Samstag, Oktober 10

Yellnikow - S/T Album



Band: Yellnikow

Titel/Release: Yellnikow/Album (Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Post-Punk, Indie-Punk, Emo

FFO: magret., Skeletor, Pride And Ego Down, I Like Ambulance

Links: Facebook\\//Soundcloud



Kurzinfo:

Auf dem kleinen Bochumer Label Ruhiger Als Du Rec. ist nichts so beständig, wie das Bandhopping. Es kann also gut sein - beweisen kann ich es aber nicht -, dass sich hinter Yellnikow Mitglieder von Electro-, Hip Hop- und Indiecombos wie Sprachferne, Cooking With Liquor, Paperbite und A Palace For Pablo verstecken.
Yellnikow existieren bereits seit 2013. Aus der Intention heraus, etwas anderes ausprobieren zu wollen, war von Anfang an klar, dass es die fünf Nordrhein-Westfalen mit ihrem selbstbetitelten Debüt-Album nicht eilig haben würden. Und so zog sich die (vorerst nur) digitale Veröffentlichung von "Yellnikow" bis in die Gegenwart hinein. Am Ende stehen neun Songs (inkl. Bonussong), denen man diese lange Entstehungszeit durchaus anhören kann und nun auch den Hörern einiges an Aufmerksamkeit und Ausdauer abverlangen. "Yellnikow" ist kein Album, das man mal eben schnell nebenher laufen lässt. Das zeigen schon die Songlängen, bei denen die Band lediglich dreimal unter der 5-Minuten-Grenze bleibt. Generell lässt sich "Yellnikow" besser hören, als rezensieren. Ein Non-Schubladen-Album, das einen unterschwelligen Post-Rock-Gedanken inne trägt und eine konzeptionelle Atmosphäre streut, ohne sich daran fest zu beißen. Alles kann, nichts muss. Und dennoch haben Yellnikow ihre weit nach außen verlagerten Grenzen klar definiert, sicherlich auch, um nicht all zu sehr vom eindringlichen Sprechgesang abzulenken, der sich dank der poetischen Lyrics in bester Storytelling-Manier präsentiert. Und wenn sich dazu noch ein Piano gesellt, das im Untergrund nicht nur zuletzt durch Musiker oder Gruppen wie Hauke Henkel und BÄNGKS wieder salonfähig gemacht wurde, schwillt die Melancholie ohnehin ins Unermessliche an. Yellnikow können aber auch anders, etwa, wenn sich die klimpernden Klavierakkorde und sanften Gitarrenklänge zu massiven Wänden auftürmen, rauhe Basslinien und inbrünstiges Geschreie die Sentimentalität in pure Verzweiflung entgleiten lassen. Das ist mir in dieser Form tatsächlich noch nicht durch die Ohren gefahren. Daher: Hut ab vor diesem Debüt, dass hoffentlich noch den Weg auf ein physikalisches Release finden wird.

DL Yellnikow

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