Donnerstag, August 18

Hollywood Trash Vol.6


FAMOUSxPERSON



Warum unnötig Zeit damit verschwenden, eine passende Berühmtheit zu suchen, um sie anschließend für den eigenen Bandnamen zu adaptieren, wenn es doch auch so funktioniert, wie im Falle des kalifornischen Duos FAMOUSxPERSON? Wir wissen ja schließlich, was uns erwartet, denn: ob's tatsächlich um Hardcore geht, siehst du, wenn ein X drin steht (Gerda-Weisheit #2). Auch an ihrer selbstbetitelten Debüt-EP, für deren sporadisches Cover die berühmte Person Suge Knight herhalten darf, wollen sich die zwei umtriebigen Veteranen aus der HUMBOLDTxCOUNTY-Szene (u. A. Komatose, IGNiT, Desenfreno, Lie Still, iMPLeMeNTO, Tortured Conscience, Utter Bastard, uvm.) gar nicht lange aufhalten. Neun Songs, sieben Minuten, und wahrscheinlich sind die beiden schon wieder damit beschäftigt, neue Combos zu gründen. Ist ja eigentlich auch alles gesagt, was Powerviolence- und Fastcore-Heads ansprechen dürfte. Knarzendes Bassgeschrammel, Trommelfeuer, räudige Growls und spastisches Gekeife. Dazu eine herrlich asoziale Attitüde, wie ich sie schon von unseren zwei Jungs von BATTRA// abfeierte.

FACExBOOK

DL S/T Demo



Neil Perry

Myspace\\//Last.fm
Keine Ahnung, ob sich die ehemalige Screamo-Band Neil Perry aus New Jersey nach dem australischen Star-Koch benannt hat (der gleichnamige Schlagzeuger einer populären Geschwister-Band dürfte wohl außer Frage stehen), aus der Band selbst trug jedenfalls keiner diesen Namen. 
Die vierköpfige Band existierte in den Jahren 1998 bis 2002 bzw. 2003 und brachte es auf vier EP's, fünf Splits und einem Compilation-Album, wovon derzeit nur ihre Split-EP mit den ebenfalls aufgelösten Screamoviolencern A Days Refrain auf offiziellen Weg gedownloaded werden kann. Einen (inoffiziellen) Gesamteindruck kann mensch sich übrigens HIER verschaffen. Folge-Projekte der Mitglieder waren und sind u. A. You and I, Joshua Fit for Battle, Welcome to the Plague Years und die weitaus bekannteren Hot Cross.
Zu hören gibt's Millenium-typischen Screamo, der mühelos den Spagat zwischen tollen Emo-Melodien und zerfahrenen Violence-Attacken packt und somit eine wunderbare Kombination aus Herzblut und Wut schafft. 


Buy Here



La Tumba de Nicolas Cage

Bandcamp\\//Soundcloud\\//Myspace
La Tumba de Nicolas Cage, was frei übersetzt soviel bedeutet wie "Das Grab von Nicolas Käfig", ist eine dreiköpfige Band aus dem spanischen Torrelavega, die seit dem Jahre 2010 aktiv ist und aus bereits szene-erfahrenen Mitgliedern besteht (u. A. OsoLuna, TheRoom). Mit dem Bandnamen könnte mensch eigentlich aufgeregten Post-Punk oder angeschrägten Indie verbinden, stattdessen liefert das Trio instrumentalen Post-Rock, der zu keiner Zeit eine Stimme vermissen lässt. Allein die vier Songs auf ihrer gemeinsamen Split-LP mit ihren autonomen Landsmännern Témpano (die sich auch eine Split-EP mit den Göttingern_innen von te:rs teilen) erweisen sich als äußerst abenteuerlich und begeben sich auf eine weitreichende Reise durch das schier unendliche Genre. Auf der Basis von sphärischen Soundscapes, ändern die Songs immer wieder die Richtung, brechen die schwelgerische Melancholie mit treibenden Riffs auf oder verlieren sich in spacige Höhen. Fans von Explosions in the Sky, God is an Astronaut und ASIWYFA könnten hier alle gemeinsam auf ihre Kosten kommen.

DL Split-LP w/ Témpano '\-_-/` A-Seite <-> B-Seite
DL Complete Split-LP
DL Demo

Buy Here, Here, Here, Here & Here


Harrison Fjord

Bandpage\\//Facebook\\//Bandcamp\\//Soundcloud\\//Twitter\\//Youtube
Als bekennende Star-Wars-Fans ist es natürlich legitim, sich als Band nach einem der Hauptakteure der Weltraum-Saga zu benennen, in leicht abgewandelter Form versteht sich. Im Bezug auf ihre Musik hätte es "Pink Fjoyd" aber vielleicht besser getroffen. Egal, sie heißen Harrison Fjord und spielen jene Art von halluzinogenen Psychedelic, den ihr Idol wohl noch im Original miterleben dürfte.
Um den knallbunten und spacigen Trip auf "Puspa in Space", der Debüt-EP des Septetts aus Chandler, AZ, demnach stilecht genießen zu können, braucht es nicht mehr als eine Trompetenhose, eine volle Lockenmähne auf dem Kopf und unter den Achseln und ein paar Blotter.
Wer es weniger smooth, dafür umso abgedrehter mag, dem/der kann ich auch wärmstens The USA is a Monster ans Herz legen.




Jeff Bridges

JB Homepage\\//JB Facebook
Kein Fake, das hier ist der Dude himself. Wer Jeff Bridges bislang auch fernab seiner Schauspielkarriere Beachtung schenkte, dürfte vom musikalischen Treiben des gebürtigen Kaliforniers durchaus schon Wind bekommen haben. "Sleeping Tapes" ist bereits sein drittes Album, hinzu kommt noch das "Live"-Album mit seiner Tour-Band The Abiders.
"Sleeping Tapes" ist, wie der Titel bereits verrät, ein Gute-Nacht-Album. Fünfzehn Spoken-Word-Songs, untermalt mit sanften Pianoklängen, minimalistischen Drones, hauchzarten Electronicas und Naturgeräuschen, die von Keefus Ciancia (Unloved), u. A. für den Soundtrack von "True Detective" verantwortlich, zu einem ambienten Score zusammengeschustert wurden. Dazu brummelt uns Jeff's sonore und beharrliche Stimme sämtlichen Alltagsstress von der Seele. Anders als seine bisherigen Country-Alben, ist "Sleeping Tapes" ein therapeutisches Werk, ein Entspannungsalbum, das uns behutsam in den Schlaf wiegen soll. Und wenn Mensch sich darauf einlässt, kann das sicherlich auch wunderbar funktionieren.
Der Erlös aus den Downloads und den bereits restlos vergriffenen Tape- und Vinyl-Releases kommt übrigens komplett der amerikanischen Organisation No Kid Hungry zu Gute.




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