Sonntag, September 25

Platte des Monats 09/2016: Brutale Gruppe 5000 - Zukunftsmaschine II



Band: Brutale Gruppe 5000

Titel/Release: Zukunftsmaschine II/Album (Black Vinyl, 77x Tape, Digital)

Label: RilRec, Raccoone Records, Uga Uga Tapes

Erscheinungsjahr: 2016

Genre: Deutschpunk, Laserpunk, Punk, Hardcore-Punk

FFO: Snarg, Loser Youth, Affenmesserkampf, Mann kackt sich in die HoseAntitainment

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Kurzinfo:

Haben es die vier Jungs also doch noch geschafft ihr Debüt-Album vorzulegen. Wurde ja auch endlich Zeit, denn mittlerweile kamen mir schon einige Zweifel auf, ob sich hinter Brutale Gruppe 5000 tatsächlich Laserpunks oder nicht doch etwa bloß Lazypunks verbergen. Auch wenn das natürlich ein ziemlich flacher Einstieg von mir ist, soll er euch dennoch schonmal auf das vorbereiten, was "Zukunftsmaschine II" in Form von 16 Tracks von der Leine lässt.
Es ist vor allem der schmale Grad zwischen Ironie, Sarkasmus und Zynismus, der das Album zu einem wahren Szeneschmaus ausmacht. Versucht doch mal, das Wort "Pollenschweine" so schnell ihr könnt dreimal hintereinander aufzusagen ... verblüffend, oder? Und fast schon durch die Blume gesprochen, wenn man bedenkt, dass die Jungs in alles andere als indirekten Deutschpunk-Bands wie Contra Real, Praxis Dr. Shipke und Loser Youth sozialisiert wurden. Vielleicht will uns ein Song wie "Ich will keine Blume sein (Verdammt!)", der sich live sicherlich auch gut für eine Zugabe eignen würde, ja genau das sagen: Weniger Honig um den Mund, mehr Tacheles! Brutale Gruppe 5000 verzichten darauf, adäquate Verse für die Hipstergeneration zu kreieren. Stattdessen stürmen sie geradewegs Freischnauze voraus und haben dabei auch keine Scham, sich gelegentlich bei Genre-Größen wie Black Flag ("Kapot + Asozial"), Minor Threat ("Ich wills nicht hören") oder Circle Jerks ("Wild auf der Strasse") zu bedienen. Wer sein Gehirn unbedingt auf Siedetemperatur bringen will, kann ja versuchen, den Stücken "Scheiss Pollen", "Verrückte Viecher" und "Dinosaurs will die" etwas gegenwärtige Gesellschaftskritik zu entlocken. Muss man aber nicht, denn wer aus "Angriff der Killertomaten" und "Die Dinos" sampelt, läuft ohnehin nicht ganz rund, wie wir hierzulande spätestens seit Lafftrak wissen. So ist "Zukunftsmaschine II" nicht nur ein Album, dass sich nostalgisch im oldschooligen und dreckigen HC-Punk suhlt, sondern in zweiter Linie auch richtig Spaß macht. Egal ob eingängige Kopfnicker-Hymnen, melodiöse Punknummern wie der Opener "K.K.K." und der Album-Hit "Fabian" oder Songs, die sich einfach nur in einen dadaistischen Orgasmus hineinsteigern - zu "Zukunftsmaschine II" gilt es peinlich abzuzappeln, in der Hoffnung, von möglichst vielen skeptischen Blicken erhascht zu werden. Prost!

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