Donnerstag, Dezember 12

Octopus Prime - Selftitled Album


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Octopus Prime, das glitschige und bedrohliche Wesen aus den Untiefen des Ozeans, das sich mit jeden seiner acht Fangarme einen Musiker krallte und diese in seinem Inneren zu einem Kollektiv verschmelzen ließ. Bei all den unterschiedlichen Vorlieben waren Magenverstimmungen eigentlich vorprogrammiert. Eigentlich. Jedoch konnten sich die acht Münsteraner relativ schnell auf einen musikalischen Konsens einigen, der grob als populäre Musikstile wie Reggae, Pop-Rock, Electro und Ska zu einem tanzbaren Party-Mix formen und dem Mainstream dabei eiskalt den Rücken zukehren umschrieben werden kann. Und eigentlich ist das harmonisierende Resultat ihres selbstbetitelten Debüt-Albums auch keine all zu große Überraschung, denn nach eigenen Angaben war ihr Zusammenfinden ein ausgeklügelter Akt des Schicksals. Der Legende nach trafen sie sich unbekannter Weise in einem Filmtheater, nachdem jeder von ihnen zuvor eine Freikarte für den Blockbuster "Mega Shark vs. Giant Octopus" gewann. Während die urzeitlichen Monster mit der Zeit Ölbohrinseln, Brücken, Flugzeuge und Atom-U-Boote en masse dem Meeresgrund gleich machten, stieß den acht, von diesem Spektakel gefesselten, Filmbesuchern gleichermaßen das dringliche Gefühl auf eine Band zu gründen. Zu all den kuriosen Umständen pflanzte ihnen auch noch eine sonore Stimme, die später als spirituelle Verbindung zwischen ihnen interpretiert werden kann, den Bandnamen Octopus Prime in den Köpfen ein. Eine tolle und faszinierende Geschichte, die man später wohl auch noch gerne seinen  Kindern und Enkeln erzählen wird. Wahrscheinlicher aber ist, dass sich die Musiker bereits seit ihrer Vorband The Skapitanos (Free- und Spendendownloads HIER) kennen, mit diesem Bandnamen allerdings die Freiräume für ihre genreübergreifenden Kreativität zu eng bemaßen. 2011 rissen sie diese Grenzen nun mit dem neuen Bandnamen Octopus Prime vollständig nieder, wobei das Grundgerüst ihres flotten Reggae-Skas von der Abrissbirne verschont blieb. Neben den neu gewonnenen Freiheiten sticht aber vor allem die glasklare und fette Produktion ihrer Songs hervor. Einen maßgeblichen Anteil daran hat Dominik Symann (siehe seine Dubstep-Nebenprojekt Haptix und Kalawa DBSTP), der mit seiner Gitarre nicht nur den Rockgehalt nach oben schraubt und einen ebenbürtigen Gesangspartner von Sängerin Léa Landwehr abgibt, sondern "Octopus Prime" auch aufnahm und produzierte und somit die Band auch vom Zeitdruck entlastete. Über einen Zeitraum von zwei Jahren hatte das Album Zeit, in seinem Kalawa Record Studio zu einem homogenen Werk zu Reifen, trotz der zahlreich ineinander verflochtenen Ideen.

Octopus Prime wollen unüberhörbar hoch hinaus und haben sich mit ihrem Album eindrucksvoll selbst den Weg dahin geebnet, ohne die DIY-Ethiken zu vernachlässigen. Respekt!

Wer ein physikalisches Exemplar in Form einer Digipak-CD oder eines Tapes haben möchte, sollte sich auf einer Veranstaltung der Band blicken lassen oder ganz ungeniert auf Facebook nachfragen.


DL Selftitled Album

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