Freitag, Juni 14

Goodbye Fairground sagen Goodbye zum Underground und hinterlassen ihr Debüt gegen Spende.


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Es gäbe so einige gute Gründe, warum sich an dieser Stelle Goodbye Fairgrounds neues Album "I Started With the Best Intensions" wiederfinden könnte. Nicht nur zuletzt, weil sie es mit ihrer Single "Western Gold" in die Playlist von StarFM geschafft haben, sondern mit Concrete Jungle Records nun endlich auch den längst überfälligen Labelvertrag in der Tasche haben. Mindestens zwölf andere gute Gründe liefert ihr Debüt-Album "Goodbye Fairground", damals noch unter dem Alter Ego Paraquat erschienen, auf dem die fünf Essener Indie, Punk, Emo und Post-Hardcore auf höchst eigenwilliger Art miteinander verbinden. Aber: "Ausschlaggebend ist der Song und nicht die Szene", womit jeder für sich selbst dem Kind einen Namen geben kann. "Goodbye Fairground" beginnt mit dem rauhen "Gallows Birds",  dass sich so dermaßen zwanglos und unbekümmert durch die Melodie frisst, dass es auch aus Cursive's "Domestica"-Zeiten stammen könnte. "Shooting With Broken Pistols" öffnet gleich danach die Kellertüren zur schranzigen Indiedisco, wo man beim folgenden "Above Stairs" gar nicht erst in die Versuchung kommt, sich abwartend in die Ecke stellen zu müssen. Zum Dummglotzen und Fremdschämen bleibt schließlich vor dem heimischen Fernseher noch genügend Zeit. Und spätestens mit der Schlachtrufhymne "Painting by Numbers" wird's zum Unterhalten eh zu laut, ein ebenso scheppernder wie dynamischer Indie-Hit, wie ihn damals 4Lyn ähnlich mit ihrem Song "Whoo" auf die ausrastenden Pogotänzer los ließen. Nicht einmal der brüchige, teils überstrapazierte Gesang kann diesen Song bremsen. Der atonale Höhepunkt wird aber erst in der obligatorischen Quasiballade und gleichzeitig letztem Song "Goodbye Fairground" gefeiert, bei dem wahrscheinlich sogar einem schlagfertigen Dieter Bohlen die Worte im Hals feststecken würden. Das hätte man sicherlich auch Schön-Produzieren können, nur ist Indie-Papst Guido Lucas bekannter Maßen kein großer Fan von übertriebenen Schönheitsoperationen und belässt "Goodbye Fairground" bewusst seinem rohen Ursprung. Somit muss man bei Konzerten immerhin keine bösen Überraschungen erleben und beschehrt der ohnehin grundehrlichen Band zusätzliche Sympathiepunkte. "Message on a Cold Hand" entführt noch mal für fünf Minuten in die Spelunke, während das darauffolgende "Unfinished Business" mit hymnenhaften Refrain und toller Gitarrenmelodie nochmals die enge 3x3m-Tanzfläche füllt. Aber egal...hört selbst, ladet es euch oder kauft es. Da sich die Band bei der Produktion ihres Debüts etwas verschätzt hat (lese hierzu das Allschools Network-Interview HIER), ist Letzteres in Form eines schick gestaltetem Digipaks (derzeit 6€) ohne Weiteres möglich.

P.S.: An dieser Stelle sei nochmal jeden wärmstens ans Herz gelegt, die tolle Geste der Band nicht zur Piraterie verkommen zu lassen. Einnahmen fließen nach wie vor direkt in neue Releases. Und es wäre doch verdammt schade, Goodbye Fairgrounds Diskografie bei ihrem letzten Album enden zu lassen. Also ladet es euch, hinterlasst eine kleine Spende und nutzt es als Anheizer für ihre diesjährigen Shows, wo sie im Juli u. A. nicht nur auf dem Sunken Ship Sailor Festival (Pavement Poetry, Western Grace, uvm.) und dem kostenlosen Newcomer-Festival Umsonst & Draußen zu erleben sind, sondern mit keinen geringeren als den Adolescents unterwegs sind.  

DL Goodbye Fairground

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