Samstag, April 25

Platte des Monats 04/2015: Loose Suspense - S/T EP


Band: Loose Suspense

Titel/Release: Loose Suspense/EP (Digital)

Label: DIY/Bandcamp

Erscheinungsjahr: 2015

Genre: Post-Hardcore, Melodic Hardcore, Punk

FFO: Touché Amoré, More Than Life, Donnie Brasco, I Saw Daylight

Links: Tumblr\\//Facebook\\//Youtube\\//Bandcamp



Kurze Einleitungsfrage: Was haben die Stuttgarter Dark-Doom-Post-Rocker Boden mit den Alternative-Indierockern von It's a Boy gemeinsam? Loose Suspense-Mitglieder! Das war's dann aber auch schon. Loose Suspense haben bereits Anfang des letzten Jahres unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen, als sie mit ihrer "Tragedy"-EP (mittlerweile auch als CD im bandeigenen Bigcartelshop erhältlich) debütierten. Das klang schon recht fett und ausgereift, was das Quintett aus dem Stuttgarter Großraum da ablieferte. In der Folgezeit präsentierten sie der stetig anwachsenden Hörerschaft nach und nach neue Stücke, die nun ihre selbstbetitelte zweite EP schmücken und im Bandcamp-Stream angetestet werden können. Man könnte es sich jetzt natürlich auch einfach machen und behaupten, Loose Suspense würden nahtlos an ihrem Vorwerk anknüpfen. Das wäre im Grunde nicht falsch, aber eben auch nur die halbe Wahrheit. Gleich geblieben ist ihr feines Gespür für treibende als auch eindringliche Melodien, die auch - aber nicht nur - wegen der druckvolleren Produktion in ein internationales Format gepresst werden. "The Wave", More Than Life & Co. lassen grüßen. Von einer derartigen Größenordnung sind die Baden-Württemberger noch meilenweit entfernt und während eben Genannte machtlos zusehen müssen, wie ihre Releases auf dem Privatmarkt zunehmendst dem Kapitalismus zum Opfer fallen, wären Loose Suspense erst einmal froh, überhaupt etwas Geld für das Presswerk aufbringen zu können. Somit erscheint "Loose Suspense" vorerst nur digital über Bandcamp, mit fünf neuen Nummern, die der Band einen einprägsamen Namen im Untergrund verpassen könnten, eigentlich sogar müssten. Klar, die Schublade des Melodic Hardcore ist mittlerweile mit namenhaften als auch zahlreichen DIY-Vertretern bis zum Rand vollgestopft, vom a-puristischen Musiktrend mal ganz abgesehen. Auch Loose Suspense lassen sich mit dem Begriff Melodic Hardcore lediglich grob einordnen. So liebäugeln die beiden präzise und relativ eingängig gespielten "History Lessons" und das hitverdächtige "Adulthood" mit dem Punk, während der Song "Fundamental" auf altbewährtes, post-hardcore-typisches Laut-Leise-Spiel zurückgreift. Wie bereits auf der ersten EP, ist es vor allem Sänger Dennis, der mit seinem heiseren Geschreie den Unterschied zur allgegenwärtige Konkurrenz ausmachen könnte und die teils gesellschaftskritischen Texte mit an der Seele kratzenden Emotionen regelrecht herauspresst. Loose Suspense jedoch allein darauf zu reduzieren, ist weder gerecht noch richtig, wie der instrumentale Closer "Timeline" unter Beweis stellt, der mit aufgewühlten und schwelgerischen Post-Rock-Momenten zu guter Letzt schließlich den dritten Reizpunkt der Band ausmacht, nämlich der Einklang zwischen Dynamik und Atmosphäre.

Stream S/T EP

Bigcartel

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