Samstag, Dezember 8

Lightning Bolt - Auf dem Gipfel des Wahnsinns










Was soll man noch großartig zu einer Band sagen, die mittlerweile fast 20-jähriges Jubiläum feiert, deren Biografie einen eigenen Wiki-Artikel ziert und die wahrscheinlich nach den Talking Heads die bekannteste Band aus Rhode Island ist. Eigentlich nicht mehr viel, außer, dass Lightning Bolt nun auch auf Bandcamp vertreten sind. Nicht um ihr kürzlich erschienenes Album "Oblivion Hunter" zu promoten, sondern lediglich um der Fangemeinschaft zwei Bandsongs, beide jenseits der 20-Minuten-Grenze, zugänglich zu machen (kostenlos oder erwünschtermaßen gegen eine Spende). "20" wurde auf einem alten Tascam 424 Four Track Recorder aufgenommen und, um den Sound etwas mehr lofi zu gestalten, auf einer bereits bespielten Kassette überspielt. Das Prinzip war einfach: die Stoppuhr auf zwanzig Minuten gestellt und drauf los gejamt. Allerdings brauchte es drei Anläufe bis endlich eine Version den "hohen" Ansprüchen der Band genügte. Aufgenommen wurde der Song im Fort Thunder, einem leerstehenden Lagerhaus, was Mitte der 90ger Zufluchtsort vieler Undergroundbands und deren Events in Providence war. 14 Jahre später startete die Band mit ihrem Song "I Found a Ring in My Ear" eine ähnliche Jam-Session, wieder aufgenommen auf dem Tascam 424. Für eingefleischte Fans sicherlich das I-Tüpfelchen. Wer jedoch sowieso bei Bands wie die japanischen Ruins, Korekyojinn oder Boredoms seine Toleranzgrenze für avantgardistische Musik erreicht hat, braucht hier bei Lightning Bolt erst gar nicht anzufangen. Diese nämlich gelten als maßgebliche Einflüsse auf den Noise-Rock der Band. 

DL Track "20" (20:58)
DL Track "I Found a Ring in My Ear" (20:29)

Wem das allerdings noch nicht reicht, der kann ja mal gern bei Brian Chippendales, die Schlagwerk verprügelnde Hälfte von Lightning Bolt, Nebenprojekt Black Pus vorbeihören. Der gründete die Band 2005 zusammen mit Mitgliedern des Hilarious Attic Studios, aus einem Spaß heraus, wobei man anfing Bands, die das Wort "Black" im Namen trugen, aufzulisten und am Ende beschloss, eine Fake-Band zu gründen, die ebenfalls dieses Wort beinhaltete. Aus Spaß wurde Ernst, aus Ernst wurden wiederum Black Pus, die selbigen avantgardistisch, noisigen Whatever-Rock auf die Welt losließen, wie Lightning Bolt. Über Bandcamp sind drei Alben gegen Spende erhältlich, wobei "Black Pus 1" mit zwei Saxofonen und somit Free-Jazz, die Nerven um einiges mehr strapaziert. Für Hartgesottene!!!
DL Pus Mortem

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