Dienstag, Juli 17

Emmanuel Aldeguer - eine kleine Querbeet-Diskographie



Er ist Technical Broadcast Manager des kleinen französischen Musiksenders Trace Urban, Gründer und Mitglied dreier Bands und so ganz nebenbei noch leidenschaftlicher Rezensent seiner eigenen Review-Seite Radiator Hymn. Vor allem bei Letzterem - Reviews von Hella, über The Locust und Daughters, bis hin zu Regina Spektor - wird klar, dass ein Eingrenzungsversuch seiner musikalischen Vorlieben schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt wäre. Demzufolge ist es auch nahezu unmöglich, Emmanuel Aldeguer's Band-Diskographie auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.


H.O.Z.

Angefangen hat alles 2001. In Dunkerque, Frankreich beschlossen die Freunde Sylvain Bekaert (Vox, Drums), Xavier Pichetti (Bass) und Aldeguer (Vox, Gitarre) die punkige Hard-/Grindcoreband H.O.Z. zu gründen. Das musikalische Interesse dieser Jungs dürfte aber wohl weit vor dem Gründungsdatum der Band liegen, denn Alben wie Loud Noise Making und Monkey Banana entstehen nicht einfach infolge spontaner pubertärer Rebellion oder Übereifers. Zwar werden auch hier gerne mal gesellschaftliche und globale Problemthemen tangiert, meistens jedoch in einer ironischen Grundstimmung eingebettet, was auf der Richard Dean Anderson-EP wohl am deutlichsten zum Ausdruck kommt. Auf dem Debüt noch mit etwas Metalcoreeinschlag und cleanen Gesangparts, machen H.O.Z. auf ihrem Zweitling den Albumtitel zum Programm: kürzer, schneller, vertrackter, epileptischer. Clean ist höchstens noch die Produktion, was beachtlich ist, denn alle Aldeguer-Releases entstanden aus eigener Hand. Das Aldeguer nicht mit unendlich viel Gesangstalent gesegnet ist, fällt nicht weiter ins Gewicht. Bei dem Brüllmarathon ist es sowieso ratsam, das Lyricsheet bereitzuhalten. Die Band sprüht ihren DIY-Charme in sämtliche Richtungen, macht auch keinen Hehl daraus. Macht sie aber immerhin sehr sympathisch.


AL°R

Ab 2009 fing Aldeguer dann an, sein Faible für experimentelle Electromucke akustisch umzusetzen. Und da er auch außerhalb seines Hobbys ein begnadeter Electrotüftler ist, erklärte er das Schreiben, Programmieren und Produzieren der AL°R-Songs zu seinem alleinigen Privileg. Noch im selben Jahr erschien die Demo-LP Duokaitettarakontaphobia-Concerto, bislang einziges, auf Tonträger gepresstes Release seines Ein-Mann-Projektes. Die A-Seite, ein 15-minütiges Klassikinstrumental, bahnt sich seinen Weg durch sämtliche Sphären, verführt zum Träumen und Schwelgen, kann den Hörer aber ebenso unerwartet wieder wachrütteln. Die B-Seite widmet er dann den Electrospinnern. Vertrackt hüpfen die kurzen Songs im Stakkatogalopp über die Rillen, lassen Haarrisse vermuten, wo keine zu finden sind. Ab und zu geistesgestörtes Stöhnen und aus der Ferne erklingende Wehgeschreie, fertig. Mit Gritron gibt's als letzte Zugabe noch den Versuch eines Breakcore-Songs.


Forty-Two The Band

Bei einem Interview beim französischem TV-Sender WEO 2010, stellte Aldeguer dann ein neues Projekt vor: Forty-Two The Band. Wieder was vollkommen anderes. Als Grundtenor soll diesmal seine Zuneigung zur Folk Music zum Ausdruck kommen. Und da ja, wie oben bereits erwähnt, Aldeguer noch etwas an seiner Gesangsstimme pfeilen muss, hat er sich mit Vincent Haro einen äußerst begnadeten Sänger an Bord geholt. Aber bereits bei dem Debütsong während der Show bekommt der Hörer zu spüren, dass es bei einfacher Folk Music nicht bleibt. Natürlich nicht! Was mit harmonischen Gesang zur Akustikgitarre eigentlich ganz bedächtig beginnt, endet in einem Growl-Gewitter. Und auch die restlichen Myspace-Songs lassen auf einen eher gewöhnungsbedürftigen Mix aus Folk, Alternative und Geschrei schließen. Akustik-Core? Folk-Core? Beide Musiker suchen noch nach einem Label, welches die Songs der Band zu einem würdigen Release pressen sollen. Spätestens dann muss das Duo dem Kind einen Namen geben.


Myspace Emmanuel Aldeguer

Myspace H.O.Z.
Bandpage H.O.Z.
Bigcartel H.O.Z.

Myspace AL°R
Bandcamp AL°R

Myspace Forty-Two The Band

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