeiten. Auch hier gibt's mit eingeschobenen Zitaten und vielen Details so einiges zu entdecken.
Die Band verschafft uns die Möglichkeit dazu, indem sie ihre ersten beiden, längst vergriffenen Alben, als kostenlosen Download via Bandcamp zur Verfügung stellt. Wer will, kann natürlich auch dafür bezahlen, wär' die Band sicher nicht böse drüber. Angefangen 2008 mit dem Album Schaufenster, dessen einziger Roter Faden die Songtitel (Song 1, Song 2,...) bilden. Die rohe Soundqualität verleiht dem Ganzen noch sympathischen Demo-Charakter. Gleiches gilt für die stimmliche Dissonanz bzw. atonalen Ausrutscher, was aber vielleicht auch dem Unterdrücken des sächsischen Dialektes zugeschrieben werden kann. Etwas runder läuft dann die Endlich-Sind-Alle-Tiere-Tot-Scheibe. Die Entwicklung der Band ist fortgeschritten, dabei kann man eigentlich gar nicht so genau sagen, woran man das erkennt. Ihre Lieder, trotz aller Vorliebe für Experimentierfreudigkeit und Verspieltheit, homogen klingen zu lassen, war bereits von der ersten Minute an Markenzeichen der Band.
Dem Zwei-Jahres-Rhythmus treu geblieben, erschien 2012 mit Sounds Like Chewbacca Is Taking A Shit ihr drittes Release. Diesmal Vinyl (und noch zu haben). Geiles Artwork, noch geilerer Sound. Die Übergänge sind etwas fließender. Zu den Ausrastern der Band dürfte diesmal also auch der gemeine Screamo-Hörer, mindestens eines seiner Extremitäten zum Zucken verleiten können.


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DL Schaufenster via Bandcamp
DL Endlich sind alle Tiere tot via Bandcamp

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