Donnerstag, August 6

Loser Youth - Livin' La Vida Loca LP



Band: Loser Youth

Titel/Release: Livin' La Vida Loca/LP (500x giftgrüne Vinyl, Digital)

Label: Amöben mit sozialen Ambitionen

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Deutschpunk, Hardcore-Punk, Punk

FFO: Black Flag, Mann kackt sich in die Hose, Kellerasseln, Notgemeinschaft Peter Pan

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Kurzinfo:

Denjenigen, die genauso wie ich schon sehnsüchtigst auf das Tape-Release von Snarg's Debüt-Album warten, liefern Loser Youth nun also eine Erklärung für diesen Verzug: neben den Veröffentlichungen seines Labels, hat Uga-Uga-Tapes-Chef Thommy eben auch noch andere Verpflichtungen. Nicht nur, dass man als Hamburger Musikant mindestens eine Ska-Band unterhalten sollte (Skankshot, mittlerweile aufgelöst), kann es als Deutschpunk-Begeiste(r)ter auch nichts schaden, sich in einer solchen Band selbst auszuprobieren. Seit 2012 kotzt sich das Hanse-Trio nun schon über zweifelhafte Moral und Wertvorstellungen und einer noch zweifelhafteren Gesellschaft aus. "Livin' La Vida Loca", ihr zweites Album, das erste auf Vinyl, schließt da natürlich mit neun neuen Songs nahtlos an. Warum auch etwas ändern, wenn sich seitdem in diesem beschissenen Land nichts geändert hat?! Wie bereits schon ihren Bandnamen (Alarmstufe Gerd), haben sie sich nun auch für ihren Albumtitel bei einem anderen "Künstler" bedient, nur, dass Loser Youth "das verrückte Leben" weitaus kritischer durchleuchten, als es Ricky Martin Ende der 90er tat. "Livin' La Vida Loca" ist gewohnt wenig prätentiös und genauso kurz und knackig auf den Punkt gespielt, wie es für Hardcore-Punk-Bands in den 80ern eben üblich war. (Echter) Punk will schließlich keine Musikpreise abräumen, sondern soll wehtun und wachrütteln, mit dem Kopf oder lieber gleich der Faust voraus. Loser Youth treffen und spucken obendrein noch reichlich Galle hinterher. In Hamburg bekam man in den letzten Jahren schließlich am deutlichsten die staatliche Willkür zu spüren, ob Lampedusa, Rote Flora oder die Festlegung sogenannter Gefahrengebiete. Da ich aber auch ein grundauf optimistischer Mensch bin, will ich mal behaupten, dass man Letztgenannten auch etwas Positives abgewinnen kann. Es zeigt die ängstliche Reaktion eines verunsicherten Staates auf eine vermeintliche Bedrohung. Eine Verzweiflungstat, wenn man so will. Die Gefahrengebiete wurden schließlich wieder aufgehoben. Nur ein Teilerfolg für die freiheitliche Selbstbestimmung, doch der Widerstand wächst weiter. Mit dabei: Loser Youth.

Amöben mit sozialen Ambitionen brachte "Livin' La Vida Loca" auf's Vinyl. 500 Stück, fairerweise allesamt grün. So gibt's immerhin kein Gerangel um limitierte Sondereditionen. Auch mal schön.
DL Livin' La Vida Loca

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