Samstag, März 22

Felias - Mein Bruder, das Meer EP



Was könnte die im Hardcore-Punk verwurzelten Mitglieder bloß dazu gebracht haben, plötzlich zum Indie-Pop überzulaufen? Wer böses denkt - und zu Beginn des ersten Songs "Beringmeer" können sich solche Gedanken schonmal schnell einschleichen - , sollte sich dennoch kein voreiliges Urteil über die jüngst in Erscheinung getretene, Leipziger/Hallenser Band Felias bilden. Dies gilt allerdings nicht nur für die Fraktion, die eingängigen, massentauglichen und klischeebehafteten Indie-Pop befürchtet, sondern vor allem auch für Diejenigen, die sich mit diesem durchaus zufrieden geben. Nach einem Durchlauf ihrer Drei-Song-Debüt-EP "Mein Bruder, das Meer" könnten sich beide Lager ausnahmsweise mal einig in den Armen liegen. Oder zumindest ohne gegenseitige Skepsis in die Augen schauen. Dabei sind Felias weder das Nonplusultra, noch der ultimative Kompromiss, als vielmehr ein schönes Beispiel dafür, dass seichter Indie-Pop nicht zwangsläufig in ein Radio kompatibles Format gepresst werden muss. Viel zu oft verlieren sich die Gitarren in plänkelnden Post-Rock und nehmen somit den sehnsüchtigen Gedanken der Texte auf, allen voran der Schlusssong "Löwenherz". Hier lässt sich vielleicht auch noch am ehersten eine Parallele zur Vorband Robert Paulsen ziehen, von der sich drei Mitglieder letztendlich bei Felias wiederfanden. Oder durch den letzten verzweifelten Ausbruch am Ende von "Beringmeer". Die romantischten Liebesgrüße verschicken Felias aber erst mit ihrem zweiten Song "Tessin", der zwar etwas morbide einsteigt, dem man aber durchaus den Ausbruch aus der regionalen Szene zutrauen könnte.

Wer jetzt schon für den nächstjährigen Valentinstag vorplant, der sollte sich lieber schnell die EP in CD-Format sichern, die zusätzlich mit einem Poster und Sticker ins Haus geliefert wird, und für nur drei Euro um einiges günstiger ist, als ein Strauß Rosen.
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Stream & Buy Digitally "Mein Bruder, das Meer"



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