Donnerstag, Februar 21

Guter Singer/Songwriter, schlechter ....


Diametral

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Es steckt schon wesentlich mehr hinter der Biografie von Diametral, als der triste Lebenslauf eines Jungen, der sich durch eine schwere Kindheit, falsche Freunde, Studentenrebellionen und den Großstadtalltag boxen musste. Denn Diametral gründeten sich 1997 als eine Greifswalder Studentenband und waren ursprünglich zu dritt, wo in den Anfangstagen der Band ein Demotape erscheint, welches doch tatsächlich mit dem Namen "Erste" betitelt wurde. In den Folgejahren gab es dann Trennungssoap, Soloprojekte, Umzug nach Dresden, Wiedervereinigung in Greifswald, Trennungssoap, wobei viele Tapes und CDr's (siehe Discogs-Diskografie) auf wenigen Exemplaren an den Mann gebracht und eine Vielzahl an No-Budget-Clips gedreht wurden. Letzten Endes sollte Diametral das Singer/Songwriter-Projekt von Claudius Loik sein, der irgendwann nach Berlin kam und dort nicht mehr weg wollte. Eingesperrt in seiner Wohnung entstanden bis 2010 viele neue Songs, Neuauflagen alter Songs und Cover, rund um die Themen Depressionen, Melancholie und Trauer. Glücklicher Weise unterwirft sich der Sound seines LoFi-Indie-Pop nicht zwangsläufig diesen Stimmungen, sondern sorgt mit elektronischen Noise-Experimenten, Key-Einlagen, einigen Gastspielern und auch einigen schnelleren Nummern für reichlich Abwechslung. Diese Freiheit darf sich ein Singer/Songwriter, der unbedingt über die 10.-Release-Marke kommen möchte durchaus nehmen.  



Alex Park

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Wenn Deutschland noch etwas braucht, dann mehr Philipp Poisels oder Bosses. Mit einem Möchte-Gern-Riff und einer Band unter'm Arm oder einer eingängigen Gitarren-Pop-Melodie, könnte Alex Park somit der nächste Revolverheld bzw. Clueso werden. Weit davon entfernt ist er jedenfalls nicht. Da kann er seine Akustiksongs mit noch so viel Schnick-Schnack verzieren, wie das Piano im Song "Verreisen" oder das Cello bei "Eigener Held", was lediglich dazu führt, dass die Songs noch kitschiger wirken und einem das Gefühl des Fremdschämens überkommt. Das klingt vielleicht hart, allerdings bin ich der Meinung, dass es derartiger Musik eigentlich nicht mehr bedarf. Vor allem dann nicht, wenn man ein D.I.Y.-Singer/Songwriter aus Berlin ist und seine Songs am heimischen Rechner kreiert. Immerhin gibt's seine komplette Diskografie bestenfalls kostenlos und wem oben genannte Hype-Erscheinungen bieder genug sind, hat nun genug Auswahl, um die Fritz-Werbepausen schneller vergehen zu lassen. 

DL Großes Baby Berlin
DL Kleine Monster
DL Punkt
DL Brille im Bett EP

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