Donnerstag, Mai 9

Zwist - Gesammelte Werke



Kurzinfo:

Na wenn das mal nicht nach anstrengender Prosa im musikalischen Mantel klingt. Da schießen mir doch glatt die einstigen Poesie-Coreler JTZT durch den Kopf. Auch Zwist schlagen ihr Zelt auf dem vielbeackerten Feld des 90er-Screamos auf. Und obwohl sich die Songs ihrer Debüt-EP "Gesammelte Werke" überwiegend durch monoton-mäandernde und lose Strukturen schlängeln und dadurch einen avantgardistischen Anstrich erhalten, bleiben sie stets innerhalb ihrer Genre-Grenzen. So fällt der Opener "Idolsgefrase" nocht recht ungestüm mit der Tür ins Haus, ändert aber schon bald und, angesichts der vom EP-Titel heraufbeschwörten Erwartungshaltung, nicht ganz unerwartet seine Richtung hin zu einer Art dezent umrahmten Poetry-Slam-Post-Punk. Das folgende "Teilnehmerurkunde" hingegen gleitet auf einer eingängigen Melodie, die vom heiseren Schreigesang ordentlich aufgerauht wird. Und während das mathig-vertrackte "Gut liegt's sich im Stempelkissen" und der schrammelige Closer "Wilhelmstein/Hör bloß nicht auf zu rauchen" nochmal für etwas Fahrtwind sorgen, zergeht "Sonderbonbon" fast schon anmutig in jazzigem Geplänkel.
Das Berliner Schlagzeug-Gitarre-Duo reizt seine Möglichkeiten voll aus und kreiert auf seinem Debüt zweifelsohne einen interessanten Sound, der auf Gesamtlänge aber auch anstrengend sein kann und an einigen Stellen vielleicht etwas zu provoziert wirkt.

Band: Zwist

Titel/Release: Gesammelte Werke/EP (Tape; Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2019

Genre: Screamo, Emo, (Post-)Punk

FFO: JTZT, Kaywinnet, Lilith

Links: Facebook\\//Instagram\\//Bandcamp




DL "Gesammelte Werke"

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