Montag, Dezember 10

Everyone Everywhere - brav, aber nicht schüchtern.


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Da kamen sie also praktisch aus dem Nichts und überzeugten mit ihrem selbstbetitelten Album 2012 nicht nur zuletzt im Visions-Soundcheck (Platz 3 im Dezember, Ausgabe 237). Aus jenem Magazin stammt auch die Information, dass Everyone Everywhere 100 Exemplare der dazugehörigen LP nach dem Pay-What-You-Want-Prinzip raushauten. Für euch kommt diese Info nun leider zu spät, denn die LP ist bereits restlos ausverkauft (aber binnen 24 Minuten, in denen der Kaufrausch stattfand, hätte ich wahrscheinlich nicht einmal geschafft, einen Post dazu zu veröffentlichen). PWYW bleibt zur Freude vieler auch das getreue Motto hinsichtlich ihrer digitalen Audiofiles. So könnt ihr euch ihren neuesten Longplayer für gerade mal einen Mindestpreis von einem USD saugen. Wem das noch zu viel ist, der kann sich den Dollar bei ihrem ebenfalls selbstbetiteltem Debütalbum aus dem Jahr 2010 sogar noch sparen.  Dafür bekommt ihr Indie, der mit seiner tief sitzenden Emotionalität keine dunklen Tränensäcke oder sonstigen Schwulst erzwingen will und vielleicht auch deshalb in seiner unaufdringlichen Art beeindruckt. Everyone Everywhere würden sich somit auch ganz gut im mittleren Westen der USA, pendelnd zwischen Urbana und Chicago, zurecht finden und in der Spielpause zwischen Joan of Arc und American Football wohl kaum als Ortsfremde auffallen. Dabei bleiben die vier jungen Herren aus Philadelphia stets in ihrer braven Haut, auch wenn das stampfende Schlagwerk immer wieder versucht, die Gitarren, die sich nicht selten im Feedback verlieren, aus den klaren Strukturen des Songs zu treiben. Das ist ehrlich, unbekümmert und souverän, wie es heute in dieser Art nicht mehr selbstverständlich ist.

DL s/t Album 2010

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