Dienstag, September 16

Neon Warship - Neon Warship LP



Den Einen oder Anderen mag es vielleicht schon so langsam zum Halse heraus hängen, aber die Flut an guten Stoner/Psychedelic/ClassicRock-Bands mit nach hinten gerichtetem Blick will einfach nicht abreißen. Maul halten und runterschlucken!
Das Trio aus Dayton, OH fand ungefähr vor vier Jahren zusammen, nachdem sich die Beteiligten bereits in vorherigen Gruppen wie der Metalcore-Referenzband Twelve Tribes oder den kurzlebigen Emo-Post-Hardcorelern Walking Kills the Dream über den Weg liefen. Dass die drei also durchaus gegenseitiges Verständnis aufbringen können und in jeder Hinsicht aufeinander abgestimmt sind, ist der selbstveröffentlichten und -betitelte Debüt-LP jederzeit anzuhören. Hilfe bekamen Neon Warship lediglich von Undergroundhero und ex-Auburndale Brian Whitten, der mit bescheidenen, aber wirksamen Mitteln bereits DIY-Bands wie Before the Eyewall, Kuan, Me & Mountains oder Riley ein fettes Soundgewand verpasste. Und so scheppert es auch auf "Neon Warship", auf der Kreuzung Stoner Rock, Ecke Hard- und Classic-Rock, gewaltig. Dabei führen Band- und Albumtitel in Einheit mit dem Coverartwork eigentlich in eine falschen Richtung, denn "Neon Warship" klingt weitgehendst nach sexy Heavyness und Groove, denn nach einem bunten und neonbeklecksten LSD-Trip. Natürlich gönnen die überlangen "Paralyzed" und "Burn the Breeze" dem Hörer auch einige psychedelische Verschnaufpausen oder gniedeln sich frivol bis zum Acid Rock vor. Aber bereits der Opener "Carry You Away" hält fast sechs Minuten ein konstant hohes Tempo und verbindet die schweißtriefende Rock'n'Roll-Attitüde der Hellacopters mit dem anfangs noch authentisch wirkenden Retrogedanken von Wolfmother. Das mit bedrohlichem Riff voranstampfende, tief brummende und zum Ende hin quirlige "Wheater Breeder" hingegen, könnte sich auch unbemerkt zwischen die Hits auf "Songs for the Deaf" mogeln. Ebenso wie im Riffgalopp in "In Waves", schimmern hier immer wieder die Metalwurzeln von Frontmann Kevin Schindel durch, der sich zuvor im Black- (Bringers of Disease) und Post-Metal (Mouth of the Architect) austobte. Allein der hohe, kurz vor dem Falsett halt machende Gesang holt die insgesamt fünf Songs auf "Neon Warship" immer wieder ins Rockbusiness zurück.
Mit dem bereits fertigem "Neon Warship" nistete sich die Band Mitte/Ende 2013 beim Underground- und ehemals Sub-Pop-Konkurrenz-Label Small Stone Records ein. Stellt sich also nur noch die Frage, warum das Album bis dato weder auf Vinyl, noch einem anderen physischen Medium erschienen ist.



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DL Neon Warship LP

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