Dienstag, August 25

Platte des Monats 08/2015: Jungbluth - Lovecult LP



Band: Jungbluth

Titel/Release: Lovecult/Album (500x grünes & 1000x schwarzes Vinyl, Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Hardcore, Hardcore-Punk, Punk, Post-Rock

FFO: Young Widows, Trash Talk, Lentic Waters

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Kurzinfo:

Was soll man noch über eine Band schreiben, die alles erreicht hat? Die nicht nur selbst ihre größte Referenz ist, sondern als solche auch für jede zweite neu gegründete Post-Hardcore-Band hierzulande herhalten darf? Die nicht mehr, aber so viel anders ist, als man es von den ex-Alpinisten überhaupt erwarten konnte? Eine Band, die trotz zahlreicher post-moderner und apuristischer Einflüsse keine Kluft zwischen die alteingessene und die neue Punkgemeinde schlägt, weil ihre Wut, ihr Hass und der Wille nach Veränderungen so unabdingbar und authentisch ist. Nun ja ... eine ganze Menge, denn irgendwie wird es nie langweilig mit dem Münsteraner Trio, dass einem immer wieder dann eiskalt erwischt, wenn man felsenfest der Überzeugung ist, die Band durchschaut zu haben. Dabei wäre ihr zweites Album "Lovecult" fast spurlos an mir vorbei gezogen, denn anders als "Part Ache" und die Split-7" mit Callow, veröffentlichen Jungbluth ihr neues Album in Eigenregie. Das ist aber nicht die einzige Überraschung. "Lovecult" ist nur noch bedingt mit dem D-Beat-lastigen Düster-Hardcore ihrer voran gegangenen Releases vergleichbar. Klar, wenn sich schon nichts in diesem Scheiß-Land ändert, muss das ja noch lange nicht auch auf den Sound der Band zutreffen. "Lovecult" klingt daher eher wie eine Alltagspause, ein Album für Zwischendurch. Eines, auf das die Band Lust hatte und auf dem sie sich ausprobieren konnte. In diesem Sinne spielen sich Jungbluth in einen wahren Rausch, der verhältnismäßig als fast schon eingängig bezeichnet werden kann. Noch nie hat sich die Band so nahe am Deutschpunk und Garagerock (!) bewegt, wie mit dem Opener "Everytime Geradeaus". "Overdose Us" dagegen, verlangt schon im Titel nach old-schooligen Crewshouts, dem melancholischen "Lokalkolorit" kann bedenkenlos Theatralik unterstellt werden. Und dann hört euch mal Songs wie "Schrödinger's Katze" und "Charades" an, bei denen man gar nicht so recht weiß, ob man sich mehr auf die tollen und leidenschaftlich geschrieenen Texte oder die munter gniedelnden Gitarren konzentrieren soll. Ein Zwiespalt. Wer sich nicht sicher ist, hört sich die Songs am besten gleich noch einmal an.
Insgesamt läuft "Lovecult" mehr unter dem Motto Hardcore-Punk, wobei die Melodie die harmonische Zerstörungswut weitgehendst verdrängt hat. Und das steht der Band verdammt noch mal wahnsinnig gut zu Gesicht. 
DL Lovecult LP

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